Mediensplitter – Schreibe & Wirkung

 

 

                                                      "Die Verzerrung der Realität im Bericht
                                      ist der wahrheitsgetreue Bericht über die Realität."

                                                                                                                    (Karl Kraus)

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                           Fundsachen, Ansichten, Korrespondenzen
 … aus der Medienrealität, von Freunden und Partnern, aus Lesequellen – jeweils dem Zeitenlauf und Alltagslektüren folgend. Zusammenstellung ungeplant und ungeordnet. Wird weitergesichtet und weitergeschrieben.


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   Im medialen Schützengraben
  Jetzt gegen Maduro:
Die taz hat einen Riecher für Umstürze. Schon beim »Maidan« war man in der Rudi-Dutschke-Straße glatt aus dem Häuschen. Die einst als alternativ, wenn nicht links, geltende Tageszeitung (Taz) beweist seit Jahren einen guten Riecher für Zeitpunkt und Ort pro-westlicher Staatsstreiche, Interventionen und Kriegseinsätze.
   Am 11. August 2017 veröffentlichte das Blatt auf der Titelseite ein
großes Foto des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro mit der Schlagzeile: »Nieder die internationale Solidarität!« Es war vermutlich Zufall, dass US-Präsident Donald Trump am Abend desselben Tages,
also nur etwas später, Venezuela mit einer »militärischen Option« drohte. Doch wie schon früher war das Gespür der Taz
erstaunlich.  ….
     Publizistische Speerspitze
  Als eine aus SPD und Grünen bestehende Bundesregierung zum ersten Mal
seit dem Ende des Nazifaschismus von deutschem Boden aus wieder Krieg führen wollte, gab die Taz
ihr publizistische Rückendeckung. Seitdem wird die 1978 in Westberlin als Alternative zu den bürgerlichen Massenmedien gegründete Zeitung in der »westlichen Wertegemeinschaft« endgültig akzeptiert. Die Redaktion enttäuschte das in sie gesetzte Vertrauen weder 2011 bei den NATO-Attacken gegen Libyen noch zwei Jahre später bei der propagandistischen Unterstützung rechter Putschisten in der Ukraine.
   Als auf dem »Maidan« bereits alte und neue Faschisten den Ton anga-ben, jubelte die Taz
im Dezember 2013: »Endlich haben sich die unterwür-figen Ukrainer wieder erhoben. (…) Jetzt lautet der Slogan: Kämpfen bis zum Ende!« Fünf Monate später zündeten Faschisten am 2. Mai 2014 das Gewerkschaftshaus in Odessa an. Zahlreiche Leser reagieren verärgert auf den Kurswechsel der einst alternativen und der Friedensbewegung ver-pflichteten Zeitung. Deren Auflage sinkt seit 20 Jahren. Lt. IVW-Meldung verringerte sich die verkaufte Auflage von 61.641 Exemplaren im zweiten Quartal 1998 auf noch 50.986 im gleichen Zeitraum dieses Jahres ab, davon entfallen 11.804 noch auf die ePaper-Version.

   Am Tropf der GroKO
  Seit ihrer Gründung stand die Taz mehrmals vor der Insolvenz. Finanzielle Verluste durch den Abgang einstiger Leser konnten zumindest teilweise durch neue Einnahmequellen kompensiert werden. Vor gut zwei Jahren, 2015, begann das Verteidigungsministerium mit der Schaltung teurer Bundeswehr-Anzeigen. Deren Werbespruch (Wir. Dienen. Deutschland.) passt mittlerweile gut zum neuen Image des Blattes.
  Auch sonst lässt die Regierung sich nicht lumpen. So übernimmt das Auswär-tige Amt großzügig den Bärenanteil der Kosten für die kritikwürdigen Kuba-Seminare der Taz
-Panter-Stiftung. Sogar der damalige Bild
-Chefredakteur Kai Diekmann honorierte die neue Linie des Blattes und wurde 2009 Mitglied der Genossenschaft.
  Trotz Leserschwund wird dieses Blatt der bundesdeutschen Medien-landschaft erhalten bleiben und darf zu ihrer Vielfalt beitragen. Denn wenn es ernst wird, etwa um Krieg und Frieden geht, das beweist sie mit der Berichterstattung über Jugoslawien, Libyen, die Ukraine, Kuba und Venezuela, ist auf die Taz
-Redaktion immer Verlass.
                                                                             Volker Hermsdorf / 24.8.2017


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  Fake Dich doch selbst!
           Der Fakten-Finder findet die SPD nicht.

Hilfe! schreien die etablierten Medien. Hilfe! schreit der Regierungssprecher. Hilfe! schreit auch die Europäische Union. Denn draußen, vor gepolsterten Türen ihrer isolierten Büros, treiben sich angeblich düstere Fälschungen herum: Fake-News. Die Europäische Union hat deshalb die East StratCom Task Force eingerichtet. Und die EU findet die Fakes nicht darin, dass sie selbst keine Legitimation durch Volksabstimmungen hat. Sie behauptet sie lieber bei den Russen.
    Die Bundesregierung will gar ein „Abwehrzentrum“ gegen Fake-News
beim Bundes-Pressamt. Und doch darf Herr Seibert Woche für Woche unkontrolliert reden. Und die "Tagesschau", ein Hort des betrügerischen Wordings und der Zero-News, galoppierender Nachrichtenunterschlagung,
hat gar ein eigenes Online-Portal mit dem Titel „Faktenfinder“ gegründet.
    Mit langen, spitzen Fingern wird gern auf das Internet, als Verursacher von Fälschungen aller Art gewiesen. Und sogar WIKIPEDIA, fraglos selbst ein „soziales Medium“, kennt angeblich die Verursacher aller Fälschungen dieser Erde: Es seien „die sozialen Medien ein wichtiger Grund dafür, dass sich Fake News durchsetzen können.“
    Draußen, in der unkontrollierten Welt des Internet, sitzt angeblich der böse Feind der Wahrheit. Der „Tagesspiegel“, eine Zeitung, die im Irak-Krieg gelogen hat, dass sich die Balken bogen, klärt uns über den ARD-Faktenfinder auf: „Die Redaktion um Projektleiter Patrick Gensing geht aktiv auf die Suche, untersucht auffällige Websites, Blogs, Foren und sammelt Informationen."
 
  Patrick Gensing? Das ist der Mann, der den Schriftsteller Günter Grass
in seinem Buch „Terror von Rechts“ als
„antisemitischen Nobelpreisträger" vorgestellt hat. Das war kein Fake? Nein, es war eine schlichte, plumpe Lüge. Der Fakten-Verdreher Gensing kritisierte gern die „Mahnwachen für den Frieden“, entdeckte antiamerikanische Züge in der Debatte um die NSA-Überwachung und hielt die dort verbreitete Vorstellung, dass die USA ihre Interessen „durchboxen“ und „ihre Geldgeilheit durch Menschlichkeit“ tarnen, für ein „Ressentiment“ - obwohl es die blanke Wahrheit war und ist.
    Wer durch die ideologische Gensing-Brille guckt, findet kein echtes Faktum, selbst wenn es ihm auf den Kopf fällt. So gelang denn auch der „Tagesschau“ das prämierte Fake des Monats, als sie mit dieser Überschrift
„Waffen bei Linksextremen gefunden“ eine faustdicke Lüge des Innenmini-sters rund ums Verbot der Plattform "linksunten.indymedia.org" verbreitete.
    Keine Nachfrage, kein Zweifel zierte die Tagesschau-Kolportage, obwohl auch ein Redaktions-Volontär hätte erkennen können, dass es sich bei dem Verbot de Maizières um einen Racheakt für den misslungenen G-20-Gipfel handelte. Und nur wenige Tage später musste dann mit der Überschrift
„Verwirrung um Waffenfunde“ zurückgerudert werden.
    Andrej Reisin, auch ein Mitglied der ARD-Fakten-Pfadfinderei, versuchte die Fake-News mit diesem Satz zu korrigieren:
„Tagesschau ordnete Waffen nicht den Betreibern zu“. Man muss schon arg verwirrt sein, wenn man den eindeutigen Tagesschausatz „Waffen bei Linksextremen gefunden“ nicht als kooperative Fälschung anerkennen kann: Herr de Maizière lieferte sie, und
die „Tagesschau“ veredelte sie zu einer echten Nachricht. Echt imitiert.
    Noch jüngst, bei der Vorstellung des falschen Sozialdemokraten Martin Schulz, leistete die „Tagesschau“ einer der großen Fälschungen der letzten Jahre Vorschub:
„Agenda 2010 - Die Reformen der Reform“ betitelte sie einen Schulz-Progaganda-Text. Natürlich war die SPD-Agenda weder zur Zeit ihrer Einführung rund um das Jahr 2003 eine Erneuerung des alten Kapitalismus, noch war die von Martin Schulz angekündigte Kosmetik eine Reform.
    Das Wort Reform, sagt Wikipedia, bedeute „eine Umgestaltung und Erneu-erung von vorhandenen gesellschaftlichen oder politischen Verhältnissen, um sie zu verbessern“. Um sie zu VERBESSERN. Das sagt auch das Synonym-Lexikon. Das sagt auch der Menschenverstand, der ein Reformhaus doch glatt für einen Laden zum Handel mit gesunden, bessernden Produkten hält. Statt dessen hatte der Schröder-Fischer-Laden ausschließlich die Verschlechterung der Lage von Arbeitslosen und Rentnern im Angebot. Doch die deutschen Medien machten damals kräftig Reklame für das Reform-Fake der SPD und verkauften es als echte Reformkost.
    Und wenn die Schröder-Erbin Merkel noch heute sagt
"Der frühere Bundeskanzler hat sich mit der Agenda 2010 um Deutschland verdient gemacht“, dann listet die Tagesschau keinesfalls jene auf, die mit der Agenda viel Geld verdient haben und noch immer einstreichen: Vom Rentenbetrüger und Schröder-Freund Maschmeyer bis zu den vielen Unternehmern, die sich aus dem Angstschweiß der Minijobber und Leih-Arbeiter ihren Frühstücks-Champagner gären lassen.
    Doch immer mehr Wähler begriffen auch ohne Hilfe der Medien, dass
das Wort „sozial“ im Namen der SPD ein mieser Täuschungsversuch ist. Der großen alten Partei liefen und laufen die Mitglieder und Wähler davon. Die Partei, die noch 1998 über 40 Prozent der Stimmen einstecken konnte, hat zur Zeit Mühe, nicht unter die 20-Prozent-Grenze zu rutschen.
    Wenn es so weiter geht, werden selbst die besten Fakten-Finder die SPD bald nicht finden. Immer mehr Wähler rufen der SPD zu „Fake Dich doch selbst!“ - und bleiben zu Hause. Und diese Wahlenthaltung zeigt nicht nur der SPD den Stinkefinger sondern auch all den Medien, die laut „Haltet das Internet“ schreien, aber ihren Konsumenten selbst Tag für Tag mit Fakes die Wahrheit stehlen.

                                                   Uli Gellermann / Rationalgalerie / 11.9.2017


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Öffentlich-Rechtliche Sender
  geben sich selbst zum Abschuss frei

Dass die öffentlich-rechtlichen Sender eine große Errungenschaft und eine
Stütze der demokratischen Willensbildung in der Nachkriegszeit seien, war die feste Überzeugung vieler Medien- und Demokratie-Beobachter in Deutschland. Ich gehörte zu dieser Gruppe und habe als Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt einiges dazu getan, dass die öffentlich-rechtlichen Sender
nicht dem Quotendruck von kommerziellen Sendern ausgesetzt wurden. Das
war so bis zum Regierungswechsel von Schmidt zu Kohl im September 1982. Zwei Jahre später gab es Kommerzfunk in Deutschland – das war das Werk des rührigen Postministers Schwarz-Schilling und des ehrenwerten Bundeskanzlers Helmut Kohl. Das waren teure politische Entscheidungen im ökonomischen
und politischen Interesse der Spezies.
    Es kam wie vorhergesagt: Öffentlich-rechtliche Formate wurden den kom-
merziellen angepasst. Die herrschende Ideologie des Neoliberalismus und auch der Konfrontation mit Russland und die Bewunderung für Kriege zogen in diese Sender ein. Es gibt noch viele gute Sendungen; es gibt noch viele viel bessere Sendungen als im kommerziellen Funk. Aber die Anpassung ist nicht zu über-sehen und der Qualitätsverlust auch.
    Da ist es dann kein Wunder, dass die kommerziellen Sender und ihre Reprä-sentanten in die Offensive gehen. Der Pro 7-SAT 1-Vorstand Conrad Albert verlangte in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 2. Juli 2017 einen Anteil an den Gebühren, die bisher für die öffentlich-rechtlichen Sender alleine bezahlt werden. Das ist schon eine beachtlich freche Forderung. Aber die Hauptmacher der öffentlich-rechtlichen Sender sind mitver-antwortlich für diesen unglaublichen Vorstoß.
    Ein neuer massiver Grund für den Vertrauensverlust in die öffentlich-recht-lichen Sender ist in der vergangenen Woche offenbar geworden. Paul Schreyer
hat recherchiert und einen Artikel über
Die vertraulichen Sprachregelungen der ARD verfasst. Er berichtete am 30. Juni 2017:

„Tagesschau-Redakteure sind beim Formulieren ihrer Texte an interne Richtlinien gebunden, die offenbar auch politische Wertungen vorgeben. Nun äußert sich der Chefredakteur Kai Gniffke dazu.
   Im Rahmen der ARD-Aktion
Sag’s mir ins Gesicht standen kürzlich Redak-teure des Senders den Zuschauern Rede und Antwort. Auch Kai Gniffke, Chefredakteur ARD-aktuell und damit verant-wortlich für Tageschau und Tagesthemen, nahm sich eine Stunde Zeit, um persönlich auf Zuschauer-fragen und Beschwerden zu reagieren. Anlass war die andauernde Welle
der Medienkritik, die auch die ARD weiterhin beschäftigt.
    Im Rahmen dieser Aktion beschwerte sich ein Zuschauer bei Gniffke,
dass in der Ukraine-Berichterstattung rechtsradikale Kämpfer, die offen mit Nazi-Symbolik auftraten, von der ARD verharmlosend als „nationalkonser-vativ“ bezeichnet worden seien. In seiner Antwort widersprach Gniffke
unerwähnte nebenbei die eigenen Sprachregelungs-Richtlinien:
„Ich weiß, dass das ein Punkt ist, der extrem polarisiert und die Emotionen hochgehen lässt. Wir reden über das Asow-Regiment, eine Einheit, die wir
in der Tagesschau ‚ultranationalistisch‘ nennen. (…) Bei der Tagesschau gibt es fast nichts, für das es keine Richtlinie gibt. Und es gibt eine Richtlinie,
die heißt, wir nennen diese Einheit ultranationalistisch“.

 

      So etwas konnte man immer ahnen. Jetzt ist öffentlich geworden,
       so dass wir uns nicht mehr wundern müssen, zum Beispiel
darüber,

  • dass nahezu alle auftretenden Journalistinnen und Journalisten einvernehmlich vom „Machthaber Assad“ sprechen, manchmal auch vom Schlächter; das ist dann die Sprachregelung für die scharfen Journalisten;
  • dass so einvernehmlich und gleichlautend argumentiert wird, Assad sei der Machthaber, der Fassbomben auf die Kinder seines eigenen Volkes werfen lässt.
  • dass in Berichten über kriegerische Auseinandersetzungen in Syrien dann, wenn die syrische Armee und oder die Russen im Spiel sind, stereotyp gesagt wird: „viele Opfer, darunter Frauen und Kinder“
  • dass Trump, Erdogan, Putin immer in einer Reihe zusammengespannt werden – auch dann, wenn einer von Ihnen oder zwei bei dem abgehandelten Themen gar nicht im Spiel sind,
  • dass bei Berichten über Konflikte in der Ost-Ukraine stereotyp die Russen mit eingebaut werden,
  • dass der rechte Flügel der Linkspartei in Deutschland stereotyp „die Reformer“ genannt wird; die progressiven Linken sind im Osten, die reaktionären und die Ideologen im Westen.
  • dass in Berichten über die Linke in Frankreich und deren Anführer das Wort „ultra“ eingebaut wird, ultralinks, ultraradikal,
  • dass Macron und seine Freunde in Europa wie in den USA linksliberal genannt werden.

    Die absolut undemokratische Methode, eine Sprachregelung für die Journalistinnen & Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Bereich der ARD vorzugeben, ist ein symbolisches Zeichen für den Niedergang dieser wichtigen demokratischen Errungenschaften Deutschlands. Ein anderes ist die Bereitschaft zu Kampagnen und die Präsentation von Personen, die man nach aller Erfahrung nicht einmal mit der Zange anfassen dürfte. Unlängst war die Präsen-tation des Professors & Versicherungswirtschafts-Lobbyisten Raffelhüschen durch Claus Kleber vom ZDF als Fachmann der offenkundige Griff ins Klo.
   Damit geben sich die Öffentlich-rechtlichen Sender selbst zum Abschuss frei.
Das ist unverantwortlich, weil sie so eine wichtige demokratische Einrichtung ruinieren. Es ist auch unverantwortlich gegenüber immer noch vorhandenen Kolleginnen und Kollegen, die saubere Arbeit leisten und aufklären.



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         In der „linksalternativen“ Tageszeitung taz:

                         „Corbyn träumt weiter“
  Zitat: "Labour-Chef Jeremy Corbyn tut sich schwer damit, Maduros Politik zu kritisieren. Der Wunsch nach einem funktionierenden Sozialismus scheint zu groß. (…) Der bis vor Kurzem als linker Kauz verschriene Politiker, den seine Partei 2016 noch loswerden wollte, steht schon seit einiger Zeit auf der ganz großen politischen Bühne. Und damit bekommen auch seine Worte mehr Gewicht. Ganz zum Leid seiner Partei. Denn wie gut Corbyn auch in den Umfragewerten dastehen mag, er bleibt immer noch Corbyn: Das sieht man aktuell vor allem beim Thema Venezuela. …
  Während man eine solche Entwicklung in anderen Ländern – Beispiel Türkei – sofort mit einer Verwandlung in eine Diktatur gleichsetzt, schafft es Corbyn anscheinend nicht, diese Tatsache mit seinem Traum vom funktionierenden Sozialismus in Einklang zu bringen.
   Ob das nun daran liegt, dass er ein Problem damit hat, seinen eigenen Worten aus
der Vergangenheit zu widersprechen, oder damit, dass er tatsächlich nicht sieht oder sehen will, was da gerade in Venezuela passiert, ist im Endeffekt egal. So oder so ist
ein derartiges Abstreiten der Realität für einen Mann in seiner Position untragbar. 
    Vielleicht gehört er einfach doch eher an den politischen Rand – oder schlichtweg
in die Vergangenheit."
                                                                                             Quelle:
taz - 8.8.2017

        Anmerkung:
    Einmal mehr betreibt die taz das Gegenteil von kenntnisreicher, differenzierter Berichterstattung. Als Meinungsbeitrag wäre der Artikel von taz-Autorin Pola Kapuste unqualifiziert und polemisch. Als Bericht strotzt er von Ignoranz und Hetze: Nichts über Hintergründe der Konflikte in Venezuela wie über Ziele und Interessen der Beteiligten (einschließlich USA). Dafür eine Menge Desinformation über Labour und Corbyn. Dumme, hetzerische Meinungsmache.
 


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                                                                                                                17.7.2017

                   Heia Safari!

         So geht Kriegsmanagement. Über das Zusammenspiel
                    von Militärpolitik und 'Qualitätspresse'

    Da wuchtet er die Munitionskiste aus dem Transportflugzeug der Bundeswehr in
Mali, der Eingeborene. Zwar steuerten die weißen Herren die Transall auf dem Foto der „Bundesakademie für Sicherheitspolitik“. Doch jetzt heißt es „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Die Lasten und die tödlichen Risiken sollen die Farbigen schon selbst tragen. So stellt sich auf der Website der „Bundesakademie“ der fröhliche Krieg in anderen Ländern dar. Der Präsident des grauen, vom Kriegsministerium finanzierten Ladens, der Schattenmann Karl-Heinz Kamp, durfte jüngst in der SÜDDEUTSCHEN sein Credo verkünden:
      „Der Export von Stabilität … durch militärisches Krisenmanagement“.

Millionen Euro stecken Steuerzahler unfreiwillig in eine Akademie, die zur Einfluss-Propaganda „mit klassischer Pressearbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Internetredaktion, Sozialen Medien und Bürgerdialogen“ dienen soll. Auch deshalb verweist ihr Präsident
in seinem SZ-Artikel auf „Russlands ständige Propagandaoffensive“. Und weil er auch eine durch nichts belegte „russische Aggression in Europa“ behauptet, fordert er barsch „erhebliche Mittel“ zur Aufrüstung, die „nicht dem Wahlkampfgetöse zum Opfer fallen dürfen.“

   Man muss ihn übersetzen, diesen Karl-Heinz Kamp, aus dem Bürokratischen ins Deutsche: „Export von Stabilität“ ist die gelackte Version von Kriegsexport. „Krisen-management“ ist der schöngefärbte Tarnanzug für Kriegsplanung. Und „Wahlkampf-getöse“ ist nur ein Synonym für das lästige Parlament und dessen demokratisches Gedöns. Da will einer Krieg und Kriegsvorbereitungen dringend besser finanziert haben: 
„Die Forderung, Europa müsse mehr Geld für die eigene Verteidigung ausgeben,
    hat nichts mit Rüstungswettläufen zu tun.“

Womit der Tarn-Sprech zu tun hat, wird erkennbar, wenn man sich die Kommando-Struktur der bizarren Akademie anschaut: Sie ist direkt dem „Bundessicherheitsrat“ unterstellt. Das ist jenes Gremium, das am Bundeskanzleramt dranhängt wie der Blind-darm am Dickdarm und genauso schnell entzündet ist. Angeblich zur Kontrolle des Rüstungs-Exports gedacht, hat es sich längst zum Rat für die Rüstungs-Wirtschaftsför-derung entwickelt: Gerade erst, kurz vor einem heißen Krieg rund um Katar, winkt der Deutsche Rüstungsrat den Export von vier Patrouillenbooten und 110 Schwerlastkraft-wagen der Firma „Rheinmetall MAN Military Vehicles“ nach Saudi Arabien durch.
Denn die Saudis sind gute Kunden der deutschen Rüstungsindustrie, ihr Einkauf dient sicher nur der Demokratie und der Befreiung der arabischen Frauen und ihr "Verteidi-gungs"minister, Mohammed bin Salman, ist jener orientalische Märchenprinz, der eben dabei ist, die jemenitische Bevölkerung in ihrem eigenen Blut zu ersäufen.

    Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG – die den verlogenen Text des Herrn Karl-Heinz
von der Bundeskriegsakademie ohne kritischen Kommentar und ohne Anreicherung durch Fakten veröffentlichte – schmückte sich jüngst mit der Schlagzeile:
„Deutsch-französischer Ministerrat - Berlin und Paris wollen gemeinsam Kampfjet entwickeln“. Hallelujah! Es geht um jene Sorte Militärflugzeug, die zur Landesvertei-digung nichts beitragen, aber mit ihrer 4.000-km-Reichweite jederzeit weit entfernte Länder zerstören kann. Na, wenn das nicht jene Variante deutsch-französischer Freund-schaft ist wie sie gerade in Mali exerziert und so schön bildhaft auf der Website der „Bundesakademie für Sicherheitspolitik“ illustriert wird: Wie die Deutschen den Einge-borenen in einer alten französischen Kolonie das Munitionstragen beibringen. „Es klingt wie ein Halali: Heia, heia, Safari“, ist im Liederbuch der Fallschirmjäger notiert. Dafür kämpft die freie Presse eines freien Landes! Während der Russe, auch das wissen wir aus der SÜDDEUTSCHEN, natürlich nur Propaganda macht.

                                                                                                      Uli Gellermann


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          SPIEGEL-Hetze
                      Eine Kolumne von Oskar Lafontaine

   Unter der Überschrift „Von Moskau lernen“ versucht DER SPIEGEL,
Die Linke als verlängerten Arm Putins in der Bundesrepublik darzustellen.
Und das geht so:

   „Erst wurden mit überwältigender Mehrheit alle Parteitagsanträge abgeschmettert, die Russland in eine Reihe mit diktatorischen Regimen wie Saudi-Arabien oder Iran stellen wollten.“
   Na sowas. Aber vielleicht weiß auch DER SPIEGEL, dass in Russland die Menschen nicht geköpft oder ausgepeitscht werden und die Frauen Autofahren dürfen. Und dass Russland wie der Iran ein theokratisch-autoritäres Regime mit der Herrschaft der orthodoxen Kirche wäre, ist bisher auch noch niemandem aufgefallen.
     Über einen Redebeitrag von Hans Modrow schreibt DER SPIEGEL:
„Putins PR-Arbeiter hätten das nicht besser formulieren können“. Hatte
Modrow es doch gewagt zu sagen:
„Die Nato und die EU betreiben seit Jahren die Einkreisung Russlands… Sanktionen, Manöver und die Stationierung westlicher Truppen verletzen Moskaus sicherheitspolitische Interessen.“
    Vielleicht glaubt man in der „Spiegel“-Redaktion, Putin habe Truppen an
der mexikanischen oder kanadischen Grenze der USA stationiert? Sollte man dort tatsächlich nicht mitbekommen haben, dass erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg deutsche und Nato-Truppen an Russlands Grenze stationiert wurden?

    „Es war wie in jenen alten Tages des SED-Regimes, als die Sowjetunion noch ein sozialistisches Brudervolk war“, heißt es weiter. Dazu fällt einem ein: Es ist wie in jenen frühen Spiegel-Tagen, da beim „Spiegel“ ehemalige Nazi-Größen als Redakteure die Gräueltaten des Kommunismus geißelten.
     „Die neue alte Freundschaft mit den Machthabern im Kreml… führt
die Partei in die Isolation“
, weiß der „Spiegel“. von Kronzeugen: Der SPD-General Hubertus Heil und die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckhardt
     Man erinnert sich mit Wehmut daran, wie „Spiegel“-Herausgeber Rudolf Augstein die Ost- und Entspannungspolitik Willy Brandts unterstützte. Die heutige Redaktion huldigt dem Neoliberalismus. Sie gehört zu den größten Scharfmachern, wenn es darum geht, gegen Moskau und Putin zu hetzen.
     Vor einiger Zeit sagte Michail Gorbatshov: „Vom Kalten Krieg geht die NATO zu den Vorbereitungen für einen heißen Krieg über. Sie sprechen nur über Verteidigung, aber im Grunde treffen sie Vorbereitungen für Angriffs-handlungen.“
     Vielleicht sollte die „Spiegel“-Redaktion, um wieder auf der Höhe der
Zeit zu sein, mit Gorbatshov mal ein Spiegel-Gespräch führen.


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Seriös die Tatsachen verdrehen

    tagesschau.de praktiziert die Kunst der Meinungsmanipulation
Die ARD liefert im Frühling 2017 wieder Paradebeispiele dafür, wie Mainstreammedien durch Auswahl und Interpretation von Nachrichten manipulieren. So informierte die sich seriös gebende Website tagesschau.de am 1. Mai zunächst korrekt über die Erhöhung des Mindestlohnes in Venezuela. Mit der Überschrift »Wohltaten gegen die Wut« suggerierte sie zugleich, dass dies ein Trick des »politisch angeschlagenen« Präsidenten Nicolás Maduro gewesen sei. Über die tatsächlichen Hintergründe und die Drahtzieher der zuneh-menden Gewalt in dem südamerikanischen Land erfährt man nichts. Mit keinem Wort wird erwähnt, dass dieselben ultrarechten Oppositionspolitiker seit 15 Jahren versuchen, Regierungen und Präsidenten per Putsch zu beseitigen.
    Auch der russische Präsident Wladimir Putin wurde wieder mies gemacht. So ver-breitete die »Tagesschau«-Website: »Festnahmen in Russland: Wir haben ihn satt – Demo gegen Putin«. Tatsächlich, so hieß es dann im Bericht, hatten lediglich »mehrere Hundert Demonstranten« in Moskau, St. Petersburg und Tula gegen Putin protestiert und ihn aufgefordert, bei den Präsidentschaftswahlen im März 2018 nicht wieder anzutreten. Im Lauftext gesteht man ein, dass dessen Kandidatur »angesichts der hohen Werte bei Umfragen« zu seiner Popularität »erwartet« werde.
    Am selben Tag berichtete tagesschau.de über den Generalstreik in Brasilien. Dort hatten nicht »mehrere Hundert« wie in Russland, sondern zwischen 35 und 40 Millionen Menschen gegen den amtieren Machthaber Michel Temer und dessen neoliberale Politik demonstriert. Temer wurde – anders als Putin – nicht durch Wahlen, sondern durch einen parlamentarischen Staatsstreich zum Präsidenten des Landes. Mit keinem Wort erwähnt tagesschau.de in einem Bericht mit dem Titel »Die große Wut«, dass Putschist Temer und dessen Hintermänner die gewählte Präsidentin Dilma Rousseff stürzten und seitdem mit Gewalt gegen jeden Protest vorgehen. Die ARD-Macher haben eine andere Erklärung für den Generalstreik und schrieben euphemistisch: »Die Bürger in Brasilien sind wütend und enttäuscht von ihrer Regierung.«
    Bei so viel Verständnis für rechte Machthaber ist ein Kommentar auf tagesschau.de zum Besuch von Angela Merkel im kriegführenden Folterstaat Saudi-Arabien nur konsequent. Das Land, so ließ sich die Tagesschau vernehmen, sei »viel besser als sein Ruf«. Das habe »auch die Kanzlerin bemerkt«.
                  Bernd Oelsner / 4.5.2017


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                        Oliver Stone? Wer ist das?

    Wie Doktor Gniffke mal über Film belehrt wurde

         von Uli Gellermann                                                                      30. März 2017

  Vorzimmer des Chefs von ARD-aktuell: „Herr Dr. Gniffke, Herr Dr. Gniffke, haben Sie mitbekommen, wie Oliver Stone die Meryl Streep jüngst gekontert hat, Wahnsinn!“ - Dr. Gniffke: „Stone, Stone.Oliver Stone, wer ist das schon?“ - Vorzimmer: „Na immerhin hat er, mit „Platoon“ und „Geboren am 4. Juli“ wohl die berühmtesten Filme gegen den Vietnamkrieg gemacht!“ - Gniffke: „Also Kommunist, ja?“ - Vorzimmer: „Aber Herr Doktor, von ihm ist auch der wich-tigste Film über den Kennedy-Mord, „JFK – Tatort Dallas“ - Gniffke: „Also auch noch Verschwörungstheoretiker, ja ?! - Vorzimmer: „Und Sie sollten auf keinen Fall den total klugen Film über „Snowden“ vergessen!“ Gniffke: „Snowden?, den unsere Freunde gern verhaften würden? Ich soll also in der TAGESSCHAU eine miese Äußerung von einem kommunistischen, verräterischen Verschwö-rungstheoretiker über unsere Freundin Hillary Clinton bringen? Ihr habt sie wohl nicht alle!“

                Programmbeschwerde
         Manipulation per Verschweigen - Oliver Stone / US-Kriege
    Sehr geehrte NDR Rundfunkräte,
Sie werden sich erinnern: Als knapp zwei Wochen vor dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Trump die Schauspielerin Meryl Streep bei der Verlei-hung der Golden Globes für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde, nutzte sie die Gelegenheit für eine massive Kritik am Wahlsieger Trump. ARD-aktuell informierte darüber am 9.01.17 breit in allen seinen Formaten. Unter anderem berichtete die Tagesschau über Streeps „[...] flammenden Aufruf für Toleranz und Vielfalt. Sie zählte die Herkunftsländer der Nominierten und sozialen Schichten ihrer Familien auf - in Hollywood wimmle es nur so von Ausländern und Außenseitern. Wenn man sie vertriebe, gäbe es am Ende nur noch Football und Kampfsportkunst zu sehen - und das sei keine Kunst. Die wohl beste Schau-spielerin ihrer Generation erwähnte Trump nicht mit Namen, aber sie erinnerte, wie er bei einer Wahl- kampfveranstaltung einen Menschen mit Behinderung nachgeäfft hatte."
  "Wenn die Mächtigen ihre Stellung ausnutzen, um andere fertig zu machen, verlieren   alle, sagte sie. [...]“
    Quellen u.a.:
       http://www.tagesschau.de/kultur/golden-globe-113.html
       http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-248289.html

  Als sechs Wochen später, am 19.02.17, der Regisseur und Dramaturg Oliver Stone, dreifacher Oscar- und fünffacher Golden-Globe-Gewinner, mit dem Writers Guild Award, dem Schriftstellerpreis geehrt wurde, sagte er in seiner Dankesrede: „Es ist ja heute modisch, Republikaner & Trump anzugreifen und die Obamas & Clintons zu schonen. Aber denken Sie an die 13 Kriege, die wir in den letzten 30 Jahre begonnen haben und die 14 Billionen Dollar, die wir ausgegeben haben, und die Hunderttausende, die ihr Leben verloren haben. Nicht ein Führer war dafür verantwortlich, sondern ein System, Republikaner und Demokraten. Es ist ein System, das unter dem Deckmantel fortgeführt wird, dies seien gerechte Kriege, gerechtfertigt im Namen unserer Flagge. [...] Wir wissen, wir haben in mehr als 100 Ländern eingegriffen. Es ist Krieg in verschiedener Form. Am Ende ein System, das zum Tod dieses Planeten und der Auslöschung von uns allen führt. [...].“
      https://www.youtube.com/watch?v=nBKiqhJpDQk
      https://www.theguardian.com/film/2017/feb/20/moonlight-arrival-writers-guild-
      of-america-awards-barry-jenkins-eric-heisserer

An Stones Rede erinnern Sie sich nicht? Natürlich nicht. ARD-aktuell hat genau darüber ja auch mit keinem Wort berichtet.
  Fragen Sie sich bitte selbst (und dann den verantwortlichen ARD-aktuell-Chefredakteur), warum die wichtigste TV-Nachrichten-Institution der Republik zwar die (sehr berechtigte) Kritik der weltbekannten Schauspielerin Streep am US-Präsidenten referierte, nicht aber, dass der ebenso weltbekannte Regisseur und Dramaturg Stone die USA (vollkommen  zutreffend) als global virulente Kriegspest beschreibt.
  Wir sehen auch in hier aufgezeigten unterschiedlichen Behandlung zweier US-Promi-Auftritte ein Beispiel für die Schlagseite und den transatlantischen Konformismus der Nachrichten fürs Erste Deutsche Fernsehen. Eine Verletzung des Programmauftrags und der Programmrichtlinien. Es steht zwar zu vermu-ten, dass Sie und der Chefredakteur selbst diese miese Nummer – wie all die anderen zuvor – für journalistisch vertretbar = staatsvertragskonform erklären. Wir möchten das aber zu dokumentarischen Zwecken trotzdem gern schriftlich von Ihnen bekommen.

                                            gez. Volker Bräutigam / Friedhelm Klinkhammer

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        Das Letzte -
DIE ZEIT unter Joffe & di Lorenzo:
   Vorbeugung gegen Wahlmanipulation aus Moskau
     Zitat Simon Vaut:
"Die vielschichtige russische Einflussnahme auf die Bundestagswahl ist bereits in vollem Gange. Sieben Schritte, um den Schaden für die Demokratie zu begrenzen (…) Drittens sollten sich die Parteien ihre inhaltliche Schwerpunktsetzung im Wahlkampf nicht durch russische Desinformation und Einmischung verzerren lassen. Zwar werden sich interna-tionale Fragen, Russland eingeschlossen, nicht vollständig ausblenden lassen, aber der Akzent sollte auf innenpolitischen und innergesellschaftli- chen Fragen liegen. Soziale Gerechtigkeit, Innere Sicherheit, Integration, Bildung und Infrastruktur sind die vorran-gigen Bedürfnisse der Wähler und Kernkompetenzen der demokratischen Parteien. Letztere sollten sich entsprechend auf diese Inhalte konzentrieren."                                                                                                            Quelle: ZEIT Online – 15. Februar 2017
   (Simon Vaut ist Redenschreiber im Auswärtigen Amt. Er war Referent der SPD-Bundestagsfraktion
 in deren Verbindungsbüro zur EU in Brüssel. Für die Friedrich-Ebert-Stiftung trainiert er politische
 Aktivisten in Ländern wie Afghanistan, Simbabwe und dem Kosovo. Als Vorstandsmitglied des Vereins
 Global Bridges ist er an Delegationsreisen unter anderem in den Iran, Irak und nach Israel beteiligt).

