Fragebogen


Fragen an und Antworten von KUS
 


Stand 8/2016

Frage: Ihre derzeitige Verfassung?
Antwort:
Meiner Sache bewusst. Verzweifelt-resigniert, doch streitbar.
Der Fluchtdynamik meiner Restzeit druckvoll ausgeliefert.

 

Was wäre für Sie das größte Unglück?

Verlust rezeptiver Sinne: Augenlicht, Gehör, Gehirn, Gefühl.

 

Ein vollkommenes irdisches Glück?
Franz Schubert:
Trio D. 898 / Andante un poco mosso & Notturno D. 897.

 

Wo möchten Sie leben?
An der oder überm See. - Mit Hannes Wader zu singen:
"Bin müde und leer / will nach Süden ans Meer /
 auf meinem Weg / ohne Wiederkehr / schon so lang ..."

 

Welche Fehlverhalten entschuldigen Sie am ehesten?
Die aus Angst, Schwäche, Verzweiflung.

 

Welche Fehlverhalten entschuldigen Sie nicht?

Die aus Opportunismus, Vorteilssucht, Verrat.

 

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?
Solidarität. Beständigkeit. Aufrichtigkeit.

 

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?
Solidarität. Beständigkeit. Aufrichtigkeit.

 

Ihre Lieblingsbeschäftigung(en)?
Lesen. Lernen. Diskutieren. Musik hören und machen.

 

Was schätzen Sie bei Freunden am meisten?
Treue. Nachsicht. Zivilcourage.

 

Ihre Lieblingsgestalten in der Historie?
Luxemburg & Liebknecht.
Sodann: Spartacus. Giordano Bruno. Thomas Müntzer.
Giuseppe Garibaldi. Antonio Gramsci. Ho Chi Minh. Nelson Mandela.

 

Ihre Lieblingsgestalten in der Literatur?
Lysistrata. Antigone. Falstaff. Egmont. Verrina. Danton. Schwejk. Azdak.

 

Ihr(e) Lieblingsmaler/-graphiker?
Picasso, Braque & die Kubisten. Max Ernst. Renato Guttuso. Alfred Hrdlicka. Horst Janssen. Johannes Grützke. Horst Antes.
 

Ihr(e) Lieblingsbildner?
Auguste Rodin. Henry Moore. Fritz Wotruba. Alfred Hrdlicka.
Alf Lechner. Rudolf Wachter. Jochen Sendler. Eduardo Chillida.
Dazu als Newcomer aus dem südbayerischen Oberland:
Erwin Wiegerling (= E. Lin) und Andreas Kuhnlein.

 

Ihre Lieblingsautoren?
Allumfassend: Karl Kraus.
dazu als Brunnen für Geisteslabung aus deutscher Kultur im 20. Jahrhundert:
die schreibenden Repräsentanten der Familie Mann.

Prosa:
Gustave Flaubert. Emile Zola. Nikolaj Gogol. Ivan Turgeniev.
André Gide. Oskar Maria Graf. Lion Feuchtwanger. Stefan Heym.
Josef Breitbach. Alberto Moravia. Leonardo Sciascia. Gabriel Garcia Marquez.
Eckhard Henscheid.

Drama:
William Shakespeare. Anton Čechov. Carl Sternheim. Artur Schnitzler.
Ödön von Horváth, Bertolt Brecht. Friedrich Dürrenmatt. Peter Hacks.

Lyrik:
François Villon. Charles Baudelaire. Arthur Rimbaud.
Detlef von Liliencron. Walter Mehring.  Max Hermann-Neisse. Ezra Pound.
Rose Ausländer. Pablo Neruda. Peter Hacks. Robert Gernhardt.

Publizistik, Essayistik, Satire, Sekundär & Sach:
Karl Kraus. Egon Friedell. Alfred Polgar. Ernst Bloch. Wolfgang Abendroth. Helmut Ridder. Karlheinz Deschner. Noam Chomsky. Enzo Traverso.

