Ruggiero Leoncavallo (1858-1919)

Im Künstlerzimmer der Lindenoper, zur Berliner Uraufführung 1904: Emmy Destinn, Leoncavallo, Paul Knüpfer, Wilhelm Grüning

Der Roland von Berlin

Historisches Drama in 4 Akten nach dem Roman von Willibald Alexis
Libretto vom Komponisten / Deutsche Fassung von Georg Droescher
(UA13.12.1904 in der Königlichen Oper Unter den Linden zu Berlin)
Konzertante Aufführung in der Berliner Philharmonie / r. live 24.5.1987


Leitung: Fritz Weisse

Friedrich, Kurfürst von Brandenburg       Vladimir de Kanel
Johannes Rathenow, Bürgermeister         Jörn W. Wilsing
Elsbeth, seine Tochter                           Andrea Trauboth
Henning Molnar, Tuchwirker                  Erwin Stephan
Gertrud, Elsabeths Tante                       Kaja Borris
Bartholomäus Schumm, Ratsherr             Benno Kusche
Eva, seine Tochter                                Anette Glaser
Thomas Wintz, Ratsherr                        Bernhard Adler
Riecke, Ratsherr / Ausrufer                   Mark Munkittrick
Melchior / Ferbirth / Matthäus                Klaus Peter Corzelius
Markensprung, Hausierer                      Bernhard Adler
Matthias Blankenfeld                            Michael Austin
Conrad von Kniprode                            Stefan Heidemann


Berliner Konzertchor
Philharmonia Hungarica

Ruggiero Leoncavallo - Autogrammkarte um 1905

Der Principe di Verismo
als Epigone des deutschen Musikdramas


Auf den repräsentationsbewussten Kaiser Wilhelm II. hatte Ruggiero Leoncavallos Oper I Medici, die er 1894 in Berlin gehört hatte, großen Eindruck gemacht, möglicherweise nicht ausdrücklich wegen der musikalischen Qualitäten des Werks, sondern wegen der „kulturhistorischen Arbeit“, in einer Oper die Geschichte einer bedeutenden Familie derart dargestellt zu haben. Dieser Eindruck deckte sich mit Wilhelms Intentionen, in einem Bühnenwerk größeren Ausmaßes die Geschichte des Herrscherhauses Hohenzollern zu verherrlichen und auf größtmöglichem repräsentativem Niveau eine theatralische Darstellung der Geschichte Preußens zu betreiben. Ohnehin sah sich der Kaiser als Kulturmäzen seines Landes, wie an vielen Bauwerken und Einrichtungen der Zeit (Siegesallee, Victoria etc.) abzulesen ist.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts fasste Wilhelm die Absicht, eine Bühnentetralogie schreiben zu lassen. Deren erster Teil Der Burggraf wurde 1897 in Köln mit großem Aufwand aufgeführt. Der zweite Teil sollte sich dem von Wilhelm wegen seiner skrupellosen Durchsetzungsfreude besonders verehrten Kurfürsten Friedrich II. widmen. Und in dem Stück Der Roland von Berlin von Joseph Lauff kam dieser Gedanke denn auch wirkungsvoll zum Ausdruck. Als Opernsujet schien dieser Stoff dem Kaiser besonders geeignet. Leoncavallo war ihm eine natürliche Wahl, eben weil sich dieser bereits mit einer ähnlichen Oper – I Medici - in seinen Augen qualifiziert hatte und weil Leoncavallo zweifellos zu den bedeutenden Komponisten der Zeit zählte.

1892 waren am Mailänder Teatro dal Verme seine Pagliacci mit großem Erfolg aufgeführt worden. 1983 folgten ebendort die Medici, deren Libretto Leoncavallo selber geschrieben hatte. Auch wenn die Aufführung kein Triumph war und der Komponist die folgenden zwei Teile der Trilogie (Savonarola und Cesare Borgia) nicht vollendete, so wurde die erste Oper dennoch auch im Ausland und eben in Berlin gespielt, wie später seine Zaza (UA 1900 Milano).