  Anmerkung 1:
Parteien sollen also im Wahlkampf auf außenpolitische Themen lieber verzichten,
weil das bloß Moskau nützt? Grotesker geht es wohl kaum.
  Anmerkung 2:
Belastbare Belege für die aberwitzigen Behauptungen werden selbstverständlich
nicht geliefert. Aber am besten gleich nachschauen ob der Russe nicht bereits unter
dem Bett liegt. Man fühlt sich in die 1950er Jahre zurückversetzt. Das Irre dabei: Die Redaktion der
Zeit meint das absolut ernst. Man wird immer wieder überrascht, dass
der „Qualitätsjournalismus“ in Deutschland immer noch tiefer sinken kann. Nein,
es ist erschütternd zu sehen, wie ein einst renommiertes und kritisches Blatt zu einem reinen Propagandaorgan der transatlantisch orientierten Eliten herabgesunken ist.
Joffe hat ganze Arbeit geleistet.
  Anmerkung Albrecht Müller:
In der Tat das vorläufig Allerletzte. Bemerkenswert, dass der eine Autor Redenschreiber im Aus wärtigen Amt war und für die SPD-nahe Friedrich Ebert Stiftung tätig ist. Das lässt alles tief blicken. Entweder hatte der frühere Außenminister Steinmeier keine Vorstellung davon, welche Grundlinie ein Redenschreiber verfolgen sollte, oder er teilte dessen Vorstellungen. Umso schlimmer.



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         Oskar Lafontaine, veröffentlicht auf den NachDenkSeiten
       zu dem Seite 3-Feature über Sahra Wagenknecht aus den Tasten der notorischen
 Gauck- & Merkel-Hofschleimerin C. von Bullion kürzlich im Qu.-Weltblatt Süddeutsche


     Süddeutsche Zeitung:  Niederträchtiger Journalismus
In einem „Portrait“ über Sahra Wagenknecht liefert die Journalistin Constanze von Bullion ein Beispiel für niederträchtigen Journalismus. Um Sahra Wagenknecht in die Nähe der AfD zu rücken, ist ihr jedes Mittel recht. Auf Seite 3, der legendären Feature-Seite der Süddeutschen Zeitung, schreibt sie:
    „Trump? Will halt Autobahnen bauen, das sei ja nicht verkehrt, wenn es Jobs schaffe,
  sagt Wagenknecht zum Beispiel, wenn sie gefragt wird, warum sie den neuen US Präsi- 
  denten lobt.“

    Man versteht: Hitler hat ja auch Autobahnen gebaut. Und Wagenknecht, das
will Bullion den Lesern suggerieren, benutzt dasselbe Argumentationsmuster, das unverbesserliche Nazis nach dem Krieg benutzten.
    In Wahrheit hatte Sahra Wagenknecht im Deutschen Bundestag mit Bezug auf Trump erklärt: „Denn immerhin hat der Mann begriffen, dass staatliche Industriepolitik besser ist als billige Dienstleistungsjobs, und dass gegen Krise und marode Infrastruktur nicht Kürzungspolitik hilft, sondern ein großangelegtes öffentliches Investitionsprogramm.“ Von Autobahnen war nicht die Rede.
    Um eine Nähe Wagenknechts zur AfD zu belegen, muss auch ihr Ehemann herhalten: „Sie heiratete den Ex-Parteichef Oskar Lafontaine, einen ehemaligen Jesuitenschüler, der mal erzählte, ein nationalsozialistischer Lehrer habe ihn geprägt.“
    Abgesehen davon, dass Oskar Lafontaine nie Jesuitenschüler war, lautet das Originalzitat eines Buches, auf das sich die SZ-Schreiberin bezieht:
„Er (gemeint ist Lafontaines Physiklehrer, der wie viele andere Lehrer Mitglied der NSDAP gewesen war) war in den neun Schuljahren eine prägende Figur für mich. Er war mitverantwortlich für meine Entscheidung, Physik  zu studieren. Ohne seinen Einfluss hätte ich auch Sprachen oder Jura machen können.“
    Eine nationalsozialistische Algebra oder NS-Einstein-Formel existieren nur in
der offenbar kranken Phantasie der Constanze von Bullion. Diese Journalistin, die
als SZ-Korrespondentin in Berlin mit großem Eifer die Linke in der LINKEN bekämpft, liefert hier ein besonderes Beispiel für niederträchtigen Journalismus,
der jeden Anstand vermissen lässt.


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Die AfD und unsere Medien:
Ziemlich beste Freunde

    Ein ganz normaler Zeitungsmorgen in Deutschland 2017: Die taz und SPON stellen sich Fragen über die Polizeikontrollen von Nordafrikanern auf der Kölner Neujahrsfeier, die WELT berichtet prominent über ein deutsch-österreichisches Innenministertreffen zu künftigen Grenzkontrollen, in der Süddeutschen geht es mal wieder um Obergrenzen und in der FAZ um „Neukontrollen der Flüchtlinge“. All diese Meldungen haben sicher ihre Daseinsberechtigung. Wenn wir aber nur noch über Flüchtlinge, Integration und Terror debattieren, müssen wir uns auch nicht wundern, wenn diese Themen im Herbst wahl- entscheidend werden. Schlimmer noch: Die komplette Sozialpolitik, die Rente, die Arbeitslosigkeit, Krieg und Frieden, Euro- und Finanzkrise, Demokratiedefizite, Lobby- ismus und volkswirtschaftliche Torheiten – all diese Themen bleiben mal wieder auf der Strecke und werden daher voraussichtlich auch im Wahlkampf keine große Rolle spielen. Es wirkt fast so, als haben es die Medien mit der Wahl ihrer Schwerpunktthemen darauf abgesehen, die AfD zu stärken. Das nennt man wohl heutzutage Win-Win-Situation.
     Wie kommt ein Bewohner der sächsischen Provinz eigentlich darauf, Angst
vor der Islamisierung Deutschlands zu haben? Die Antwort ist ebenso banal wie verstörend: Die Angst ist eine Folge der medialen Berichterstattung. Ein Debatten-rückblick belegt es:

     Welche Themen beherrschten das Jahr 2016? Zunächst ging es wochenlang
um „Köln“ und die Integration von Flüchtlingen aus dem arabischen und nordafrika-nischen Raum. Dann waren die „Balkanroute“ und der „Flüchtlingsdeal mit Erdogan“ wochenlang bestimmende Themen. Im Juni kam der Terrorismus zurück. Zuerst gab es den Anschlag von Orlando, dann Nizza, Würzburg, München und Ansbach. Der Sommer stand im Zeichen des – mal mehr, mal weniger – islamistischen Terrors. Kaum kam der Herbst, debattierte Deutschland über ein Burka-Verbot. Dann ging es um die Wahlen in den USA, die hierzulande vor allem unter dem Gesichts- punkt „Siegeszug des (Rechts)Populismus“ betrachtet wurden. Im Dezember debattierten wir dann ausführlich darüber, ob die Medien bei einem Mordfall in Freiburg darüber berichten „dürfen“, dass der Täter ein Flüchtling aus Afghanistan sei, Und kurz vor Weihnachten kam es zum brutalen Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt, der das Jahresende medial bestimmte. Das neue Jahr beginnt wieder mit „Köln“. Alle diese Themen sind wichtig; über sie darf und sollte man auch kontrovers diskutieren. Aber wenn die komplette mediale Agenda so gut wie ausschließlich von diesen Themen bestimmt wird, ist dies ein Hauptgewinn vor allem für die AfD.

     Kaum anders sah es 2016 in den „großen Talkshows“ auf ARD und ZDF aus. Von insgesamt 109 Sendungen der Will, Plasberg, Maischberger & Illner aus dem letzten Jahr, oberflächlich in den Mediatheken gesichtet, hatten nur zehn Sendungen ein sozialpoliti- sches Thema (inkl. Rente), und in nur drei Sendungen ging es explizit um finanz- bzw. wirtschaftspolitische Themen, zweimal unter der Botschaft „Wir haben zu niedrige Zinsen“. Außenpolitische Themen wie auch Krieg und Frieden waren insgesamt nur siebenmal Thema in den Talkrunden. Zwölfmal ging es hingegen um Trump und den Brexit, zehnmal um Terrorismus, achtmal um die AfD bzw. den Rechtsruck in Europa – und stolze 26 Mal um Einwanderung und Flüchtlinge. Weitere fünfzehnmal wurde unter Schlagworten wie „Wut, Werte, Wahrheit“ ein kulturpessimistischer Blick auf unsere Gesellschaft geworfen. Ganze zehnmal ging es übrigens um die Kanzlerin selbst.
     Zusammengefasst: In weniger als fünfzehn Prozent aller Talkshows des letzten Jahres wurden sozialpolitische Probleme, Lobbyismus, Privatisierung, Arbeits-losigkeit oder die Rente thematisiert. Dafür wurde in fast jeder zweiten Talkshow das eigentlich nicht zusammengehörende aber dennoch immer wieder miteinander vermischte Potpourri „Islam, Terror, Flüchtlinge, Integration“ thematisiert.
     Müssen wir uns da ernsthaft wundern, dass unsere Ost-Landsleute eigene Probleme mit Zuwanderung verbinden und Angst vor einer Islamisierung Deutschlands haben? Müssen wir uns darüber wundern, dass sie bei Wahlen sein Kreuz bei der AfD oder noch weiter rechts machen?
     Ein Gedankenspiel. Was wäre, wenn Deutschland 2016 derart intensiv über zu niedrige Renten, prekäre Jobs, schlechte Löhne und andere negative Folgen der neoliberalen Politik debattiert hätte? Vermutlich läge dann die Linkspartei in Umfragen vor der SPD, und die beiden ehemaligen Volksparteien würden darum wetteifern, wer von ihnen „linker“ ist. Unser Ost-Landsmann würde nicht Flüchtlinge, sondern Banker, Lobbyisten und neoliberale Mietmäuler für seine prekäre Lage verantwortlich machen, und in Dresden würden die Menschen allmontaglich für eine gerechtere Vermögens-verteilung und echte Chancengleicht demonstrieren. Ist das zu naiv?
     Wollte man einem etablierten „Qualitätsjournalisten“ vorhalten, er sei es doch, der durch seine Kampagnen zumindest mitverantwortlich für den Erfolg der AfD sei, würde er wohl pikiert die Augenbrauen verziehen und sagen: Es sei eben die Aufgabe von Journalisten, über Themen zu berichten, die „die Menschen“ nun mal interessieren. Da stellt sich dann die Frage nach Henne oder Ei. Berichten die Medien massiv für dieses AfD- Themen-potpurri, weil es die Menschen so interessiert? Oder interessieren diese Themen derart, weil permanent darüber berichtet und getalkt wird?
     "Die Menschen" sind mit der Politik unzufrieden und wissen nicht so recht wohin
mit ihrer Unzufriedenheit. Die Renten reichen oft nicht, die Löhne sind zu gering, die Jobsituation ist mies, und die Eliten haben kein Ohr für die Probleme der Straße. Gleichzeitig wird in Zeitungen und Talkshows tagein-tagaus Angst vor Zuwanderung, Islam und allem Fremden gemacht. Es ist fatal: Weil die Verantwortlichen im Medien-apparat offenbar konstant „linke“ Themen scheuen, übertreffen sie sich gegenseitig mit ihren Schwerpunktsetzungen – und leisten so thematische Schützenhilfe für die AfD.
Und dann fragt man sich scheinheilig, wer denn nun für die Erfolge der AfD verantwort- lich ist, und findet als Antwort: Facebook, „Fake-News“, RT Deutsch, KenFM.
Von Selbstkritik keine Spur.

                                                                                           Jens Berger / NDS 1-2017


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             2. Januar 2017 – PS Wordpress

      Wenn man Doppelmoral messen könnte

Es wäre eine interessante Frage, wie man Doppelmoral auf ihre kleinste Einheit eichen könnte, wenn sie denn in MSM gemessen würde. Wenn ARD & und ZDF von „Fake News“ schwadronieren, die eine Gefahr für die „Demokratie“ darstellen, dann sind wir zweifellos im oberen Bereich einer Skala, deren Werte sich vermutlich reziprok proportional zur Intelligenz und Seriösität der Protagonisten verhalten.

31.12.2016 John McCain und Lindsey Graham besuchen militärischen Außenposten in der Ukraine

Ein Beispiel, das uns nicht nur die „Seriösität“ der Mainstreamjournaille vor Augen führt, sondern am Verstand der sogenannten Journalisten ernsthafte Zweifel aufkommen lässt, sind die aktuellen Vorwürfe aus den USA, Russland hätte sich mittels gehackter eMails
in den US-Präsidentschaftswahlkampf eingemischt. Mal abgesehen davon, dass die Ver- leumder einmal mehr keinerlei Beweise vorlegen können, ist das angesichts der Einmi-schung der USA in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten, an Verlogenheit und Doppelmoral kaum zu überbieten.
    Man kann die Fülle der Einmischungen, Erpressungen, Umstürze, Destabilisierungen, Mord- und Terroranschläge (Stichwort: Gladio) und Kriege, mit denen die USA in den vergangenen Jahren in aller Welt gewütet haben, nicht ansatzweise aufzählen. Und dabei sind nicht einmal annährend alle Formen der Einmischung aufgezählt, von denen so einige vermutlich auch niemals ans Licht kommen werden. Wenn sich also US-Politiker, zumal psychotische Verbrecher wie John McCain, ohne jeden Beweis empören, dass russische Hacker kriminelle Machenschaften der US-amerikanischen „Demokraten“ gehackt und veröffentlicht hätten, dann ist das in Sachen Doppelmoral fraglos am oberen Ende der Skala.
    Dass die „Journalisten“ der westlichen Mainstreammedien diese exorbitante Doppel- moral und Verlogenheit mit keinem Wort thematisieren, sondern die hanebüchenen Vorwürfe übernehmen oder sich gar zu eigen machen, ist ein weiterer Beleg dafür, mit was für einer moralisch verkommenem und intellektuell verrotteten Spezies wir es in Staats- und Konzernmedien zu tun haben.
    Ein besonders frappierendes Beispiel für diese Zustände in ARD und ZDF lieferte das Echo des Tages auf WDR und NDR. Dort schafften es „öffentlich-rechtliche“ Halodris binnen weniger Minuten, zunächst Russland eine propagandistische Ausschlachtung der Heimkehr der ausgewiesenen Diplomaten anzudichten und im nächsten Moment einen Besuch der US-Senatoren John McCain und Lindsey Graham bei ihren Soldaten in der Ukraine (!) als das Normalste von der Welt darzustellen.
    Falls es jemand verpasst hat: Es waren die USA und die EU, die über Jahre und mit Milliarden Dollar in der Ukraine gewühlt und destabilisierten, bis sie 2014 mit einem gewaltsamen Putsch den rechtmäßigen Präsidenten außer Landes trieben und dann den Donbass mit Krieg überzogen, weil dessen Bewohner diesen Putsch nicht hinnehmen wollten. Die gleichen Psychopathen, McCain und Graham, die das rotzfreche und verlogene Mundwerk am lautesten aufreißen, wenn es darum geht, eine russische Ein- mischung in die inneren Angelegenheiten der USA in die Welt zu behaupten, besuchen also ihre Marionettenregierung und Söldner in der Ukraine und deutsche „Journalisten“ wie Hermann Krause bemerken an alldem keinerlei Widersprüchlichkeiten.

Udo Schmitt: „Heute am frühen Morgen sind die 35 aus den USA ausgewiesenen Diplomaten in Moskau eingetroffen. Damit setzt sich die Auseinandersetzung um die vermeintlichen Angriffe russischer Hacker im US-Wahlkampf als Propagandaschlacht fort. In Moskau wurde die Ankunft der Diplomatenfamilien für mediengerechte Auftritte genutzt.“
Hermann Krause: „So macht man positive Nachrichten! Wladimir Putin hat den Auftrag erteilt, die Kinder der US-Diplomaten in den Kreml zum Neujahrsfest einzuladen. Und er lädt natürlich auch die Kinder der russischen Diplomaten ein, die jetzt die USA verlassen müssen. Während des Flugs aus den USA hat der Chefpilot diese Einladung weitergegeben, meldet die Sprecherin des russischen Fernsehens. Als Reaktion auf ver- mutete Hackerangriffe aus den USA hatte Präsident Obama neue Sanktionen verhängt. Davoin betroffen: der russische Auslands- und Inlandsgeheimdienst, aber auch 39 russische Diplomaten mit ihren Familien. Sie mussten innerhalb von zwei Tagen die USA verlassen. Der Reporter des russischen fernsehkanals Rossiya24 berichtete quasi Live vom Flughafen. Genau um 2Uhr und 5Minuten heute Morgen landete auf dem Flughafen in Moskau eine von der russischen Regierung bereitgestellte Iljuschin; an Bord ca. 100 russische Bürger. Sie mussten im Laufe von 72 Stunden die USA verlassen. Ausgiebig gezeigt wurde dann, wie Kinderwagen nach der Landung auf dem Rollfeld ausgeladen werden. Nach Darstellung des Reporters hätten fast alle Diplomatenfamilien kleine Kinder. Diese standen dann auch etwas übermüdet neben den Koffern. Präsident Putin hatte seinerseits auf die übliche reaktion, nämlich auch US-Diplomaten auszuweisen, verzichtet und dafür viel Lob erhalten. Seit Tagen wird deshalb auch die Reaktion Donald Trumps im russischen Fernsehen wiederholt. ‚Das ist ein sehr gutes Vorgehen Putins. Ich habe immer gewusst, dass er ein sehr kluger Mensch ist.‘ Diskutiert wird in Russland derzeit die Frage, ob Trump in der Lage sein wird, die Sanktionen gegen Russland aufzuheben…
Hinzu kommt, dass John McCain, Senator von Arizona und einer der einflussreichsten Außenpolitiker der Republikaner über Neujahr wieder einmal in der Ukraine war. Zusammen mit Lindsey Graham, dem Senator von South Carolina besuchte McCain den ukrainischen Präsidenten Poroschenko in Kiew. Gemeinsam traf man sich mit ukrainischen Militärs. Beide US-Senatoren treten für eine harte Haltung gegenüber Russland ein und sind für weitere Sanktionen. Mit der Annektion der Krim und dem Eindringen russischer Streitkräfte in die Ostukraine würde sich seine Partei, so der Republikaner McCain, niemals abfinden.“

     Ist das infam – oder ist das schon irre? McCain steht in der Ukraine, wo er und seine Helfershelfer einen militanten Putsch organisiert haben und nun einen Krieg betreiben – und er empört sich über herbeifantasierte russische Einmischung in den US-Wahlkampf! Wenn das nicht die Spitze der Doppelmoral ist, dann sollte man den Begriff aus dem Duden streichen. Und dass sich öffentlich-rechtliche Witzfiguren wie Krause und Schmitt nicht zu schade sind, derartigen Irrsinn als das Normalste von der Welt zu verkaufen und dann auch noch von „russischer Propaganda“ zu schwadronieren, das schlägt dem Fass den Boden aus. Willkommen in 2017! Willkommen im Irrenhaus westlicher MSM.

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    Putin bedroht die freie Welt!
                  von Ulrich Gellermann (Rationalgalerie / 10.1.2017)
      „US-Geheimdienste: Putin ordnete Hackerangriffe an“, kotzt uns die SÜDDEUTSCHE auf den Medientisch. Die lächerlich neutrale Schweiz kotzt mit: „Putin lancierte Attacken auf US-Wahl“, verbreiten Schweizer Radio und Fern- sehen. Sogar das Insel-Radio auf Mallorca betreut die deutschen Residenten mit der Putin-Hacker-Meldung. Auch die STUTTGARTER NACHRICHTEN, dort wo der Killesberg die Wasen küsst und Kretschmann die Merkel herzt, wissen es ganz genau: „USA machen Putin für Beeinflussung von Wahl verantwortlich“, jetzt sind es nicht nur die US-Dienste, jetzt sind es die kompletten USA. Alle, alle sind sie dabei bei der Hatz: FOCUS, ZEIT, FAZ, alle geifern und eifern: Der Putin war´s! Der stinkende Meinungsjournalismus der TAGESSCHAU setzt zwar noch Alibi-Anführungszeichen, bleibt aber mit seinem Mäntelchen hart am Wind der deutschen Regierung: "Putin befahl eine Kampagne“, weiß Rolf Büllmann, aus dem ARD-Studio Washington und nennt den totalen Beweis: "Mit einer Vielzahl von Quellen" begründeten die US-Geheimdienste die Anklage gegen Putin. Besser geht Journalismus nur noch auf dem Klo, wenn man sich der BILD-Zeitung bedient.
     Und die BILD-Zeitung, das eklige Schul-Medium der deutschen Publizistik, hat sie sogar beinahe gefunden, jene Frau, die Putin die Hand beim Hacken geführt hat: “Alisa Schewchenko, steht auf der Sanktionsliste der USA, sie soll dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geholfen haben, die US-Wahl zu manipulieren“. Ein kaum zu lesendes „soll“ mindert den Hass-Kampagnenwert kaum, zumal das Blatt aus dem Haus der Merkel-Freundin Friede Springer schnell noch ein paar Zwischenüberschriften dazu gibt: „Sie pöbelte online im Dienste des russischen Staates: Ludmilla Sawtschuk outet sich jetzt in einem Interview, Russischer Online-Troll - Sie führte für Putin Krieg im Internet.“ Ausgerechnet das Springer-Blatt, dessen Besitzerin sich den Manipulations-Verlag beigeschlafen hat, befeuert eine personalisierte Schmutz-Kampagne
     Also „die“ US-Geheimdienste wissen genau, dass Putin den Wahlkampf Trump gegen Clinton gefingert hat? Sind das auch die Geheimdienste, die mit der Brutkasten-Lüge operierten, um den US-Kuwait-Irak-Krieg zu verschönen? Ja. Es sind auch die Geheimdienste, die sich absolut sicher waren, dass der Irak Massenvernichtungswaffen hatte. Genau diese Dienste sollen eine Wahl retten, die der Clinton-Clan und seine Oligarchen-Fraktion trotz einer Mehrheit in den Medien verloren hat. Und was schlussfolgern die Verlierer-Dienste in der TAGESSCHAU: "Russlands Präsident Putin hat 2016 eine Kampagne zur Ein- flussnahme auf die US-Wahlen befohlen“. - „Ihr Ziel war es, das Vertrauen der Öffentlichkeit in den demokratischen Prozess zu schwächen, Hillary Clinton zu verleumden und ihre Chancen auf die Präsidentschaft zu verringern." Keine Beweise werden durch keine Argumente gestützt. Und die deutschen Verlierer-Medien stümpern mit.
     Jetzt wird die nächste Stinkbombe geworfen: Putin will angeblich Frau
Merkel ins Visier nehmen. Das wird von den selben Propaganda-Diensten behauptet, die schon die Clinton-Malaise mit Putin erklärten. Gut, dass es den Gottseibeiuns in Moskau gibt. Wenn also jetzt Frau Merkel, die mit der SPD- Asozial-Agenda die deutsche Spaltung in Arm und Reich vertiefte, die jeden beliebigen NATO- Krieg unterstützte, die gern und immer Weisungen aus den USA entgegennahm, wenn die jetzt Wahlprozente verlieren sollte, dann war es auch wieder Putin. Das hat natürlich mit sauberer Politik oder ernsthafter Recherche nichts zu tun. Das ist Voodoo. Hat niemand Putin gesehen wie er Nadeln in eine Merkel-Puppe steckte? Kommt noch.
    Jedes Handbuch der psychologischen Kriegsführung verlangt, dass der
Feind entmenscht wird, damit das befreundete Publikum später dem bewaff- neten Angriff applaudiert. Und da die Kampagne „Wie Putin die Syrer pers- önlich umbrachte“ noch nicht ausreichend gegriffen hat, muss jetzt die Putin-Cyber-Kampagne an die Front: „Wie Putin die Wähler in den USA per- sönlich gezwungen hat Trump zu wählen“. Ungeachtet, dass die blutige Clinton knapp drei Millionen Stimmen mehr erhielt als Trump. Ungeachtet, dass es die Wahl- männer des skurrilen US-Wahl-Systems, das Electoral College, bereits seit dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1776 gibt und dass sie seit dieser Zeit immer wieder für sonderbare Wahlergebnisse sorgen. Da sagt der deutsche Atlantiker: „Kannste mal sehen, wie lange der Putin schon sein Unwesen treibt.“ – Man malt sich ein schönes Feindbild. Das aktuelle Medien-Theater findet seine materielle Entsprechung im Panzerdurchmarsch der USA von Bremerhaven gen Osten. Nein, so beginnt kein Krieg. So bereitet man ihn nur vor.

     SPD verhaften!
   Der Volksmund kennt den schönen Spruch ‚dümmer als die Polizei erlaubt‘. Nun erreichen uns Sprüche der SPD: SPD- Fraktionschef Thomas Oppermann sagte der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG tatsächlich: “Gezielte Propaganda und Hackerangriffe aus dem Ausland werden eine große Herausforderung zum deutschen Wahlkampf sein." Jeder, der bei Verstand ist, weiß: Die größte Herausforderung für die SPD ist es, bei den nächsten Wahlen über die 20 Prozent zu kommen. Und Oppermann baut der grausamen Niederlage schon mal vor. Damit der nach der Wahl sagen kann: Der Russe war´s, ich habe mit den Ergebnis nix zu tun. - Der Noch-Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), der für den nächsten Bundestag kandidieren wird, nannte die Vorwürfe gegen Russland, die Wahlen in den USA beeinflusst zu haben, "besorgniserregend". Schulz findet also die Vorwürfe der US-Dienste besorgniserregend? Ich auch. Aber Deutsch ist eine schwere Sprache. Schulz meint das nicht so, sondern dass die Russen besorgniserregend sind. Also doch anders als ich. Ich finde es besorgniserregend, dass einer, der für den Job des deutschen Außenministers gehandelt wird, irgendwelchen Verdächtigungen von irgendwelchen Diensten Glauben schenkt. Gut, nun ist das Europaparlament keine Schule für den Verstand. Aber macht der Dienst in der EU wirklich automatisch blöd? - Gäbe es einen Verstandes-Polizei, müssten die beiden erwähnten Herren vom Fleck weg verhaftet werden. Denn sie behaupten zumindest, den unbewiesenen Quatsch notorischer Lügner zu glauben, und vergiften so das Klima in Europa. Wer in der SPD noch bei Rest-Verstand ist, der sollte schnell fliehen: Denn Dummheit, das sagt der Volksmund auch, ist ansteckend.

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   Nachrichtenfälschung als Programm

Gutgläubige Mitbürger, die noch nicht durchschaut haben, wie sie täglich manipuliert und in die Irre geführt werden, halten ARD und ZDF für seriöse Medien. Dass die beiden Staatssender tatsächlich nur das berichten, was ihnen und der Regierung politisch in den Kram passt und alles andere so weit es eben geht ausblenden, zeigt einmal mehr der Umgang mit den alarmierenden Ergebnissen einer von ihnen selbst begleiteten Umfrage.

Wie die öffentlich-rechtlichen Sender mit den Ergebnissen umgehen, das kann man Cherry Picking nennen, Pippi-Langstrumpf-Prinzip oder kurz und prägnant Propaganda, denn die Motive hinter der gezielten Auswahl und Unterdrückung von Informationen sind genauso politisch wie die regelmäßigen Lügen, die in ARD & ZDF – besonders in der Kriegspropaganda
– verbreitet werden.


64% der an der von BR, SWR und ZDF begleiteten, europaweiten „Generation What?“ Umfrage beteiligten jungen Menschen waren skeptisch bzw. hatten gar kein Vertrauen in die Medien. Beinahe zwei Drittel! Fast ein identisches Bild ergab sich bei der Frage nach dem Vertrauen in die Politik. Hier sind es bis Ende 2016 65%, die bekannten, wenig bis gar kein Vertrauen zu besitzen. Verheerende Zahlen für die gelenkte „Demokratie“.

Man muss sich angesichts der bereits am 2. November 2016 veröffentlichten Zahlen nicht wundern, dass diese Ergebnisse in den Medien bis heute weitestgehend totgeschwiegen werden. Und sie waren Anfang November sogar noch etwas schlechter, wie ein Blick auf die damalige Pressemitteilung deutlich macht. 71% waren es da, die kein Vertrauen in die Politik hatten.

Fast 150 Fragen wurden der Zielgruppe „Junge Menschen bis zu  34 Jahren“ gestellt. Von der persönlichenen Intimsphäre, über den Blick auf die Gesellschaft bis zu ihren Zukunftssorgen reicht das Spektrum, das teils interessante Einblicke liefert. So würden sich nach eigenen Angaben
37% an einem großen Aufstand gegen die Macht beteiligen, wenn er
in den kommenden Monaten stattfinden würde!

Das ist ein enormer und für Regierende alarmierender Wert, zumal wenn man bedenkt, dass  Befragte hier tendenziell eher zögern, mit Ja zu antworten.

90% sind der Ansicht, dass das Finanzsystem die Welt bestimmt. Eine recht pauschale Aussage, aber dennoch ein beachtlich hoher Wert, der auf eine angesichts der letzten Krisen nicht besonders verwunderliche Skepsis gegenüber dem System verweist.

Bei all diesen Zahlen, die Skepsis und Ablehnung gegenüber Politik, Medien und Herrschafts-system zum Ausdruck bringen, muss man obendrein bedenken, dass es sich um eine Umfrage der Staatssender handelt, die überhaupt nur jenen jungen Menschen bekannt wurde, die sich auch in den Mainstreammedien informieren. Abgestimmt haben davon wiederum nur jene, die auch noch die Motivation mitbringen, sich an einer Umfrage „des Systems“ zu beteiligen. Jene, die mit diesen Medien und dem System längst innerlich gebrochen haben, die gar keine Geduld aufbringen, sich mal mindestens eine Stunde hinzusetzen, um alle Fragen durchzugehen, werden kaum auf die Umfrage gestoßen sein und sich auch nicht daran beteiligt haben.

Über die belegten Zahlen hat sich das ZDF in den Hauptnachrichtensendungen der vergangenen Wochen ausgeschwiegen. Man darf bezweifeln, dass sie in einer der Magazinsendungen aufge-griffen wurden oder werden. Komplett totgeschwiegen hat man die Studie allerdings auch nicht. Wie bei ARD und ZDF üblich, haben sich die Staatsfunker ein einziges Umfrageergebnis heraus-gepickt, politisch im eigenen Interesse zurechtgebogen und ihren Zuschauern in heute und heute-journal unter die Nase gerieben…  ZDF 16.11.2016 heute-journal
(ab 21:20min)
:

Heinz Wolff: „Ein Großteil der jungen Menschen in Deutschland macht sich Sorgen über nationale und antieuropäische Tendenzen. Das geht aus der europaweiten Studie ‚Generation What?‘ hervor, die ZDF, BR und SWR begleitet haben. 75% fürchten sich demnach vor einem wachsenden Nationalismus. 12% sehen solche Entwicklungen positiv – unter ihnen doppelt so viele Männer wie Frauen. In Deutschland wurden für die Studie 940.000 junge Menschen zwischen 18 und 34 Jahren befragt. Weitere Einzelheiten auf heute.de“

Von „Studie“ kann natürlich keine Rede sein. Die Umfrage ist nicht einmal repräsentativ, und jedermann kann sich unter falschen Angaben problemlos hindurchklicken. Auch die groteske „Tortengrafik“, die das ZDF den Zuschauern in heute und heute-journal vor- setzt, ist eine Täuschung. So ist kaum zu erklären, warum man neben der 75%-Grafik eine weitere 12%-Torte präsentiert, die aber zu 100% gefüllt ist. Tatsächlich beziehen sich beide Daten auf dieselbe Frage. Öffentlich-rechtlicher Nebel, wie bekannt.

Das Beispiel zeigt einmal mehr das Arsenal der Propaganda. Verschweigen unangeneh- mer Fakten. In den Fokus zerren, was der eigenen politischen Agenda entspricht. Und Diffamierung bis hin zur Verleumdung politischer Gegner als „Nazis“. Wundert sich  noch jemand, warum dieses Personal in Blogs wie „Propagandaschau“ als Staatsmedien, Prostituierte, ja als Abschaum der Gesellschaft bezeichnet wird? Das, was wir täglich vorgesetzt bekommen, hat mit „Lückenpresse“ kaum mehr zu tun, es ist massive Propa- ganda und Hirnwäsche in Reinform. Die Meinungsbildung im Lande gerät damit an gefährliche Abgründe.

    "Den höheren Interessen des Staates und Volkes gegenüber ... muss
      sich im Konfliktfall auch die Wahrheit Bindungen gefallen lassen;
      sie muss dann zwar nicht verfälscht, aber vergeschwiegen werden."


             Quelle: SPIEGEL-online - : http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46408207.html

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         Neujahr 2017:
       Der BILD-DESPOTEN-CHECK:
     Sieben Schurken, die uns 2017 versauen könnten

  Brexit-Schock, Türkei-Putsch, Berlin-Terror, Putins und Assads Bomben-Inferno
 in Aleppo. Kein Jahr der jüngeren Geschichte hat uns so viele politische Tiefschläge 
 beschert wie 2016.
   Eingeschlichen in das Denken vieler Menschen hat sich ein Gefühl, das nicht mit dem gewohnten Unbehagen gegenüber den Mächtigsten zu verwechseln ist: Angst.Die Furcht, dass die Feinde Europas Erfolg haben mit ihrem Zersetzungswerk, die Europäische Union samt Gemeinshaftswährung tatsächlich zerfällt.
   Die Furcht, dass ein erstarkter und inzwischen kriegserprobter Kreml-Herrscher selbst vor Nato- und EU-Grenzen (z.B. im Baltikum) nicht haltmachen könnte.
Dazu ein unberechenbarer Hitzkopf in Ankara […] Und der Despot in Damaskus,
der in Aleppo Zivilisten einkesselt, […] Dazu Atomtests in Nordkorea und staatlich geförderte Lynchjustiz auf den Philippinen. Dazu der ISIS-Terrorchef, der immer noch und immer wieder zu Anschlägen auf den freien Westen aufruft […]
   Die Welt – gerät sie 2017 völlig aus den Fugen? 7 Mächtige, auf die es in diesem Jahr ankommen wird, im BILD-Despoten-Check.
                           (Quelle: BILD)
   Anmerkung Albrecht Müller: Jetzt ist die Bild-Zeitung vollends auf dem Niveau
des Stürmer und bei seinen Methoden angekommen. Und das ganze Gerede der sog. Qualitätsmedien, die Bild aus ihrer Kritik draußen vor lassen, wird als Selbstbeweih-räucherung ohne kritischen Blick entlarvt.


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            Putin mit Sexmobs
      im hybriden Krieg gegen Deutschland?

               Die BILD-Zeitung dreht endgültig durch.

Vergessen Sie die Schauermärchen aus den USA, nach denen der oberste Bösewicht Wladimir Putin die US-Wahlen manipuliert hat, um seinen Freund Donald Trump ins Weiße Haus zu befördern. Das ist kalter Kaffee und Schnee von gestern. Aktuell arbeitet unser Superschurke offenbar daran, mit „hybriden Großangriffen“ Deutschland ins Unglück zu stürzen. Sahra Wagenknecht soll Angela Merkel ablösen! Um das zu erreichen, schreckt der Russe nicht einmal davor zurück, Sexmobs zur Propaganda-zwecken auf das Land loszulassen. Das muss doch Satire sein. Leider nein, genau so können Sie es auf BILD.de nachlesen. Aber BILD wäre nicht BILD, wenn man dem Leser nicht gleich sagen würde, wie er sich gegen Putin schützen kann – nämlich indem er Angela Merkel wählt. Wie war das noch mal mit postfaktischen Zeiten?
                                                                                                           Von Jens Berger

Nun haben wir den Salat! Im nächsten Jahr wird Deutschland zur Zielscheibe russischer Propaganda. Ein hybrider Krieg ist es, den niemand anderes als Russlands Präsident Wladimir Putin höchstpersönlich gegen uns führen will. Genauer gesagt ein „hybrider Großangriff auf die Wahrnehmung der Deutschen“ – so steht es zumindest in der BILD- Zeitung. Die kennt sich ja bekanntlich aus. Putin will – BILD zufolge – „das Vertrauen der Bevölkerung in den deutschen Staat, die deutschen Behörden und insbesondere Angela Merkel erschüttern und die Menschen in die Hände von linken und rechten Extremisten treiben“. Extremisten wie Sahra Wagenknecht, die „für ihre Angriffe [auf Angela Merkel] sogar das russische Staatsfernsehen nutzt“. Ei der Daus!

   Die Unbelehrbaren, die sich für die Interessen des Kremls einsetzen und „zum Beispiel die Aufhebung der Sanktionen forderten“ werden laut BILD „massive Unterstützung vom Kreml enthalten. Wir von den NachDenkSeiten haben – leider bislang ohne Erfolg – Herrn Putin schon mal auf unser Spendenformular aufmerksam gemacht. Putin setzt – das weiß die BILD genau – „auf Extremisten von links und rechts“. Freilich findet sich in der gesamten Artikelreihe zum Thema kein einziges konkretes Beispiel, welcher Extremist von links oder rechts denn nun von Putin in welcher Form unterstützt worden wäre.