 

Haben sie Lieblingsbücher?
Mehrere, häufig wechselnd. Mit einigem Bestand, unter anderen:
Belletristik - Gustave Flaubert: Die Erziehung des Herzens. Emile Zola: Das Geld. Heinrich Mann: Professor Unrat. Robert von Ranke Graves: Ich Claudius, Kaiser und Gott. Klaus Mann: Der Vulkan / Mephisto. Stephan Heym: Goldborough.
Joseph Breitbach: Bericht über Bruno.

Sach und Sekundär - Karl Kraus: Literatur und Lüge / Sittlichkeit und Kriminalität
/ Weltgericht.
Egon Friedell: Kulturgeschichte der Neuzeit. Karlheinz Deschner:
Opus Diaboli / Ein Jahrhundert Heilsgeschichte. Peter Hacks: Die Maßgaben der
Kunst.
Maria Matray: Dreyfus. Friedrich Torberg: P.P.P. Eckhard Henscheid: Kulturgeschichte der Missverständnisse. Richard Dawkins: Der Gotteswahn.

Und Lieblingsdramen?
Ein paar ausgewählte. z.B.:
Shakespeare: Coriolan. Schiller: Die Verschwörung des Fiesco zu Genua.
Sternheim: Der Snob. G. Freytag: Die Journalisten. Schnitzler: Professor Bernhardi. Rolland: Die Wölfe. Karl Kraus: Die Unüberwindlichen. Brecht: Arturo Ui.

 

Ihr(e) Lieblingskomponist(en)?
Franz Schubert. Rossini-Bellini-Donizetti-Meyerbeer. Hector Berlioz.
Antonin Dvorák. Jacques Offenbach.

Anregender als Lieblinge sind oft Entdeckungen, zuletzt:
Boccherini. Spohr. Wolf-Ferrari. Sibelius. Britten.

Haben Sie Lieblingsopern?
Hier nun eher Dutzende. z.B: Rossini: Semiramide / Il viaggio a Reims.
Bellini: I Puritani. Meyerbeer: Robert le diable. Wagner: Tristan und Isolde /
Die Meistersinger von Nürnberg.
Verdi: Ernani / Attila / I masnadieri. Berlioz: Benvenuto Cellini. R.Strauss: Elektra. Pfitzner: 2. Aufzug von Palestrina.
Giordano: Andrea Chénier.

 

Ihre Lieblingsfarbe(n)?
Rot & Weiß (aber nicht im Fußball)

 

Ihre Lieblingsblume(n)?
Weiße Lilien. Rote Rosen. Alle Arten Flieder.
 

Ihr(e) Lieblingstier(e)?
'Petit-Anglo-Francais' & Italo-Spürhund-Mischlinge.
Seelöwen. Surrikate.

 

Ihr Lieblingsvogel?
Pinguin & Kolkrabe — und alle Rabenvögel.

 

Ihre Lieblingslandschaft(en)?
Mediterrane Mittelgebirge: Toscana, Umbria, Lazio.

 

Ihre Lieblingsbäume?
Früher meist Pinien & Zypressen. Heute eher Linden & Birken
(doch eigentlich alle - außer deutschen Weihnachtstannen).

Ihr(e) Lieblingsküche(n)?
Die italienische – soprattutto dalla Emiliana.

Ihr(e) Lieblingsgetränke?
Rotweine aus Mittelitalien. Earl Grey Tea.
Und, so rar geworden: Dortmunder Kronen Pils.


Themenwechsel:
Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Autor wie Egon Friedell oder Alfred Polgar.

 

Gibt bzw. gab es eine personale Escheinung,
die für Ihr Werden und Wirken von zentraler Bedeutung war?

Ja: Der universell-nachschöpfende Künstler – Jahrhundertsänger, Musikwissenschaftler, Dirigent, Autor, Maler, Rezitator, Sammler,
Stimmbildner, Kulturvermittler – Dietrich Fischer‑Dieskau.

 

Was halten Sie für Ihre(n) größten Fehler?
Meine Ungeduld. Und meine Loslass-Schwäche.

 

Was schafft Ihnen persönlich Frust?
Der ewige Kampf, mein Übergewicht zu reduzieren.