Wilhelm gab bei Leoncavallo nun den Friedrich-Stoff als Oper in Auftrag. Nach Anhören des Werks kann man feststellen, dass Leoncavallo, der sich sich mit Fleiß in die Aufgabe stürzte, ganz in der Motivation aufging, dem deutschen Kaiser eine deutsch-orientierte Oper zu schaffen. Man könnte sogar sagen: ‚in beinahe opportunistischer Bereitschaft‘: Wagners Einflüsse sind bis in direkte Anleihen hinein hörbar. Leoncavallo orientierte sich im Libretto, das er wieder selber schrieb (er hatte auch später als Librettist – so zum Beispiel für den portugiesischen Komponisten Augusto Machado und dessen Oper Mario Wetter – einen guten Namen) nach der eigens für ihn auf Befehl des Kaisers ins Italienische übersetzten Novelle Der Roland von Berlin des Romantikers Willibald Alexis. Dieser Text wurde anschließend für die Berliner Uraufführung der Königlichen Hofoper, der Lindenoper, 1904 von dem Oberregisseur Georg Droescher ins Deutsche übertragen, ‚nicht eben genial‘, wie die zeitgenössische Presse anmerkte.

Die Premiere war ein großer repräsentativer Anlass und ebenso ein gesellschaftlicher, wenn auch kein wirklicher musikalischer Erfolg. Es kamaber zu der stolzen Zahl von 37 Aufführungen bis 1908, dann verschwand das Werk von der Bühne.1905 hatte die Oper in einer originalen italienischen Fassung des Leoncavallo-Librettos, prominent besetzt,  in Neapel Premiere. Auch in Italien hatte sie keinen dauerhaften Erfolg. Die USA scheinen das einzige Ausland zu sein, die den italienischen Rolando wenigstens in Auszügen kennenlernten, wie dem Programmzettel eines Konzerts in Boston 1906 mit Teilen daraus zu entnehmen ist. Doch etwa bei der italienischen Rundfunkanstalt RAI ist die Oper nie gegeben worden.

Merkwürdigerweise hat Leoncavallo den Roland für eines seiner besten Werke gehalten. Das erstaunt, denn die Oper wirkt im Ganzen sehr uneinheitlich und wenig originell. Schon die große Ouvertüre drückt sich in Wagners Idiom aus, dem Tannhäuser nicht unähnlich; und das ganze Werk hindurch findet man immer wieder direkte Zitate aus Wagners Werken. Es scheint, als ob Leoncavallo geradezu einen Schnellkurs im herrschenden deutschen Operngeschmack absolviert hätte.

Die Handlung erinnert an die Meistersinger mit ihren Stände- und Klassenproblemen (und der obligatorische antisemitische Seitenhieb drückt wohl eher Tendenzen in Preußen als für Leoncavallo selbst aus). Die politische Seite des Stoffes scheint herzlich gleichgültig und wurde eher pflichtschuldig bearbeitet. Die Figuren erhalten kaum Konturen, die Liebesepisode zwischen Elsbeth und Henning (der auch noch irrtümlich erschlagen wird – kein glorreicher Tod für einen Bühnenhelden!) nimmt breiteren Raum ein als die Auseinandersetzung der freien Stadt Berlin mit dem imperialistischen Kurfürsten.

Wagner begegnet dem Hörer auch im Motiv für den Herrscher selber, wenn ihn getragene Fanfaren ankündigen oder seine gütigen Worte untermalen. Artikulationsgesang im wagnerischen Deklamationsstil verstärkt diesen Eindruck: Lohengrin-Anklänge im ersten Akt, Nibelungen-Echos (Rheingold) für die Volksszenen, ein veritables Walküren-Duett, Holländer-Anleihe für eine Sturmmusik finden sich in allen vier Akten des Roland. Dazwischen aber gibt es andere Quellen, etwa Massenets Esclarmonde (Eröffnung 1. Akt und 4. Akt, 2. Teil), italienische Banda für die Totenmusik und für den Zug der Bürger die sündige Salome im 1. Akt.