   Aber es geht ja auch um die Zukunft und da kann einem Angst und Bange werden – zumindest dann, wenn man der BILD glaubt. „Die Einflussnahme des Kreml wird darauf abzielen, sowohl diejenigen zu fördern, die grundlegende Kritik am deutschen Staat und vor allem an Kanzlerin Merkel üben, als auch EU- und Nato-feindliche Kandidaten zu fördern, die sich für eine weitere Abrüstung Europas einsetzten, die außerdem die EU zerstören möchten und überzeugt für eine Versöhnung Deutschlands mit Putins Russland plädieren.“ – so eine BILD-Expertin. Der Spin ist klar. Wer sich für Versöhnung und Abrüstung einsetzt, vertritt Putins Interessen. Wer Merkel kritisiert, ist ein Interessen- agent Moskaus und EU-feindlich. Mei o mei, das ist so offensichtlich Propaganda, dass es doch eigentlich selbst der unbedarfteste Leser durchschauen sollte. Oder?

Putins Mafia-Sexmob

In einem zweiten Artikel zum Thema überzieht die BILD dann selbst für ihre Verhältnisse – und dazu gehört schon was. Denn – so die BILD-Experten – Putins hybrider Krieg gegen Deutschland könnte „noch schlimmer kommen!“. Und zwar – halten Sie sich fest – mit Sexmobs! Ja, Sie haben richtig gelesen, Sexmobs! (Fast) noch absurder als die ganze Story selbst sind jedoch die Details, die die BILD-Zeitung sich
da ausgedacht hat. Unter den Flüchtlingen ist nämlich „ein sehr kleiner Teil“ mit „Ver- bindungen zu Assads oder Saddam Husseins Geheimdiensten“. Und diese „Menschen könnten gezielt von Geheimdienstagenten oder aus Mafiakreisen angesprochen“ und
für Sexmobs verpflichtet werden, so die absolut satirereife Erklärung. Ein Sexmob kurz vor der Wahl – „Wie würde Merkel dann da stehen?“, fragt BILD. Ja wie? Ganz ehrlich, ich weiß es auch nicht und will es mir auch nicht vorstellen.

   Da stellt sich natürlich die entscheidende Frage. Warum das Ganze? Weil Oberschurke Putin unsere geliebte Führerin, Gott schütze sie in allen Lebenslagen, Angela Merkel als den „letzten Stabilitätsanker im Westen“ ausgemacht hat. Wenn Merkel erst einmal weg ist, so die „Logik“ der BILD, wird Europa zusammenbrechen „Was die Sowjetunion mit militärischem Druck nicht zustande gebracht hat, das will Putin mithilfe von Korruption, durch Manipulation von Politik und Medien erreichen“.

   Da fragt man sich, ob man nun herzhaft lachen oder bitterlich weinen soll. Wie war
das noch mal mit „postfaktischer“ Berichterstattung? Frei und losgelöst von Fakten macht die BILD sich die Welt, wie sie ihr gefällt. Ja, neu ist das nicht. Mit 338 Millionen Besuchen pro Monat und einer Tagesreichweite von vier Millionen Menschen ist Bild.de noch vor SPIEGEL Online und Focus Online das mit großem Abstand erfolgreichste redaktionelle Internetangebot des Landes. Und die Leute schauen sich dort nicht nur nackte Frauen und Berichte über Fußball an. So absurd diese Berichte auch sind – sie haben gesellschaftliche Relevanz und einen nicht zu unterschätzenden Einfluss.

   Auch wenn BILD eigentlich schon immer kontrafaktisch berichtet, ist dies vielen Lesern gar nicht so bewusst. Das liegt daran, dass BILD immer wieder sogenannte „Experten“ findet, denen man selbst die krudesten Zitate in den Mund legen kann. Und sogar Putins Sexmob ist natürlich „glaubwürdiger“, wenn er nicht von einem BILD- Redakteur, sondern von dem Senior Fellow einer angesehenen Denkfabrik kommt.

Wer sind eigentlich die BILD-Experten?

Wenn man jedoch mal exemplarisch überprüft, wer denn da bei BILD zum Experten ernannt wird und aus welcher Ecke diese Experten kommen, wird schnell auch die Methode der BILD klar. In der aktuellen Artikelserie zum „hybriden Großangriff zur Bundestagswahl“ kommen folgende Experten zu Wort:

  • Jānis Sārts, Direktor des NATO STRATCOM Center of Excellence, also der NATO-Abteilung für “strategische Kommunikation”.
  • Maksymilian Czuperski, Berater für „strategische Kommunikation“ beim Atlantic Council, einer sehr einflussreichen US-Denkfabrik, die vor allem von den großen amerikanischen und europäischen Rüstungskonzernen (Airbus, Lockheed Martin, Krauss-Maffei Wegmann, Raytheon, Thales, Boeing und Northrop Grumman Aerospace) finanziert wird.
  • Gustav Gressel, ein Senior Policy Fellow beim European Council of Foreign Relations, einer europäischen Denkfabrik, in der das who is who der transatlantischen Community sitzt und das maßgeblich von Geoge Soros “Open Socitey Foundations” mitfinanziert wird.
  • Anke Schmidt-Felzmann vom Swedish Institute of International Affairs, einer Denkfabrik aus Stockholm, die eng mit der Universität der schwedischen Armee zusammenarbeitet.
  • Irina Schlegel von InformNapalm, einer antirussischen Communtiy-Plattform aus der Ukraine aus dem Euro-Maidan-Umfeld.
  • Besonders abstrus ist, dass bei BILD sogar der nicht namentlich genannte „Sprecher“ der Online-Plattform PropOrNot zu Wort kommt. PropOrNot ist die Gruppe, die nahezu die kompletten alternativen Medien der USA jüngst als „Fake-News-Verbeiter“ im Auftrage Putins bezeichnet hat und die mittlerweile von nahezu allen US-Medien als unseriös bezeichnet wird. Der New Yorker, weiß Gott kein russlandfreundliches Blatt, bezeichnete PropOrNot jüngst als „zwielichtige Truppe, die Wahrheit und Desinformation munter miteinander vermischt“.

Die sogenannten Experten der BILD sind also von der NATO, aus Denkfabriken im NATO-, Rüstungsindustrie- und George-Soros-Umfeld oder von antirussischen Platt-formen, die im besten Falle verdächtig sind, es mit der Wahrheit selbst nicht immer so genau zu nehmen und im schlimmsten Falle als ungeschminkte Propandaschleudern bekannt sind. Es ist ja schon fast drollig, dass ausgerechnet dieser Haufen von BILD als Gegenpart zur russischen Propagandamaschinerie rund im RT Deutsch und Sputnik aufgebaut wird. Ja, RT Deutsch und Sputnik sind staatliche Propagandasender, aber die BILD ist – siehe das Experten-Lineup – doch kein Jota besser. Im Gegenteil – RT und Sputnik geben wenigsten zu, dass sie Propaganda machen, die BILD tut immer noch sei, als sei sie ein journalistisches Medium. Und das ist dann wohl der schlechteste Witz von allen. Also wenn jemand hier einen „hybriden Großangriff auf die Wahrnehmung der Deutschen“ führt, dann ist es ganz eindeutig die BILD-Zeitung.

21. Dezember 2016 um 10:32 Uhr / NDS
   Wieder das gewohnte Trauerspiel der Medien.
             Zum Weihnachtsmarkt-Terroranschlag in Berlin:
  Kein Wort, keine Frage danach, wie Gewalt und Gegengewalt,
                     wie Kriege und Terror zusammenspielen.

        Von Albrecht Müller
   Gestern, am 21.12.2016, habe ich ab 18:00 Uhr Deutschlandfunk gehört, und von
19:00 Uhr bis 20:00 Uhr ZDF-heute und das ZDF-Spezial zum Berliner Mordanschlag angesehen, und dann auch noch in der Nacht den Brennpunkt der ARD. Vielleicht hat
in anderen Medien irgendjemand gefragt, ob es einen Zusammenhang zwischen den illegalen Kriegen des Westens und den mörderischen Terroranschlägen geben könnte.
In den von mir beobachteten Medien nicht. Interviews, Berichte, Kommentare an der Oberfläche, unangenehme Fragen werden weggelassen, Lückenpresse. Lügenpresse – alles auf einmal. Immer das gleiche und ein primitives Niveau – Medien im Verein mit Politikern.
     "Wir lassen uns das Leben und das Feiern nicht verbieten", so der Sicherheitsexperte des Deutschlandfunks und mit ihm X andere. Der Bundespräsident sieht mal wieder einen Anschlag auf unsere westliche Lebensweise. Im ZDF-Spezial hieß es: Wr lassen uns nicht unterkriegen. Auch nicht von den Terroristen. Allenfalls besorgen wir Betonklötze gegen feindliche LKWs und mehr Polizei. Vielleicht auch die Flüchtlingspolitik überdenken. Ansonsten weiter so wie bisher.

          „Ob die Deutschen mal begreifen, dass sie die Gewalttaten auch
            ihrer Bundeskanzlerin und den Kriegen ihrer Freunde in den USA
            zu verdanken haben?“

   So hatte ich am 25. Juli 2016 in den NachDenkSeiten gefragt. In den letzten beiden Absätzen jenes Artikels steht, was in der jetzigen Situation zu tun wäre, wenn man langfristig die Spirale von Gewalt und Gegengewalt unterbrechen wollte:
     „Deutschland muss seine Beteiligung an den einschlägigen Kriegen beenden.
Der erste Schritt: Die Erklärung dieser Absicht und zugleich die Aufforderung an die NATO-Partner einschließlich der USA, ihren sichtbar eskalierenden und erfolglosen Kampf gegen den Terror einzustellen, weil sie mit diesem kriegerischen Kampf die Massenbasis des IS beschaffen und verstärken. Die weiteren Schritte sind sehr mühsam: die Aussöhnung mit den betroffenen Völkern. Wie man mit dem selbst gezüchteten und von „Freunden“ wie Saudi-Arabien geförderten Terror des IS umgeht, ist eine zweite Frage. Aber diese Frage sollte und kann man von der anderen trennen. Wir sollten jedenfalls aufhören, immer weiter die Massenbasis für den Terror des IS zu schaffen.“

   Bei den Medien kommen solche Hinweise und Hilfestellungen nicht an. Sie ignorieren konsequent, was nicht in ihre Linie passt. Und auf den einschlägigen Foren zensieren sie. Davon berichten jedenfalls NDS-Leser.
   Unsere Medien und die Politiker sind offensichtlich übereingekommen, an der Oberfläche zu bleiben und bloß nicht die Frage nach der Spirale von Gewalt und Gegengewalt zu stellen. Das würde die Geschäfte der Rüstungswirtschaft und die imperialen Absichten des Westens stören. Das will man offensichtlich nicht.
   Nebenbei: Der lange Medienabend hat auch noch die Einsicht beschert, dass
unser Bundesinnenminister gemessen am Spitzenpersonal des ZDF Spitze ist.

    Der ZDF-Chefredakteur Peter Frey war für ein Interview im Rahmen des Formats
„Was nun, Herr de Maizière?“ nach Berlin eingeflogen worden. Er und die  Büro- leiterin des ZDF in Berlin, Bettina Schausten, stellten dem Bundesinnenminister Fragen. Da konnte einem der Innenminister richtig sympathisch werden. Er ließ erkennen, für
wie blöd er die Fragen und Einlassungen des ZDF-Spitzenpersonals hielt. Und ebenso vom Gerede eines israelischen Sicherheitsexperten, den ein sog. ZDF-Spezial kurz zuvor in die Debatte einbezogen hatte. Dieser empfahl, sich an den Sicherheitsmaßnahmen Israels gegen Terrorismus zu orientieren. Gute Nacht. De Maizière hat das wenigstens erkannt. Respekt.

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      Leitmedien im Kriegsmodus

Nach der Verschärfung des militärischen Konflikts in Syrien haben die deutschen Medien auf Kriegsmodus geschaltet. Leitartikler überbieten sich in moralischer Entrüstung, rufen nach militärischem Eingreifen und fordern „Härte gegen Russland“. Hemmungslose Demagogie mischt sich mit der Ausblendung elementarer Tatsachen und mit offenen Lügen.
     Liest man einige dieser Kommentare, könnte man glauben, der Nahe Osten sei ein Paradies des Friedens gewesen, bevor sich Moskau vor einem Jahr entschloss, militärisch auf der Seite der verbündeten Assad-Regierung in den syrischen Bürgerkrieg einzugreifen.
     Die verheerenden Kriege der USA und ihrer Verbündeten in Afghanistan, Irak und Libyen, die Millionen Opfer forderten und weitere Millionen in die Flucht trieben, werden ebenso ignoriert wie die Unterstützung dschihadistischer Gruppen durch die US-Verbündeten Saudi-Arabien, Katar und Türkei. Die USA selbst stützten sich sowohl in Libyen als auch in Syrien auf Al-Kaida-nahe Milizen, um einen Regimewechsel herbeizuführen. Vor dem Irak- und dem Libyenkrieg hatte es weder im Irak noch in Syrien islamistische Terrorgruppen gegeben.
     Für das Scheitern des letzten zwischen den USA und Russland vereinbarten Waffenstillstands machen die deutschen Medien allein Moskau verantwortlich, obwohl die Vereinbarung scheiterte, weil amerikanische Kampfflugzeuge einen Stützpunkt der syrischen Regierung
bombardierten und dabei über 60 Soldaten töteten, und weil die sogenannten „gemäßigten Rebellen“ nicht bereit waren, sich vom syrischen Al-Kaida-Ableger, der kürzlich in Dschabhat Fatah asch-Scham umbenannten Al-Nusra-Front, zu trennen, die die stärksten Kampfverbände unter den Assad-Gegnern stellt.
     Eine ähnliche Lügen- und Desinformationskampagne in den deutschen Medien hatte es zuletzt im Frühjahr 2014 gegeben, als sie die führende Rolle faschistischer Milizen im sogenannten Euromaidan leugneten, den Putsch gegen den gewählten ukrainischen Präsidenten Janukowitsch als „demokratische Revolution“ verherrlichten und seinen Nachfolger, den korrupten, prowestlichen Oligarchen Poroschenko, als Verkörperung der Demokratie darstellten.
     Ein geifernder Leitartikel in der jüngsten Ausgabe des Spiegel vergleicht Aleppo mit Srebrenica, wo während des – ebenfalls von den USA und Deutschland geschürten Bosnienkriegs – ein brutales Massaker verübt wurde. „Das Srebrenica von heute heißt Aleppo. Es ist nur viel größer“, schreibt Clemens Höges, der seit über 25 Jahren für das Nachrichtenmagazin tätig ist. „Können Europa und die USA wieder zuschauen, wenn diesmal schiitische Söldner aus Iran die sunnitischen Zivilisten im Rebellengebiet Aleppos abschlachten, sobald Putin und Assad ihnen den Weg freigebombt haben?“
     Verlogener geht es nicht! Das Schüren des Gegensatzes zwischen Sunniten und Schiiten gehört zu den wichtigsten Werkzeugen der westlichen Mächte, seit diese begonnen, den ölreichen Nahen Osten militärisch zu unterwerfen. So bombten die USA im Irak ein schiitisches Regime an die Macht, dessen rücksichtsloses Vorgehen gegen die sunnitische Minderheit maßgeblich zum Anwachsen des Islamischen Staats beitrug. In Libyen arbeiteten sie dagegen mit sunnitischen Terrormilizen zusammen, um das Gaddafi-Regime zu stürzen. Diese zogen danach teilweise nach Syrien weiter, wo sie die Opposition gegen die alawitische Assad-Regierung verstärkten.
     Aber das lässt die Moralapostel in den deutschen Medien ebenso kalt wie das Abschlachten schiitischer Houthi-Rebellen durch die saudische Luftwaffe im Jemen. Die Schlacht um Mosul, die dieser Tage begonnen hat, feiern sie als „Befreiung“, obwohl Beobachter mit über einer Million Flüchtlingen rechnen und mit dem Einsatz schiitischer und kurdischer Milizen gegen die vorwiegend sunnitische Stadt eine Welle ethnischer Säuberungen droht.
     Beschwor Kaiser Wilhelm vor dem blutigen Kolonialfeldzug gegen China einst deutsche Größe und Ehre, führt Höges nun nichts Geringeres als die „Ideale des Westens, mehr noch: die Ideale der modernen Zivilisation“ ins Feld, um seine Kriegshetze und den Ruf nach „neuen, erweiterten Sanktionen gegen Russland, vielleicht auch gegen den Iran“, zu rechtfertigen.
     Drei ostdeutschen Ministerpräsidenten, die sich mit Rücksicht auf die Agrarexporte aus ihrer Region gegen weitere Sanktionen ausgesprochen hatten, wirft er höhnisch vor: „Wenn sie nicht einmal mehr bereit sind, auf Käseexporte zu verzichten, verraten sie ihre Ideale, sichtbar für die ganze Welt.“
     Ähnlich aggressiv schreibt Richard Herzinger in der Welt. Für ihn stehen in Syrien nicht nur moralische Fragen auf dem Spiel, sondern „die weltpolitischen Folgen eines Sieges Putins“. Der russische Präsident nutze „Syrien als Testfeld dafür, wie weit er in seiner Mobilmachung gegen den Westen gehen kann“. In Syrien demonstriere Moskau, „dass es dabei Völkerrecht und internationale Regeln für sich nicht gelten lässt“.
     Herzinger begnügt sich nicht mit der Forderung nach „Sanktionen gegen Moskau“, sondern tritt auch für „die Belieferung der eingeschlossenen syrischen Rebellen mit Luftabwehrwaffen“ und „exemplarische Schläge gegen Stellungen des Assad-Regimes“ ein – ein Rezept für die Entfesselung eines dritten, nuklearen Weltkriegs
     Gegen die Vorbehalte, die es in breiten Teilen der Bevölkerung und selbst in einigen politischen Kreisen gegen einen solchen selbstmörderischen Kurs gibt, schreibt er wütend: „In Deutschland herrscht indes weiter eine Grundstimmung der Beschönigung dieser akut größten Gefahr für die Freiheit vor. … Ein Äquidistanzdenken greift um sich, das ohne faktische Grundlage die USA und Russland gleichermaßen für die syrische Katastrophe verantwortlich macht.“
     Als Beispiel für den „großen Erfolg der Subversionsstrategie des Kreml, der – in alter sowjetischer Tradition – auf die Abkoppelung Europas von Amerika zielt“, führt Herzinger die „Massendemonstrationen gegen die transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP und Ceta auf deutschen Straßen“ an.
     Wo die Welt hetzt, darf die Frankfurter Allgemeine nicht zurückstehen. Rainer Hermann wirft dem „kriegsmüden (sic!) Amerika“ vor, es bringe „nicht die Kraft auf, parallel zu den ergebnislosen Verhandlungen kleinere militärische Interventionen zu erwägen“. Sanktionen gegen Russland hält er nicht für ratsam, mit der bemerkenswert ehrlichen Begründung: „weil sie dann auch gegen Saudi-Arabien wegen dessen Kriegsverbrechen im Jemen verhängt werden müssten“.
     Sein Kollege Reinhard Veser sieht das allerdings anderes. Er wirft dem Westen „Hilflosigkeit“ vor, auf die der Kreml baue, und drängt deshalb auf „neue Sanktionen gegen Russland“.
     Am schärfsten hetzt in der FAZ die Bundestagsfraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, zum Krieg. Auch sie vergleicht die syrisch-russische Offensive zur Rückeroberung Aleppos mit den Massakern in Srebrenica und Ruanda.
     Dann ruft die Grünen-Politikerin, die sich als ehemalige Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland in Fragen der Doppelmoral besonders gut auskennt, ausgerechnet im Namen der „mehr als 350.000 syrischen Geflüchteten und Millionen Ehrenamtlichen, die ihnen hier helfen“ zur Eskalation des Kriegs in Syrien auf. Durch sie sei Deutschland „unmittelbar mit dem Leiden in Syrien verbunden“, erklärt sie. „Was dort passiert, kann uns nicht nur aus moralischen Gründen nicht egal sein.“
     Es folgt ein langer Katalog der politischen und militärischen Eskalation: Sanktionen gegen Russland, eine gemeinsame Syrien-Strategie der Europäischen Union, mehr Druck auf Assad und Putin, eine Flugverbotszone und die Anklage Assads wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
    Ähnliche Forderungen erhebt der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir in einem Interview mit SpiegelOnline. Er wirft Assad „schwersten Kriegsverbrechen“ und Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht vor. Putin wolle „einen Massenverbrecher, der eigentlich vor das Weltstrafgericht in Den Haag gehört, an der Macht halten“ und dem Westen und Washington deren „Handlungsunfähigkeit demonstrieren“. Deshalb müsse die EU „ihre Wirtschaftssanktionen gegen Russland ausweiten“.
     Özdemir verlangt „eine umfassende internationale Androhung einer Flugverbotszone“, notfalls auch ohne Uno-Mandat, und unterstützt die Kriegspolitik der USA auch rückwirkend: „Ich bin kein Radikalpazifist. Ich finde es nach wie vor falsch, dass sich Deutschland bei der Libyen-Intervention enthalten hat und habe dem Militäreinsatz in Afghanistan zugestimmt.“
    Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet die ehemaligen grünen Pazifisten heute zu den schärfsten Kriegstreibern zählen und dass neben den konservativen Blättern FAZ und Welt auch liberalere, wie der Spiegel und dieSüddeutsche Zeitung, für Krieg hetzen. Letztere veröffentlichte am Montag einen Kommentar „Gegen Putin hilft nur Härte“. Sie sprechen für wohlhabende Mittelschichten, die angesichts wachsender nationaler und sozialer Spannungen in Europa scharf nach rechts rücken.

               Bildquelle:  Russophobes Kriegstreiber-Hetzblatt Süddeutsche Zeitung (SZ).

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           Das Letzte:
     „Assad erobert Aleppo. Kriegsverbrechen lohnen sich.“
  Die bevorstehende Eroberung von Aleppo ist verheerend für die leidende Bevölkerung
  – und sie sendet eine fatale Botschaft an Gewaltherrscher in aller Welt: Ihr könnt tun,
  was ihr wollt.                                                             (
Quelle: Spiegel-Online)
      Anmerkung NDS: Hetze, dass es raucht. Die vom „Westen“ unterstützten „Rebellen“, auch bestehend aus islamistischen Milizen und sonstigen dubiosen Frei- schärlerverbänden, begehen natürlich keine Kriegsverbrechen. Die USA, Frankreich und die Türkei führen auch keine Bombardierungen durch (‚Assad und Russland zerbomben Aleppo‘), sondern nur chirurgische Präzisionsschläge. Zudem wäre die Frage nach dem Ursprung des Bürgerkriegs zu beantworten. Welche Rolle spielten und spielen Saudi-Arabien und die Türkei bei der Eskalation der Proteste gegen Assad? Wäre ohne die Regime Change Aktivitäten der USA überhaupt ein Bürgerkrieg entstanden? Wesentlich mitverantwortlich dafür war die Außenministerin Clinton. Was ist nun die Bilanz des Kampfes für „unsere westlichen Werte“: Assad ist nicht gestürzt, dafür gibt es Millionen Flüchtlinge und 500.000 Tote. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

  Wer für Frieden ist,
  ist ein russischer Agent!

       von Paul Craig Roberts

Reden wir über Fake News. Die letzte Ausgabe des National Enquirer (5.12.2016)
liefert sich mit den großen presstituierten Medien ein heißes Rennen. Aufmacher-Headline:

                 „Castros Beichte auf dem Sterbebett:
        Ich habe JFK getötet. Wie ich Oswald benutzt habe.“

Das ist fast so gut wie die Falschmeldungen, die in den presstituierten Medien, z.B. den Fernsehsendern, der Washington Post, der New York Times und dem Guardian verbreitet werden – ja, sogar die ehemals linke britische Zeitung stimmt in den Chor der Presse-Prostituierten mit ein: Die CIA kam neuerlich zu dem Ergebnis, dass „russische Agenten insgeheim den Wahlkampf gestört haben, damit der Republikanische Kandidat gewinnt.“

     Wenn die CIA blöd genug ist, um das zu glauben, dann hat die USA keinen kompe-tenten Geheimdienst mehr. Natürlich hat die CIA das nicht gesagt und sie glaubt auch nicht an so etwas. Die Fake News-Geschichten in Medien der Presstituierten stammen alle von ungenannten Quellen. Der frühere britische Botschafter Craig Murray hat sie zurecht als „Bullshit“ beschrieben.
     Also wer denkt sich diese Geschichten aus, noch eine anonyme Gruppe mit Verbin-dungen zu Hillary Clinton, so wie PropOrNot, diese geheime, versteckte Organisation, die eine Liste mit 200 Webseiten veröffentlichte, alles russische Agenten?
     Falschmeldungen sind das Produkt der Presstituierten. Während der Vorwahlen und dem Präsidentenwahlkampf wurde es völlig klar, dass die Massenpresse und das Fern- sehen in einer Tour Falschmeldungen produziert haben, um Trump zu beschädigen und Hillary zu fördern. Wir haben das alle gesehen. Wir haben es erlebt. Aus welchem Grund wird Russland zur Quelle der Falschmeldungen erklärt?
     Seit dem Klingon-Regime (Klingon=Clinton) haben wir von den Presstituierten nicht als Falschmeldungen gehört. Falschmeldungen wurden gegen Jugoslawien und Serbien verwendet, um die Kriegsverbrechen der Clintons zu verdecken.
     Falschmeldungen wurden gegen Osama bin Laden, Afghanistan, den Irak, Pakistan, Jemen und Somalia verwendet, um die Kriegsverbrechen des Bush-Regimes zu verdecken. Falsch- meldungen wurden gegen Libyen und Syrien verwendet, um die Kriegsverbrechen des Obama-Regimes zu verdecken. Ohne Falschmeldungen würden diese drei blutgetränkten Präsidentschaften vor eine Kriegsverbrecherkommission gezerrt, verhandelt und abgeurteilt werden.
     Kann irgend jemand von den presstituierten Medien eine wahrheitsgemäße Aussage über etwas Wichtiges machen? Über MH17? Über die Krim? Über die Ukraine? Ist es nicht ironisch, dass jene, die sich als liberal und progressiv ausgeben, für das Wiederaufblühen des McCarthyismus in Amerika verantwortlich sind? Es geht noch weiter: Die liberalen Progressiven institutionalisieren den McCarthyismus in der US-Regierung. Es gibt eindeutig abgestimmte Anstrengungen, die Wahrheit als Falschnachricht zu definieren und Lügen als Wahrheit.
     Ist es nicht ironisch dass es die Kriegerin Hillary Clinton ist, verantwortlich für die Zerstörung Libyens und die Fast-Zerstörung Syriens, bevor die Russen einschritten, die die liberalen Kräfte verzweifelt als Präsidentin haben wollten? Die liberal progressiven Kräfte wollten nicht nur eine Kriegsverbrecherin zur Präsidentin der USA machen. Sie tun auch ihr Bestes, um den gewählten Präsidenten zu delegitimieren, der einen insze-nierten Konflikt mit Russland ablehnt. Ist es nicht ironisch dass der liberal progressive Block sich weigert, dem Frieden eine Chance zu geben?
     Die gefälschte Nachricht der Schwachköpfe von PropOrNot, die von der gefälschten Zeitung WaPo hochgejazzt wurde und mir vorwarf, ich wäre ein russischer Agent, sollte meiner Glaubwürdigkeit Schaden zufügen. Dafür hat die 200er-Liste jedem erzählt, wo man gute Informationen bekommt, meine Leserschaft ist gestiegen. Und ich hätte dafür fast einen russischen Pass bekommen. Aber bevor er mir zugeschickt wurde, hat Putin nochmal den russischen Geheimdienst konsultiert und man sagte ihm, dass ich nicht auf ihrer Liste stehe.
     Es geht das Gerücht, sollte der Kongress das Geheimdienstgesetz beschließen, dann werden jene auf der 200er-Liste von PropOrNot zu Kongressanhörungen gezerrt werden – eine Wiederholung des McCarthyismus. Wenn sie mich waterboarden, dann gestehe
ich vielleicht und beschuldige Ronald Reagan, George H.W. Bush, Jim Baker, David Stockman und all die Anderen. Die Beweise gegen uns sind ziemlich eindeutig. Trump steht unter Verdacht, weil er Frieden mit Russland will, genauso wie Reagan. Aus der Sicht der Hillary-Kräfte und der Presstitutierten ist jeder, der Frieden mit Russland will, ein russischer Agent.
     So wie die Presstituierten die Sache darstellen, gibt es keinen vernünftigen Grund
für Frieden. Wenn schon Putin und wir, die wir auf der 200er-Liste stehen, es geschafft haben, dass Trump gewählt wurde, sollte dann nicht Putin oder die Liste als Persön-lichkeit des Jahres auf dem Time Magazin sein und nicht Trump? Schließlich haben
Putin und ich die Arbeit geleistet. Sollten wir dafür keine Anerkennung bekommen? Warum soll der Handlanger, den wir ins Amt gehievt haben, die Ehrung bekommen?
     Warum lässt das Time Magazin uns, die wir verantwortlich sind, außen vor? -- Ich hab’s! Das Time Magazin ist ebenfalls ein russischer Agent und deckt uns, indem es Trump die Lorbeeren einstreichen lässt. Glück gehabt! Kein Waterboarding für mich.



Paul Craig Roberts (* 3. April 1939) ist ein US-amerikanischer Ökonom und Publizist. Er war stellvertretender Finanzminister der Regierung Reagan und ist als Mitbegründer des wirtschaftspolitischen Programms der Regierung Reagans („Reaganomics“) bekannt. Er war Mitherausgeber und Kolumnist des Wall Street Journal, Kolumnist von Business Week und dem Scripps Howard News Service. Er wurde bei 30 Anlässen zu Themen der Wirtschaftspolitik im Kongress um seine Expertise gebeten.

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Kampagnenjournalismus aktuell.

 Der Medienmainstream versucht, Sahra Wagenknecht zu demontieren.
In langen Debattenbeiträgen versuchen Vertreter des Mainstreams immer wieder,
den Vorwurf der eigenen Voreingenommenheit und Einseitigkeit zu entkräften.
Ein Blick auf den Umgang mit Sahra Wagenknecht zeigt, wie hoffnungslos dieses Unterfangen ist. Manipulation in Mainstreammedien ist lediglich ein Mythos, wer „Lügenpresse“ sagt, outet sich damit als ein verwirrter Spinner, der einfach die Realität nicht anerkennen will.
    Zu glauben, deutsche Redaktionen würden in politisch relevanten Bereichen
eine bestimmte Linie verfolgen, ist nur die Folge der eigenen paranoiden Störung. Und schließlich: Wer postuliert, im Mediensystem neigen die etablierten Kräfte –
wie in jedem anderen sozialen Feld auch – dazu, die eigene Hegemonie aufrecht- zuerhalten, bezieht sich damit nicht etwa auf den legendären französischen Sozio- logen Pierre Bourdieu, sondern ist lediglich ein Verschwörungstheoretiker.
    Ein wesentlicher Teil des deutschen Medienbetriebes arbeitet unermüdlich daran, die oben zusammengeführten Deutungsmuster in Umlauf zu bringen und aufrecht- zuhalten. Dabei entstehen viele schlaue Artikel, mindestens genauso viele schlaue Menschen treffen sich zu Podiumsdiskussionen oder halten Vorträge zu diesem Thema. Mediendiskurs hatte schon immer einen besonders elitären intellektuellen Anstrich. Die Gefahr, dass die Diskutanten sich in ihre eigenen Gedanken verlieben und bald gänzlich vergessen haben, wieso sie überhaupt zur Debatte zusammen gekommen sind, ist dabei überaus hoch.
    Das wäre alles durchaus vertretbar, wenn die Mainstreammedien nicht zugleich beweisen würden, dass die Vorwürfe der Verdrehungen, der Manipulation, der Auslassung und eben oft auch der Lüge mehr als berechtigt sind. In besonderem Maße belegt dies der mediale Umgang mit der Fraktionsvorsitzenden der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht. Wagenknecht stört. Auch über ihre Parteigrenzen hinweg gilt die 47-Jährige als kompetente politische Kraft, deren Argumente sich lohnen, gehört zu werden. Frühere plumpe Diffamierungsversuche seitens des Axel- Springer-Verlages mit dem Inhalt „Hier speist Kommunisten-Sahra Hummer“, sind kläglich gescheitert.
    Mit einem ganzen Arsenal von Diskreditierungsversuchen bemüht sich der Mainstream nun erneut, Wagenknecht in Misskredit zu bringen. Die erste Vorlage dafür bot ein Doppelinterview, welches die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) mit der Linken und der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry führte. Streitgespräche sind ein übliches Format des Journalismus, um gegensätzliche Positionen möglichst klar erkennbar zu machen.
                                                     Florian Hauschild
     Dazu:
     Frauke Wagenknecht? Sahra Petry?
Links und rechts, das war einmal, ist veraltet. Besser noch: Es ist eigentlich dasselbe. Massentauglich wurde diese Einschätzung, als immer montags Leute zur Friedensdemo aufbrachen und sich in deren Umfeld politisch suspekte Personen einstellten. Selbst der Initiator der Montagsmahnwachen hielt links und rechts für überkommen – und darüber hinaus für verkommen. Nennenswerte Unterschiede zwischen den Richtungen wollte er nicht feststellen. Diverse Bundesregierungen leisteten gute Vorarbeit, über Jahre hinweg setzten sie rechten Terror mit linken Sachbeschädigungen gleich und taten so, als sei Extremismus, ganz gleich woher stammend, immer dieselbe Chose. Und so war es letztlich folgerichtig, dass Pegida auch zu dieser Haltung kommen musste. Besorgte Bürger äußern sich von jeher in dieser Form und brüllen was von "Lechts und Rinks" in die Mikros, und man müsse diese ollen Kategorien überwinden, betonen aber gleich-zeitig, dass sie selbst bestimmt keine Rechten seien. Versprochen! Sie können halt nur
die »grün-rot versiffte Politik« (AfD-MdL Meuthen) im Lande nicht leiden.

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Der Anti-Putin-Hass
Deutscher Journalismus ist blind und blöd.
Die Süddeutsche Zeitung und ihre „Recherche-Sensation“:
Panama-Papers
Von Ulrich Gellermann / 5. April 2016

Vorausgeschickt: Ich bin kein Freund von Putin. Wie ich auch kein Freund von Obama bin. Beide sind Sachwalter oligarchischer Interessen. Und ich bin kein
Freund von Oligarchen. – Ich bin ein Freund des echten Journalismus. Ein Freund solcher Kollegen, die sich den Verstand weder von Abhängigkeitsverhältnissen
noch von eigenen Vorurteilen trüben lassen. Doch der Wunsch nach solchen
Freunden macht einsam.


Mit großem Pomp segelt durch die deutschen Medien die Enthüllung über eine Briefkastenfirma in Panama, die allerlei Gelder aus allerlei Ländern von allerlei Leuten ins steuerliche Nirgendwo geschleust hat. Brav, sollte man sagen. Doch nahezu alle Schlagzeilen enthalten den Namen Putin: „Das ist Putins Zirkel der Macht“ (FOCUS), „Offshore-Deals reicher Putin-Freunde“ (DER SPIEGEL), „Geflecht von Briefkastenfirmen Putin-Vertrauter“ (TAGESSCHAU). Aber den wirklichen Höhepunkt leistet sich der Aufmacher der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG: „Die heimlichen Millionen-geschäfte des Putin-Zirkels“. Begleitet von handcolorierten Portraits im HÖRZU-Stil der 1960er Jahre und gefolgt von nahezu drei ganzen, großen SZ-Seiten zum Thema.

Da kreißt der Berg und kreißt, um dann einen einzigen Namen zu gebären: Den
eines Cellisten aus Putins Umgebung, der in Panama einen Briefkasten unterhielt. Kein Messi-Aufmacher, kein Poroschenko-Aufmacher, obwohl die - anders als
Putin - höchstselbst einen Briefkasten in Panama hatten.


Panama: Ein Land, das mal zu Kolumbien gehörte und von den USA gewaltsam „selbstständig“ gemacht wurde. Ein Land das mal einen Präsidenten hatte, der 16 Jahre lang auf der Gehaltsliste der CIA stand, und als er mal nicht botmäßig war,
vom US-Präsidenten George Bush mit einer 24.000-Soldaten-Invasion inhaftiert wurde. Ein Land, das bis heute von den USA dominiert wird. Dessen offizielle Zahlungsmittel der US-Dollar ist. So ein Land kann nichts unternehmen, was die USA nicht wollen. Aber die wollen offenkundig das Steuerschlupfloch nicht schließen. Man könnte ja auf ein hauseigenes Steuerflüchtlings-Asyl aufmerksam werden.


Denn seit Jahr und Tag leisten sich die USA einen ganzen Steuerflucht-Staat:
Den zweitkleinsten ihrer Bundesstaaten - Delaware. Dort hat eine Kaum-Bis-Nix- Steuerpolitk etwa 600.000 Briefkastenfirmen angelockt. Neben der Elite der US-Wirtschaft – Apple, Google, Coca-Cola, Wal-Mart und Berkshire Hathaway von Warren Buffett – residieren dort auch deutsche Firmen unbehelligt: Die Familien Porsche, Piëch und Quandt, der Verleger Hubert Burda, die Kaffee-Dynastie Jacobs und die Bank-Sippe derer von Finck haben dort eine feine Adresse. Das wäre ein Recherche-Projekt, da gäbe es Namen und sozial unsittliche Verhält nisse zu enthüllen: Ganze Fortsetzungsromane wären zu erwarten.