 

Was oder wer war Ihre größte Enttäuschung?
Global: Der permanente Verrat der 1968er seit den 1990ern.
Persönlich: Otto Schily. Erhard Eppler. Ralph Giordano. Jürgen Elsässer.

 

Wem wären Sie gern begegnet?
Nach so vielen, denen zu begegnen mir schon vergönnt war:
Rosa Luxemburg. Karl Kraus. Klaus Mann.

 

Ganz subjektiv: Wer sind für Sie die gegenwärtig klügsten Köpfe?
Minimal-Auswahl: Noam Chomsky. Domenico Losurdo.
Heiner Flassbeck. Paul Krugman. Werner Rügemer.
In memoriam: Karlheinz Deschner
(† 2014), Hans Wollschläger († 2007)
Umberto Eco († 2016)

 

Welchem Politiker glauben Sie vertrauen zu können?
Allenfalls vier tollen Frauen:
Sevim Dagdelen. Ulla Jelpke. Sahra Wagenknecht. Meist auch Jutta Ditfurth.

 

Und nun mal umgekehrt.
Welche Gestalten der Historie verachten Sie am meisten?

Mindestens den halben Plötz.
Mehr noch als die Verbrecher, Mörder, Ausbeuter, Unterdrücker:
deren Laudatoren, Käuflinge, Funktionäre, Hofschreiber und ‑schranzen.

 

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?
Wirklich keine.

 

Welche Reformen begrüßen Sie am meisten?
Jene, die der Erweiterung der Volkssouveränität dienten, der Begrenzung
von Diskriminierungen, der Chancenmehrung auf Humanität, Gerechtigkeit,
Menschenwürde. Also: Die Abschaffung von Folter und Todesstrafe.
Die Beseitigung von Kolonisation und Apartheid. Die Gleichstellung von Minderheiten. Die Begründung der Solidargemeinschaft.

 

Welche in der Kultur Gerühmten halten Sie für überschätzt?
Den Maler G. Richter ("teuerster lebender Künstler", lt. SPON). Die Pianistin Ney.
Die Dichter Luise Rinser und Botho Strauß. Die Autoren Herta Müller,
Rainer Kunze, Paul Coelho. Die Humorverfertiger Jan Weiler & Axel Hacke.
Den Bildner Lüpertz. Den Tenor Kollo. Den Dirigenten Thielemann. Den Theatermacher Zehelein. Den Prinzipal Wolfgang Wagner samt Protektions-töchterlein. Den Büchner- & Heine-Preisträger Biermann (den besonders!). Die Repräsentanten des „Zeitgenössischen Regietheaters“: allesamt, von
Neuenfels bis Bieto.

 

Welche Politiker verachten Sie am meisten?
Käuflinge, Zyniker, Gesinnungswankler & Haltungswandler.
Konkret demnach (aus dem mir näheren Lager, beinahe mehr als die Rechten): Schröder-Schily-Clement-Steinmeier-Nahles-Oppermann, vor allem Gabriel.
Den epochalen Käufling Joseph Fischer, dazu die Olivgrün-Repräsentanzen Kretschmann, Özdemir, Göring, Harms, ML Beck, W. Schulz, Fücks & Kons. Junge Union im Trachtenlook. Des großen Geldes neue Tarnbewegung AfD.
Und natürlich die chicke, geldige, wendige Liberallala.

 

Welche Kategorie von Machthabern oder Einflussnehmern
halten Sie für besonders schadenstiftend?

Kleriker. Militärs. Geheimdienstler.

 

Welche etablierten Gruppen halten Sie sich fern?
Waffenträger (Uniformierte. Jäger. Schützen). Korporierte. Boulevardjournalisten. Immer öfter Lokalpolitiker. Natürlich 'Pegida'.