Der 2. Akt beginnt nicht nur mit den ersten Klängen eines bekannten Tangos (!) – für die braven Bürger schrieb Leoncavallo sogar eine fesche Polonaise, und für Rathenows großes Solo erklingen im ausgesprochen orientalischen Stil Solobläser, während unverhohlene „Siegerkranz“-Klänge bei den Volksmärschen und der Schlussapotheose auf den (eigentlich gar nicht sehr freundlichen) Kurfürsten wallen, der gerade erst die Stadttore eintreten ließ. Viele Passagen des Soprans (Elsbeth) sind zudem derart dicht an der Operette angesiedelt, dass man aus dem Staunen nicht herauskommt – Leoncavallo gab dem Kaiser, was des Kaisers war: große, repräsentativ angelegte Musik im Patchworkstil. In Erinnerung bleiben vielleicht das große Duett Henning-Elsbeth im 4. Akt, Rathenows Arie im 2. Akt, Elsbeths Arie im 4. Akt.

Frühe Tondokumente zum Roland gibt es auch. So aus Berlin 1904/1905 mit den Uraufführungs-Solisten Emmy Destinn, Geraldine Farrar, Wilhelm Grüning und Baptist Hoffmann, in italienischer Sprache weit idiomatischer mit Enzo Leliva und Francesco Maria Bonini zur Erstaufführung der italienischen Fassung von 1905. Unsere Veröffentlichung präsentiert die – konzertante – einzige Aufführung der deutschen Urfassung 1987 in der Berliner Philharmonie.

Leoncavallo in Öl - vor 1900

Die Handlung

Die Handlung geht auf eine nicht belegte Episode in der Berliner Geschichte zurück: auf die Stürzung des Rolands, einer Statue, wie sie viele Hansestädte als Zeichen ihrer Reichsunabhängigkeit hatten, eines Geharnischten im Stil des 12./13. Jahrhunderts, der auf den Marktplätzen dieser Städte aufgestellt war (Bremen hat noch heute ein solches Standbild; andere standen oder stehen noch in Brandenburg, Halle, Magdeburg, Nordhausen, Zerbst u. a.). Der Berliner Roland ist nur in einer einzigen Urkunde nachgewiesen und deutet auf einen Standort am heutigen Molkemarkt in der Nähe der Nikolaikirche.

1. Akt – Zentraler Platz in der Mitte Berlins
In das muntere Treiben der Menge hat sich unerkannt der Kurfürst mit seinem Gefolgsmann Conrad von Knipprode gemischt. Er hat allerlei Klagen über die Beziehung der Berliner Stände untereinander vernommen und will sich nun selbst ein Bild machen. Offenbar kommt er zur rechten Zeit. Gerade erscheint Hausierer Makensprung, der vergebens den Magistrat um Hilfe anging: Er ist bei Spandau von Raubrittern überfallen worden, hat aber beim hohen Rat nur Spott geerntet. Die Menge rät ihm, sich beim Kurfürsten zu beklagen, aber Henning ist der Meinung, erst müsse man sich selbst helfen, ehe man den Landesherrn belästige. Begeistert will die Volksmasse Henning zum Anführer erwählen.

Das erregte Treiben wird vom Ausrufer unterbrochen, der ein Urteil des Magistrats zu verkünden hat: das Mädchen Salome soll für „ihr schamloses Treiben“ vor dem Stadttor fünfzig Rutenschläge erhalten. Aber die Menge hat wenig Interesse daran. Offenbar ist auch Makensprung schon vergessen. Man zerstreut sich nach allen Seiten.

Dadurch gewinnt der Kurfürst Zeit, Henning zu beobachten, der ihm aufgefallen ist. Der impulsive junge Mann hat soeben die hübsche Bürgermeistertochter Elsbeth an der Kirchentür abgepasst. Galant hebt er ihr das Gebetbuch auf, das ihr vor Schreck heruntergefallen ist. Henning war es Ernst mit seiner Absicht, die Raubritter zur Rechenschaft zu ziehen. Und Elsbeth reicht ihm das Gebetbuch: Wenn er heil zurückkommt, wird er es ihr wiedergeben.