Aber die Oligarchen-Familie du Pont de Nemours (sie besitzt den weltgrößten Chemiekonzern, ist dick im Sprengstoff-Geschäft und Inhaber eines fetten General Motors-Anteil, der Clan verfügt über ein Milliarden-und-Abermilliarden-Vermögen) unterhält in Wilmington, der größten Stadt des Steuerbetrugs-Staates Delaware, seit 1903 den „Wilmington Trust“, die erste grosse Familienstiftung der USA. Und an
den du Ponts kommt keiner vorbei:
Nicht diverse US-Präsidenten und offenkundig auch nicht die „400 Journalisten aus 80 Ländern, die ein Jahr zusammen gearbeitet haben“ wie uns die SÜDDEUTSCHE hochtrabend wissen lässt.

Wer genau deckt den Delaware-Steuerbetrug? Wer von den Clinton-Wahlspendern
zum Beispiel hat sein Geld in Delaware? Welche Rolle spielt denn der organisierte US-Steuerschwindel im TTIP-Abkommen? Und wo bleibt das Interview mit dem deutschen Finanzminister zu diesem Thema? Das alles wäre bereits ein erstes Gerüst für ein solides journalistisches Projekt. Weitere Hilfen könnten den Kollegen auf Nachfrage geliefert werden. Zu fürchten ist allerdings, dass ein solches, wirklich spannendes Vorhaben an der landesüblichen Feigheit scheitern wird.


Statt dessen: Putin. Seit dem Tag, an dem der russische Präsident den Kapital-
Transfer aus Russland in den Rest der Welt weitgehend gestoppt hat, steht er auf
einer Hass-Liste westlicher Medien. Es sind dieselben, die stets von der Freiheit des Marktes tönen, hingegen der russischen Konkurrenz keinen Platz lassen wollen. Erneut beweisen deutsche Medien, dass dieser organisierte Hass blind und blöd macht. Zu blöd, sich von den FREUNDEN in den USA zu lösen, sind sie freiwillig blind für die Gefahr, die sich aus dieser einseitigen Haltung für die Deutschen ergibt. Eine Gefahr, die in Afghanistan, in Libyen und Syrien zu besichtigen ist.


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  Springers Flagschiff auf gewohntem Kurs
          “Hohe Lohnkosten: Deutschland ruiniert sein Erfolgsmodell“
Alarm: In Deutschland steigen Lohnkosten schneller als im EU-Schnitt. Gleichzeitig stagniert die Produktivität. Diese Kombination ist äußert gefährlich für die Wirtschaft. Die deutsche Industrie schlägt bereits Alarm. Dass Deutschland wirtschaftlich trotzdem (noch) gut dasteht, liegt am schwachen Euro, der den Exporteuren hilft. Von außen betrachtet wirkt die deutsche Wirtschaft wie eine einzige blühende Landschaft. Die Exporte brummen, der Arbeitsmarkt bewegt sich rasant Richtung Vollbeschäftigung, und der Wohlstand wächst wie lange nicht mehr. Doch am Horizont ziehen Probleme auf. Probleme, die der deutschen Erfolgsgeschichte bald den Garaus machen könnten. Eine der Fehlentwicklungen sind aus dem Ruder laufende Lohnkosten. Steigende Löhne und Gehälter sind für die Wirtschaft im Prinzip nichts Schlechtes. Solange sie sich im Einklang mit der Produktivität entwickeln, können alle davon profitieren. Doch in letzter Zeit ist das nicht mehr der Fall. Deutschlands Lohnkosten eilen der Produktivität davon. Die deutsche Position auf dem Weltmarkt verschlechtert sich, und zwar stärker als bisher bekannt. Das zeigen jetzt Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln), die der „Welt“ vorab vorliegen.                      Wortlaut: DIE WELT / 18.10.2016
     Anmerkung NDS-J.A.: Natürlich erwartet man von einer bezahlten Lobby-Organisation wie dem Institut der deutschen Wirtschaft nur Meldungen mit „Spin“.
Aber das hier ist eine groteske Verzerrung, das Selbstbild einer Magersüchtigen, die
sich viel zu fett findet. „Hohe Lohnkosten“ in einer Volkswirtschaft, deren Löhne um
20% zu niedrig sind? „Erfolgsmodell“ soll eine Wirtschaft sein, die Jahr für Jahr Rekord-Außenhandelsüberschüsse „erwirtschaftet“ und über 8 Prozent ihrer Waren ans Ausland verschenkt und damit die Volkswirtschaften der Handelspartner ruiniert? Kein Wort zu der zu niedrigen Inflation bzw. Nahe-Deflation in der Eurozone und zur Arbeits-losigkeit, die Deutschland in den Rest der EU exportiert hat; „Vollbeschäftigung“ und „Fachkräftemangel“ statt einer realistischen Beschreibung der Massenarbeitslosigkeit… 
    Am besten gefällt die Passage, „Seit 2010 sind die Löhne in unserer Industrie um
19 Prozent gestiegen, die Produktivität aber nur um fünf Prozent.“ 19 % (bis 2017?)
sind die *nominalen* Lohnsteigerungen; das Phänomen heißt allgemein „Inflation“,
ist dem Hauptgeschäftsführer von Gesamtmetall aber anscheinend nicht bekannt.
    Einer Passage kann man sogar zustimmen: „Eine der Fehlentwicklungen sind aus
dem Ruder laufende Lohnkosten. Steigende Löhne und Gehälter sind für die Wirtschaft im Prinzip nichts Schlechtes. Solange sie sich im Einklang mit der Produktivität ent- wickeln, können alle davon profitieren.“ Komisch nur, dass das IW Köln an der Lohn-
entwicklung in den letzten 20 Jahren -- stagnierend oder sogar rückläufig und eben nicht parallel mit der Produktivität -- nichts auszusetzen hatte. „aus dem Ruder gelaufen“
sind die Löhne *nach unten*.

     Dazu:
„Die Welt“ bewirbt sich um den Preis für die dreisteste pseudo-ökonomische Lesertäuschung des Jahres
Das Arbeitgeberinstitut IW hat am Dienstag einen etwas einseitigen, aber harmlosen und sachlich korrekten Kurzbericht zur Wettbewerbsfähigkeit mit dem Titel „Auf die Kosten kommt es an“ veröffentlicht. Gemeinsam mit der Welt wird daraus in einer groß aufge-machten Vorabberichterstattung ein ökonomisch abseitiges und vor sinnentstellenden Auslassungen strotzendes Plädoyer für niedrige Löhne. Die harmlose und wenig über- raschende Botschaft des IW-Artikelchens ist, dass sich größere langfristige Verände-rungen der Kostenposition (unter Einschluss der Wechselkurseffekte) auf die Marktan- teile im internationalen Handel auswirken.  Und was macht Die Welt in Zusammenarbeit mit den immer wieder zitierten Experten des IW im Aufmacher ihres Wirtschaftsteils daraus? Einen Text (Kurzfassung online), den ich wegen der Dichte des Anschauungsmaterials allen Dozenten für VWL-Einführungskurse und Wirtschaftsjournalismus als abschreckendes Beispiel anemp-fehlen möchte. Es fängt an mit zwei Sätzen dazu, wie gut es Deutschland wirtschaftlich geht. Dann läutet gleich die Alarmglocke:„Doch am Horizont ziehen Probleme auf, Probleme, die der deutschen Erfolgsgeschichte den Garaus machen könnten. Eine der Fehlentwicklungen sind aus dem Ruder laufende Lohnkosten.“ Der Autor räumt immerhin noch ein, dass steigende Löhne nicht grundsätzlich etwas Schlechtes sind. Sie müssten sich aber in Einklang mit der Produktivität entwickeln, behauptet er. Das ist falsch. Man fragt sich unweigerlich: Wer soll eine Zeitung, die mit so etwas ihren Wirtschaftsteil aufmacht, als Informationsmedium noch ernst nehmen?
                                                                                                           Norbert Haering

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        Modell für aktuelle Propagandakriege

    Am 23. 8. 2016 veröffentlichte der australische Journalist John Pilger auf seinem
Blog
johnpilger.com unter dem Titel Mit den Medien einen Atomkrieg provozieren einen Beitrag, in dem er darauf hinwies, dass der frühere serbische Ministerpräsident Slobodan Milosevic (1941–2006) vom „Internationalen Strafgerichtshof für das frühere Jugoslawien“ (ICTY) stillschweigend freigesprochen wurde, ohne dass eine breitere Öffentlichkeit davon Notiz nahm. Pilger schrieb u.a.: Die Entlastung eines Mannes, der wegen schlimmster Verbrechen angeklagt war, unter anderem des Völkermords, machte keinerlei Schlagzeilen. Weder BBC noch CNN berichteten darüber. Der  Guardian erlaubte einen kurzen Kommentar.“ (…) Sämtliche deutschen Medien verschweigen den Vorgang. Das ICTY in Den Haag hat den verstorbenen serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic in aller Stille von Kriegsverbrechen freigesprochen, die während des bosnischen Krieges von 1992 bis 1995 begangen wurden, einschließlich des Massakers von Srebrenica.
    Pilger weiter: „Weit entfernt davon, sich mit dem verurteilten Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, zu verschwören, opponierte demnach Milosevic gegen ihn und verurteilte ethnische Säuberrungen entschieden. Er versuchte, den Krieg zu stoppen, der Jugoslawien auflöste. Diese Wahrheit, die am Ende von 2.590 Seiten des Urteils über Karadzic vom vergangenen Februar begraben wurde, zertrümmert einmal mehr die Propaganda, mit der die NATO ihren illegalen Angriff auf Serbien 1999 rechtfertigte.“ (…)
     „Milosevic war das Opfer von Kriegspropaganda, die sich heute wie eine Sturzflut über unsere Bildschirme und Zeitungen ergießt und große Gefahr für uns alle signalisiert. Er war der Prototyp eines Dämons. Von den westlichen Medien wurde er als der ‚Schlächter vom Balkan‘ verunglimpft, der für ‚Völkermord‘ insbesondere in der sezes-sionistischen jugoslawischen Provinz Kosovo verantwortlich sei. Das war die Rechtfer-tigung für das NATO-Bombardement.“
Einer der Verursacher und Propagandisten,
ein Hauptverantwortlicher für den Bruch des zuvor tausendfach beschworenen Prinzips „Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen“: der Herr Bundes-außenminister a.D. Joseph Fischer, figuriert heute noch immer hochgeachtet als Elder Statesman, von Konzernführungen als ‚Berater‘ mit Millionen honoriert und von Medien wie der Süddeutschen Zeitung stolz als Exklusiv-Gastkolumnist gedruckt. Parallelen zu der Kriegsverbrecherfigur Henry Kissinger drängen sich auf.
 (…)
     „Das NATO-Bombardement auf Jugoslawien war Modell für Washingtons folgende Invasionen in Afghanistan, Irak, Libyen – und die verdeckte in Syrien. Alle können als Hauptkriegsverbrecher im Sinne der Nürnberger Prozesse bezeichnet werden. Alle hingen von Medienpropaganda ab. (…) Die Verbeugung vor den Vereinigten Staaten und ihren Kollaborateuren als einer gütigen Kraft, die ‚Gutes bringt‘, bestimmt entscheidend den westlichen etablierten Journalismus. Sie sichert auch, dass die Schuld an der gegenwärtigen Katastrophe in Syrien ausschließlich Baschar Al-Assad gegeben wird.
Der Westen und Israel haben sich seit langem verschworen, ihn zu stürzen – nicht wegen irgendwelcher humanitärer Sorgen, sondern um Israels aggressive Macht in der Region zu stabilisieren.“ (…)
     „Langfristiges Ziel dieser Politik ist, Russland eine Rolle als entscheidendem Verbündeten im Mittleren Osten zu verweigern. Das ist Teil eines Zermürbungskriegs
der NATO gegen die Russische Föderation, der sie eventuell zerstört. Das atomare
Risiko liegt auf der Hand, auch wenn es von den Medien der ‚Freien Welt‘ beschwiegen wird. Kommentatoren der Washington Post, die seinerzeit für die Fiktion angeblicher Massenvernichtungswaffen im Irak Reklame machten, fordern heute, dass Obama Syrien militärisch angreift. Hillary Clinton, die ihr Vergnügen über die US-Henkerrolle bei der Zerstörung Libyens öffentlich machte, hat wiederholt erklärt, dass sie als Präsidentin ‚weiter gehen‘ würde als Obama.“

 

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 Ende des Journalismus, wie wir ihn kannten?
   Antworten von Ulrich Teusch, Politikwissenschaftler, Blockbetreiber, Autor
     des Buchs „Lückenpresse“ /
 im Gespräch mit der WS „Hintergrund“ (9.9.2016)

    Der amerikanische Journalist Charles Lewis und seine Mitarbeiter haben nachgezählt,
wie viele Lügen die Bush-Administration zum Irak-Krieg im Jahr 2003 in Umlauf gesetzt hat: insgesamt 935! Diese Lügen wurden ganz selbstverständlich, ohne kritische Prüfung gedruckt und gesendet – mit desaströsen Folgen, wie wir wissen. Das wirft wichtige Fragen auf. Dennoch: Das eigentliche Problem sind nicht Lügen, sondern Lücken. Die entstehen, wenn Nachrichten regelrecht unterdrückt werden. Der Begriff bezieht sich auch auf die Nachrichtengewichtung. Die eine Nachricht wird hochgespielt, die andere wird bewusst unten gehalten. Oder auf die Kontextualisierung von Nachrichten: Die eine Nachricht wird tendenziös eingebettet, mit einem „spin“ versehen, die andere nicht. Und so weiter. Dann
gibt es die „double standards“ = Messen mit zweierlei Maß. Die Mechanismen verstärken sich wechselseitig, und wenn sie in Regelmäßigkeit auftreten oder sich bei bestimmten Themen zu flächendeckendem Phänomen auswachsen, entstehen Narrative = große jour- nalistische Deutungsmuster oder Erzählungen. In diese werden neu einlaufende Informa-tionen eingeordnet. Wenn sie ins Narrativ passen, ist ihnen Aufmerksamkeit gewiss, falls nicht, trifft sie das Lückenschicksal.
  
Mainstream
    Was man alles berichten könnte, steht in groteskem Missverhältnis zu dem, was man tatsächlich berichten kann. Trotzdem suggerieren führende Medien, dass sie umfassend informieren und kommentieren. Warum sonst sollte sich eine Nachrichtensendung „Tagesschau“ nennen, warum sonst trägt eine Zeitung den Namen „Die Welt“? Es ist natürlich anmaßend, weil gar nicht einlösbar. Aber er ist natürlich anmaßend, weil gar nicht einlösbar. Das war schon immer so, das kann sich auch nicht ändern. Allerdings ließe sich das Problem ein wenig mildern, wenn es innerhalb des Mainstreams genügend Pluralität gäbe. Dann würde das eine Medium zwar eine Lücke hinterlassen, das andere sie aber füllen. Doch das ist immer seltener der Fall. Was wiederum mit der zunehmenden Homogenisierung, dem Gleichklang des Mainstreams zusammenhängt: Er entwickelt sich immer stärker zu einer interessengeleiteten Formation. Der mediale Mainstream ist deckungsgleich mit dem politischen Mainstream. Wenn es dort Kontroversen gibt, spiegeln die Mainstreammedien sie wider-– in Berichterstattung wie in Kommentierung. Wenn der politische Mainstream sich weitgehend einig ist, dann ist es auch der mediale. Und wenn sich außerhalb des politischen Mainstreams Alternativen bilden, links oder rechts davon, macht der mediale Mainstream häufig geschlossen Front dagegen. Das kann man aktuell beobachten am Beispiel des linken Labour-Vorsitzenden Jeremy Corbyn, wo nicht nur die Kommentierung, sondern auch die schlichte Berichterstattung extrem einseitig ist. Das ist durch zwei wissenschaftliche Studien belegt worden. Eine davon wurde von der London School of Economics erstellt, die in der Einseitigkeit der Berichterstattung sogar eine Gefährdung demokratischer Prozesse erkennt und den Medien vorwirft, vom „Wachhund“ zum „Kampfhund“ zu mutieren. Das Gleiche kann man bei geopolitischen Konflikten beobachten, in die „der Westen“ involviert ist – etwa in der Russland- oder Syrien-Berichterstattung.
   
Selbstzensur
    Auch Selbstzensur ist selbstverständlich ein Thema. Man denke an das große Heer der freien Mitarbeiter, die oft in prekären ökonomischen Verhältnissen leben. Die werden sicher einen Themenvorschlag so formulieren, dass er Chancen hat, von redaktionellen Schleu-senwärtern durchgelassen zu werden. Eine Umfrage unter US-Journalisten aus 2000: Vierzig Prozent bestätigten, dass Selbstzensur eine wesentliche Rolle spiele. Solche Umfragen sind natürlich anonym. Wenn Journalisten offiziell auf angesprochen werden, fallen die Antworten anders aus. Schon dieses Sich-bedeckt-halten bei einem so neuralgi- schen Punkt könnte man als eine Form der Selbstzensur deuten. Warum reden sie nicht offen darüber oder schlagen Alarm? Im breiten mittleren Streifen des Journalismus agieren viele Leute, die angepasst sind, opportunistisch, konformistisch, karrieristisch – oder naiv, manchmal auch schlicht inkompetent. Und das ist immer in gewisser Weise mit Selbstzensur verbunden. Beispiel Narrative: Dass die Politik Narrative in die Welt setzt, ist zu verstehen; da geht es um hand- feste Interessen. Aber dass Journalisten solche Narrative bedienen, ist absolut inakzeptabel und indiskutabel. Ein Journalismus, der sich Narrativen fügt, ist ein Widerspruch in sich.
Er kann schlimme Folgen haben. Hätten sich britisch-amerikanische Journalisten vor dem Irak-Krieg 2003 nicht dem „Saddam-muss-weg“-Narrativ verschrieben, wären sie vielleicht eher bereit gewesen, die unzähligen Lügen von Bush, Blair & Co. einer professionellen Überprüfung zu unterziehen. Aber natürlich erfordert es Courage, sich einem dominanten Narrativ zu widersetzen – womit wir wieder beim Thema Selbstzensur wären.
 
 Besitzverhältnisse
….. Das systemische Problem besteht in den medialen Besitz- und Kontrollverhältnissen.
Da gibt es im Mainstream nur drei große Varianten: privatwirtschaftliche, staatliche und öffentlich-rechtliche Organisationsformen. Welche bietet die besten Voraussetzungen für integren, unabhängigen Journalismus? Die staatliche? Eher nicht. Die privatwirtschaftliche? Man bedenke, dass sich in den USA Anfang der 1980er Jahre noch fünfzig Unternehmen
den Medienmarkt teilten und es heute nur noch sechs Mega-Konzerne sind. In einer Krisen-Epoche wie gegenwärtig machen sich diese Besitz- und Kontrollverhältnisse in den Main- streammedien deutlicher bemerkbar. Wenn die Polarisierung zunimmt, positioniert sich der Mainstream seitens der etablierten Ordnung. Aus Mainstreammedien werden Establishment-Medien. Um dieses Problem machen Journalisten gern einen großen Bogen, weil sie sich dann zwei Fragen stellen müssten: Kann ich, wenn ich zum Beispiel in einem großen Medienkonzern arbeite, eigentlich integren, unabhängigen Journalismus betreiben? Und wenn ich schon dort arbeite, warum gerate ich mit diesen Strukturen nicht viel öfter in Konflikt?
 
Besserungen?
Was man konkret tun kann? Erstens müssen wir Medienkritik präzise, differenziert und in seriöser Form vortragen.  Zweitens müssen wir – Medienkritiker wie Journalisten – die
noch verbliebenen Refugien des integren, „nach bestem Wissen und Gewissen“ arbeitenden Journalismus mit Zähnen und Klauen verteidigen. Dittens müssen wir Alternativmedien unterstützen. Von denen gibt es,  im Internetzeitalter, immer mehr. In manchen Ländern,
etwa den USA oder auch Großbritannien, bilden sie bereits eine echte Macht. Wenn sich der Mainstream im Mainstream nicht ändert – und dafür gibt es keine Anzeichen, im Gegenteil –
können Alternativmedien eigentlich nur an Terrain gewinnen.


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                      30. September 2016 NDS | Fragesteller: Jens Wernicke
   Tricksen und Täuschen in der ARD
                                   Gespräch mit Maren Müller


Medienkritik und Aufklärung über Meinungsmache, Reformlügen und den Machtwahn von Eliten und Politik: Immer mehr Mediennutzer emanzipieren sich, immer häufiger gibt es Programmbeschwerden oder Radikalkritik.Eine solche listet die Ständige Publi-kumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien, die sich für Medienkompetenz und die demokratische Mitsprache bei der Umsetzung des gesellschaftlichen Programmauftrages der Medienanstalten stark macht. So in der soeben veröffentlichten Expertise „Das Ende des Informationsjournalismus – Storytelling in der ARD-Griechenlandberichterstattung 2015“, die kein heiles Haar an der ARD-Berichterstattung zu Griechenland lässt und die tagtäglichen Methoden der Manipulation konkret beim Namen nennt.


Frau Müller, gerade erschien auf der Webseite der Ständigen Publikumskonferenz eine pointierte sowie sachlich fundierte Fundamentalkritik an der Griechenland-Berichterstattung der ARD, in der anhand konkreter Beispiele ein komplexes Manipulations-Geflecht offengelegt wird. Tricks und Täuschungen werden dabei ebenso benannt wie das Geflecht der „heimlichen Verführer“ im Hintergrund, um deren Interessen es geht. In zwei Sätzen: Was werfen Sie der ARD konkret vor?
Da hat sich einiges angesammelt. Wir werfen der ARD vor, entgegen der Vorgaben des Rundfunkstaatsvertrages das Publikum mit Desinformation, Falschaussagen und Auslassungen wichtiger Informationen über Wochen und Monate regelrecht überzogen zu haben. Die Griechenlandberichterstattung der ARD – explizit von Tagesschau und Tagesthemen – war einseitig, regierungskonform, manipulativ, feindselig, verleumderisch und in Teilen geradezu absurd ob ihrer boulevardesken Erzählweise.
     Durch die inflationäre Verbreitung national-stereotypischerKlischees im Zusammenhang mit den griechischen Staatsschulden wurden bei der deutschen Bevölkerung niedere Instinkte wie Neid, Hass, Zynismus und offener Rassismus geweckt sowie Zwietracht unter den europäischen Nachbarn gesät.
     Unter Verletzung ihres gesetzlichen Auftrages hat die ARD somit in manipulativer Weise Ressentiments geschürt und Feindbilder kreiert, die den Zusammenhalt der Völker in Europa gefährden und im eigenen Land die gesellschaftliche Spaltung forcieren. Der Selbstanspruch öffentlich-rechtlicher Redakteure ist in der Regel die „Einordnung“ (welt-)politischen Geschehens für das Publikum. Diese Art der Einordnung hat allerdings mit Journalismus oder gar mit wahrhaftiger Information herzlich wenig zu tun.

 

Im Text ist von der Technik des „Storytelling“ die Rede. Und es wird diesbezüglich die Leiterin der Abteilung Innenpolitik des NDR, Anja Reschke, mit dem Satz: „Leider haben das die Leute gemerkt, dass auch unsere Berichte geprägt sind“ zitiert…
Storytelling bedeutet nichts Anderes als „Aufmerksamkeit holen und halten“ und spricht primär die Gefühlsebene des Zuschauers an. „Erzählen statt berichten“ ist die Devise. Durch Emotionalisierung, Unterhaltung und eine möglichst spannende Dramaturgie soll der Zuschauer davon abgehalten werden, sich der „Information“ durch Wegzappen oder anderweitige Verweigerung der jeweiligen Angebote zu entziehen. Es geht den öffentlich-rechtlichen Anstalten dabei vorrangig um Quote, um Legitimation, um die dauerhafte Aufmerksamkeit des Rezipienten und natürlich um die subtile Vermittlung gewünschter Botschaften. Durch bestimmte Erzähltechniken wird die Kernaussage hübsch verpackt in einer Story auf eine unterschwellige Art und Weise an den Zuschauer gebracht. Es gibt eine ganze Reihe von Kommunikationsstrategen, die hierzu forschen und lehren – einige davon finden sich sogar an der Medienakademie von ARD und ZDF.
     Storytelling wird seit Ende der 90er Jahre als Kommunikationsstrategie in Politik, Militär und Wirtschaft praktiziert und ist eine wirkungsvolle Kommunikationswaffe in den Händen von Spin Doktoren, Lobbyisten und anderen PR-Profis. Denn in der Politik, in der Produktwerbung, im Marketing und selbst in der Kriegsführung und -vorbereitung wird mit einfachen Geschichten oft eine größere Wirkung erzielt als mit schnöden Fakten. Wir erinnern uns etwa an die 1000-fach medial kolportierte Brtukastenlüge, die den Irak-Krieg moralisch zu legitimieren half, rührend und tränenreich vorgetragen von einem jungen Mädchen. Wer fragt da noch nach Fakten?
     Damit stellt sich allerdings wiederholt die Frage nach dem Verhältnis zwischen dem zur Neutralität verpflichteten öffentlich-rechtlichen Journalismus und PR, deren Ziel
die „Konstruktion wünschenswerter Welten ist.

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                            "Guter Journalismus druckt das ab,
                    was andere nicht abgedruckt sehen wollen.
                               Alles andere ist Propaganda."

                                                   George Orwell
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    (Fortsetzung)  Storytelling ...
   
... ist also in meinen Worten: die Demagogie der Oberen,   mit der sie
  uns auf ihre Weltsicht und Werte einzuschwören suchen? „Gut gegen Böse“,
  „Krieg im Auftrag Gottes“, wie es bei Bush hieß, oder eben „Krieg gegen die
  neuen Hitlers dieser Welt“, wie es beim Kosovo-Krieg hieß?

Ja, es geht um eine Erzähltechnik, die starke moralische Bewertungen kolportiert, so
dass die durch sie zu ziehenden Schlüsse massiv begrenzt und also vorgeprägt sind.
Eben das hat Anja Reschke wohl auch gemeint: „Wir Journalisten sind uns sehr bewusst, dass wir die Leute seit Jahr und Tag auch erziehen – dummerweise haben sie das nun mitgekriegt.“

Gut, die Manipulation geschieht also durch Sprache, Erzählweise und … „Dramaturgie“?
Ja und nein. Denn im Grunde spricht nichts dagegen, Informationen durch pointierte Sprache dramaturgisch spannend und unterhaltsam für den Rezipienten aufzubereiten. Laut des US-amerikanischen Linguisten und Politikberaters Lakoff ist es für gewöhnlich sogar der einzig funktionierende Weg, die tatsächlichen Mechanismen des Denkens zu benutzen – Weltsichten, Frames, Metaphern, Emotionen, Bilder oder persönliche Geschichten. Jedoch hat bei der Berichterstattung öffentlich-rechtlicher Medien die Information des Publikums im Vordergrund zu stehen und nicht die selbstgestrickte Legende.Innerhalb der untersuchten Griechenlandberichterstattung im Jahr 2015 wurde durch die konsequente, schwarz-weiß-gefärbte Erzählweise, die sich jeglicher seriöser journalistischer Kategorie entzieht, ein Bild von unseren griechischen Nachbarn gezeichnet, welches perfider nicht hätte sein können.
     Unser Autor stellt dazu fest: „Das stereotypenspezifische Werte-Framing wirkt stark polarisierend. Es aktiviert und bestätigt zugleich das im Langzeitgedächtnis gespeicherte Stereotyp von den chaotischen, unzuverlässigen, trickreichen, unpünktlichen, unbeherrschten, faulen (= reformunwilligen) und verschwenderischen Südeuropäern, die angeblich die (nord-) „europäischen Gepflogenheiten“ (Rolf-Dieter Krause) missachten.“ Wenn die sachliche Debatte um ökonomische Lösungen für die griechische Schuldenkrise von einem medial inszenierten Theater über vermeintliche deutsche Sekundärtugenden übertönt und ein international anerkannter Wirtschaftsprofessor wie Yanis Varoufakis dem Publikum als halbstarker und trickreicher Ganove verkauft wird, dann ist diese Art der Informationsvermittlung mehr als verzichtbar. Sie ist für die freie Meinungsbildung wertlos – wie jede Form der Propaganda.

Sie legen verschiedene Strategien der „versteckten Argumentation“ offen. Um was geht es dabei?
Persuasive Kommunikation hat das Ziel, Einstellungen von Kunden oder auch Rezipienten zu beeinflussen bzw. zu verändern. Verständigung oder gar Informationsaustausch sind nachrangig. Die Techniken sind in verschiedene Kategorien einteilbar: die Nutzung spezieller Erzähltechniken durch die Journalisten, der Einsatz rhetorischer Strategien, die verdeckte Argumentation durch interessengeleitetes Framing und der Gebrauch semantischer, visueller oder auditiver Trigger.

Das klingt doch ein wenig sehr akademisch und erschließt sich nicht gleich. Skizzieren Sie doch bitte aus jedem Bereich ein konkretes Beispiel – und sagen mir vor allem auch, was der immer häufiger genutzte Begriff des „Framing“ eigentlich meint.
Die Erzählhaltung des Journalisten, die sich je nach Thema und politischer Gemengelage zwischen affirmativ-nah oder kritisch-distanziert bewegt, vermag zum Beispiel den uninformierten Zuschauer zur Bestätigung eines bestimmten Akteurs oder aber auch zu dessen Abwertung bewegen. Affirmativ-nah wurden im Konflikt beispielsweise immer die Kanzlerin und der Bundesfinanzminister dargestellt und die griechische Regierung natürlich immer kritisch-distanziert. Letztere Erzählhaltung kann beim uninformierten Zuschauer leicht zur Abwehr, zur Entsolidarisierung und zur Herausbildung von Stereotypen führen.
     Interessengeleitetes Framing meint einen bestimmten, gleich mitgelieferten Interpretationsrahmen und geht einher mit Falschinformationen, Auslassungen und dem Einbetten von Fakten in fremde Zusammenhänge. Speziell da, wo dies journalistische Authentizitätsnachweise wie etwa O-Töne oder Bilder betrifft, die aus Sicht des Rezipienten den Status von „Wahrheitsbelegen“ haben, handelt es sich dabei um glasklare Verstöße gegen journalistische Kodizes.
     Eine der beliebtesten rhetorischen Strategien ist etwa die Berufung auf sogenannte „Experten“, also das Insistieren darauf, dass es Menschen gibt, die sehr viel mehr wissen als andere, und denen dann auch – als sozusagen autoritärer Appell – unbedingt Glauben zu schenken ist. Am kuriosesten sind dabei sicher die „Terrorexperten“, die vom kuscheligen Studio aus terroristische Vorfälle bewerten, einordnen und kommentieren. Die Legitimität eines zuvor von der Moderation verkündeten Standpunkts soll durch die Berufung auf eine vermeintliche Autorität sozusagen bewiesen werden.
     Auch die nachhaltige Denunziation politischer Gegner ist eine beliebte Strategie der öffentlich-rechtlichen Meinungsbildner und erfolgt zumeist über Ad-hominem-Arguentation. Von der inhaltlichen Argumentation des Kontrahenten wird durch einen Angriff auf seine Glaubwürdigkeit – also etwa gen seines Verhaltens, seiner Motive, seines Charakters – abgelenkt. Wer erinnert sich noch an die absurde „Hemd-aus-der-Hose-Diskussion? Um so etwas geht’s: Von Varoufakis‘ ökonomischer Argumentation wurde durch Angriffe auf seine Kompetenz und seine Vertrauenswürdigkeit permanent abgelenkt. Die Glaubwürdigkeit eines Politikers ist jedoch der entscheidende Faktor jeder politischen Auseinandersetzung. Im Fall von Varoufakis erzielte die ARD-Berichterstattung durch manipulative Darstellungen wie diese in Dauerschleife einen Glaubwürdigkeits-Wert, der gen Null tendierte. Rufmord nannte es Varoufakis, und wir schließen uns dieser Meinung an.
     Semantische, visuelle und auditive Trigger verstärken eine bestimmte Botschaft durch bestimmte Wortspiele oder Attributierungen, durch Musik, Geräusche oder entsprechende Bilder. Besonders eindrucksvoll waren in der ARD-Griechenlandberichterstattung die Metaphern aus der bunten Welt der Spiele, wenn es um die wissenschaftliche Disziplin der Spieletheorie ging, in der Yanis Varoufakis bewandert ist. Diese Art der Darstellung eines wissenschaftlichen Erkenntnisinstrumentes kann man getrost als vorsätzliche Verdummung des Publikums bezeichnen.
     Natürlich funktionieren auch Kampagnen gegen unliebsame, kritische Positionen, die den Mainstream infrage stellen, nach genau diesem Schema: All die Denunziation mit Begriffen wie „Verschwötungstheoretiker“, „Querfrontler“, „Antisemit“, „Antiamerikaner“ etc. – immer häufiger sind das semantische Chiffren im Kampf gegen eben nicht das, was man vorgibt zu bekämpfen, sondern gegen die Reste ann sozialoem und friedenspolitischem Widerstand, die es noch hat in diesem Land.

Gab es bezüglich der Griechenland-Berichterstattung auch konkrete Falschdarstellungen? Wenn ja, geben Sie bitte zwei, drei konkrete Beispiele hierfür…
Es gab eine ganze Reihe von Falschinformationen in der Griechenlandberichterstattung, denen wir auch etliche Beschwerden gewidmet hatten. Besonders Rolf-Dieter Krause tat sich mit Falschinformationen, teils unter Berufung auf anonyme Zeugen, in einer Art und Weise hervor, die einem Brüssel-Korrespondenten wenig zur Ehre gereichen.
     „Wenn man dem griechischen Finanzminister zugehört hat, ist das lauter Zeugs, das er auf keinen Fall unterschreiben will“, sagte Krause etwa in einer Schalte anlässlich der Eurogruppensitzung in den Tagesthemen vom 16. Februar 2015. Obwohl Krause bei der entsprechenden Pressekonferenz zugegen war und die entsprechenden Inhalte, Vorschläge und Hemmnisse genauestens kannte, informierte er die Zuschauer der Tagesthemen nicht dem Informationsauftrag entsprechend.
     Laut Varoufakis wurde das zwischen ihm und dem EU- Währungskommissar Pierre Moscovici vor der Sitzung ausgehandelte Papier kurz vor der geplanten Unterschrift des griechischen Finanzministers von Jeroen Dijsselbloem einfach durch ein anderes ersetzt.
Die ARD zeigte dann zwar sogar einen Ausschnitt aus der Pressekonferenz vom 16. Februar 2015, in der Varoufakis diesen Vorgang bekannt machte – sie präsentierte ihren Zuschauern aber einen anderen Ausschnitt.
     Unserer Untersuchung der mehr als 20 bedauerlichen Einzelfälle aus den ersten 4 Wochen der ARD-Berichterstattung über die Syriza-Regierung 2015 können Sie entnehmen, wie das Publikum systematisch und kontinuierlich vorsätzlich desinformiert wurde.

 

Im Gegensatz zur Medienkritik von rechts skizzieren Sie in Ihrem Aufsatz keine große Weltverschwörung finsterer Kreise, sondern Journalisten als Hauptakteure und -täter der täglichen Manipulation. Oder besser: eine Mischung aus eigenen Werturteilen, sozialer Position, ökonomischen Abhängigkeiten und regulären journalistischen Techniken. Ist das „Handwerkszeug“ also selbst schon Teil des Problems? Meine: Sind Journalisten schon so ausgebildet und sozialisiert, dass
ihrer Arbeit oftmals eine gewisse Parteilichkeit immanent ist?