 

Welche Personen der Gegenwart mögen Sie gar nicht?
Assortimento senza limito: Von Globalrepräsentativtätern wie Bush, Cheney,
Kissinger, Blair, Obama, Netanjahu, Sarkozy, Berlusconi, Erdogan, Orbán, Jazeniuk, Kaczynski usw. abgesehen, auf unseren Sprachraum begrenzt: Ratzinger & den weltumspannenden Pfaffenstand. Tendzin Gyatsho

(= sog. Dalai Lama). Den Denunziationspastor & Interventionskriegspropheten
Joachim Gauck. Schäuble, v.d. Leyen, de Maizière & Gefolge. Die F.J.S.- Nachfahren. Dazu Diekmann, FJ Wagner, M-Vogg, Markwort, Joffe, Kohler, Kornelius mit Jungschnöseln, Weimer, Matussek, Elsässer, Poschardt und
80
% ihrer Branche. Lengsfeld. E. Steinbach. Klier. Schwarzer. Extrem: Petry, Höcke, & Comp. Biermann. Broder. Sarrazin. Knabe & Jesse.  
                                                                                       ....
Reihungen ohne Ende.

 

Welche Personen der Gegenwart mögen Sie hingegen?
Erst die vier genannten Politikerinnen. Sodann Angela Davis. Felicia Langer. Ester Bejarano. Daniela Dahn. Ingrid Matthäus-Maier. Christa Luft. Evelyn Hecht-Galinski. Karin Leukefeld. Carolin Emcke. Heinrich Bender († 2016).
Fidel Castro († 2016). Nelson Mandela († 2013). Evo Morales.  Mumia Al Jamal. Oliver Stone. Jean Ziegler. Heinrich Senfft († 2017). Richard Dawkins. Heinrich Hannover. Hans Modrow. Arno Klönne
(† 2015). Otto Köhler. Detlef Hensche. Kurt Pätzold († 2016). Heinrich Fink. Christoph Butterwegge. Oskar Lafontaine. Rudolf Dreßler. Edward Snowden. Eckart Spoo († 2016). Arnold Schölzel.
Abraham Melzer. Rolf Gössner. Ulrich Sander. Rolf Verleger. Yanis Varoufakis. Jeremy Corbyn.      
                                                                                        .... Reihungen ohne Ende.

 

Institutionelle Versager der Gegenwart?
Die sich so nennende Sozialdemokratie. Die so immer noch genannte
Öko‑(Neoliberal-Kriegs)Partei. Diverse DGB‑Gewerkschaftsführer. Wehrmachtstraditionstreue neue BW-"Staatsbürger in Uniform".
Das Öffentlich-schreckliche Medienpersonal. Die Welt‑Umweltpolitiker.
Sich selbst verhöhnende Sinnstifter à la Friedensnobelpreis‑Komitee ...

 

Zurück zum Positiven. Blick auf die letzten 50 Jahre:
Wen im Bereich Kultur lieb(t)en oder bewunder(te)n Sie
?
Das läuft auf ein ganz großes Namedropping hinaus, das dennoch nur einen
Minimal-Ausschnitt benennt.

    Beschränkt auf die zweite Jahrhunderthälfte: die Säkularsängerin Maria
Callas & ein Dutzend wunderbare Frauenstimmen wie Grümmer, Jurinac,
Gencer, Scotto, Freni, M. Price, Popp, Ludwig, Faßbaender, Wenkel.
Die Sängerdarsteller/innen Martha Mödl, Astrid Varnay, Leonie Rysanek,
George London, Boris Christoff. Die Tenöre Jussi Björling, Nicolai Gedda,
Carlo Bergonzi, Alfredo Kraus. Den Wundermann des Canto fiorito:
Rockwell Blake. Die Baritone Di-Fi‑Di, Marcel Cordes, Robert Merrill,
Renato Bruson. Die Bassisten Mark Reizen, Cesare Siepi & Kim Borg.

     Auf die Zeit meiner Lebensbahn reduziert, also ab 20. Jahrhundertmitte:
die Dirigenten Fritz Busch, George Szell, Pierre Monteux, Fritz Reiner,
Dimitri Mitropoulos. Georg Solti, Carlo Maria Giulini & Claudio Abbado.
Unter den Heutigen Riccardo Chailly & Mariss Jansons. Unter den Künftigen Yannick Nézet-Séguin & Gustavo Dudamel.