Nun spricht der Kurfürst den jungen Heißsporn an und rät ihm, doch zuerst beim Landesherrn um Recht einzukommen. Aber Henning fürchtet der Weg durch die Hofinstanzen sei zu schwierig, als dass er da zum Erfolg kommen könnte. Eine heiter-bösartige Volksszene unterbricht das Gespräch schon wieder. Ein Hanswurst bringt eine überdimensionale Puppe, die als Symbol für den geldgierigen Magistrat und den rechtsprechenden Rat steht. Dieses Monstrum wird vom Volk beschimpft und verhöhnt, die Menge ist auch durch den Bürgermeister selbst davon nicht abzubringen. Ehe es jedoch zum Streit kommt, sorgt das unglückliche Mädchen Salome für Beunruhigung: Sie wird soeben zur Bestrafung geführt – und dieses Schauspiel will sich denn doch niemand entgehen lassen. Das gibt dem Kürfürsten noch einmal Gelegenheit, mit Henning zu sprechen. Er lässt sich von dem tatkräftigen Handwerker einen unauffälligen Weg aus der Stadt zeigen und verspricht ihm die goldenen Rittersporen, wenn die Zeit dafür reif ist.

2. Akt – Im Rathaus von Berlin
Es sind keine guten Nachrichten, die Ratsherr Riecke seinem Bürgermeister bringt: Der Rat hat es wiederum abgelehnt, die Schuld der Stadt Berlin an Henning Molnar zu bezahlen, die nun schon seit Jahren ansteht: Hennings Vater hat sich in der Schlacht von Kremmen den Feinden entgegengeworfen und dadurch die Truppen von Cölln und Berlin vor der Vernichtung bewahrt. Er selbst aber war in Gefangenschaft geraten und hat 20.000 Groschen Lösegeld bezahlen müssen, die er vergeblich von der Stadt zurückforderte. Inzwischen sind zwanzig Jahre vergangen, und nun ist Henning in das Recht seines Vaters eingetreten.

Rathenow ist von der Rechtmäßigkeit der Forderung überzeugt und will, wenn es nicht anders möglich ist, die Schuld selbst bezahlen. Dazu hat er sich den Juden Baruch bestellt, der ihm das Geld leihen soll. Eine peinliche Unterredung steht ihm bevor: Baruch ist der Vater der jungen Salome, die von Rathenows Sohn im Stich gelassen wurde.

Nachdem Baruch sich entfernt hat, gerät Rathenow ins Grübeln. Während er betet, bemerkt er nicht, dass Henning sich ins Haus geschlichen hat, um Elsbeth zu sehen. Aber zunächst kommt es zu keinem Zusammentreffen: Versteckt wird Henning Zeuge, wie Rathenow von den Cöllner Ratsherren Schum, Wintz und Bürgermeister Blankenfeld zu einem Fest eingeladen wird. Da will man anderntags die Verlobung Elsbeths mit Melchior Schum bekanntgeben. Endlich ist Ruhe eingekehrt, und Henning kann Elsbeth treffen. Beide gestehen sich ihre Liebe, so dass Henning sich siegessicher über die Balkonbrüstung auf die Straße schwingt: Er wird alle Hindernisse beseitigen.

3. Akt – In den Parkanlagen vor dem Stadttor Berlins
Als fahrender Sänger hat sich Henning unter die Feiernden gemischt und trägt eine feurige Kanzone vor, in der er sich als König der Ballade bezeichnet. Die Stimmung wird ausgelassen. Es gibt Streit um die Wahl der Festkönigin: Die Cöllner wollen Schums Tochter Eva zur Königin machen, aber der nicht mehr ganz nüchterne Berliner Wintz trinkt auf Elsbeths Wohl.