Selbstverständlich sind Journalisten parteilich und agieren in ihrem Berufsfeld ihrer Sozialisation entsprechend. Es gibt in Deutschland für jedes politische Spektrum die entsprechenden Medienangebote – von Jungle World bis Junge Freiheit und dazwischen viel Libertäres, Liberales, Konservatives, Linksgrünes und Esoterisches. Diese Vielfalt der Meinungen ist Ausdruck unserer aufgeklärten demokratischen Gesellschaft, die natürlich über eine grundgesetzlich geschützte Pressefreiheit verfügt und auch alternativen Medienschaffenden Raum für ihre Publikationen gibt.
     Der dauerhafte Erfolg von Albrecht Müller mit den NachDenkSeiten ist beispiels- weise ein Indiz dafür, dass der Bedarf an sachlicher und kritischer Auseinandersetzung
in unserem Land durchaus vorhanden ist und dass Parteilichkeit und das Handwerkszeug an sich eben nicht das Problem sind. Zum Problem werden sie, wo sie in den Dienst von Obrigkeiten gestellt werden und den Journalisten ihr Bemühen um Objektivität und die Kritik an Unrecht, Ausbeutung und Unterdrückung aus Karrieregründen abhanden kommt. So einen „Journalismus“ braucht wirklich kein Mensch.
     Die gesellschaftlichen Erwartungen an den öffentlich-rechtlichen Journalismus aufgrund seiner besonderen Finanzierungssituation und Unabhängigkeit von Werbung und Co. sind dabei naturgemäß höher als die an die privaten Medien. Bis auf wenige Ausnahmen gerieren sich die öffentlich-rechtlichen Korrespondenten aber – und zwar insbesondere jene bei Tagesschau und Tagesthemen – wie ein konzertierter PR-Stab der Bundesregierung. Dass diese Offensichtlichkeit auch in kausalem Zusammenhang mit
der aktuellen Vertrauenskrise der Medien steht, ist Fakt.
     Für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten gelten andere Gesetze als für die Konzernmedien, deren Programm nur dazu da ist, um Geld zu verdienen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bekommen vom Beitragszahler Geld als Gegenleistung
für objektive, wahrheitsgemäße, unparteiische und ausgewogene Berichterstattung.
     Die Wahrheitspflicht des Journalisten ist nach geltendem Recht immer an die Erfüllung der Sorgfaltspflicht gekoppelt, die in der sorgsamen Prüfung, Sichtung und Darstellung von für alle frei zugänglichen Recherchematerialien konkretisiert ist.
Nicht umsonst heißt es in Paragraph 11 Rundfunkstaatsvertrag explizit:
     »Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres
Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung,
die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.«

     Sämtliche Falschdarstellungen innerhalb der Griechenlandberichterstattung wären allein durch die Befolgung professioneller Berufsnormen vermeidbar gewesen und folgten zudem grundsätzlich einem interessengeleiteten Narrativ.
     Als Konsequenz aus diesem Informationsdebakel fragen wir daher aktuell den verantwortlichen Rundfunkrat:

„Wie konnte es nur wenige Wochen nach den selbstkritischen Äußerungen von Chefredakteur Kai Gniffke zur Ukraine-Berichterstattung innerhalb der Griechenland-Berichterstattung erneut zu einer solch eklatanten Missachtung des Rundfunkstaatsvertrages kommen und welche konkreten Maßnahmen gedenkt der Rundfunkrat als Konsequenz zu ergreifen, um in Zukunft die gesetzlich garantierte sachlich-neutrale Berichterstattung innerhalb der ARD-Nachrichtenformate zu gewährleisten?“

Eine Antwort steht -- Sie ahnen es -- nach wie vor aus.
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   Maren Müller, Betriebswirtin aus Leipzig, initiierte im Januar 2014 die sogenannte Lanz-
   Petition und gründete in Folge den medienkritischen Verein „Ständige Publikumskonferenz der 
   Öffentlich-Rechtlichen Medien“, dessen Vorsitzende sie ist.

    
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                        Der schwarze Kanal
-- 
3./4. September 2016:
            Hassschreiber
     Oskar Lafontaine in jW: »Der sogenannte Antiterrorkrieg der USA ist, wie
der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer richtig analysiert,
'ein Terrorzuchtprogramm und erhöht die Terroranschlagsgefahr in Deutschland.'
Bei dieser Auffassung ist Todenhöfer geblieben. Nun äußerte er ..., 'die Hauptschuld am Syrien-Krieg', da widerspreche er dem westlichen Mainstream massiv, 'tragen die Strippenzieher im Hintergrund. Die Großmächte und die Mittelmächte des Mittleren Ostens. Die nach wie vor Waffen in die Region pumpen. An ihrer Spitze die USA. Und Friedensnobelpreisträger Barack Obama. Wann hat dieser Mann sich auch nur ein einziges Mal richtig für einen Frieden in Syrien in die Bresche geworfen. Warum ist dieser Salonpolitiker nie nach Damaskus geflogen?'«

    Wer so über den Staatsterrorismus des Westens redet, hat bei den Kriegsleitmedien
der Bundesrepublik schlechte Karten. DER SPIEGEL, Die Zeit, Süddeutsche Zeitung,
die öffentlich-rechtlichen Sender oder auch die FAZ begreifen sich spätestens seit dem Kosovo-Krieg 1999 und dem Afghanistan-Krieg 2001 als Mitschießorgane. Anders als bis 1990 gibt es keine »Atempausen« mehr im medialen Dauerfeuer. Der neue Kalte Krieg wurde eröffnet, als Russland zu verstehen gab, dass es die Selbstmandatierung
der NATO für den Angriffskrieg auf Jugoslawien als Warnsignal an die eigene Adresse verstand und es dort beinahe zur militärischen Konfrontation kam.
    Der von den USA nach dem 11. September 2001 als »Selbstverteidigung« deklarierte »Krieg gegen Terror« erwies sich als Staatsterror, für den Rechtfertigung herbeigeschafft werden muss. Die Medienfront steht und publiziert wenig oder nichts über die dschiha-distischen Milizen, die bis heute als Fußtruppen der NATO-Staaten fungieren. Jeder Anschlag in Europa oder den USA findet dagegen exzessive Resonanz im medialen Hurrageblöke für die nächste Eskalation.

    Wer wie Todenhöfer Hintergründe benennt, gilt als Feind. So berichtete der frühere Burda-Manager am Montag, dass der Spiegel bei einem Vergleichsbeschluss des Ham- burger Landgerichts 14 strafbewehrte Unterlassungserklärungen abgeben und einen Artikel im Internet löschen musste. Es ging um einen Text, der Anfang 2016 in dem früheren Nachrichtenmagazin erschienen war. Mit der Überschrift »Der Märchenonkel« ließ sich Autorin Özlem Gezer, eine mehrfach preisgekrönte Journalistin, über die Reise Todenhöfers und seiner Begleiter zum »Islamischen Staat« aus.
    Todenhöfers Sohn und Mitreisender, Frederic Todenhöfer, nahm das Verfahrensende zum Anlass, um sich auf dem Branchenportal Meedia zu Spiegel-Methoden zu äußern.
So entstand eine kurze Chronik von Hassschreiberei. Neid reicht da als Motiv, wie Todenhöfer junior meint, zur Erklärung nicht aus. Der Spiegel, schreibt er richtig, lag »anders als mein Vater in den letzten fünf Jahren mit seiner Syrien-Berichterstattung fast immer daneben«. Anfang 2012 habe die Zeitschrift den Sturz Assads für »übermorgen« vorausgesagt und Todenhöfer senior als »Verschwörungsfreund« betitelt, weil er den Syrien-Krieg für einen Stellvertreterkrieg hielt. Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer habe nach Erscheinen des Todenhöfer-Buches »Inside IS. Zehn Tage im ›Islamischen Staat‹«, das im April 2015 erschien, einen »überraschend hämischen Artikel« geschrieben
»mit teilweise grotesk falschen Behauptungen«. Auf telefonische Nachfrage habe er geantwortet, »dass er das Buch gar nicht gelesen hatte«.                 (Arnold Schölzel)

   
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       Der längste Tag
             Von Wiglaf Droste

             Wenn soziale Demokraten
             Wahrheit, statt sie zu verraten,
             ausnahmsweise deutlich sagen,
             geht es ihnen an den Kragen.


     Am 20.6.2016 watschte FAZ-Mitherausgeber Berthold Kohler den deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier auf Seite 1 seines Blattes dafür ab, dass der Sozialdemokrat ein demonstratives NATO-Manöver an der Grenze zu Russland als »Säbelrasseln«, »Kriegsgeheul« und »Anheizen der Lage« bezeichnet hatte, was nichts als eine rhetorisch etwas altbackene, aber zutreffende Beschreibung ist.
     Kohler, ein Stilist von DIN-A-Gnaden, sieht das »freilich« anders, denn am »freilich«-Theater kommt auch dieser Plumpsleitartikler nicht vorbei: »Damit werden
die Tatsachen freilich auf den Kopf gestellt«, moniert Kohler, dem offensichtlich der Kopf in die Füße gerutscht ist, damit umgekehrt ein Schuh oder Schmu draus werden kann bei der Écriture oder Confiture automatique.
     Sogar eine Neigung zum »Appeasement« warf Kohler dem SPDisten Steinmeier
vor; wir erinnern uns: Appeasement war die – zutreffende – Anschuldigung gegen Chamberlain, auf Hitlers Annektionspolitik mit Einlenken zu reagieren und sie damit, wenn auch ungewollt, weiter anzufachen. Und schon haben wir ihn wieder, den Bild- gekrönten »Russen-Hitler« Putin, dessen »Russenliebchen« dann Steinmeier wäre.
     So simpel geht es zu im Kopf des FAZisten Kohler, der auf den Ruf »Berthold Kohler Zeitungsgott!« vergeblich warten muss, vom längsten Tag des Jahres bis zum Jüngsten oder Jüngersten.

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Verlogenheit und Doppelmoral
deutscher Mainstream-„Journalisten“

 

Es ist keinerlei Übertreibung zu sagen, dass das Ausmaß der Heuchelei und Verkommenheit der deutschen Mainstream-Journaille unübersehbare Symptome einer psychisch gestörten Wahrnehmung aufweist, die sich in Artikeln, Berichten und Kommentaren manifestiert.

Die Diagnose ist nicht weiter verwunderlich, sondern geradezu zwangsläufig, weil diese Mainstreammedien als PR- und Propagandaorgane eines Imperiums tagtäglich aufs Neue Lügen verbreiten, Wahrheiten verschweigen, Verbrechen vorbereiten, rechtfertigen oder unter den Teppich kehren – müssen.

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“Die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die
Solidarität in der freiheitlichen Werte­gemein­schaft mit den
Vereinigten Staaten von Amerika.“

Dies ist das 3. Gebot des Springer Konzerns für seine Redaktionen
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Die offenkundige Diskrepanz zwischen medial propagierten „westlichen Werten“ und der Realität aus Krieg, Massenmord, Folter, Vertreibung, Hunger und Elend kann dabei niemand leugnen, der klar bei Verstand ist und nicht für das Leugnen und Lügen bezahlt wird. Ein aktuelles Beispiel aus der Springerpresse führt diese Zustände einmal mehr eindringlich vor Augen.

Die ARD sendete am in tagesschau und tagesthemen einen Bericht über die Wasserknappheit im Westjordanland. Weil Israel bei der Verbreitung von Fakten über seine rassistische Politik gegenüber den Palästinensern nicht gut aussehen kann, regt sich in solchen Fällen immer recht schnell Widerstand in der gut organisierten und medial vernetzten Zionismus-Lobby. So auch im Fall der Berichte vom 14. August.

Knappe Ressourcen
Streit um Wasser im Westjordanland
(ZDF heute / 14.8.2016)
Verwunderlich ist zunächst einmal lediglich, dass die ARD überhaupt einen solchen Bericht in die aktuelle tagesschau aufgenommen hat, da es keinen aktuellen Anlass gab. Über die zweifellos existierenden politischen Hintergründe kann man bestenfalls spekulieren. Aber das soll hier auch nicht das Thema sein.
    Bemerkenswert aus journalistischer Hinsicht ist vielmehr, welche Journalisten wie auf diesen Beitrag reagiert haben, denn an diesem Punkt treten einmal mehr Doppelmoral und Verlogenheit in einem Ausmaß zutage, dass man nur als psychiatrisch bezeichnen kann.
    Es wird wohl niemanden verwundern, dass die Springer-Presse, jener Konzern also, der aus seinen propagandistischen Zielen Pro-USA und Pro-Israel gar keinen Hehl macht …


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Die Herbeiführung einer Aussöhnung zwischen Juden und
Deutschen
(sic!), hierzu gehört auch die Unterstützung der
Lebensrechte des israelischen Volkes.

Dies ist das 2. Gebot des Springer-Konzerns für seine Redaktionen.
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… mit am lautesten krakeelte.

   Dass es mit Journalismus nichts zu tun hat, die „Lebensrechte“ des einen Volkes, den „Lebensrechten“ eines anderen Volkes vorzuziehen, sondern dass das vielmehr die Fortführung nationalsozialitischer Rasseideologie unter anderem Vorzeichen ist, sollte jedem Betrachter – wenn nicht auf den ersten Blick, so doch nach eingehender Überprüfung – einleuchten. Und genau darum geht es der Springer-Presse: Propaganda für USA und Israel. Das bedeutet in der täglichen medialen Arbeit, dass man deren Verbrechen rechtfertigt, verschweigt und befördert und gleichzeitig die Rechte ihrer Opfer mindert oder negiert.
    Die meisten aufgeklärten Bürger – mindestens aber alle deutschen Journalisten und jene, die sich dafür halten – kennen diese propagandistische Grundhaltung des Springer-Konzerns.

 

Nur Stefan Winterbauer von meedia, der kennt sie offenbar nicht. Winterbauer, der bisher nicht durch Kritik an notorisch einseitiger Berichterstattung deutscher Mainstreammedien gegen Russland oder Syrien aufgefallen wäre, bemängelt plötzlich mit Verweis auf zionistische Propagandamedien, dass im ARD-Bericht „die israelische Seite nicht oder zu wenig zu Wort gekommen ist.“ Erstaunlich nicht? Wie deutschen „Medienbeobachtern“ im Falle Israels plötzlich auffällt, wenn die eine Seite eines Konflikts (selbstverständlich ist es die israelische) nicht ausreichend angehört wird.

Nicht nur das. Besonders absurd wird es, wenn Winterbauer dann auch noch ausgerechnet den dezidierten Pro-USA und Pro-Israel-Propagandisten des Springer-Konzerns Julian Reichelt als Kronzeugen für ethisch sauberen Journalismus anführt, der sich genau über diesen Punkt, dass Israel nicht ausreichend zu Wort kam, echauffieren darf! Einer der obersten Stricher der USA in deutschen Konzernmedien, der in seinem Hetzblatt tagtäglich primitivste Propaganda und Kriegshetze betreibt, ohne auch nur im Traum auf die Idee zu kommen, einmal die andere Seite zu Wort kommen zu lassen, wird zum Advokaten dessen erhoben, was Winterbauer für seriösen Journalismus hält. Da wackelt nicht ein Schwanz mit dem Hund, da wackelt eine minderjährige Sackratte einen ausgewachsenen Elefanten.
Winterbauer: „Es gab zahlreiche Beschwerden wegen des Beitrags, u.a. feuerte Bild.de Chefredakteur Julian Reichelt eine ganze Reihe kritischer Tweets in der Sache in Richtung ARD ab.“
   In einem dieser Tweets echauffiert sich Propagandist Reichelt:

So viel Verkommen- und Verlogenheit kann man nur noch psychiatrisch erklären. Ein gesunder Menschenverstand könnte nicht tagtäglich einseitigste Hetze betreiben und sich dann über einen Beitrag der tagesschau mokieren.

Was diesen Fall so beispielhaft für die Abgründe der deutschen Dreckspresse macht, ist der Zusammenprall von Staatsmedien (ARD), Konzernmedien (Springer) und einem Medium (meedia), dass sich selbst für die Metaebene hält und dabei weit davon entfernt ist, auch nur ansatzweise zu erahnen, wie ordentlicher Journalismus aussehen müsste. Es ist die totale Bankrotterklärung.

 

                                  SZ-Redaktionsverfall
Ulrich Gellermann
– Rationalgalerie 25.7.2016
“Deutsche Medienkonsumenten sind hart im Nehmen: Sie leben mit konstru-rierten Feindbildern, die der Wirklichkeit im Wege stehen, sie kennen von ihren Journalisten schwere Wahrnehmungsverluste, sie leben auch mit Nachrichten-verweigerungen wenn die jeweiligen Neuigkeiten in den Redaktionen nicht erwünscht sind. Doch in diesen Tagen erlebt man, rund um die jüngste türkische Diktatur, eine tragische Medien-Krankheit: Die schwere NATO-Blindheit. Das neueste traurige Beispiel ist der einst geschätzte Heribert Prantl von der SÜDDEUTSCHEN. Der schafft es, in zwei langen Kommentarspalten über die türkische Despotie weder das Wort NATO noch den Namen Merkel ein einziges Mal zu erwähnen. Obwohl die Türkei als ein bewährterr Partner des westlichen Militärbündnisses gilt und Frau Merkel nicht nur Chefin des NATO-Partners Deutschland ist, sondern auch noch einen schmutzigen Deal mit dem Diktator Erdogan zu laufen hat.“ …. „Heribert Prantl – er ist Dozent an den Journa-listenschulen Hamburg und München, Mitglied des Ethikrates der Hamburger Akademie für Publizistik und Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland (neuer-dings, nicht zufällig, sondern in Würdigung seiner christkatholischen Besinnungs-
aufsätze zu den Hochfeiertagsanlässen der BRD, auch Dr. theol. kath. h.c)
– und Kollegen machen sich durch ihr Schweigen zum Feigenblatt des schmutzigen Merkel-Deals mit der Türkei. Dass jene, die schweigend zustimmen, dass deren Geschreibe über Freiheit und Demokratie eben nur Lippenbekenntnisse sind, würden sie jederzeit empört zurückweisen. Husch, husch ins Maulkörbchen,
ist die Devise der ach so freien Medien, wenn es um Krieg und Frieden geht...
 
(weiter auf http://www.rationalgalerie.de/home/der-verfall-deutscher-redaktionen.html)


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Gelobt sei der Zweifel
Eine anonyme Quelle hat u.a. der Süddeutschen Zeitung (SZ) 2,6 Terabyte der Panamischen Kanzlei Mossack Fonseca zugespielt. Daraus wurde die größte Enthüllungsgeschichte der neueren Presse-Ära. War die Sammlung vollständig? Und warum waren keine Deutschen und US-Bürger dabei? Das soll nicht gefragt werden – soweit es die Süddeutsche Zeitung betrifft. Diese reagiert empört auf kritische Fragen.
    Doch was ist mit Anonymus? Welche Interessen verficht er? Wie hat er das Material gemischt, gesiebt? Herr Leyendecker und die SZ-Redaktion verbitten sich jedes Hinterfragen. Wer es dennoch wagt, hat einen „verdächtigen Unterton“, er ist „Verschwörungsjunkie“. Bereits in der Überschrift auf Seite 1 zur ersten Veröffentlichung wusste die Süddeutsche, dass Putin von Anonymus belastet wird, obwohl sein Name nirgends in der Datenmenge auftaucht, wie man bald darauf erfuhr.
   Ich schlage vor, bevor das Totschlagargument „Verschwörungstheoretiker“ fällt, ein Transparent in allen Redaktionen aufzuhängen:
                         „Gelobt sei der Zweifel! /
                           Ich rate euch, begrüßt mir /
                           Heiter und mit Achtung den, /
                           Der euer Wort wie einen schlechten Pfennig prüft.“

                               (Bertold Brecht)
   Man könnte auch 'Cent' schreiben.
                                                           Ulrich Sander, Dortmund
                                                           Sprecher der VVN-BdA Nordrhein-Westfalen
               18.4.2016

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     Hier spricht die „Lügenpresse“
       Sächsische Journalisten kreieren Portal gegen Vorwürfe

„Über Monate hinweg haben wir Journalisten geschwiegen. Wir ließen uns beschimpfen und wehrten uns kaum“, schreibt die DDV Mediengruppe auf der von ihr produzierten Website Lügenpresse.de. Zahlreiche Journalisten wehren sich hier gegen die Vorwürfe von „Pauschal-Verurteilern“ und erklären: „Es wird Zeit, dass die ‚Lügenpresse‘ das Wort ergreift und wir unsere Version erzählen.“ In Videobotschaften berichten bislang 20 Journalisten darüber, wie ihr Berufsstand von „einigen, wenigen Leuten pauschal verurteilt wird“. Die Lügenpresse-Vorwürfe seien mittlerweile überall, im Fußball-Stadion, im Stadtgespräch, sogar im Familienkreis. „Die Internet-Seite Lügenpresse.de ist schwarz-weiß, so wie die Sichtweise der Lügenpresse-Schreier. Vielleicht schauen auch diese Pauschal-Verurteiler neugierig auf unserer Seite vorbei, sehen unsere (farbigen) Videos und erkennen, dass das Leben bunt ist“, erklären die Verant-wortlichen der DDV Mediengruppe.                                     Quelle: Meedia

Anmerkung Paul Schreyer / NDS: Die Debatte um die Vertrauenskrise der Medien bleibt auch mit dieser neuen Initiative vertrauten Deutungsmustern verhaftet. Die hier zu Wort kommenden Journalisten fühlen sich angegriffen
und diffamiert, vermeiden aber weiterhin selbstkritische Reflektionen zum Medienbetrieb, dessen Teil sie sind und dessen immer deutlicher werdender Gleichklang in vielen wichtigen Fragen das Publikum zunehmend irritiert.
Ob die Macher der Website
Lügenpresse.de – dahinter steckt die mehrheitlich zu Gruner + Jahr gehörende „Dresdner Druck und Verlagshaus Medien-gruppe“, die unter anderem die Sächsische Zeitung und die Morgenpost Sachsen herausgibt – ihr Ziel erreichen, damit das ramponierte Image der Medien aufzupolieren, bleibt fraglich. Die Aktion wirkt eher wie ein Gegen-angriff – die Macher sprechen selbst davon, sich „wehren“ zu wollen –  allerdings leider ohne tiefere Einsicht in das Wesen der vorgebrachten Publikumskritik.
            Die Lügenpresse hat jetzt eine eigene Domain
Zumindest ist dies ein weiterer Beleg, dass die breite und wachsende Kritik
an der »Lügenpresse« ihre Wirkung nicht verfehlt: Sächsische Journalisten haben ein Portal eingerichtet, auf dem sie über die erhobenen Vorwürfe jammern, zurückpöbeln, sich echauffieren oder auch unbeeindruckt geben. Sogar ein BILD-Reporter, die unterste Gosse der käuflichen Dummschwätzer, Lügner, Kriegs- und Volksverhetzer, darf dort jammern, dass man bei BILD “Schmerz und Kritik gewohnt sei
“. Was für ein Hohn!
     Wenn auf dem neuen Portal von dem einen gejammert wird, dass der
Begriff "Lügenpresse jedes vernünftige Gesräch verhindere"
während schon
im nächsten Beitrag die “Lügenpresse”-Rufer einmal mehr als "Verschwö-rungstheoretiker" attackiert werden, dann zeigt sich, dass die Fähigkeit
zur Selbstreflektion nicht nur unterentwickelt, sondern schlicht und
einfach nicht vorhanden ist.
     (…) Die politische Agenda, mit der die Propagandisten unterwegs sind, beschreiben sie selbst ganz unverblümt in einem Video von SPIEGEL-TV. Ihre Berufsauffassung ist es eben nicht, die Leser objektiv und unvoreingenommen zu informieren, damit diese sich dann anhand ausgewogener Fakten eine eigene Meinung bilden können, sondern filtern Informationen nach eigenem Gutdünken und bilden sich ein, sie hätten das Recht oder gar die Pflicht, den Bürgern eine Meinung aufzudrängen.
     Nach dem Selbstverständnis der Möchtegern-Elite, die so gerne auf Bällen und hinter den Kulissen mit Politikern kuschelt, ist es aber eher ihre Aufgabe, Reden zu verzerren, Aussagen aus dem Kontext zu reißen und ins Gegenteil
zu verdrehen.
     Es sind nach der – unter Journalisten weit verbreiteten – Ansicht des
Herrn Heinrich Löbbers (Ressortleiter b ei SZ-online), nicht die Bürger, die selbst entscheiden, wann es ihnen und ihrer Region gut geht, sondern es
sind so anmaßende wie oftmals inkompetente Schreiberlinge und Schwätzer
in den Redaktionen von Staat und Konzernen, die sich einbilden, den Bürgern ihre Sichtweise überstülpen zu können. Das hat ganz offensichtlich schon vom eigenen Ansatz her nichts mit aufklärerischem und unvoreingenommenem Journalismus zu tun, sondern ist ganz unverhohlene Agitation und Propaganda.
     Der Chefredakteur der Sächsischen Zeitung, Uwe Vetterick, versucht die Zuschauer selbst dann noch in die Irre zu führen, wenn er sich anschickt, den Begriff der Lüge erklären zu wollen:


   „Lügen bedeutet: Ich kenne sehr wohl die Wahrheit. Ich sage aber
einem anderen ganz bewusst nicht die Wahrheit, sondern etwas anderes.“


 Mal abgesehen davon, dass es auch für diese vorsätzlichen Lügen nicht nur
in Fragen der Migrationspolitik, sondern besonders in Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik
, handfeste Beweise gibt, ist das, was er sagt, natürlich nicht die ganze Wahrheit, denn es ist auch eine Lüge, wenn man die Wahrheit kennt und sie bewusst und mit politischem Vorsatz der Manipulation verschweigt, denn in diesem Moment behauptet der Journalist wider besseres Wissen, dass es diesen oder jenen Fakt oder Sachverhalt gar nicht gibt, obwohl die Leser oder Konsumenten zurecht von ihm erwarten, dass er sie ausgewogen und unparteilich informiert.
     Dieses vorsätzliche Verschweigen macht geschätzte 80%-90% der Desinformation und Propaganda aus, mit der Staats- und Konzernmedien die Bürger in die Irre führen.
                                                                                              Quelle: wordpress

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       Das Allerletzte:
   „Putin-Versteherin zickt Anne Will an“
Wie nicht anders zu erwarten, verteidigte die ehemalige ARD-Russland-Korrespondention Gabriele Krone-Schmalz die Machenschaften des Kreml in Syrien. „Es waren ja nicht die Russen, die in Syrien zuerst gebombt haben.“
Seit die Russen angefangen hätten zu bomben, würden zivile Opfer gezählt,
vorher seien es Kollateralschäden gewesen, erklärte sie zynisch.
Krone-Schmalz warnte vor einer Moralisierung der Debatte. Das wäre ja auch einfach, wo man hier doch im Warmen sitze. Anne Will hakt nach: „Moralisiert
die Kanzlerin?“ Krone-Schmalz weicht aus und reagiert gereizt, als Anne Will
die Frage erneut stellt. „Was wollen sie mit dieser Frage erreichen?“, giftete die Russland-Expertin.

          Quelle: Bild.de

Anmerkung JK: Springer at its best. Man beachte die bösartige Semantik
gegen Frau Krone-Schmalz: Sie ist „zynisch“, „giftet“, „schnauzt“ andere an, antwortet „schnippisch“, ….


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    ARD-Gniffke: Gewohnheitslügner

             Wir bitten dringend um Klage zur Klärung
              unseres Lügen-Vorwurfs

                  von Ulrich  Gellermann  --  Rationalgalerie 3. März 2016

   Spätestens seit der Giftgas-Lüge der USA zur Begründung des Irak-Krieges kann man wissen: Wenn die US-Regierung Giftgas ins Spiel bringt droht Krieg. Tagelang hatte Barack Obama vom syrischen Giftgas und von „Roten Linien geredet“ und pünktlich, am 21. August 2013, gab es dann in der Region Ghuta östlich von Damaskus einen Giftgasangriff. Schnellsten machte US-Präsident Barack Obama am 31. August bekannt, er habe sich zu einem Angriff gegen Syrien entschlossen. Hätten die Russen nicht durchgesetzt, die syrischen Kampfstoffe zu vernichten, wäre eine Ausweitung des Kriegs unvermeidbar gewesen.

   Inzwischen weiß man vom US-amerikanischen Journalist Seymour Hersh, bestätigt durch eine Reihe von Geheimdienstleuten, dass es innerhalb der Al-Nusra-Front eine Gruppe von Terroristen gab, die für die Herstellung von Giftgas geschult wurden und dabei von Agenten der Türkei und Saudi-Arabiens unterstützt worden sind. Auch die Abgeordneten des türkischen Parlaments Eren Erdem und Ali Şeker bestätigen, dass die türkische Regierung in den Schmuggel von Giftgas für syrische Terroristen verwickelt war. Alle wissen es, alle können es nachlesen.

   Die Autoren einer 23seitigen Analyse des Giftgas-Anschlags in Ghuta – Richard Lloyd, ein früherer UN-Waffeninspekteur, und Theodore Postol, Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) – kommen zum Ergebnis, dass dieses Verbrechen nicht von Kräften der syrischen Regierung verübt worden ist. Nur Dr. Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell, will die Wahrheit nicht wissen. Bis heute behauptet der Mann „Er (Assad) hat Giftgas eingesetzt.“ Das muss man eine schwere Lüge nennen. Wenn Gniffke nicht als Gewohnheitslügner bezeichnet werden will, hat er zwei Möglichkeiten: Er nimmt die Lüge öffentlich zurück oder er klagt gegen uns. Wetten, dass er nicht klagt?

      Eingabe: Protest gegen Dr. Gniffkes Blog-Kommentar v. 1.3. 2016 auf  
                      tagesschau.de betr. Assad-Interview
                 http://blog.tagesschau.de/2016/03/01/darf-man-mit-assad-reden/

     Sehr geehrte Frau Vorsitzende,

Dr. Gniffke hat sich nun endgültig unmöglich gemacht. In seinem o.g. Blog-Eintrag behauptet er unter dem Titel "Darf man mit Assad reden?“ allen Ernstes: "Er hat Giftgas eingesetzt, er hat Städte bombardiert, er lässt Menschen aushungern, in seinen Gefängnissen wird gefoltert – und mit so jemandem führen wir ein Interview“. Daran knüpft Gniffke die rhetorische Frage: "Gibt es für Journalisten eine moralische Grenze, mit wem man spricht? Darf man mit Baschar al-Assad reden? "
     Dümmer - und für das Ansehen der wichtigsten Nachrichtensendung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk schädlicher – gehts nimmer. Gniffkes nicht nur wegen ihrer geschichtsklitternden, fälschenden, moralisierenden Prämissen, sondern für einen Journalistien geradezu idiotischer Frage provoziert die Gegenfrage: Darf „man" mit US-Präsidenten wie Bush und Obama reden? Schließlich steht fest, dass sie Drohnenüberfälle auf Hochzeitsgesellschaften befahlen, Menschen entführen und foltern ließen, Länder überfallen und Völkerrecht gebrochen haben, Städte bombardieren ließen, verantwortlich für ungezählte Kriegsverbrechen sind und UN-Resolutionen reihenweise mißachtet haben...
     Mit seiner peinlichen Rechtfertigung des Interviews mit Präsident Assad bestätigt Gniffke, was wir ihm laufend vorwerfen: Einseitigkeit und Parteilichkeit (in der Syrien-Berichterstattung ebenso belegbar wie in der über die Ukraine und darüber hinaus über den neuerlichen Ost-West-Konflikt) sowie eine das Berufs- ethos verletzende Neigung zu propagandistischer und dämonisierender Bericht-erstattung über Assad (und über Putin); das alles gipfelnd in der Parteinahme für die Gegner des syrischen Präsidenten, selbst wenn die zu den terroristischen Kopfabschneidern der Al Kaida zählen.
     Dr. Gniffkes kindische Plattitüde, dass man mit einem Interview nicht die Meinung des Interviewten teile, belegt exemplarisch, für wie wenig urteilsfähig er das Publikum seiner Sendung hält und für wie blind gegenüber der Tatsache, dass ARD-aktuell permanent nicht um Neutralität, Unparteilichkeit und Objektivität bemüht, sondern gemäß transatlantischer Sprachregelung „informiert".
     Wenn Dr. Gniffkes Redaktion tatsächlich objektiv und den ARD-Programm-richtlinien folgend berichtet hätte, dann wäre ihm möglicherweise auch selbst ein Kommentar wie der hier in Rede stehende als überflüssig erschienen, einen Rest an selbstkritischer Einsichtsfähigkeit beim ihm vorausgesetzt. Dass über unter-schiedliche Standpunkte schließlich möglichst ausgewogen berichtet werden soll, ist eine bare Selbstverständlichkeit. Seine Behauptung: "Wir sind .... kein Kriegs-gegner Assads und nicht sein Alliierter" zeigt hingegen völligen Realitätsverlust. Dieser NDR-Mann ist offensichtlich nicht in der Lage, seine eindeutig parteiische Informationspolitik zu erkennen, geschweige denn daraus Konsequenzen zu ziehen.
     Fakten bewerten ist für den Journalisten das eine. Sich Fakten zurecht zu biegen und fürs eigene Weltbild passend zu machen, wäre das andere und ist
Dr. Gniffke nur privatim unbenommen; als dem Chefredakteur von ARD-aktuell ist ihm das untersagt. Dr. Gniffke erlag bei seinen Ausführungen offenbar seiner eigenen Propaganda: Die wüste Story, Assad habe Giftgas gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt, ist zwar dank seines Zutuns auch von der ARD ver- breitet worden, gilt aber inzwischen zumindest in politisch halbwegs aufge-klärten Kreisen als Propagandaprodukt aus westlichen Geheimdienst-Gift- küchen. Dass er sich vollkommen verstiegen hatte, als er diese Story adaptierte, hat Gniffke dann wohl aufgrund der heftigen Zuschauerreaktionen bemerkt
und versucht, in seinem Blog zurückzurudern:
     “Mir ist bewusst, dass der Gifgaseinsatz nicht vollends belegt ist, da haben Sie
Recht. Nehmen Sie mir den polarisierenden Einstieg in dem persönlichen Blogeintrag nicht übel, mir ging es um eine Sensibilisierung für die Frage, ob man mit jemandem reden soll, von dem man annimmt, dass er für solche Verbrechen verantwortlich ist.
In einem Tagesschau-Beitrag würden wir so nicht formulieren."

     „Von dem man annimmt…“ Gniffke behauptet also von sich selbst, er nehme an, die Giftgasstory stimme – und macht damit seine Entgleisung endgültig zum Skandal. Von den Zuschauern nimmt er offenbar an, sie seien vollkommen bescheuert und er sowie ARD-aktuell müssten sie da abholen, wo er sie infolge seiner bisherigen Propaganda vermutet: Aus dem Nebel US-konformer, trans-atlantischer und pro-türkischer Verblödung. Ob ARD-aktuell je expressis verbis den syrischen Präsidenten Assad des Giftgaseinsatzes bezichtigt hat, wissen wir nicht. Darauf kommt es aber nicht an: Im Sommer 2013 haben Tagesschau und Tagesthemen in unzähligen Beiträgen berichtet, dass fast alle Regierungen der "westlichen Wertegemeinschaft" Assad für den Giftgasangriff verantwortlich machten. Auf die Fragwürdigkeit und Faktenwidrigkeit dieser Vorwürfe hat Gniffke damals wie heute nicht hingewiesen.
     Wir fordern Sie auf festzustellen, dass der Blog-Eintrag des Herrn Dr. Gniffke im Widerspruch zu den Programmrichtlinien steht und dass er wegen beweis- loser und höchstwahrscheinlich falscher Behauptungen sowie wegen seines selbstgefälligen und unaufrichtigen Stils dem Ansehen von ARD-aktuell und dem des NDR Schaden zugefügt hat.
     Mit höflichen Grüßen

Friedhelm  Klinkhammer & Volker Bräutigam

 

     
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Ich bin ein Leser, holt mich hier raus!

von Jens Berger

    Ist es nicht erstaunlich? Wenn es um die Abgrenzung zum Netz geht,
pochen die selbsternannten Qualitätsmedien mit plakativ zur Schau gestellter Arroganz auf ihre angebliche Seriosität. Wenn der Gossensender RTL alle Jahre wieder abgehalfterte C-Promis ins „Dschungelcamp“ schickt, lassen es sich genau diese Medien jedoch nicht nehmen, auf ihren Online-Ablegern mehrfach pro Tag frei von jeglicher Kritik oder gar Ironie über dieses seltsame Spektakel zu berichten. Über was diese Medien wie berichten, ist natürlich ihnen selbst überlassen. Wer sich fröhlich mit den Ferkeln im Schlamm wälzt, darf sich danach jedoch nicht beschweren, dass er nicht mehr als Saubermann wahrge- nommen wird. Oder um es klar zu sagen: An ihrem sagenhaften Reputations-verlust sind die Medien selber schuld.

      Natürlich gibt es Menschen, die es höchst unterhaltsam finden, wenn ehemalige Schlagersänger und mit Silikonbrüsten dekorierte Porno-Darstelle-rinnen sich in gar lustigen Spielchen zum Affen machen, über ihre Verdau-ungsprobleme philosophieren und allerlei ekliges Getier lebendig verspeisen.
30 Jahre nach seiner Einführung, ist das deutsche Privatfernsehen heute eine schamlose Bedürfnisbefriedigungsanstalt, die sämtliche Grenzen des guten Geschmacks ausgetestet und kurze Zeit später überschritten hat. Sendungen wie das „Dschungelcamp“ zählen zu den größten Quotenhits im Lande. Millionen Zuschauer finden dies offenbar unterhaltsam. Sollen sie. Bekannt-lich können auch Millionen Fliegen nicht irren. Wer von BILD, RTL und Co. geprägt wurde, findet halt irgendwann auch den größten Mist toll. Doch was geht in der Chef- redaktion einer vermeintlich seriösen Zeitung vor, in ihrem Blatt ganz ernsthaft über diesen infantilen Unsinn zu berichten?