     Dto. die Pianisten Rudolf Serkin, Robert Casadesus, Claudio Arrau, Emil Gilels, Svjatoslav Richter, György Cziffra, Friedrich Gulda. Heute Martha Argerich, Maurizio Pollini, Cyprien Katsaris, Marc-André Hamelin.
     Die Geiger Jascha Heifetz, David Oistrach, Arthur Grumiaux, Oskar Shumskij,
Zino Francescatti, Ruggiero Ricci. Heute ein halbes Dutzend von Weltrang.
Dazu Cellisten wie Emanuel Feuermann, Paul Tortelier, Janos Starker, Gregor Piatigorsky bis Mstislav Rostropovich, Yo-Yo-Ma, Jan Vogler & Co..

     Schließlich, in Erinnerung an Ursprünge: die Musikbühnenschöpfer Wieland
Wagner & Jean-Pierre Ponelle. Und eine nahezu verloren gegangene Kategorie von Bühnen-Mimen – in Mini-Auswahl: Körner, Giese, Wimmer, Becker, Gorvin, Höflich, Flickenschildt, Stein, Schade - und Deutsch, A. Hörbiger, Minetti, Busch, Held, Schröder, Mahnke, Meisel, Schomberg, Schley, Lühr, Quadflieg, Boysen, Henniger, Kammer, Schellow, Holtzmann, Pekny, Korte, Benrath, Griem, Lohner, Qualtinger usw. usw. … Verloren die großen Vertreter/innen der Mimenfächer Tragödin und Schwerer Held. Und heute etwa Harfouch
, Gedeck, Minichmayr, Selge, Brambach, Groth, Klausner, Wölbern, Lacher  und ein paar mehr. Wenige, die noch nicht ganz an FFF/TV verkauft sind.
     Nicht zu vergessen einige Giants of Jazz: Bessie Smith. Jelly Roll Morton.
Louis Armstrong. Sidney Bechet. Bix Beiderbecke. Fletcher Henderson. Coleman Hawkins. Duke Ellingtion. Count Basie. Django Reinhard. Art Tatum. Charlie Parker. Lester Young. Lionel Hampton. Dizzy Gillespie ...

 

Aus welchen Medien informieren Sie sich?
- Seit über 50 Jahren die unvermeidliche Süddeutsche Zeitung (SZ).
  Nach deren Rechtswende, eskalierend bis 2017, nurmehr selektiv und
   mit wachsender Distanz.

- Zur Ergänzung, meist auch Korrektur: die Tageszeitung junge Welt (jW).
- 14tägig die Weltbühne-Nachfolgerin: ossietzky (= das Beste im dünnen
    linken Medienangebot überhaupt).

- Monatlich noch & wieder, trotz allfälligen Ärgernissen: konkret.

- Manchmal – gleichsam "zum Abgewöhnen“: die FAZ
- Fallweise seriöses Radio, u.a. Bayern 2 Kultur & Bayern 4 Klassik.
- Dazu mit wachsender Entfremdung in Misstrauen und Ablehnung:
   die Öffentlichrechtlichen ARD+ZDF - TV-News, -Magazine, -Dokus, -Reports.
- Bereichernde Blogs wie NachDenkSeiten, Rationalgalerie, telepolis.
- Gelegentlich, distanziert: Homepages von FR, WAZ, Freitag, profil, Standard
.
   Nach jahrzehntelanger (teils sogar Abo-)Nutzung - heute angewidert
    nicht mehr: DIE ZEIT und DER SPIEGEL.

Mögen Sie Kino?
Aber klar. Das ganze Cine-Säkulum.

Haben Sie Lieblingsfilme?
Unzählige. Spontan:
Citizen Kane. The Winslow Boy. Gentleman Jim. Destry Rides Again.
Rebecca. To Be or Not to Be. Le deuxieme soufle. Foreign Correspondent.
Rio Bravo. Teorema. Les Grandes Familles. Novecento. Norma Rae.
Il Gattopardo. Le Samourai. The Wild Bunch. Il Padrino 1+2. Network.
Once Upon a Time in America. Front Page. State Of Siege. The Pelican Brief. Millennium. Zeitdramen von Francesco Rosi. Western von Howard Hawks. Balladen von Jean Pierre Melville. Melodramen von Luchino Visconti.
Nouvelle Vague Satires von Claude Chabrol. Politstücke von Oliver Stone.
 