Leider ist am Vortag Henning beobachtet worden, wie er von Rathenows Balkon sprang. Zudem hat sich Rathenow dafür eingesetzt, die alte Schuld an Henning zu bezahlen. Für die Cöllner steht es fest: Henning ist Elsbeths Liebhaber, und Rathenow will in die eigene Tasche wirtschaften. Von der für beide Städte so günstigen Verlobung der Bürgermeistertochter mit dem Ratsherrensohn ist keine Rede mehr: Unversöhnlich zerstritten geht man auseinander.

4. Akt

Erstes Bild – Im Hause des Bürgermeisters Rathenow
Elsbeth ist verzweifelt. Nicht nur wegen des Streits am Vortag, nein: Sie hat die goldene Kette verloren, die sie dem Vater nur für das Fest abgeschwatzt hatte. Zur rechten Zeit kommt Henning herein. Vertrauensvoll bittet Elsbeth ihn um Hilfe – aber da reicht er ihr schon die Kette, die sie ihm Gewühl verloren hatte. Aber er ist nicht gekommen, um ihr den Schmuck zu bringen: Bei ihrem Vater will er nun um sie werben. Er weiß ja, dass ihre Verlobung mit Melchior Schum in die Brüche gegangen ist. Nur hat er sich leider in ihren Gefühlen wohl doch getäuscht: Als Patriziertochter meint sie, ihm, dem Handwerker, nicht folgen zu können. Der hinzutretende Rathenow ist noch härter.

Zweites Bild – Berlin – Großer Platz vor dem Stadttor
Der Kurfürst steht vor dem Stadttor und begehrt Einlass. Während das Volk öffnen will, befiehlt Rathenow, die Stadt zu verteidigen. Aber Henning hält das kurfürstliche Recht für wichtiger und beginnt, mit einem Beil das Stadttor zu zerschlagen. Niemand wagt, ihn zu hindern. Der Kurfürst zieht in die Stadt ein, um die Widerspenstigen zur Rechenschaft zu ziehen und alle Streitigkeiten zu beenden. Zum Zeichen eines neuen Rechts wird der Roland vom Sockel gestürzt. Der hohe Rat muss dem mächtigen Landesherrn auf Knien huldigen. Dann will der Kurfürst Elsbeth mit Henning vereinigen. Aber es ist zu spät: Der mutige junge Mann ist versehentlich von den Gefolgsleuten des Kurfürsten erschlagen worden, weil man ihn als einzig Bewaffneten für einen Feind gehalten hat. Bewegt nimmt Elsbeth Abschied von ihrem Freund. Der Kurfürst ernennt Rathenow wieder zum Bürgermeister. Mit einem kurzen Lobgesang auf den gütigen, wenn auch gestrengen Landesherrn und auf die Stadt Berlin endet das Werk.

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Die Mitwirkenden

Fritz Weisse
Dirigent, Pädagoge, Komponist und vor allem Chorleiter. Ausbildung als Kirchenmusiker an der Kirchenmusikschule Spandau, dann Kapellmeister an der Hochschule für Musik Berlin. Seit Studienjahren Leiter des Berliner Konzertchors. Seither allein in der Berliner Philharmonie mehr als 200 Konzerte mit den Berliner Philharmonikern, dem RSO Berlin und der Staatskapelle Berlin.Zahlreiche Gastspiele in den berühmtesten Konzertsälen der Welt (Royal Festival Hall, London. Wien, Musikverein und Konzerthaus. New York, Carnegie Hall. Washington, Kennedy Center), beim Israel Philharmonic Orchestra, mit dem BSO im Teatro Colon Buenos Aires, dem Rundfunkorchester Leipzig im Gewandhaus. Gefeierte Aufführungen des umfassenden Oratorien- und Chor-Repertoires in aller Welt. Gründer des Bundeswettbewerbs Gesang und dessen Juryvorsitzender. Viele konzertante Aufführungen unbekannter oder vergessener Opernwerke. Umfangreiches Tondokumentearchiv (Studio und live) vor allem von Chorwerken.