      SPIEGEL OnlineSüddeutsche ZeitungFAZ, DIE WELT  all diese Leuchttürme des Qualitätsjournalismus schaffen esja  tatsächlich, jeden Tag mehrmals über das Dschungelcamp zu berichten. Es fehlt nur noch der Live- Ticker; aber der kommt sicher auch noch irgendwann. Wir leben ja auch in einer fürchterlich langweiligen Zeit und ansonsten gibt es kaum Berichtens-wertes. Und was gibt es da zu lesen? Zum Beispiel „Veronica, die Flatulenz ist da“
(DIE WELT) oder „Erst stellte Rolf am Dschungeltelefon Jürgen unter akuten Flatulenzverdacht“ (SPIEGEL Online). Und ja – die Herrn und Damen Journa- listen, die so schreiben, meinen das wirklich ernst. Erwachsene Journalisten begeben sich im intellektuellen Vollsuff auf einen geistigen Kindergeburtstag, und Millionen erstaunte Leser müssen diesem Exhibitionismus folgen. Na toll. Mich interessiert es nicht die Spur, was Rolf oder Jürgen machen oder wer sie sind. Und ich bin mir sicher, der übergroßen Mehrheit der Leser geht es ähnlich.
      Die Geschichte des Dschungelcamps zeigt unfreiwillig den Wandel in den Medien und vor allem den Wandel unserer eigenen Medienwahrnehmung. Als RTL 2004 die erste Staffel dieser Sendung ausgestrahlt hatte, hagelte es öffent- liche Kritik. Niemand hätte je freiwillig zugegeben, sich so etwas im Fernsehen anzuschauen. Und bis auf BILD fanden natürlich auch alle nennenswerten Medien die neue Sendung schrecklich.

      Doch auch das Bildungsbürgertum konnte sich nicht zehn Jahre vor der kollektiven Verrohung und Verblödung verstecken. O tempora, o mores! 2013 besaß die Jury des Grimme-Instituts sogar die sagenhafte Dummdreistigkeit,
das Dschungelcamp allen Ernstes für den Grimme-Preis zu nominieren. Der
stern meldete erfreut „Die Dschungelshow ist gesellschaftsfähig geworden“.
Dem mag so sein; anders lässt sich die Berichterstattung der Medien wohl kaum erklären. Heute ist es schick geworden, verblödet zu sein. Selbst in den schicken Cafés in Berlin Mitte plauschen die Hipster darüber, wer ihrer Meinung nach Dschungelkönig werden sollte.

      Da stellt sich nur noch die Frage, wer sich verändert hat: Das Gossenfern- sehen oder die Gesellschaft? Ich tippe auf letzteres. Es ist schon arg gewöhnungs-bedürftig, in einem konservativen Blatt wie der FAZ oder der WELT zunächst Warnungen vor dem Untergang des Abendlandes zu lesen, der unausweichlich drohe, wenn noch ein paar Tausend Flüchtlinge mehr über die Grenzen kommen – und dann ein paar Seiten bzw. Mausklicks später an gleicher Stelle einen bier- ernsten Bericht zu lesen, warum ein ehemaliger Schlagerbarde das Dschungel- camp verlassen hat. Stelle nur ich diese Fragen? Oder sind wir alle schizophren geworden?
                                                                                                       NDS / 19.1.2016

     BILD – „die große deutsche Volkszeitung“

Träger, Promotor & ZDF-Partner der TV-Aktion „Ein Herz für Kinder“

        Titelseiten 1992:

  Staatsnotstand Asyl – Wieder 48.985 da!

  Asylbewerber zwang Deutsche zur Heirat.
Vergewaltigt, mit Wasserschlauch geprügelt, in Moschee geschleppt.

  Miet-Hai ekelt Deutsche raus – für Asylanten

  Einer kam als Jürgen Klinsmann -
 Asyl-Betrüger und ihre miesen Tricks

  „Asy, Asyl!“
   Jetzt kommen sie als Touristen

   Motiv Sex!
  Falscher Asylant erschlug 9 Frauen

  „Deutsches Essen schlecht“
    Asylanten im Hungerstreik

    Amtmann Müller:
  Was mir Asylbewerber verzählen -
  „Ich Asyl, ich Johnny Walker“


  „Nix Suppe -- Mark, Mark!“
    Asylanten entführen Amtmann

    Deutsches Mietrecht:

  Mieter muss raus für Asylanten

  Familie muss Asylanten aufnehmen

     Die Flut steigt. Wann sinkt das Boot?
  Fast jede Minute ein neuer Asylant.

     BILD en suite 2014/15 – aus der Gosse:
      Pleitegriechen. Syriza frech und faul.
      Flüchtlinge dürfen gratis in die City, um uns zu beklauen.
      Bald machen sie alle, was sie wollen.
     Asoziales Drecksland: Wer ehrlich und anständig ist,
      wird ausgenommen.
     Angst vor Attacken im Asylanten-Hotel:

     Aufseher tragen schon Schutzwesten.  
     Keine weiteren Milliarden für gierige Griechen!
     Griechen-Renten unbezahlbar.
     Was uns Griechenland bis jetzt kostet:
     215,7 Milliarden in fünf Jahren!
     Varoufakis: DER LÜGNER.
     Lafontaine: DER VERLIERER.

 

 

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       Meinungs-„Forschung“ in den  
                  Staatssendern

Nicht einmal 30% der deutschen Bürger haben die Partei gewählt, die heute die Bundeskanzlern stellt. Selbst die gesamte “Große Koalition” von CDU/CSU und SPD hat nicht einmal die Hälfte der wahlberechtigten Bevölkerung hinter sich. Eine Tatsache, die von den Presseorganen und Sendestationen weitestgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung gehalten wird.    
     Zur Erinnerung: Die in den Leitmedien totgeschwiegene Syrien-Studie der NATO von 2014 bescheinigte Bashar al-Assad einen Rückhalt von 70% der Bevölkerung -  und dies, obwohl er da schon seit zwei Jahren “sein Volk massakriert” wie der deutschen Tendenzpresse tagtäglich behauptet.
     Solche Zahlen machen kenntlich, in was für einer “Demokratie” wir leben und in welchem Ausmaß die Propaganda der gleichgeschalteten Mainstream-Medien die Realität auf den Kopf stellen kann.
     Am 29. Januar 2016 ist ein neues Umfrage-Ergebnis veröffentlicht worden, wonach 40% der Bevölkerung – nicht der Wähler, sondern der Bevölkerung! – den Rücktritt Merkels wünschen (natürlich weithin aus Motiven, die unsereiner nicht teilen möchte).
     Wer annehmen könnte, diese Umfrage sei jetzt ein Thema in den Staats-sendern ARD und ZDF, der glaubt vermutlich auch, Deutschland sei ein souveränes Land, der “Westen” habe irgendwelche Werte außer dem Dollar, oder der öffentlich-rechtliche Rundfunk biete “unabhängigen Journalismus”.
     Mit keinem Wort wurde in den Hauptnachrichtensendungen über diese Umfrage berichtet. Mehr noch: Die Zahlendeuter des ZDF-“Polit-Barometers” bescheinigten Merkel, nach wie vor die drittbeliebteste Politikerin Deutschlands zu sein.
     Freilich schließt das eine das andere nicht aus. Da "Politiker" generell zu den schlechtest beleumdeten Berufen zählt, ist die Notentabelle des ZDF ohnehin ein Top-Chart von Schmuddelkindern. Nur: Der Eindruck, der gezielt erweckt wird, ist ein ganz anderer. Gerade weil man andere Berufe vollkommen ausblendet, den Zuschauern also jede Vergleichsmöglichkeit vorenthält, kann man eine groteske Hitparade präsentieren, auf der Typen wie Steinmeier, Schäuble und Merkel die ersten drei Plätze belegen.
     Mit welchem Vorsatz die Fragen des “Polit-Barometers” formuliert und ausgewählt werden, zeigt sich am akuten Beispiel. Natürlich fragt der Staatssender nicht: “Soll Merkel zurücktreten?”, sondern er fragt: “Wird der Streit über Flüchtlingspolitik Angela Merkel vorzeitig das Amt kosten? -
      Ja – Nein – Weiß nicht
“.

 

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      Rückschau auf Februar 2015
     Dr. Emmo Frey an die Süddeutsche Zeitung
„Sicherheitskonferenz“ München – SZ- Beilage vom 5.2.2010

     Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Zeitung bietet dem politisch interessierten Leser manch erfreulichen Kommentar, so fand ich die Artikel Heribert Prantls zur Steuerhinterzie-hungs-CD aus der Schweiz ganz hervorragend. Aber über die Beilage zur
sog. Münchner Sicherheitskonferenz bin ich entsetzt.

     Schon die Aufmachung spricht Bände: Ein knackig aussehender Soldat
im Kampfeinsatz in Afghanistan als großes Titelbild. Soll wohl heißen, so sehen moderne Helden aus, die unsere Sicherheit und Freiheit verteidigen? Auf der nächsten Seite irakische Soldaten mit schnittigem Barett, oder ein Brunnen vor einem deutschen Militärfahrzeug. Schaut her, unser Wiederauf- bau ist toll! Das entsprechende Werbebild von EADS für diverses Kriegs-spielzeug auf Seite 3 darf in solchem Friedensblatt selbstverständlich nicht fehlen. Schön staatstragend auch das Bild des deutschen Obersten vor deutscher Fahne und die Bilder des deutschen Bundespräsi zusammen mit dem des äußerst ehrenwerten Herrn Karsai, jüngst durch massive Wahl- fälschung als Präsident bestätigt. (Ein afghanischer Politologe sagte mir, die Fälschungen zur Wahl Ahmadinedschads seien marginal im Vergleich zu denen von Karsai.)
     Schließlich noch die Karte mit den Atomanlagen im Iran – wo bitte sind
auf dieser Karte alle die amerikanischne Militärbasen, die den Iran lückenlos einkreisen? Das passt wohl nicht, denn sonst könnten Leser ja die behauptete Bedrohung Israels durch den Iran anzweifeln?

     Fassungslos bin ich vor allem über das, was Hillary Clinton so alles von sich gibt: „ Der Respekt vor der Souveränität und territorialen Integrität aller Staaten“, ein Grundsatz der USA, dem sie immer treu bleiben? „ Wir lehnen jegliche Einflusszonen ab, in denen ein Land versucht, ein anderes zu kon- trollieren.“ Wo bitte lebt diese Frau? Alles vergessen zu Cuba, zu Vietnam,
zu Chile, zu Nicaragua, zum Irak, um nur einige wenige Beispiele äußerst tödlicher Einflussnahme der USA auf den Rest der Welt zu nennen?
     Von den Analysen eines Noam Chomsky nie etwas gehört oder gelesen? So etwas darf man unkommentiert, ungestraft in der großen deutschen Tageszeitung SZ schreiben? Ist Ihrer Redaktion oder Ihrem Verlag eigentlich alles egal?

      Mit dieser Kriegskonferenz in München (Vorbereitung des Angriffs auf den Iran?)  und der entsprechenden medialen Willfährigkeit werden wir wohl im nächsten Krieg landen – und die SZ macht mit!

 

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Die herrschende Chefredaktion 
  ist die Chefredaktion der Herrschenden.

            Boulevard-Schmierfinken
Sie klatschen und johlen wie weiland unsere (Ur)Großväter, ganz wie die Altvorderen des heutigen deutschen Bürgertums. Die Agitatoren, entschlüpft
aus sogenannter bürgerlicher Mitte (nicht von ganz drüben, von ganz rechts,
die meidet man, die sind zu clownesk). Dazu die Mitläufer der berichtenden Zunft: Sie passen vortrefflich aufeinander. Die einen sind Faschisten der Tat,
die eigene Gedanken, windige und hanebüchene zwar, aber doch Gedanken, durch die Gegend werfen. Die anderen sind mitläuferische, opportunistische Faschisten, die akklamieren, zustimmen, Hoch soll er leben! rufen. Faschisten
sind sie am Ende beide. Man möchte es weniger drastisch sagen, möchte wenigstens den Boulevard-Schmierfinken ob ihrer intellektuellen Notstands-erklärung nicht zu nahe treten – allein es gelingt nicht. Sie sind im Namen der Objektivität beim Namen zu nennen.
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Politische Berichterstattung findet entweder in scheindiskutierender Form
statt, oder sie wird banalisiert und privatisiert. Der Kanzlerin Hosenanzug,
des Parteivorsitzenden Witwerdasein, des Liberalen Homosexualität und der abrasierte Schnurbart des Hinterbänklers – sowas steht für politische Kultur in der heutigen Republik. Zwischen diese Trivialitäten werden Falschinformationen gestreut; anderes wird einfach verschwiegen. Damit die Gewährleistung gegeben ist, dass sich auch wirklich immer mehr Menschen in Gleichgültigkeit hinüber flüchten, stattet man das Unterhaltungsmonopol dahin aus, reine, plumpe, voyeuristische, an niedere Instinkte appellierende Nichtigkeit zu ermöglichen. …… Immer die gleichen Phrasen, ständig dasselbe Repertoire an Floskeln und Hohlsätzen, an Firlefanz und Narreteien rund um die Uhr. Immer derselbe Sternekoch erzählt immer dieselben Geschichten über Gewürzmischungen.
Ein abgehalftertes Mannequin bedient sich eines Sprachschatzes aus sechzig bis siebzig Worten. Der fistelstimmige, nasalakrobatische Pop-Titan quetscht sich für originell geltende Beleidigungen aus der Blase. Armeen von Beamten stammeln ihr einstudiertes Sie-dürfen-da-nicht-parken-Getue in die Kameras. Was für ein Arsenal an medialer Abgestumpftheit und Hirnverbrennung! Will man da als inkompatibler Mensch da noch anderes sagen, als dass es genug ist?
                   (Roberto J. de Lapuente, ad sinistram, in UNZUGEHÖRIG, Renneritz 2012)


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    Mit folgsamer Medienpropaganda
 in den nächsten rechtswidrigen Krieg


Es gibt weder ein UN-Mandat, noch eine Bitte der legitimen Regierung Syriens um Beistand im Kampf gegen den aus Folgen westlicher Kriegsverbrechen entstandenen Islamischen Staat. Das macht den von der Großen Koalition beschlossenen meuen Kriegseinsatz zu einem Völkerrechtsverbrechen.
     Das von der Regierung ausgegebene Wording verbietet, wie schon zuvor im Krieg in Afghanistan, die Verwendung des Wortes “Krieg”. Und die Propaganda der Staats- und Konzernmedien hält sich erwartungsgemäß an diese Vorgaben, weil sie mit echtem Journalismus so wenig zu tun hat, wie der “Islamische Staat” mit dem Islam. Die Rede ist von einem “Militär-“, “Syrien-” oder “Auslandseinsatz” der Bundeswehr, aber nie von Krieg. Will man etwa in den Gebieten des IS Brunnen bohren und Mädchenschulen bauen?
     Die Hauptnachrichtensendungen in ARD und ZDF schweigen den ver- brecherischen Charakter dieses Kriegseinsatzes entweder tot (ZDF) oder lassen indirekt Repräsentanten der B‘90/Grüne von “Fragwürdigkeit der Legitimität” labern (ARD) oder – noch seltener – Linken-Politiker die Tatsache der Völker-rechtswidrigkeit feststellen, weshalb die Partei vors Bundesverfassungsgericht gehen werde. Immer aber wird die evidente Tatsache, dass der Einsatz völker-rechtswidrig ist, als „Meinung“ oder „Ansichtssache“ dargestellt.
     Die Linkspartei lehnt den Einsatz grundsätzlich ab, die Grünen haben starke Vorbehalte – vor allem wegen der ihrer Ansicht nach mangelnden völkerrechtlichen Absicherung. (tagesschau.de)
     In Interviews mit der Betrügerin und Lügnerin (“Assad hat Giftgas eingesetzt”) an der Spitze des “Verteidigungsministeriums” Ursula Gertrud von der Leyen wird die Frage der Legitimität des Einsatzes durchgängig ausgeblendet. Die willfährige Presse weiß genau, was sie fragen darf und was nicht, und wenn ein Vorgang so offensichtlich illegitim ist wie dieser Kriegseinsatz, dann darf man die staatlichen Verbrecher nicht mit unbequemen Fragen in Schwierigkeiten bringen – denn die Verbrecher: das sind dann ja wir alle.
     Als besondere Lügnerin und Propagandistin erweist sich derzeit Marion
von Haaren in der ARD, die gerade erst Abschuss und Tod eines russischen Kampfpiloten für antirussische Hetze und Demagogie missbraucht hatte. Im aktuellen “Interview” verschweigt diese Personifizierung staatlichen Maul- hurentums auch auf die direkte Frage ihres Kollegen nach der Strittigkeit des Bundeswehreinsatzes jeden Hinweis auf die fehlende völkerrechtliche Legitimität.
Frage: “Der Syrien-Einsatz (sic!) Deutschlands ist heftig umstritten. Woran entzündet sich der Widerspruch in erster Linie?”
von Haaren: 
“Der Hauptwiderspruch liegt darin, dass man der Regierung vorwirft,
zu wenig zu tun für den nicht-militärischen Syrien-Einsatz. Also …
(Übersprungshand- lung Husten) Pardon! … dafür zu sorgen, dass der IS von den Finanzströmen sozusagen abgeschnitten wird… Ein weiterer Hauptwiderspruch liegt darin, dass man sagt, man hat ja gar keinen einheitlichen Feind dort. Für die Russen sind alle die Feinde, die Assad bekämpfen. Für die westliche Allianz ist es der IS. Hier gibt es Unklarheiten.
Der Frontverlauf ist also nicht klar in diesem Syrien-Einsatz.”

    Kein Wort zur völkerrechtlichen Illegitimität. Stattdessen Gefasel über mangelnden nicht-militärischen Einsatz oder militärisch-strategische Bedenken.
     Wer der Propaganda der letzten Tage auf den Leim geht und glaubt, es gehe nur um “Aufklärung”, der wird schon bald eines Besseren belehrt werden. Schon in Kürze werden wir wieder mit dem Schönsprech vom “robusten Mandat” für dumm verkauft werden, weil die Regierung sich von den sogenannten “Volks-vertretern” legitimieren lassen wird, auch Bomben abzuwerfen.
    Dass die Krieger im Reichstag um die fehlende Legitimität wissen, steht außer Frage. Der einzige echte Journalist in der Bundespressekonferenz, der diese Tatsache anspricht, ist einmal mehr Tilo Jung. Wahre Worte über deutsche Medien im Banne der Militärpolitik von CDU/CSU/SPD gibt es vom Christ-
demokraten Willy Wimmer.
     Willy Wimmer: “Wir haben es mit einer veröffentlichten Meinung zu tun,
die sich so verhält, wie sich die deutsche Presse möglicherweise nicht mal
1939 verhalten hat. Damals musste man und konnte man zwischen den Zeilen lesen, heute wird nur noch für den Krieg getrommelt. Das ist ja unerträglich und das macht vor allen Dingen deshalb keinen Sinn, weil die Staatssender, die das auch noch betreiben, nun wirklich aus dem Vollen schöpfen können, weil jeder Deutsche das auch noch zwangsfinanziert unterstützen muss. Das sind  Dinge, die hält man eigentlich nicht möglich für ein demokratisches Gemein- wesen – und so nennt sich die Bundesrepublik Deutschland ja immer noch –
und die man deshalb nicht aushalten kann. Eine unerträgliche Situation. Wenn man sich die deutschen Fernsehprogramme ansieht, es wird gekocht, dass es kracht, es wird Tatort gespielt, dass es kracht – das heißt, die Zeit, die man haben würde, um einen öffentlichen Informationsauftrag umzusetzen, ver- plempert man mit Spielen, die offensichtlich nur den Zweck haben, die Leute vom Nachdenken abzuhalten. Das ist doch die Situation, mit der wir es zu tun haben. Unser Land geht den Bach runter – und wir wissen es …”

                                                                                      (Wordpress / 2.12.2015)


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       Zwischen Sturm der Liebe und Musikantenstadl

    Da geht’s an Eingemachte: Putin ist böse. Klitschko gut. Griechenland unersättlich. Bahnstreiks untragbar. Kuba zu sozialistisch. Assad ein Schlächter. Faschisten Freiheitskämpfer. Diktaturen abscheulich – außer die in Saudi Arabien, Katar, Bahrain und die anderen selbstgeschaffenen. Der alltägliche Brei ist angerichtet und wird auch an diesem Montag oder Dienstag über die werte Zuschauer- und Leserschaft ausgeschüttet.
   Die Bundeswehr schafft Frieden, die NATO auch, die USA sowieso – nur Russland nicht. Mit kleinen, aber feinen Tricks werden Feindbilder erzeugt, der Sozialstaat abgebaut, Politiker und Unternehmen in Szene gesetzt und Kriege vorbereitet.
   Manipulative Methoden tendenziöser Berichterstattung sind ermittelbar.
Damit wird Desinformation dekonstruierbar, wenn man die falsche Zuord-
nung von Bildern, die Unterdrückung wichtiger Informationen, Strategien des Wording und die Herstellung falscher Bezüge und Verschleierungstaktiken erkennt.
   Zum Beispiel: Die Leitartikel der Süddeutschen Zeitung über die Monate der EU-Verhandlungen mit Griechenland 2015 sind dominiert von einer zum Prinzip geronnenen Gegenüberstellung von verantwortungsloser griechischer Regierung und prinzipientreuem Handeln der sog. Geldgeber. So kommentiert Stefan Kornelius mit dem Titel „Ins Graos“ am Tag der „Einigung“ mit der griechischen Regierung
(13.6.2015) die „Harakiri-Politik der Regierung Tsipras“, die eine „Vertrauensimplosion“ verursacht habe, mit einem „Maximalschaden für die Menschen, den er zu dienen versprochen hat.“
   Das ist nur eines von Hunderten Beispielen zielgerichteter Informationsver-mittlung und Manipulation aus den Jahren seit 2005-15 – darunter Ukraine-Konflikt, Griechenland, Russland, Syrien, Frauenrechte, Uranmunition, Iran, Libyen, Kaukasus-Krieg, Kosovo, Irak ….

                              Roland Thoden (Hg.), David Goeßmann e.a. zu ihrem Sammelband
                                                                                      „ARD & Co.“ / Selbrund Ffm. 2015


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   „Machtmensch Putin“ im ZDF:
    
Noch Hetze – oder schon subversive Satire?

   Wollten Claus von Wagner und Max Uthoff in der “Anstalt” eine Satire über die grassierende antirussische Propaganda präsentieren, das Ergebnis würde dem, was der Mainzer Provinzsender den Zuschauern gestern zur besten Sendezeit als Doku vorsetzte, frappierend ähneln.
    Propaganda, die bekanntlich aus politisch motivierten Lügen und Verzerrungen der Realität besteht, läuft zwangsläufig Gefahr, ins komplett Lächerliche abzurutschen, wenn diese Lügen, Einseitigkeiten und die politische Stoßrichtung so offensichtlich überzogen und durchschaubar sind, dass die Grenze zur Satire großzügig überschritten wird.
    Dräuende Musik, bedrohliche Kamerazooms in Zeitlupe, NATO-Propagandist Breedlove als “Ankläger” und ein gewohnt irre grimmassierender und schwadronie-render Boris Reitschuster als “Psychologe”, der der ZDF-Zielgruppe die Psyche des russischen Präsidenten “erklären” will. Allein Reitschuster ist immer wieder so grotesk anzu schauen, als würde ein Sonderschüler versuchen, in einer mündlichen Prüfung die Relativitätstheorie zu erklären.

    Man muss dem Mainzer Propagandasender geradezu dankbar sein: Die politische Degeneration hat dort ein Ausmaß angenommen, das sich in kompletter Unfähigkeit manifestiert. Ob das im Unterhaltungsbereich für Familien ist, wo man das Format “Wetten dass?” zu ruinieren wusste, oder im Ressort “Jugend und neuen Medien”, wo man mit dem peinlichen „heute-plus“ einen Schuss in den Ofen produzierte, dessen Fremdschäm-Potential sich bereits im Vorfeld ankündigte, als Berufslügner Kleber
den lustigen August gab.
    Dankbar deshalb, weil so dümmliche Machwerke wie „Machtmensch Putin“ immer mehr Zuschauern die Augen öffnen und damit das Gegenteil dessen erreichen, was eigentlich Ziel war. Statt geschickt mit Florett, kommen die Provinzler aus Mainz mit  grobem Propagandaknüppel daher und desavouieren sich damit selbst vor den letzten noch arglosen Zuschauern. Wenn im Laufe der peinlichen Vorstellung noch versucht wird, ausgerechnet das erfolgreiche RT zu diffamieren, dann wiederholt sich das ungleiche Schema “Reitschuster vs Putin” ins Unendliche.
    Wer Vladimir Putins kluge und erfolgreiche Politik kennt, lacht über die Witzfigur Reitschuster. Während Putin zuhause enorme Zustimmung genießt und im Ausland unter politischen Beobachtern hohe Anerkennung, ist der Fälscher Reitschuster längst vom FOCUS geschasst und wird nur noch in Propagandaformaten wie diesem restverwertet. Wer schon einmal RT gesehen hat, kann über die Versuche des Mainzer Staatssenders, dem russischen Staatsssender “Propaganda” nachzusagen, nur lächeln. RT hat alles,
was das ZDF nicht hat: Fakten, spannende Interviews, differenzierte Diskussionen und glaubwürdige Korrespondenten überall dort, wo deutsche Staatssender nicht sind.
    Selbst handwerklich ist das junge RT dem heruntergekommenen ZDF um Längen voraus. Ein gleichermaßen plumpes Machwerk “Machtmensch Merkel” bekäme man dort nicht vorgesetzt.
    Während der Westen mit Hilfe von Faschisten in Kiew einen Putsch gegen eine demokratisch gewählte Regierung inszeniert und das Land in Krieg und Bankrott stürzt, stabilisiert Russland die Krim und führt sie in einem friedlichen demokratischen Refe- rendum nach Hause. Während der Westen in Syrien mit Hilfe islamistischer Mörder einen weiteren säkularen und stabilen Staat in Bürgerkrieg, Verheerung und Massentod stürzt, steht Russland auch dort auf Seiten von Recht und Demokratie gegen Terror und Verbrechen. Alles was RT tun muss, ist diese Fakten zu präsentieren.
    Während RT die russische Position vermittelt, die selbst im Westen für informierte Bürger verständlich und nachvollziehbar ist, muss das ZDF die Verbrechen der USA – und Deutschlands als deren Lakai  – propagieren und schönreden. RT hat es also schon
in den Ausgangsbedingungen leichter. Beim ZDF sind Verzweiflung und Unfähigkeit so groß, dass Machwerke wie dieses bei dem Versuch herauskommen, sich die westlichen Verbrechen schön zu lügen.

                                                                      Wordpress / redigiert / 16.12.2015
                                    

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          Macht und Machenschaften
      der Kriegstreiber in ARD & ZDF


Viele Bürger glauben immer noch, dass ARD und ZDF so etwas wie Informations-vermittler seien, die objektiv und ausgewogen über die Ereignisse der Zeit berichten. Diese Illusion versuchen die Sender auch mit aller Macht aufrecht zu erhalten, weil die Lügenwelt, die sie errichten, von dem Vertrauen lebt, das gutgläubige Bürger ihnen schenken.
     Tatsächlich sind ARD und ZDF Instrumente der Herrschaft, die seit ihrer Gründung den Zweck haben, das Volk im Sinne der Macht zu manipulieren und zu formen. Wir
sind die Guten –
wenn wir das tun, was die Besatzungsmächte von uns wollen. Die
Bösen
sind die, die sich den Besatzungsmächten widersetzen. So kann man die Richt-linien der “Berichterstattung” herunterbrechen. Gewalt ist böse, wenn sie sich gegen
uns richtet, Gewalt ist gut, wenn sie sich gegen unsere Gegner richtet – so die doppel-moralische Herrschaftsmaxime.

     Doppelmoral in der Gewaltfrage
     ist das Fundament der Propaganda
So kommt es, dass ARD und ZDF Gewalt immer dann totschweigen, verharmlosen, rechtfertigen oder geradezu fordern, wenn diese Gewalt im Sinne der Herrschaft eingesetzt wird. Diese Gewalt kann sich gegen deutsche Bürger richten, etwa wenn diese gegen die Herrschaft demonstrieren oder aber auch, wenn jemand unter einer Psychose leidend mit einem Messer herumfuchtelt. Seine Erschießung auf öffentlicher Straße wird von den Staatsmedien genauso als legitim dargestellt, wie das Einkesseln, Zusammen-knüppeln oder “Wegkärchern” von Demonstranten, die gegen die Herrschaft aufmucken. Wenn aber mal ein friedlicher Demonstrant in Deutschland, eine Vertreterin der auf- dringlichen Medienmacht nur anrempelt, dann ist das Mediengezeter groß und die Staatsmacht sofort zur Stelle.
     Außenpolitisch wird die Doppelmoral in der Gewaltfrage auf die Spitze getrieben. Wenn Demonstranten in einem beliebigen “Feindstaat” gewalttätig werden und mit der Absicht zu töten auf Polizisten losgehen, wie wir das auf dem Maidan erlebt haben,
dann wird diese Gewalt verschwiegen, verharmlost oder als legitime “Reaktion” auf vermeintliche Staatsgewalt gerechtfertigt. Wenn militante Oppositionelle staatliche Gebäude und Parlamente stürmen wie in Kiew, dann ist das kein antidemokratischer Putsch, sondern wird als Freiheitsbewegung dargestellt. Passiert das Gleiche als Reaktion im Osten des Landes, wird es als Terror gebrandmarkt. Wenn aber Militante im Auftrag und mit dem Geld und Segen des Westens ganze Stadtviertel oder Städte besetzen, Polizisten erschießen und Bürger ermorden oder vertreiben, die sich nicht ihrem Terror unterwerfen wollen, wie wir das in Kiew und Syrien gesehen haben, dann wird dies selbst dann noch als “Rebellion” verherrlicht, wenn es sich um Faschisten, al-Kaida oder andere islamistische Terrorgruppen handelt, die sogar von der UN als solche klassifiziert sind.

     Die Doppelmoral der Leitmedien ist so offensichtlich, dass selbst Menschen, die
kaum Zeit und Interesse haben, sich intensiver damit auseinanderzusetzen, spüren, dass sie in den sogenannten Mainstream- oder Leitmedien in allen Fragen der Sicherheits-
und Außenpolitik von morgens bis abends belogen, desinformiert, für dumm verkauft
und manipuliert werden. Diese Manipulationen sind aber kein Kavaliersdelikt und keine journalistische Lässlichkeit, denn sie haben direkte politische Auswirkungen, die sich
in Krieg, Terror, Tod und Vertreibung manifestieren.

     Wenn ARD und ZDF die Propaganda für einen gewaltsamen Putsch in Kiew betreiben, der nicht nur ein Land spaltete, sondern einen Kontinent und dem mittlerweile Tausende zum Opfer fielen, weil sie erschossen, verwundet, vertrieben oder einfach “nur” arbeitslos wurden, dann ist das Vorbereitung und Hilfe zu Mord, Totschlag und Verelendung.
     Das Gleiche gilt für die Verbrechen, die die Propaganda in Syrien angerichtet hat,
wo der Westen ebenfalls aus geopolitischen Motiven, Wirtschafts- und Machtinteressen einen militanten Aufstand angezettelt und das Land in einen Bürger- und Proxykrieg getrieben hat. Auch hier haben westliche Mainstreammedien unter US-amerikanischer Steuerung propagandistische Vorarbeit und Sekundanz geleistet, indem sie die legitime Regierung diffamierten, um die westliche Unterstützung für Mord, Totschlag und “Regimechange” durch islamistische Terroristen zu rechtfertigen.

     Massenmord und Verbrechen vom Irak über Libyen und Syrien bis in die Ukraine wären ohne die Vorarbeit und mediale Vermittlung durch die Helfershelfer in den Medien vollkommen unmöglich, weil die Bürger im Westen – wenn sie nicht manipuliert wären
– gegen diese Verbrechen protestieren, auf die Straße gehen und die verantwortlichen Politiker unter Druck setzen würden. Genau das haben wir im Vorfeld des Irakkriegs gesehen, als in Berlin über eine halbe Million Menschen auf die Straße gingen. Welches der Lügenmedien erinnert heute nach an den Bückling der damaligen Oppositions-politikerin Merkel in Washington, wo sie versicherte, dass sie sich an dem verbrecheri- schen Krieg im Irak beteiligt hätte? Es war der Krieg im Irak 2003, der den IS überhaupt erst gebar und der die Grundlage für den weltweiten Siegeszug islamistischen Terrors darstellt. Heute schickt die gleiche Merkel, die sich an diesem Verbrechen beteiligt hätte, deutsche Soldaten in einen neuen Krieg gegen Terroristen, die es ohne diese von ihr mitgetragene, verbrecherische Politik gar nicht geben würde.


        Propaganda wirkt – und sie wirkt tödlich.
Ohne Propaganda gäbe es keinen Krieg, denn die Mehrheit der Bürger ist friedlich und empathisch und hat keinerlei Interesse daran, selbst in einen Krieg zu ziehen oder auch nur an Kriegen in anderen Ländern beteiligt zu sein. Die Bereitschaft zum Krieg – oder zur Toleranz eines kriegerischen Einsatzes – muss erst durch mediale Massenbeein-flussung geschaffen werden und das ist die Aufgabe der durch die Eliten kontrollierten Massenmedien. Sie betreiben einseitige Hetze und Diffamierung, damit die Bürger denken, sie täten auch noch etwas Gutes, wenn sie die Anwendung kriegerischer Gewalt in fremden Ländern widerspruchslos akzeptieren.

        Verbrechen am syrischen Volk
Die Propaganda, die in den deutschen Staats- und Konzernmedien verbreitet wurde,
um die Verbrechen des Westens in Syrien zu verdecken oder gar zu legitimieren, steht beispielhaft für eine gezielte, verbrecherische Desinformation, die mittlerweile Hunderttausende Tote, ein verheertes Land, Millionen Vertriebene und die Entstehung eines terroristischen Pseudo-Staates bewirkt hat.

     Man muss sich nur vorstellen können, was hier im Land los wäre, wenn die gleich-geschaltete Agitationspresse, anstatt Gewalt der Terroristen in Syrien zu verschweigen, zu verharmlosen oder zu rechtfertigen, objektiv und mit den gleichen moralischen Grundsätzen berichtet hätte, die man für das Verhalten der Bürger im eigenen Land ansetzt. Selbstverständlich würde hier jemand sofort verhaftet oder erschossen, wenn
er auf einer Demonstration mit einer geladenen Waffe auftauchen würde. Passiert so etwas im Kiew eines Janukowitsch oder im Syrien eines Assad, dann wird nicht der militante Demonstrant angeprangert, sondern der Staat, der diesen Militanten zu Recht unschädlich macht.

     Wüssten die deutschen Bürger mehrheitlich, dass in Syrien nahezu ausschließlich islamistische Terroristen gegen eine säkulare, weltoffene und vergleichsweise demo- kratische Regierung kämpfen, dass diese Terroristen Polizeistationen und Regierungs-gebäude mit Gewalt stürmten und seit Jahren mit Bomben- und Terroranschägen, die
den Verbrechen von Paris in nichts nachstehen, den Staat zerschlagen und in eine blutige Hölle verwandelt haben, hätten die Lügenmedien auch nur ansatzweise empathisch über die ungezählten Opfer auf Regierungsseite in Syrien berichtet und nicht die Verbrechen der Täter heroisiert und als “Freiheitskampf” verbrämt, dann hätte man Krieg und Massenelend in Syrien verhindern können.

     Die Zerschlagung Syriens war aber vom Beginn an im westlichen Interesse und
wurde sowohl mit Horden von eingeschmuggelten Terroristen betrieben, als auch mit
der Aufwiegelung innersyrischer gewaltbereiter Oppositioneller, die man als billiges
und williges Kanonenfutter benutze. Unter dem euphemistischen Deckmantel der “Freunde Syriens” wurde das Phantom einer Opposition geschaffen, die angeblich noch demokratischer war als die herrschende Regierung Assad. Helfershelfer bei diesem Phantom, das längst wieder in der Propagandakiste verschwunden ist, waren deutsche Politiker wie Westerwelle und eine gleichgeschaltete Presse, die den Unsinn vom demokratischen Widerstand in die Köpfe der Bürger hämmerte.