Und Lieblingsstars?
In Auswahl: Bette Davis. Marlene Dietrich. Alida Valli. Lauren Bacall.
Maureen O'Hara. Simone Signoret. Stephane Audran. (die ältere:) Katherine Hepburn. Faye Dunaway. Helen Mirren ... Erroll Flynn. John Gielgud.
Jean Gabin. Lawrence Olivier. Robert Mitchum. Pierre Brasseur. Alain Delon. Gian Maria Volonté. Max von Sydow. Denholm Elliot. Michael Caine.
Jack Nicholson. James Woods. Tommy Lee Jones. Mikael Persbrandt  .....


Interessieren Sie sich für Kabarett?

Ja, natürlich – klassisches politisches Kabarett.

(im Gegensatz zur Flut an Comedies und Witzeshows).

Ihre Favoriten (und Distanzerscheinungen) in diesem Metier?
Sympathien: Erstmal Volker Pispers! Dann Georg Schramm, Max Uthoff,
Urban Priol, Claus von Wagner, Reiner Krönert, dazu noch eine Handvoll
jüngerer Guter und Begabter.
In memoriam: Wolfgang Neuss, Dieter Hildebrand, Helmut Ruge und
vor allem Dietrich Kittner.
Antipathien: vorrangig
„Sexy Dieter“= Dieter Nuhr (zynisch, eitel, platt, rechts).
Auch M. Gruber, Richling, Grünwald
.

Persönliche ehrende Reminiszenzen?
Meiner Mutter Ursula Spiegel geb. Baberg, 17. Mai 1998.
Dem Theatergenius Wieland Wagner. Dem Opernsänger Gerhard Kleinen.
Meinem Musiklehrer Harald Blauth. Dem BVB-Keeper Heinz Kwiatkowski.
Meinem frühen Leitjournalisten Walter Schmieding. Dem 'Italo-Bariton deutscher Zunge': Marcel Cordes. Dem Zeitungsverleger und Blattmacher Werner Friedmann. Den Zeugen einer besseren Sozialdemokratie: Joachim Steffen, Peter von Oertzen, Hilmar Hoffmann, Hermann Glaser. Zwei geliebten Kulturschaffenden, deren später Freund sein zu dürfen ich die Ehre hatte: Karlheinz Deschner († 2015) & Heinrich Bender ( 2016).

Ihr Zukunftstraum — eine konkrete Utopie?
Schlicht, bescheiden, unpathetisch: Soziale Demokratie. Das, was schon

einmal auf dem Weg war, bevor eine "Reform"‑Regierung, die man Rot-Grün nannte, mit breiter Zeitgeist‑ und Medien‑Unterstützung neoliberalen

Ideologien Durchbruch verschaffte, den Sozialstaat zerstörte, dem Großkapital neue Herrschaftsräume öffnete, kodifizierte Bedingungen für Armut kreierte, Angriffskriege in Gang setzte, imperiale Gewaltpolitik unterstützte, den Schnüffelstaat ausbaute, die bescheidene bürgerliche Demokratie demontierte
— ein Trend, der seit der
sog. Jahrtausendwende anhält.

 

Ein Memento?
Denen, die im Kampf gegen Imperialismus, Kapitalismus und Faschismus
ihr Leben gaben.

 

Aus Ihren Antworten zu schließen:
Man kann Sie als Linken bezeichnen - oder?

Ich bin ein "Godesberger" - und deshalb Verächter der heutigen SPD.

 

Würden Sie ein persönliches Motto formulieren?
Wie wär’s mit Ernesto Guevara de la Serna, genannt „Che“:
Seien wir Realisten. Wagen wir das Unmögliche!
 

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© Klaus Ulrich Spiegel