Andrea Trauboth (Sopran / * 1959)
Ausgebildet als Musik- und Theaterwissen-schaftlerin. Bühnenstudium im Studio der Bayerischen Staatsoper. Debüt-Engagement in Dortmund. Gastsängerin an den Opernhäusern von München, Hamburg, Dresden, DOB Berlin, Stuttgart, Wien. Auftritte an der Scala di Milano. Seit 1995 Festengagement am Opernhaus Köln. Zahlreiche CD- und Rundfunkaufnahmen. Führend im jugendlich-dramatischen Fach.


Erwin Stephan (Tenor / * 1949)
Schüler des Hoch‘schen Konservatoriums Frankfurt/M., dann bei Lieselotte Enck & Lucretia West, Meisterkurse bei James King. Debüt 1978 in Saarbrücken. Auftritte an deutschen und europäischen Opernbühnen: Genf, Paris, Wien, Dresden, Milano, Catania, Orange, London, Prag, Budapest, Seattle, B-Aires. 1985 an der Met. Seine Paradepartie Tannhäuser und mehrere Recitals sind auf CD greifbar. Konzertkarriere in Europa und Übersee. Österreichischer und deutscher Kammersänger. Seit 2001 Gesangspädagoge mit eigenem Studio.


Jörn W. Wilsing (Bariton / 1940-2010)
Ausbildung an der Musikhochschule Köln, in Salzburg und München. Engagements am Gärtnerplatz-Theater München, den Opernhäusern Dortmund und Karlsruhe, dann als universeller Lirico und Charakterbariton an der Staatsoper Stuttgart (Ensemblemitglied bis 2006). Solist der Salzburger Festspiele, Gast an den Staatstheatern von München, Wien, Basel, Köln, Nürnberg. Auftritte in Radio und TV. Breites Repertoire von Monteverdi bis Weill. Gefeierter Operetten-Bonvivant. CD-Edition beim HAfG.

Vladimir de Kanel (Bass / * 1940)
Kam von Shanghai über Brasilien, wo er bei der Sopranistin Lydia Nesterenko ausgebildet wurde, zunächst auf südamerikanische Bühnen (Debüt als Rossinis Basilio in Kolumbien). Weitere  Studien in München, Berlin, Pesaro. Wettbewerbspreise in Reggio Emilia, Toulouse, Barcelona. Seit 1969 im Ensemble des Opernhauses Frankfurt/M. Gastspiele an europäischen Spitzenbühnen (Berlin, Hamburg, Deutsche Oper am Rhein, Köln, Brüssel, Straßburg, Venedig, dann wieder in Rio und ganz Mittel- & Südamerika.) International erfolgreich auch im Konzertsaal.

Benno Kusche (Bariton + Bassbuffo / 1916-2010)
Elevenzeit am Staatstheater Karlsruhe. Engagements in Karlsruhe, Koblenz, Augsburg. Seit 1946 Mitglied der Bayerischen Staatsoper, seit 1958 auch der Deutschen Oper Berlin. Breites variantes Repertoire als lyrischer und Charak-terbariton (Gerühmt als Beckmesser und Alberich), dann jahrzehntelang populärer Bass-buffo - von Mozarts Figero + Leporello bis zur Spieloper und vor allem Operette. Bayerischer Kammersänger. Sehr lange Karriere, auch als Schauspieler in Film & TV. Universelle Hinterlassenschaft an Tonaufnahmen.

Kaja Borris (Alt / * 1949)
Tochter des Komponisten und Musikpädagogen Siegfried Borris. Ausbildung an der Musikhochschule Berlin. Zunächst Konzertsängerin, dann langjährig als Contralto im Ensemble der Deutschen Oper Berlin. Gastspiele an deutschen und europäischen Opernhäusern: Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Köln, in Frankreich, Italien, Holland, bei den Festspielen in Salzburg und Schwetzingen. Konzertauftritte in den USA und ganz Europa.

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