        Der Krieg in Syrien hätte verhindert werden können
Es ist nicht schwer, sich eine alternative Geschichtsschreibung zu den Vorgängen in Syrien vorzustellen. Hätte der Westen von Anbeginn die Gewalt beider Seiten – sowohl der Opposition, als auch des Staates – angeprangert und verurteilt und auf eine demo- kratische und friedliche Lösung hingearbeitet, statt den Aufstand politisch, geheim-dienstlich, militärisch und vor allem medial anzuheizen, dann hätte man die syrische Regierung zu weiteren Reformen zwingen können.
     Diesen Weg hat Russland von Beginn an gefordert und stand damit – obwohl eigene geopolitische Interessen zugrunde lagen – auf der Seite der Demokratie und gewaltfreien Konfliktlösung. Da der Westen aber nie demokratischen Reformen oder humanistische Werte im Sinn hatte, sondern nichts anderes wollte, als die Regierung Assad aus geo- politischen und wirtschaftlichen Interessen heraus zu beseitigen, wurde der Konflikt von außen angeheizt, und die Medien machten aus dem westlich orientierten, gebildeten, kultivierten Baschar-al-Assad einen “Schlächter, der sein eigenes Volk ermordet”. Tatsächlich tat dieser nichts anderes, als seine Bürger mit legitimer staatlicher Gewalt gegen jene Kräfte zu verteidigen, die Gewalt und Militanz von außen ins Land trugen.
     Die Wurzel der Gewalt und der Verheerung des syrischen Staates liegt also nicht in erster Linie in innersyrischen Konflikten, sondern in einer menschenverachtenden Geopolitik, die sich diese Konflikte zunutze machte und regelrecht anheizte, um ihre eigenen niederen, wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen auf einem Leichen- berg von Opfern durchzusetzen. Die unabdingbaren Helfershelfer dieses historischen Verbrechens, dessen Opfer mittlerweile zu Hunderttausenden in die EU strömen, sitzen an den Schalthebeln der Medien. Sie haben wie in Libyen und der Ukraine oppositonelle Gewalt legitimiert und gefördert, statt sie so zu verurteilen, wei sie es getan hätten, wenn sich diese Gewalt gegen eine westliche Herrschaft gerichtet hätte – von denen keine bei näherer Betrachtung auch nur nennenswert demokratischer ist als die Herrschaft Assads oder Janukowitschs.
    Die Helfershelfer von Massenmord und Massenexodus in Syrien, Büchsenspanner
des militanten Putsches in der Ukraine und die Wegbereiter der Verheerung Libyens sitzen in deutschen Medien und haben Namen, die in die Geschichte als Übeltäter ein- gehen werden. Sie heißen Marmor und Buhrow, Frey und Kleber, Gniffke, Miosga,
Roth, Slomka, Atai, Eigendorf, Lielischkies, Atalay, Gellinek, Sievers, Wernicke,
Gerster, Coerper, Strumpf, Großheim etc. – um nur einige der Haupttäter in den staat-lichen Propagandaanstalten zu nennen. Sie alle haben sich der medialen Vorbereitung, Verhamlosung und Rechtfertigung von Verbrechen historischen Ausmaßes schuldig gemacht, denen Millionen Menschen zum Opfer fielen und die die Welt an den Rand einer Apokalypse gebracht haben. Sie mögen heute noch die Köpfe der Mehrheit unter ihrer Kontrolle haben, aber diese manipulative Macht erodiert schneller, als sie neue Lügen in die Welt setzen können, die nötig sind, um ihre Verbrechen zu bemänteln.

                                                                              
(Doc in Wordpress / 4.12.2015)


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      ZDF:
   Schreckliche Nachrichten-Moderatoren
Langsam zweifele ich am Verstand der Leute, die nicht vor Lachen vom Stuhl fallen, wenn Kleber sich und seine Weltschau in einem täglich ausgestrahlten ZDF-Trailer als „unabhängig“ bezeichnet: “Wir ordnen ein, wir bündeln, wir machen verständlich.“ Schlimmer noch: Den ZDF Nachrichten könnten die Menschen vertrauen, weil sie „zuverlässig" seien, "das heisst vor allen Dingen unabhängig." (O-Ton Kleber).
     Eben jener Kleber der solchen Schwachsinn über die Sender des Medien-, Banken- und Parteien- und Geheimdienstfilzes vebreiten darf. Welcher wirkliche Journalist mit Ehre im Leib würde – wie Kleber & Kollegen bei BILD, Spiegel, Focus, ARD und
ZDF - die Propagandafloskel von „moderaten Rebellen“ als Euphemismus für halsab-schneidende Terroristen überhaupt benutzen?
     Kleber sagt dem Zuschauer z. B. nichts Unabhängiges über die „moderaten“ Bestien, die „einem Opfer das Herz herausschneiden und hinein beißen“ Benannter Kannibale gehört zu den Faruq-Brigaden der laut Kleber (allerdings auch lt. Claudia Roth, B‘90/Die Grünen) angeblich
moderaten „Freien Syrischen Armee“. Das zu senden, so unabhängig ist man beim Staats-TV nun wieder nicht. Erst recht nicht so zuverlässig und unabhängig zu erwähnen, dass die Katholische Nachrichtenagentur einen Erzbischof als Augen-zeugen bringt. Zitat: "Die westliche Propaganda redet weiterhin von gemäßigten Rebellen, doch die gibt es nicht: in der Galaxie der bewaffneten Gruppen sind die Soldaten der Syrischen Befreiungsarmee nur mit einer Lupe zu finden. Alle anderen, abgesehen vom IS, haben sich in der Al-Nusra-Front zusammengeschlossen, ein Ableger der Al Kaida in Syrien.“
     Rhetorische Frage: Nun, wenn es in der Welt von Kleber, Slomka, Roth und Miosga moderate Terroristen gibt, was haben sie gegen moderate russische Bomben?
     Der Westen macht sich mit dem offenkundigen Schutz seiner Terroristen vollends unglaubwürdig. Die NATO steht in den Augen der einen als unfähig und in denen der anderen als unwillig da, den Terror zu bekämpfen. Russland, das sich im Gegensatz dazu an das Völkerrecht hält, präzise und wirksam alles bekämpft, was „kämpft wie ein Terrorist“ (Lavrov), zieht sich den medialen Hass der Terrorpaten zu, aber gewinnt weiter Ansehen auf der politischen Weltbühne.
     Kann man die westliche weltfremde Dummheit und Überheblichkeit besser darstellen, als mit dem ARD-Reporter, der aus Wien die West-Phrase widerkäut:
„Der Westen will Assad zukünftig nicht in Syrien.“ Ja und? Das ist wortwörtlich Kerrys Großkotz-These. In einer Demokratie bestimmt angeblich das Volk, nicht der Westen - oder? Warum wird nicht Lavrovs Statement promotet: „Das syrische Volk sollte die Zukunft seines Landes selbst entscheiden, einschließlich Assads Schicksal.” Doch diese einfache Wahrheit ist zu viel für die Propaganda-Sender.
     Die Menschen sind klüger als ihre Politiker und Medien. 72% der 22.000 Teilnehmer einer Umfrage des Pariser
Le Figaro meinten, der Westen sollte sich mit der Forderung nach Assads Rücktritt zurückhalten. Doch dieses unser Staatsfernsehen macht ja auch ukrainische Faschisten zu moderaten, ja unkonventionellen Rebellen. Man stelle sich
vor, wir sprächen öffentlich von einer „moderaten NSU“. Zurecht folgte da ein Aufschrei -- doch bei Kleber, Atai & Co.?
     Ein geistiger Terrorist ist, wer überführte Terroristen in Schutz nimmt, rechtfertigt ja zu Freiheitskämpfern gegen den
„Würgegriff des Diktators Assad und des Kremlchefs Putin“ (O-Ton Kleber) macht. Sowas wird uns als geldwerter Journalismus verkauft!
                                                             
(Quelle: Hinter der Fichte / 1.11.2015)                    
 

 

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       ARD und ZDF:
Doppelstandards und
       NATO-Propaganda im Syrien-Konflikt


Doppelmoral und NATO-Propaganda kennzeichnen die “Berichterstattung” der Staats-sender ARD und ZDF über den Krieg in Syrien. Völkerrechtswidrige Bombardements Frank­reichs in Syrien werden legitimiert, Verletzungen des türkischen Luftraums durch russische Jets skandalisiert.
     Das Ausmaß an Verlogenheit, einseitiger Propaganda und Doppelmoral, das bei deutschen Fälschermedien im Zusammenhang mit den Konflikten in der Ukraine und Syrien zu verzeichnen ist, verlangt extrem dümmliche oder ausgesprochen skrupellose Charaktere, die öffentlich Namen und Gesicht für plumpe Kriegspropaganda und politischen Schmierenjournalismus hinhalten.
     Eine dieser Figuren, die von sich selbst glauben, Journalisten zu sein, ist Christian Sievers vom ZDF. Der verkündete am 27. September vollkommen lapidar in den 19.00 Uhr heute-Nachrichten, dass Frankreich begonnen habe, in Syrien zu bombardieren. Das Normalste von der Welt, wenn man in der Propagandawelt des ZDF zuhause ist, wo NATO-Staaten bombardieren können, wen sie wollen, und das Völkerrecht nur dann beschworen wird, wenn man mit dem Finger auf andere zeigen möchte.


ZDF heute 19.00 Uhr 27. September:
Christian Sievers: “Die fran­zö­si­sche Luft­waffe hat erstmals Stel­lungen der Terror-
miliz “Islami­scher Staat” in Syrien bom­bar­diert. Das Prä­si­dial­amt in Paris sagt,
über diese Einsätze habe man sich zuvor mit den Verbün­deten in der Region
abgestimmt. Bisher hatte sich Frankreich nur an Luft­angriffen gegen den IS im
Irak beteiligt.”

Während Bombardements im Irak dann zulässig sind, wenn sie mit der dortigen Regierung abgestimmt oder durch ein UN-Mandat legitimiert sind, ist klar, dass es für Bombardements in Syrien keinerlei Zustimmung der syrischen Regierung und kein UN-Mandat gibt. Frankreichs Bombardements sind also völkerrechtswidrig – und das weiß auch Sievers, sagt aber kein Wort dazu, sondern versucht den Eindruck zu erwecken, es geschehe ganz dasselbe wie im Irak, wenn NATO-Mitglied Frankreich
jetzt auch in Syrien bombardiert.
     Ganz anders hört es sich an, wenn russische Kampfjets den Luftraum der Türkei verletzen. Dann ist die Kriegsorganisation NATO empört und die verlogenen Meldungsmacher des ZDF verbreiten diese Propaganda genauso willfährig und ohne jeden Hinweis auf die offenkundige Doppelmoral, wie sie erst ein paar Tage zuvor
die Bombardements der Franzosen als vermeintlich legitim dargestellt haben.

 

ZDF heute 19.00 Uhr 06. Oktober:
Petra Gerster: “Die NATO hat Russland wegen der Verletzung des Luftraums über
der Türkei scharf kritisiert. Das sehe nicht aus wie ein Missgeschick,sagte      NATO-Generalsekretär Stoltenberg und nannte den Vorfall inak­zep­tabel und
sehr ernst….”

Die gleiche Kriegspropaganda am 27. September in der ARD tagesschau. Dort werden die französischen Bombardements in Syrien von Jens Riewa als “immer breitere Front gegen den IS” gefeiert. Im folgenden Beitrag behauptet Mathias Werth  frech, die Luftangriffe seien “völkerrechtlich umstritten”. Genauso könnte man behaupten, die Legitimität der Existenz der Bundesregierung sei “umstritten”. Was ARD und ZDF betreiben, ist eine weitere Schleifung des Völkerrechts zugunsten kriegerischer Einsätze des Westens. Das Völkerrecht hat für diese Kriegstreiber keinerlei Bedeutung mehr.
     Solche Verlogenheiten und Doppelstandards sind lupenreine Kriegs-propaganda im Auftrag der NATO. Mit dem Auftrag und den Verpflichtungen eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks, unvoreingenommen und objektiv zu informieren, hat das nicht das Geringste zu tun.

 

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      Russlandberichterstattung
      von ARD-aktuell
Eine Untersuchung für Juli 2015
In fast allen eingereichten Programmbeschwerden gegenüber ARD-aktuell war festzustellen, dass die Programmverantwortlichen (Rundfunkrat und Intendant) keinen Anlass zur Selbstkritik sahen und sehen. Selbst als der ARD-Programm-beirat Mängel und Unzulänglichkeiten der Berichterstattung über Russland und die Ukraine kritisierte, waren weder Einsicht noch Änderungen erkennbar. Glaubwürdigkeitsverluste nahm man unbeeindruckt hin. Vorbei sind die Zeiten eines professionellen NDR, als Stimmen wie Eggebrecht, Gütt, Friedrichs, Lehmann, Krone-Schmalz die Berichterstattung bestimmten.
     Im eigenen Selbstverständnis der Journalisten der ARD heißt es, man wolle möglichst gute journalistische Arbeit leisten und alle Aspekte des behandelten Themas angemessen beleuchten. Bei ihrer Arbeit verfolgten sie als oberstes Ziel, gründlich zu recherchieren, Fakten zu erhärten und sie verständlich darzustellen. Bei der Auswahl der Themen orientierten sich die Redaktionen an journalistischen Nachrichtenkriterien. Die Grundlage der journalistischen Arbeit ergibt sich aus den „Programmrichtlinien des NDR-Staatsvertrages“. Danach muss die Berichterstattung objektiv, vorurteils-unverdächtig, fair, ausgewogen und friedensfördernd sein. Die „Ständige Publikumskonferenz“ hat es unternommen, nach diesen Kriterien die Russlandberichtersttatung über einen Monat – Juli 2015 – zu beobachten und zu verifizieren.

     Das Ergebnis
Ein kleiner Prozentsatz (10%) der Berichterstattung setzt sich mit innenpoli-tischen Themen Russlands auseinander. Sie ist beliebig, ohne Konstanz und Kontinuität, wird geprägt nach bekannten jahrelang gepflegten Propaganda-Stereotypen: Militarisierung und Repression im russischen Alltag.
     In der Außenpolitik spielt der Abschuss der MH17 quantitativ eine über- ragende Rolle, obwohl die Ursachen für das Unglück bisher nicht geklärt sind und wesentliche Fakten und Erkenntnisse von der „Westlichen Wertegemein- schaft“ offensichtlich verschwiegen werden (daran hat sich auch nach der Veröffentlichung des Berichtes im Oktober nichts geändert). Die Jubiläums-ausführungen zu den Russland-Sanktionen sind von Mutmaßungen gefärbt
und stellen Russland dar als zurecht vom Bestrafungsregimes der EU und USA erfasst. Die Schäden der Sanktionen in Westeuropa und die für die USA daraus entstandenen Handelsvorteile werden dagegen ausgeblendet.
     Bis auf 6 neutrale Meldungen sind alle 40 Informationen zu Russland negativ akzentuiert und von dem Stereotyp bestimmt: Russland ist innen-politisch abgefeimt undemokratisch, wirkt nach außen bedrohlich und ist
in der Welt isoliert.
     72 % der Nachrichten befassen sich mit der Außenpolitik Russlands.
Davon sind über 90% antirussisch ausgerichtet, 41 % suggerieren eine militärische oder ökonomische Bedrohung, 55% erwecken den Eindruck, Russland befände sich in einer außenpolitisch isolierten Position. Es gab keine einzige positiv ausgerichtete Nachricht.

     Das lässt nur den Schluss zu: Die ARD- aktuell -Berichterstattung über Russland ist einseitig und vielfach tatsachenwidrig. Die russophobe Gesamt-ausrichtung wird mit vielen bereits bekannten Stereotypen verstärkt. Nicht zu erkennen ist die staatsvertragliche Verpflichtung zur Völkerverständigung, Objektivität und Wahrheit.                       (Qu.: Ständige Publikumskonferenz)

 

 

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        Umfrage: 44 Prozent der Befragten
             erkennen eine "Lügenpresse"

  Marcus Klöckner / 8.10.2015

      Bürger sehen "von oben" gesteuerte Medienlandschaft.

Erneut bestätigt eine repräsentative Umfrage, dass viele Menschen der Presse nicht (mehr) vertrauen. 44 Prozent der Bundesbürger stimmen laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage demnach der Aussage zu, dass Medien "von oben gesteuert" werden und "geschönte und unzutreffende Meldungen" bringen. Im Auftrag des Magazin Stern befragte das Forsa-Institut über 1000 Bundes-bürger zu Ansichten, die im Kreise von Pegida vertreten werden. Dabei wurden den Teilnehmern der Umfrage jeweils 10 "Original-Aussagen" vorgelesen und
die Teilnehmern sollten dann angeben, ob sie diesen "voll und ganz", "eher ja" oder nicht zustimmen.

     So kam zum Vorschein: 70 Prozent der Deutschen halten Pegida eher für
eine Randerscheinung. Außerdem wurde deutlich: Je krasser die angeführten Aus- sagen waren, desto weniger Teilnehmer stimmten diesen zu. Während der Aussage "Muslime können nicht in Frieden leben und bringen ihren Krieg auch hierher" noch 26 Prozent der Befragten zustimmten, waren es bei der Aussage "Die Flüchtlinge sollen sich untereinander totschlagen und bekämpfen. Dann haben wir Ruhe vor dem Pack" nur noch vier Prozent. Die Aussage zu den Medien lautete: "Die von oben gesteuerten Medien verbreiten nur geschönte
und unzutreffende Meldungen." 18 Prozent der Befragten stimmten dieser Aussage "voll und ganz" zu, 26 Prozent antworteten mit "eher ja."

     Auch in Umfragen, die in den vergangenen Monaten durchgeführt wurden, äußerten viele Umfrageteilnehmer immer wieder eine grundlegende Skepsis an den Medien und ihrer Berichterstattung. So ergab etwa eine im Juni von der Zeitung Die Zeit in Auftrag gegeben repräsentative Umfrage, dass 53 Prozent der Befragten wenig Vertrauen in die politische Berichterstattung der Medien hätten. Sieben Prozent gaben demnach gar an, gar kein Vertrauen zu haben. 27 Prozent derjenigen, die der Berichterstattung misstrauen, warfen, den Medien "bewusste Fehlinformation und Manipulation" vor, wie der Tagesspiegel berichtete.
     Bei
einer im Dezember des vergangenen Jahres im Auftrag des NDR-Medien-magazins ZAPP durchgeführten repräsentativen Umfrage kam zum Vorschein, dass 63 Prozent der Bundesbürger den Medien nicht mehr vertrauen, wenn es um die Berichterstattung zur Krise in der Ukraine geht (Infratest: Deutsche trauen Medien immer weniger).

     Auch bei einer für die staatliche russische Nachrichtenagentur Sputnik vom britischen Meinungsforschungsinstitut ICM Research in mehreren europäischen Ländern durchgeführten repräsentativen Umfrage wurde deutlich, dass das Missstrauen gegenüber den Medien groß ist. Demnach hatten 57 der Befragten zweifelten an der Objektivität der Medienberichterstattung im Hinblick auf die Krise in der Ukraine (Sputnik: Misstrauen und Zweifel an Berichterstattung).
                                                                                                            

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          “Was haben ‘die Amerikaner’
         nicht alles für Deutschland getan….”

Tom Hegermann im WDR ist einer jener öffentlich-rechtlichen Idioten, deren begrenzter Intellekt die deutsche Geschichte auf böse Nazis und wahlweise noch bösere Kommunisten reduziert – und dagegen amerikanische “Rosinenbomber” projiziert, die Europa von beidem “befreit” hätten. Ein Geschichtsbild auf dem Niveau eines schlechteren Marvel-Comics, undifferenziert, holzschnittartig und mit der Personifizierung eines deutschen Untertanengeistes, der sowohl unter Adolf als auch unter Erich die gleiche “Karriere” als Maulhure gemacht hätte
wie in der BRD.
    Wenn der WDR zu offener US-Propaganda übergeht, weil ein Großteil der Bevölkerung merkt, dass die USA eben nicht für “Care-Pakete” und “Menschen-rechte” stehen, sondern für millionenfachen Massenmord, Völkerrechtsver-brechen, Vertreibungen, Totalüberwachungen, Terror, Folter, Justizmorde, Gesetzlosigkeit, Ausbeutung, atomare Aufrüstung, Unterstützung von Despoten, Erpressung von Staaten und eine Weltherrschafts-Anmaßung, die selbst die eines Tausendjährigen Reiches in den Schatten stellt, dann ist der einfältige Spießbürger und Propagandist Hegermann an vorderster Front.

Coments:
--- Na, den Hamburger, die Jeans und die Baseballkappe haben sie uns geschenkt.
Im Ernst: Sie haben uns Wanzen in jeglicher Form gegeben und uns dazu gebracht, unsere Dauerüberwachung auch noch selbst zu finanzieren.
--- Wann mir das Erste Mal schwante, dass dieses anerzogene Konstrukt von “god’s
own country” ein Trugbild ohnegleichen ist, dass nichts davon stimmt, nichts ehrlich gemeint ist , die Lüge Feste feiert, ich weiß es nicht mehr. Es muss aber schon vor jenem seltsamen Septembertag gewesen sein, der dann endgültig und vollständig die Maske vom Gesicht des Ungeheuers riss.
--- Der Nabel der Welt, der sich auch noch permanent darauf beruft der Gipfel menschlicher Schöpfung zu sein, kann man so einem trauen? God bless America!
Zu allem Überdruss tut man seitens der Krone der Schöpfung alles, um auch die letzten Reste etwaiger Ansätze von Vertrauen zu zerstören. Das grenzenlose Misstrauen, mit NSA, CIA-Morden, Regime Changes, Drogen und Drohnen offenbart, ja tagtäglich praktiziert, wie soll solcher Erscheinung Vertrauen entgegengebracht werden? Hörigkeit, Untertanentum braucht kein Vertrauen, nur Gehorsam. Und das ist nur ein Puzzleteilchen von vielen, warum dem selbsternannten Weltenretter nicht mehr über den Weg zu trauen ist.
--- Die Janitscharen mit Schalmeien und Trommeln sind rund um die Uhr unterwegs
mit ihren Lobpreisungen für den Herrscher der Welten. Unser Staatsfunk,  allgegen-wärtige, einstimmige Medienmafia – bestens im Joch transatlantischer commitments festgezurrt – lässt nicht locker.
--- Mancher Amerikaner soll die NSDAP finanziell unterstützt haben. Zumindest hat Henry Ford kräftig durch den Nationalsozialismus verdient. Das schreien sogar
DER SPIEGEL oder Wikipedia aus: Ford, Rockefeller, DuPont, IBM …
--- Über siebzig Jahre konnte die CIA (OSS) hier im Lande propagandistisch als Monopolist schalten und walten, dem Volk ein X für ein U vormachen, ja, eine Matrix erstellen. Mit dieser “gottgleichen” Herrlichkeit ist es beinahe schlagartig für immer vorbei: Die Gangster sind ist enttarnt! Diese neue Realität haben noch nicht einmal die Strippenzieher selbst begriffen. Sie wanken ob der Erkenntnisse noch betäubt durch
ihre Geheimlabore der Worte und suchen verzweifelt nach neuen Lügen. Wie also sollten die Maulhuren diesseits des Atlantik schon etwas begriffen haben? Das geht
gar nicht und dauert noch zehn Jahre. Die werden also noch im Sarg „USA, USA!“ murmeln.
--- Soviel Dreck in einem so kurzen Beitrag ist schon eine Glanzleistung. Für mich
waren die Höhepunkte: Die USA haben uns vom Nationalsozialismus befreit. Die
haben, nachdem der Krieg entschieden war, kurz vor dem Ende eingegriffen, um noch zu retten, was zu retten war. Im Juni 1944 hatten die ihren D-Day, den sie auch noch
fast versaut hätten, da war der Krieg schon entschieden. Auch wurde dem Unsinn des Idioten aus dem “überparteilichen” Aspeninstitut von den freien Handelswegen, die wir den USA zu verdanken hätten, nicht widersprochen. Ich denke da nur an die von den USA aufgezwungenen Sanktionen gegen Russland, die den den Weltfrieden gefährde.n  Wirklich unerträglich diese Suaden vom WDR!
--- “Überparteiliches Aspen Institut” - da steckt der verbale US-Stock so tief im Arsch des Sprechers drin, das es wehtut. Was kommt wohl als Nächstes ? Der halbtote Rambo McCain ist der wiedergeborene Jesus ?!
--- Vielleicht meinte Hegermann mit “überparteilich”, hierarchisch über den Parteien stehend. Ist es ja auch. Ebenso wie Atlantikbrücke. Da sind Journalisten, Politiker aller Farben, viele Unternehmer etc. alle drin. Egal wie man wählt, Aspen und Atlantikbrücke sind immer dabei. Und dieses korrupte System wird immer noch Demokratie genannt.

--- Der WDR ist ein Fossil vergangener Zeiten. „Rosinenbomber“„Luftbrücke“„Marshall Plan“„Die Atombomben auf Japan haben den Krieg im Pazifik beendet“ - Das sind die Mythen, aus der die US-Propaganda gestrickt ist. Sie werden immer wieder hervorge- holt, um das Bild vom guten US-Amerikaner zu zeichnen, sind aber längst historisch überholt. Wer sich die Mühe macht und die Dokumentation „Untold History of the United States – Ein Amerika, das wir niemals kennenlernen sollten…“ ansieht, wird etwas anderes erfahren und braucht dem Fossil WDR-Hegermann nicht mehr zuzuhören.

                                                                                                                            (Basis: PS / 7.10.2015)

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          DER SPIEGEL – das Neoliberal-Hetzorgan

      TTIP & CETA stoppen! – Für gerechten Welthandel!
Am 10. Oktober sind Berlin etwa 250.000 Menschen auf die Straße gegangen.
Die Teilnehmer/innen der Demonstration waren aus allen Teilen des Landes angereist. Sie demonstrierten für die Demokratie und einen gerechten Welt- handel. Die gemeinsame Forderung lautet, die Verhandlungen mit den USA
für TTIP zu stoppen und das mit Kanada verhandelte CETA nicht zu ratifizieren. Es war die größte Demonstration seit über 10 Jahren in Deutschland. Nie zuvor sind in Europa mehr Menschen zu diesem Thema auf die Straße gegangen.
Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer übertraf die Erwartungen der Veranstalter deutlich. Zur Demonstration aufgerufen hatte ein großes zivil-gesellschaftliches Bündnis…                                                      Quelle: Stop TTIP CETA
     
        „Stoppt TTIP“-Demo:
SPIEGEL-Schauermärchen vom rechten Rand
"Die Proteste gegen das Freihandelsabkommen TTIP bedienen vor allem rechtspopulistische Ressentiments. Wer da mitmarschiert, findet offenbar nichts daran, sich gedanklich bei Pegida-Bachmann, Marine Le Pen und Donald Trump unterzuhaken. (…)
Die Kampagne gegen den Freihandel ist wie auf dem braunen Mist gewachsen. An erster Stelle steht die im bewährten „Deutschland schafft sich ab“-Sound vorgetragene Behauptung der TTIP-Gegner, das geplante Abkommen zwinge zur Preisgabe der eigenen, angeblich viel besseren Standards. Vom „Ausverkauf deutscher Interessen an die Amerikaner“ ist die Rede. Dabei soll doch am eigenen Wesen die Welt genesen, denn man hält sich für die Krone der Schöpfung. (…)
Wer nichts Schlimmes daran findet, sich gedanklich bei Pegida-Bachmann, Marine Le Pen und Donald Trump unterzuhaken, darf bei der Demo heute gerne hinter dem Plakat mit dem Chlorhühnchen herrennen. Alle anderen jedoch sollten sich fragen, wie sie aus einer solchen Gesellschaft schnell wieder herauskommen.
"                                    so in:  Spiegel Online

     NDS-Anmerkung 1:
Hier hat SpOn mal wieder den neoliberalen Vogel abgeschossen. In mehreren Artikeln werden die Proteste gegen TTIP besprochen; meist mit Unverständnis gegenüber den Bedenken zu TTIP. Dazu kommen noch ein Videokommentar, der die wichtigsten Fragen zu TTIP beantworten soll, aber die Bedenken eher ins Absurde (generell Kapitalismus-gegner) oder Dümmliche (es ist schon okay, dass Lieschen Müller am Prozess nicht beteiligt ist) gestellt. Das allerletzte ist allerdings Menschen die TTIP ablehnen an den rechten Rand stellen zu wollen, wie das in dem von mir oben angeführtem Kommentar passiert. So etwas würde man vielleicht Sigmar Gabriel zutrauen oder Christian Lindner.  Ich finde keine Worte, um meinen Abscheu auszudrücken.

     NDS-Anmerkung 2:
Was für eine dumme Hetze, Journalismus unter der Gürtellinie. Woher weiß Neubacher, dass „die Geisteshaltung vieler Anti-TTIP-Aktivisten … im Kern eine dumpf nationa-listische“ und „auf dem braunen Mist gewachsen“ ist? TTIP-Gegnern eine Affinität zum Nationalsozialismus zu unterstellen, noch dümmer und niveauloser geht es nicht. Das unterbietet sogar Springers Bild. Aber dann ist es sicher auch erlaubt Neubacher als Lohnschreiber der herrschenden Eliten zu bezeichnen?
Neubachers Argumentation ist bestechend. Da Unternehmen Arbeitsplätze schaffen – wobei die Frage ist, ob es überhaupt der Zweck eines kapitalistischen Unternehmens ist, Arbeitsplätze zu schaffen – müssen sie sich an keine Regeln halten bzw. können diese gleich selbst gestalten. VW hat es vorgemacht. Gäbe es das TTIP schon, hätte VW einfach die USA wegen zu strenger Abgasvorschriften verklagen können. So viel zum Sinn und Zweck des TTIP.
Wenn man so erkennt, wie die deutsche Oligarchie ihre journalistischen Kettenhunde
à la Neubacher gegen TTIP-Kritiker los lässt, dann kann man absolut sicher sein,
dass das TTIP nicht zum Nutzen der Bürger gemacht ist, dass den herrschenden Eliten offenbar bezüglich der Durchsetzung des TTIP angesichts der geballten Ablehnung durch die Bürger, langsam die Nerven flattern, und dass man außer Diffamierungen keinerlei Argumente für das TTIP hat.

                                                                                                                                        12.10.2015

 

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                Fälscher nennen Kritiker
    notorisch „Verschwörungstheoretiker“


       Zitat aus ZAPP (dem Medienmagazin des NDR):
     „ Verschwörungstheorien eines Journalisten
Wenn Walter van Rossum zu Gesprächsrunden oder Diskussionen eingeladen wird, dann versammelt sich eine illustre Runde: Menschen, die jedes Vertrauen in Medien verloren haben, solche, die als Ursache aller schlechten Entwicklungen auf der Welt die Einflüsse der USA ausmachen und jene, die begonnen haben, ihre Welt mit Verschwörungstheorien aller Art zu erklären. Walter van Rossum liefert ihnen dazu das notwendige Rüstzeug.“
      Dazu ein Kommentar von Walter von Rossum: Danke, Thomas Berbner, danke, besser hätte unsereiner das gar nicht ausdrücken können. Und der olle Verschwö-rungstheoretiker in mir fragt sich gleich: Wieviel hat Russia Today dem Typen für die fast schon geniale Selbstzerlegung, für diese Karikatur einer medienkritischen Reflexion bezahlt? Als ich davon sprach, dass Journalisten sich morgens nur fragen, was Sie schreiben sollen, hätten Sie da nicht einfach an sich selbst denken müssen? Oder hat Stefan Hebel, der neben mir saß, Recht, als er korrigierte: Die meisten Journalisten denken gar nicht. Zu Ihrer Selbstbeschreibung als ungebremst eigensinniger Kopf fällt mir nur das Verdikt von Egon Erwin Kisch ein: “Wenn Kollegen sich brüsten, sie seien nie in ihrem Schreiben beschränkt worden, nie würde ihnen ein Gedanke gestrichen, so ist das nur ein Beweis dafür, dass sie sich von selbst innerhalb der Zensurgrenzen bewegen, ihre Denkweise nirgends über die Hürden der vorgeschriebenen Ideologie hinausstrebt.” Ich glaube, man darf Sie als vollendetes Exemplar eines solchen Kollegen betrachten.
    Doch was mich wirklich interessieren würde: Was denken Sie sich eigentlich dabei, wenn sie zwei Drittel Ihres Publikums, das – laut einer Umfrage von ZAPP – Journalisten wie Ihnen nicht mehr traut, einfach als durchgeknallte Verschwörungstheoretiker darstellen? Fällt Ihnen denn gar nix anderes mehr ein? --- „Nachfragen gestalten sich schwierig“, schreiben sie oben.
    Sie müssen es ja wissen. Jedenfalls habe ich Sie sehr freundlich an meinem geschlossenen Weltbild teilhaben lassen: Über anderthalb Stunden habe ich auf dem Podium gesessen, über eine Stunde lang Ihre wirren Fragen zu beantworten versucht. Ich habe Ihnen etwa ein Dutzend Beispiele genannt, die einigermaßen genau den medialen Unsinn belegen, den eine Mehrheit der Zuschauer beklagt. Ich habe Sie auf
den Kollegen Scholl-Latour hin- gewiesen, der in seinen letzten Veröffentlichungen einen Großteil seiner Kollegen offen propagandistischer Umtriebe bezichtigte. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich Ihnen sogar eine Wette angeboten: Wenn Sie mir drei Beispiele aus zehn Jahren dafür bringen, dass die Tagesschau den militärischen Überfall der Vereinigten Staaten auf den Irak als ein völker-rechtliches Schwerverbrechen bezeichnet, in diesem äußerst unwahr-scheinlichen Fall würde ich Ihnen 10.000 Euro bezahlen. Mensch Berbner, ich hab‘s doch bloß gut mit Ihnen gemeint, habe stets so getan, als könnte man mit Ihnen vernünftig reden – und was tun Sie? Sie zitieren eine ausdrück- lich 'Spekulation' genannte Spekulation als Beweis für meine blühende Phantasie. Mon Dieu! Und wenn Sie wissen wollen, warum immer mehr Menschen Journalismus Ihrer Bauart nicht mehr ertragen, dann schauen Sie einfach mal wieder einen Ihrer Beiträge an: Diese Mischung aus Verschlagenheit und leidenschaftlichem Konformismus beherrschen Sie wirklich.

  Anmerkung: Die NachDenkSeiten waren Mitveranstalter des Streitgesprächs zum Thema „Lügenpresse“ zwischen Stephan Hebel und Walter van Rossum. Die Redaktion von ZAPP und der Journalist Thomas Berbner hatten jedoch, wie aus diesem Bericht zu schließen, kein Interesse an einer sachlichen Berichter- stattung, es ging offenbar nur darum, Walter van Rossum (einen Kollegen!) in die Pfanne zu hauen. Ein sichtlich ermüdeter und vermutlich genervter Walter van Rossum hatte sich unvorsichtigerweise in die Falle locken lassen. Was ZAPP da liefert, kann man beim besten Willen nicht mehr als kritische Berichterstat- tung bezeichnen, das ist eine heimtückische, vor allem  selbstgerechte Nieder- mache von Kritik. Ein typisches Beispiel dafür, wie die Medien, hier speziell  die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auf Kritik reagieren: Sie desavouieren ihre Kritiker und immunisieren sich damit gegen berechtigte Kritik. Kai Gniffke, dem „Ersten Chefredakteur“ von ARD- aktuell, der sich immer so penetrant gegen den Vorwurf einer Einseitigkeit der Berichterstattung wehrt, wird es gefallen. Thomas Berbner wird eine Sprosse auf der Karriereleiter in der ARD aufgestiegen sein. Solche Anbiederei ist nur noch peinlich.
                                                                                                       (NDS / 12.6.2015)

    Rufmordmaschine auf Hochtouren
Unter der Überschrift „Wieso Varoufakis das wahre Hindernis ist“ beschreibt
die Süddeutsche Zeitung, was ein halb-anonymer Minister Rufschädigendes über seinen griechischen Kollegen Varoufakis zu sagen weiß. Ein weiteres Schlaglicht auf die Brüsseler Propagandamaschine und auf einen deutschen
Plan B für Griechenland. „Die Finanzminister hatten ihr Treffen beendet, einer saß danach in einem italienischen Restaurant im Europaviertel in Brüssel. Er mochte zweierlei: seine Version über den möglichen Ausgang der griechischen Krise erzählen – und dabei anonym bleiben“ – so beschreibt SZ-Korrespondentin Cerstin Gammelin, für Brüsseler Verhältnisse (für Berliner gilt das gleiche) außergewöhnlich transparent, woher sie ihre Informationen bezieht. Sogar:
„Er klingt in diesem Moment nach Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble”, verrät sie. Was dann kommt, muss man wohl ernst nehmen: „Schäuble weist aber auch gerne darauf hin, es sei gelegentlich besser zu schweigen. Der Minister im Restaurant hingegen macht deutlich, was seine Regierung für wahrscheinlich hält: Griechenland werde zahlungsunfähig sein, bevor die Verhandlungen abgeschlossen seien. Die Europäische Zentralbank müsse dann den Geldhahn zudrehen. Athen führe daraufhin eine Kontrolle des Kapitalverkehrs und eine Zweitwährung ein und gebe den Euro ab. Zur Linderung der Not werde die Euro-Zone ein humanitäres Programm beschließen. Das sei ein realistisches Szenario, sagt der Minister.“ Sodann geht es weiter mit dem Rufmordteil: „Er sagt auch, das wahre Hindernis, erfolgreich zu sein, sei Varoufakis. Wenn dieser griechische Minister das Wort ergreife, referiere er nur kurz über konkrete Vor- haben für das Rettungsprogramm – aber lange über grundsätzliche Reformen der Euro-Zone, die er für nötig halte. Bei vielen Kollegen sei der Eindruck entstanden, dass Varoufakis nicht für die griechische Regierung verhandele – sondern für die Linken Europas.“

Man möchte es hoffen!

Notiz NDS dazu:
Die Troika weicht gegen Griechenlands Regierung keinen Millimeter von ihrer bisherigen Linie ab. Sie besteht mit kompromissloser Härte darauf, dass die arbeitende Bevölkerung und die Armen weiterhin für die durch Banker und Politiker angerichteten Schäden aufkommen. Aus ihrer Warte betrachtet, ist dieser Kurs sogar folgerichtig, denn der Degenerationsprozess des Weltfinanzsystems hat ein Stadium erreicht, in dem soziale Reformen in einzelnen Bereichen zwangsläufig die Gefahr eines Einsturzes des ganzen Gebäudes mit sich bringen.

 

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       ZDF-heute mit Merkel in Moskau
           10. Mai 2015:
          Blümchen für die NS-Opfer. Hetze für die Befreiernation

Merkels beschämend-geschichtsvergessener Besuch in Moskau erst einen Tag nach der Siegesparade zum 70. Jahrestag der Deutschen Kapitulation, wird in der ZDF heute-Sendung am 10. Mai von Bernhard Lichte als “kleinster gemeinsamer Nenner, auf den beide Seiten sich hatten einigen können” bezeichnet. Dabei ist so wahr wie klar, dass dieser Auftritt Merkels kleinster gemeinsame Nenner ist – oder aber der, den die USA ihr in diesem Fall  zugestehen. Wenn es nach Russland ginge, wäre der gemeinsame Nenner zweifellos größer.
    Aus der gemeinsamen Pressekonferenz von Merkel und Putin pickt sich das ZDF Merkels realitätsfremde – und die echten Verbrechen des Zweiten Weltkriegs ver- harmlosende – Behauptung heraus, die Heimkehr der Krim nach Russland sei eine “verbrecherische Annexion” gewesen Bekanntlich ist bei diesem – von einer überwäl-tigenden Mehrheit aller Krimbewohner begrüßtem und durch Abstimmung legitimier- tem – “Verbrechen”, niemand zu Schaden gekommen. Ganz anders, als bei dem von Merkel und ihrer Partei wie auch Refgierung unterstützten militanten Putsch in Kiew und dem Krieg, den die von ihr finanzierte Kiewer Junta gegen das eigene Volk führt. Was Putin Wichtiges zu sagen hatte, sollen ZDF-Zuschauer nicht erfahren – weder in
der 19.00 Uhr heute-Sendung, noch im heute-journal. Die Taufe der “Fürsten-Babys”
in Monaco, Eishockey und Fußball waren wichtiger.

    Immerhin wurde in den ARD Tagesthemen Putins Hinweis auf den Kiewer Ursprung der Ereignisse – und auf dessen zw. deren unterschiedliche Bewertung – gesendet, die dann erst zum Referendum auf der Krim führten. Dennoch war wieder einmal bezeich- nend, was sich der Staatsfunk an Berichterstattung herauspickt und was nicht. Was weder ARD noch ZDF zeigten, war eine bemerkenswerte Szene während der PK,
als Putin den maulheldischen Fälscherprofis Lielischkies (ARD) und Neef (Der Spiegel) gründlich den Kopf darüber zurechtrückte, was die Doppelmoral des Westens angesichts der Ereignisse in Ukraine und Jemen anbelangt.

 

            Wenn es gegen Herrn V. geht,
       gilt das deutsche Presserecht nicht mehr


   Die Bankrotterklärung des deutschen „Qualitäts“-Journalismus ist total. Für
die Fortsetzung ihrer Kampagne gegen den griechischen Finanzminister ist Den „Meinungsbildnern“ jedes Mittel recht. Grundsätze des Journalismus und das Presserecht gelten dann nicht mehr. Die Anti-Griechen-Schreiber merken dabei nicht einmal, wie sie sich selbst überführen.

   In Missachtung einer Grundregel des Journalismus und des Presserechts haben sehr viele sogenannte Qualitätsmedien immer wieder Beleidigungen gegen den griechischen Finanzminister Yanis Vaourfakis vervielfältigt. Dies  meist unter Verweis auf ein anderes Medium, das seinerseits auf eine anonyme Quelle verweist, die auf nicht genannte Minister verweist, die solche Beleidigungen ausgesprochen haben sollen.
   Jeder andere, dem so etwas widerfährt, könnte klagen und hätte zweifellos Erfolg damit. Denn es widerspricht eklatant dem Presserecht, anonyme Beleidi-gungen zu vervielfältigen, noch dazu, wie es derzeit fast immer geschieht, ohne eine Stellungnahme des Betroffenen einzuholen. Auch nachdem der Betroffene dementiert hatte, und ebenso der italienische Finanzminister öffentlich die Geschichte als falsch bezeichnet hatte, wurden die Beleidigungen immer
wieder wiederholt. Auch das ein klarer Verstoß gegen das Presserecht.

   Unsere Medien treiben das Spiel sogar noch weiter. Ein amerikanisches Magazin, dem Varoufakis ein Interview gibt, um sich zu verteidigen, schreibt nebenbei, sein Interviewpartner sage, er verfüge über Mitschnitte von dem Politiker treffen mit den angeblichen Beleidigungen, könne diese aber nicht öffentlich machen, weil diese Ministerrunden  vertraulich seien. Varoufakis dementiert.
                                                                                             
Quelle: A. Müller / NDS

 

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       "1,27 Millionen lesen täglich die SZ"‘

Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA): Die Süddeutsche Zeitung (SZ) bleibt Deutschlands erfolgreichste überregionale Qualitäts-Tageszeitung. Sie hat die meisten Leserinnen und Leser in dieser Kategorie und ist außerdem klarer Favorit der Entscheidungsträger. So lesen nach Angaben der AWA 2015 täglich im Durchschnitt 1,27 Millionen Menschen die SZ, ebenso viele wie im Vorjahr. Das sind 1,8 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren. Das jeden Freitag erscheinende, dem Hauptprodukt beiliegende SZ Magazin hat sogar eine um 40.000 Leser größere Reichweite.
                                              
                              (SZ-Meldung / Medien / 4. Juli 2015)

    Was also soll die Meckerei über Nachrichtenunterdrückung, Faktenfälschung,  
    Mainstream-Mitläuferei, Agitations- und Kampagnenschreibe, dazu Boule-
    vardisierung und Sprachverfall? 

                              Ja - Millionen Fliegen können nicht irren.

 

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     SZ-online: „Lassen Sie uns diskutieren“

„Direkter, konzentrierter, besser moderiert: Wir wollen künftig auf andere
  Weise als bisher mit Ihnen ins Gespräch kommen. Statt der klassischen  
  Kommentarfunktion unter Artikeln starten wir mit Ihnen nun Debatten zu
  drei Themen des Tages – und laden Sie ein, immer wieder neue Formen
  des Dialogs auszuprobieren.“

                                                                     Quelle: Süddeutsche Zeitung (SZ-online)
 

         Leserbrief eines Nutzers der NachDenkSeiten an die SZ:
 

Sehr geehrte Redaktionsmitglieder!

Einer der Intensiv-Beitragsschreiber hat auf die von Ihnen nun eingeführte Veränderung der Kommentarfunktion sehr höflich reagiert: Sie habe ein Geschmäckle von Bevormundung. Nachdem Ihr Herr Wüllner sich kürzlich in eine Debatte einschaltete mit der Androhung, er werde von seinem Haus- recht Gebrauch machen und den Blog schließen, hatte ich die Vorahnung,
es würden bald Maßnahmen einer verschärften Zensur erfolgen.


Dass selbst die Diskussionen der Vergangenheit nun nicht mehr zugänglich
sind, zeigt bereits, mit welcher Rigorosität man bei SZ-online die neu ersonnene Maulkorbpraxis zu treiben gedenkt. Dass die Redaktion nun vorschreiben will, zu welchen Themen eine Leserdiskussion gestattet wird, entspricht einer zugespitzten, zur direkten Zensur instrumentalisierten Form des Agenda-Setting. Und die Verlagerung der Diskussion in Richtung sozialer Netzwerke schließt automatisch diejenigen aus, die aus Gründen der Datens-icherheit von diesen Formen öffentlicher Selbstdarstellung – aus zumindest nachvollziehbaren Gründen – Abstand halten möchten.


Es fiel schon in der Vergangenheit auf, dass es nicht immer nur  polemisch prononcierte Beiträge mit parodistisch-satirischem Zungenschlag waren,
die von Ihnen hinausgefiltert wurden. Einige der fundiertesten Kommentare, auf die ich auch etwas mehr Zeit als üblich verwendete und die auch einen gewissen Aufklärungs- und Informationswert hatten, wurden ebenfalls abgefangen, während zur selben Zeit harmlose Danksagungen an andere Kommentatoren – sei´s für Informatons-Links, sei´s für besonders gute = scharfsinnige Beiträge – mühelos den informationellen Schlagbaum passieren konnten.


Viele der Leser beklagten sich immer wieder massiv, dass die SZ mehr und mehr zur Hauspostille der Atlantik-Brücke zu verkommen drohe und, statt
die selbstständige Meinungsbildung der Leser durch seriös recherchierte Informationen zu fördern, zunehmend in indoktrinierender Form aktiv werde. Jetzt holen Sie zu einem informationsstrategischen Rundumschlag
aus, mit dem Sie viele  noch verbliebenen kritischen Leser vertreiben werden. Anschließend können Sie dann zufrieden verkünden, wie hoch der Anteil
der konsentierenden Leserschaft ist. Bei politisch brisanten Themen können Sie dann einen allgemeinen Sinneswandel zugunsten der von Ihnen lancierten Standpunkte verkünden.

Ich appelliere an Sie, ihre Maulkorbstrategie (denn es handelt sich um
nichts anderes) zu überdenken.
Doch leider kann ich  nur wenig Hoffnung darauf hegen, dass Sie in dieser Angelegenheit noch zu reflektierender Überprüfung bereit sind. Denn die resolute Entschlossenheit, mit der Sie
sich derzeit bemühen, die verlorene Meinungsführerschaft über eigensinnige Leser wiederzuerlangen, hat solche Vehemenz angenommen, dass Sie sogar bereit sind, dafür die Abwanderung vieler Leser in Kauf zu nehmen.


Für mich waren die Kommentar-Blogs oft der eigentlich interessante Teil
des redaktionellen Angebots, während die redaktionellen Artikel der SZ immer mehr durch fehlende Objektivität und durchsichtig tendenziösen Charakter einer Aufforderung an den Leser gleichkommen, sich geistig von den redaktionellen Meinungsführern in den SZ-Redaktionsressorts an die Hand nehmen zu lassen.


Fast könnte ich melancholisch werden, wenn ich an die Zeiten zurückdenke,
als die Süddeutsche Zeitung den Ruf eines recherchierenden, investigativen,
um objektive Darstellung bemühten seriösen Publikationsorgans rechtfertigte, das wichtige Beiträge zu einer dem Mündigsein der Bürger dienenden Auf- klärung leistete. Wir reden so viel von unseren Werten, doch die Maxime “Sapere aude!” wird von den Redakteuren der SZ nunmehr für wertlos erachtet. Mit Immanuel Kant fragt man sich: Ist es Feigheit oder Trägheit?
     --- Mit freundlichem Gruß …

 

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     Wie in Doha (Emirat Katar) 
      Von André Scheer                                                 Quelle: jW - 23.Mai 2015

Anfang 2015 lag der Erdölpreis auf den Weltmärkten bei unter 50 US-Dollar. Damit hatte er sich innerhalb eines halben Jahres mehr als halbiert. Für erdöl-exportierende Länder wie Venezuela bedeutete das ernste Schwierigkeiten.
In den »westlichen« Hauptstädten lehnte man sich dagegen entspannt zurück.
Es schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis die nervige Regierung von Nicolás Maduro in Caracas praktisch von selbst verschwinden würde. Doch obwohl Washington die Lage in dem südamerikanischen Land im März per Dekret sogar zur »Gefahr für die nationale Sicherheit« der USA erklärte, ist
der Staatschef immer noch im Amt. Und inzwischen steigt der Ölpreis wieder.
In dieser Woche lag er bei über 60 Dollar, ein Anstieg von mehr als 16 Prozent
in den vergangenen drei Monaten.


Jetzt herrscht wieder Alarmstimmung im Propagandaministerium. Wenn es
der Ölpreis nicht richtet, muss die psychologische Kriegsführung nachhelfen. Am Dienstag wärmte die ARD-Tagesschau eine olle Kamelle auf, über die junge Welt schon im Februar unter der Überschrift »Schauermärchen« berichtet hatte: Venezuelas Parlamentspräsident Diosdado Cabello soll in den Drogenschmuggel verwickelt sein. Dabei beruft sich die Vorzeigemarke des deutschen Qualitäts-journalismus auf das Wall Street Journal aus New York. Dessen langer Artikel stützt sich auf anonyme Gewährsleute in US-Ministerien sowie auf Überläufer aus Venezuela – ehem. Militärs und Minister, gegen die in dem südamerikani- schen Land wegen Korruption und Unterschlagung ermittelt wird. Solche Leute sind in Washington willkommen, wenn sie die gewünschten Aussagen mit- bringen, die gegen unerwünschte Regierungen verwendet werden können.


Wirkliche Neuigkeiten werden im WSJ-Beitrag nicht mitgeteilt – wenn man eine Artikelserie der spanischen ABC vom Jahresanfang zum gleichen Thema kennt. Auf die Geschichten dieses reaktionär-monarchistischen Blattes weist die Tagesschau wenigstens hin – um die von der venezolanischen Justiz verhängten Ausreisesperren gegen 20 Journalisten erwähnen zu können. Gegen diese sind Verleumdungsklagen Cabellos anhängig, weil sie die ABC-Beiträge ungeprüft nachgeplappert hatten.

Natürlich ist es reiner Zufall, dass am selben Tag, an dem sich tagesschau.de als Aufwärmküche versucht, auch die Süddeutsche Zeitung Venezuela eine ganze Seite widmet. »Kampfzone Caracas« ist der mit Stereotypen und Halbwahrheiten angefüllte Artikel von Boris Herrmann überschrieben. Venezuela wird darin
mal eben zum »gescheiterten Staat« erklärt – also auf eine Ebene mit Somalia und dem vom Westen zerbombten Libyen gestellt. »In Venezuela sind die Gefängnisse voll, die Supermärkte leer«, heißt es schon in der Unterzeile. Dann geht es um glühende Anhängerinnen von Hugo Chávez, die maßlos von dessen Nachfolger Nicolás Maduro enttäuscht seien.


Unzufriedenheit mit Maduro gibt es in Venezuela durchaus, und die Menschen haben Grund dafür. Zu viele Ankündigungen und Parolen in den Reden, zu wenige konkrete, spürbare Maßnahmen gegen den Wirtschaftskrieg der rechten Opposition. Doch was von Maduro erwartet wird, ist genau das Gegenteil von dem, was sich Tagesschau und Süddeutsche wünschen. Gefordert wird von vielen Chavistas schärferes Vorgehen gegen die Kapitalisten, Rechten und Korrupten. Genau gegen die die also, die – wenn sie tatsächlich mal eine Zelle von innen sehen – im Ausland als »politische Gefangene« hofiert werden.

Boris Herrmann trauert vergangenen Zeiten nach, in denen es in Venezuela zu Hungerrevolten kam: »Wenn die Geschichte anders verlaufen wäre, könnte Caracas heute wie Doha aussehen.« Wie Doha? Wie die Hauptstadt des Emirats Katar also, in dem Touristen wegen »Blasphemie« zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt werden. Wo auf Homosexualität fünf Jahre Knast stehen. Wo Arbeiter wie Sklaven gehalten werden, um die Prunkstätten für die Fußballweltmeister-schaft 2022 zu bauen.

 

 

Freiheits-Heldinnen & Widerstands-Ikonen:
„Pussy Riot“ im medialen Kontrast zur Causa Mollath

Der Kunstname „Pussy Riot“ ist nicht zufällig englischsprachig – und wird deshalb in Russland von den meisten Bürgern gar nicht verstanden. Er ist aus PR-Gründen englisch. Aus den gleichen Gründen, aus denen sich Josephine Markmann “I am God” auf die Brust schmiert, statt “Ich bin Gott”, bevor sie im Kölner Dom auf einen Altar springt, um eine religiöse Veranstaltung vor eigens bestellten Kameras mit einem Veitstanz zu stören. Sowohl Femen als auch Pussy Riot schauen bei all ihren Aktionen auf ein Publikum und auf einen Markt, der außerhalb der eigenen Heimat liegt. Pussy Riot kürzt sich treffenderweise PR ab.
    Aktueller Höhepunkt der an Verlogenheit, Lügen und Desinformation kaum zu überbietenden pro-PR- = Anti-Russland-Kampagne in Deutschland ist der Auftritt der beiden Provokateurinnen Tolokonnikowa und Aljochina am Rande der diesjährigen Berlinale.
    “Die Mädchen von Pussy Riot stehlen hier seit gestern den Filmstars auf dem roten Teppich die Schau”, weiss Tina Mendelsohn in 3sat “kulturzeit” am 11.2. zu berichten. Sie dürfte damit beim Berlinale-Veranstalter Dieter Kosslick für Blutdruck gesorgt haben, denn der versucht seit Jahren klarzustellen, dass die zwielichtige “Cinema for Peace”-Veranstaltung mit der Berlinale nichts zu tun hat. Ein Umstand, der Frau Mendelsohn bekannt sein müsste. --- “Die vielleicht letzte, ernstzunehmende Punkband dieser Welt…Viel mehr als eine Band”, begeisterte sich der Propagandist Christian Sievers im ZDF heute-journal. Sievers’ Wissen über Punk-Musik dürfte seine politische Ahnungslosigkeit noch einmal unterbieten. Aber es geht im heute-journal nicht um Information, sondern um Meinungsmache. Man kann es nicht anders bewerten: In Desinformation und Propaganda ist Sievers ein ganz Großer.

Dass Pussy Riot keine “Punkband” ist, wissen die meisten Teenager, seit Jürgen Rausch vom staatlichen WDR-Jugendsender “EinsLive” im Jahre 2012 einen “Sonderpreis” an die Gruppe vergeben hat. Welche Kunstleistungen in deutschen Jugend- und Kinder-zimmern auf PC-Bildschirmen zu sehen waren, wo sich Kinder informieren wollten, wer denn diese “Band” sei, von der man noch nie einen Song gehört hatte, sei kurz skizziert.
    Die groteske Preisverleihung der EinsLive “Krone” an maskierte und stimmenver-zerrte PR-Darsteller kann man im Web abrufen. Die “Mädchen” – wie Tina Mendelsohn sie so verniedlichend wie frauenfeindlich nennt – sind natürlich keine Mädchen, sondern erwachsene Frauen und Mütter. Nadeschda Tolokonnikowa ist 24 Jahre alt und hat eine 5-jährige Tochter. Marija Aljochina ist 25 und Mutter eines 6-jährigen Sohnes. In dem gesamten Beitrag der kulturzeit gibt es einen wahren Satz. Der stammt von Catherine Deneuve: “Natürlich ist es richtig, für die Freiheit einzustehen. Ich bin nur nicht sicher, ob sie dazu diese Kirche hätten wählen sollen.” Ob Catherine Deneuve weiß, welche Happenings die PR-Akteurinnen sonst noch so veranstaltet haben? Ob Deneuve mit Freiheit Stehlen, Pöbeln, öffentliche Orgien und Perversionen gemeint hat? Kaum.
    Die beiden Frauen, in Berlin von der westlichen Propaganda gefeiert, als hätten sie schon irgendetwas Sinnvolles in Kunst & Kultur geleistet, schauen tatsächlich auf eine beachtliche Karriere zurück. Nicht durch schulische, berufliche, kulturelle oder zivil-gesellschaftliche Leistungen sind sie bisher aufgefallen, sondern ausschließlich durch Provokationen, Perversionen und hasserfüllte Tiraden. Es gab weder echte Konzerte, noch gibt es musikalische Tonträger, die - von welchem Label auch immer – vertrieben würden. Wer also von einer “Band” oder “Punkband” spricht, redet ahnungslos Unsinn oder lügt vorsätzlich.
    Was die Mutter aller Propagandakampagnen in den deutschen Medien 2014 aus- zeichnet: Halbwahrheiten, Desinformation, Lügen, Doppelmoral mit dem primären
Ziel der politischen Dämonisierung und Denunziation Russlands.
Ein sekundäres Ziel ist es, von Missständen im eigenen Land abzulenken. Wenn in den sog. Nachrichten der staatlichen oder privaten Sender mit dem Finger nach Russland gezeigt wird, soll dem Zuschauer immer auch suggeriert werden: Solche Zustände sind hierzulande = im freien EU-Westen nicht vorstellbar; solches Unrecht könnte bei uns nicht passieren! Wir sind
ja ein lupenreiner Rechtsstaat. Der für dumm verkaufte Zuschauer soll sich zurück-lehnen und denken: “Wie gut, dass wir in einem so demokratischen und toleranten Rechtsstaat leben.”

    Dass dem nicht so ist, wissen wir nicht erst, seit Gustl Mollath von bayerischen Gerichten unter Mitwirkung von Gutachtern und Landespolitikern im Verbund mit Bankenfunktionären jahrelang in eine Psychiatrie eingesperrt war, weil er auf systema-tische Steuerhinterziehung und Schwarzgeldverschiebung aufmerksam machen wollte. Ein Vergleich der medialen Aufmerksamkeit für Mollath mit der medialen Befassung mit der Gruppe Pussy Riot ist durchaus aufschlussreich - qualitativ und quantitativ.
    Benutzt man die Suchfunktion von Tagesschau, spiegel-online und DIE ZEIT, um
dort nach „Gustl Mollath“ und nach „Pussy Riot“ zu suchen, erhält man aufschluss-reiche Zahlen, die belegen, wo deutsche Propagandamedien die Schwerpunkte ihrer Berichterstattung setzen:


tagesschau.de           Pussy Riot 106           Gustl Mollath 14
spiegel.de                  Pussy Riot 128           Gustl Mollath 63
zeit.de                         Pussy Riot 147           Gustl Mollath 45


Offenbar sind Perversionen, Pöbeleien und „Punk“ in Russland aus Sicht deutscher Meinungsmacher wichtiger, als das Schicksal eines deutschen Justizopfers.
    Zur Berichterstattung im Fall Mollath schreibt die Bloggerin Sascha Pommrenke:
„Die drei Stränge 'gemeingefährlich, unglaubwürdig und selber schuld' sind die gleichen Attribute, die von der CSU-Justizministerin Merk permanent vertreten wurden. Es sind die vereinfachenden Argumentationsmuster der Forensiker und Gutachter, die in den Fall Mollath involviert sind. Und es ist die denunziatorische Argumentation von Mollaths früherer Ehefrau. Diese Version haben Leitmedien wie Der Spiegel, Die Zeit und Der Tagesspiegel aufgegriffen. Nur, was ist daran Journalismus? Es ist die Verbreitung der offiziellen, also der amtlichen Meinung. So verkommt Journalismus zu Public Relations für Institutionen und Behörden. Propaganda für den Machterhalt bzw. für die behauptete Wahrheit.”
    Nun aber das sich so nennende Kulturmagazin der ARD - „kulturzeit“:
“Und Masha und Nadja führen jetzt noch einen weiteren Kampf. Dass von ihnen nämlich nicht nur schöne Bilder gesendet werden, sondern auch ihre Botschaften.” So lautet der Schlusssatz im durch und durch verlogen-propagandistischen kulturzeit-Machwerk von Andrea Judith Maurer und Philip Rimmele. Sind diese Beitragsmacher tatsächlich so dumm, dass sie gar nicht wissen, was sie da verbreiten? Oder sind sie moralisch derartig verkommen, dass sie die Zuschauer vorsätzlich in die Irre führen wollen?
    Fazit: Lügen, Halbwahrheiten, Doppelmoral, Propaganda. Die Pussy Riot-Kampagne der westlichen Medien – allen voran der Öffentlichrechtlichen – ist die Mutter aller Propagandaschlachten. Oder um es mit den Worten von Pussy Riot zu sagen: “Journalistischer Dreck, Dreck, Dreck!”

 

 12.5.2015
Zur Feierstunde des Deutschen Bundestags mit dem Referenten Staatskonform-Historiker Heinrich August Winkler und seiner Kampf-Suada gegen Russland statt Würdigung der Befreiernationen und ihrer Armeen zum Weltkriegsende:

Missbrauch des Gedenkens
70 Jahre nach Weltkriegsende

Kann es etwas politisch Schäbigeres geben, als den Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs für Propaganda gegen das Land zu missbrauchen, das am fürchterlichsten unter der deutschen Aggression gelitten und die größten Opfer gebracht hat, um den deutschen Faschismus zu beenden?
An solchen Tagen schämt man sich nicht nur angesichts der Verbrechen, die von Armeen dieses Landes, also von deutschen Mitbürgern und Vorfahren, begangen wurden. Man schämt sich auch eines Staatsfunks, der in seiner politischen Agitation weder Scham noch Grenze zu kennen scheint und alle Voraussetzun- gen erfüllt, die Verbrechen der Hitler-Goebbels-GöringHimmlerschen Täter- Väter zu wiederholen. Immer auf Linie der Machteinfluss-Eliten: Hetze gegen Gewerkschaften. Kriegspropaganda, Militarismus und Geschichtsklitterung.
Die von den Blockparteien CDU/CSU/SPD/Grüne (und der weiterhin bestver-netzten Länder-FDP) kontrollierten Staatssender, übernehmen kritiklos und unreflektiert Ideologie und Wording der Herrschenden. Letzteres, den grassie-renden Neusprech in den Staats- und Konzernmedien, der das aktuelle Welt- geschehen verdreht und auf den Kopf stellt, müssen wir im kritischen Blick behalten.

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Emmo Frey zitiert Eckhard Henscheid:


"Jesus, Jens, Schreiber usf. - Ein aktueller Blick aufs akute Gesocks"
gefunden in seiner Glossen-Anthologie "Über Manches" / S.192 ff.

Henscheid macht sich über ein Verlagsinserat in der SZ vom 12.12.1992 lustig:


Verlagsankündigung:
Neu - Walter Jens: Die sieben letzten Worte am Kreuz

Eine bibliophile Kostbarkeit, Bleisatz auf schwarzen Bütten, mit sieben Farbbildtafeln und sieben Schwarzweißbildern (einzeln eingeklebt), mit integrierter CD im Passepartout-Rahmen........"

     Es folgt ein Anpreisungstext von Wolfgang Schreiber / SZ-Feuilleton:
"Nicht platte Aktualität ergibt sich aus der Verschränkung von Haydns
kostbarer Musik mit den Worten von Walter Jens, die das Kreuzigungsszenario in die blutige Nähe unseres 20. Jahrhunderts rücken ..."

     Dann Henscheid (in Auszügen):
"Von Schreibers Wolfgang ganz zu schweigen. Aber nur fast. War die 'Süddeutsche Zeitung' nicht in eisgrauer Vorzeit mal eine halbwegs lesbare
und vernünftige Zeitung, wenn schon keine aufgeklärte und aufklärende, so wenigstens das vertrauensbildende Gerücht dessen? Wenn schon nicht gleich kathartisch, so doch hin und wieder mit uns emotional mitleidend."

     Henscheids Einschätzung der SZ 1992 (!):
"Das vertrauensbildende Gerücht einer aufgeklärten Zeitung", grandios! Nun, das Gerücht ist weg, Du findest es täglich bestätigt. Übrigens, Albrecht Müller hat sich für das Kraus-Zitat umgehend bedankt. Ihm würde ich es am aller-meisten nachsehen, wenn er wegen Arbeitsüberlastung nicht reagieren täte.
                                                                                                                    
                                                                                                                   21.3.2015

 

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     Emmo Frey an die Redaktion jungeWelt                                   
Liebe jW-Redaktion, seit Anfang 2011 bin ich Abonnent der jW und bin mit
Ihrer Zeitung sehr zufrieden, von der lückenhaften Postzustellung mal abgesehen. Heute möchte ich jedoch eine kleine Kritik anbringen, da mir die Inflation der 'Vorfelder' in fast allen Ihren Texten nicht gefällt.

     "Wieso befindet man sich dauernd 'im Vorfeld' von was auch immer?" fragte Wiglaf Droste am 16.3.2011 in seiner treffenden Kolumne in Ihrem Blatt. Er erklärte, woher das 'Vorfeld' kommt und dass es meist falsch, nämlich mit zeitlichem statt mit örtlichen Bezug verwendet wird. (Ausnahme: 'Im Vorfeld' der Eheschließung.) Seitdem (oder trotzdem?) scheint keine jW-Ausgabe, ja manchmal keine Druckseite mehr ohne dieses 'im Vorfeld' auszukommen. Warum ist das so? Braucht auch die jW nach Droste: "Luftpumpenrhetorik",
oder ist das einfach Gedankenlosigkeit?

     Im Bericht vom 17.3.2015 über den Wahlkampf in Israel wurde das 'im
Vorfeld' sogar in die Subzeile der Überschrift befördert: "Zu grundlegenden gesellschaftlichen Problemen schweigen sich alle Parteien im Vorfeld aus." Warum konnte man nicht schlicht "im Wahlkampf" statt im "im Vorfeld" schreiben? Wäre das zu langweilig?

     Da Sie vermutlich auch weiterhin 'im Vorfeld' Ihrer journalistischen Arbeit
nicht von der "Epaulettenträgerformulierung" (Droste) lassen werden, schlage ich ein wenig Abwechslung vor: Es gibt in unserer Sprache mindestens 30 Vor-Komposita, die alle als Ortsangaben fungieren, also genauso falsch wie
das 'Vorfeld' angewendet werden können, aber z.T. lustiger wären. Wie wäre
es z.B. mit folgender Auswahl:

'im Vorbecken',  'auf der Vorbühne',  'auf dem Vordeck',  'im Vorfluter',  'im Vorgarten', 'im Vorgemach', 'in der Vorhalle', 'in der Vorhölle' (bzw. 'im Vor- himmel'), 'im Vorhof', ‚im Vormagen',  'im Vorland',  'im Vorort',  'in Vorpom- mern' (pardon), 'im Vorraum', 'im Vorwerk' oder 'im Vorzimmer'? (Vielleicht sogar 'bei der Vorzimmerdame'?) Das klänge doch viel schöner:
"Zu grundlegenden gesellschaftlichen Problemen schweigen sich alle Parteien
im Vorbecken des Vorfluters aus."

     Fazit: Im Vorfeld der heutigen Vorkriegszeit wurden durch die Vorarbeit
der journalistischen Vordenker viele Vorfelder für die Felder der Ehre (vulgo Soldatenfriedhöfe) geschaffen. (Ja, ist z.T. bei Herrn Droste abgekupfert.)
Bitte nicht persönlich nehmen, ich schätze die jW außerordentlich.

     Ihr Emmo Frey                                                                                    19.3.2014

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     KUS an Emmo Frey & Franz Rockinger
Ich muss wieder auf die SZ zu sprechen kommen - 23. März 2015 akut:
Die Haupt-/Gesamt-Süddeutsche, Seiten 1-4 ff., ist wieder ein Exempel für Hetze, Agitation, Manipulation und schamlos-boulevardige Mainstream-Einreihung bei BILD & Kons. Die ganze Seite 3 ist ein Denunziationsstück gegen Putin in Propagandakatechismus und Aufblas-Märchenstunde aus Kreisen des offenbar vor der Heiligsprechung stehenden Nemzow, unter Zeugenschaft solcher Figuren wie Igor Eidman, Garri Kaparov und sog. russischer Opposition, von der jeder, der sich um Fakten kümmert, wissen kann, dass diese eine Olivgründamen-Fiktion und Medienschimäre ist. Ganz wenige Beispiele nur
für Richtung und Tonart:


" Als er hörte, wie sein Cousin" (d.i. Nemzow) "sagte,
  Putin sei verrückt, wusste er: Jetzt können sie ihn töten."


" Die Enttäuschung" (Putins) "schlug um  in chauvinistische Hysterie.
  Und jetzt? Wird Russland faschistisch? "


" ... im Jahr 2000 hielt Boris Nemzow Putin für einen faden
  lenkbaren Bürokraten. Jetzt ist er tot. "


" ... man bedenke, dass" (in Russland) "zehn Prozent der Männer
  Alkoholiker seien, 30 Prozent impotent und 10 Prozent schwul.
"

     Die Aufmacher-Schlagzeile dazu: Kalte Krieger.

     Wo die kalten Krieger sitzen, ist so offenkundig, dass die Verfasser, Redigierer, Aufbereiter und Einrücker solchen Drecks keinem kritischen Leser verhüllen sollen könnten, wer da was ist und wer sich "bis zur Kenntlichkeit verändert" zeigt.
     Was da insinuiert wird – Putin als Beteiligter oder Befehlgeber zu/für/bei Nemzows Ermordung, in Niedriggesinnung, Angst, Hysterie, Hybris, im Grunde also Psycho-Krankheit, befangen und überdies chauvinistisch/ faschistisch – ist derart auf und sogar unter Niveau jener Medien-Seilschaften, die von Springer-Presse über FAZ, Der Spiegel, DIE ZEIT, taz, LOCUS, bis ARD/ZDF reichen und von denen eine einstmals mit Gründen für seriös, liberal, niveauvoll, fakten-verpflichtet anzusehen gewesene, als bedeutend geltende Überregionale – eben die Süddeutsche – nicht mehr zu unterscheiden ist.
Man wendet sich angewidert ab.

     Der Stil setzt sich fort, wenn es um Griechenland und seine – seit kaum mehr
als zwei Monaten amtierende – Regierung geht. So in derselben heutigen Ausgabe auf der Meinungsseite 4 mit einem Hauptkommentar zu den Wahlstimmungs-Tendenzen in Frankreich, wobei von der Headline weg die griechische Regierungspartei Syriza mit dem französischen rechtsextremen
Front National des Le Pen Clans gleichgesetzt wird: "
Syriza auf Französisch".
    Unter Niveau? Pustekuchen: Drei Tage später setzt der SZ-Außenexperte Julian Hans ("der Lügenhans") den russischen Präidenten Putin in seinen Motivationen mit Stalin gleich. Das ist Alltag in Stefan Nato Kornelius‘ Agit-Revier.

 

Medienszene D-Propaganda – und der Fälschersumpf 2014/15 ff.

Propaganda und Gegenpropaganda

                                                                                  NachDenkSeiten 31. März 2015

Albrecht Müller:
Es häufen sich die Fälle, dass in westlichen Medien wie SZ, taz, Tagesspiegel beklagt wird, die Russen betrieben eine maßlose Propaganda zur Begleitung
des Krieges in der Ukraine und der Annexion der Krim. Ferner wird beklagt,
die Deutschen begriffen nicht, dass sie Opfer dieser Propaganda werden.


Das ist die bekannte Methode „Haltet den Dieb“. Man wirft dem anderen vor, was man gerade selbst kräftig betreibt. Westliche Interessengruppen und Medien haben ein Feuerwerk der Propaganda gegen Russland entfaltet und es so schon weitgehend geschafft, Russland zum alleinigen Verursacher der Ukraine Krise abzustempeln. Um  Gegenaufklärung unwirksam zu machen, behauptet man nun, die Gegenseite = die Russen hätten das Bild mit Propaganda verfälscht, sie betrieben Desinformationskampagnen.

Der Tagesspiegel-Beitrag von Claudia von Salzen – s. Quelle: Tagesspiegel -- ist
ein solcher Versuch. Von ähnlichem Charakter war ein Beitrag von Gerd Koenen in
DIE ZEIT. Sinnvoll scheint, die Propagandamaschinerie des Ostens und des Westens zu vergleichen, wenn wir uns schon auf diese Ebene der Auseinander-setzung begeben wollen. Ein paar skizzenhafte Hinweise:

Zu den „Putin-Verstehern“, also zu einer Propagandamaschinerie, vor der der Tagesspiegel warnt, gehören zum Beispiel: Frau Gabriele Krone-Schmalz, Gast bei Talkshows, aber ohne eigene Talkshow; Peter Scholl-Latour = verstorben; „Die Anstalt“ im ZDF; Teile der NachDenkSeiten, gelegentlich Telepolis und noch ein paar andere, so die von Russland gesteuerten & finanzierten Sender
wie RT-Deutsch
.

Aber was ist das im Vergleich zu den Batterien von Kämpfern bei der ARD,
beim ZDF und den kommerziellen Sendern, bei der Süddeutschen Zeitung, bei der
BILD-Zeitung, bei der Welt, bei der FAZ, bei der Zeit, beim Tagesspiegel
und vor allem dpa mit seiner Breitenwirkung auf Regional- und Lokalzeitungen. Angesichts dieser Kräfteverhältnisse die Behauptung in die Welt zu setzen, die westliche Propaganda müsse erst anfangen, ist sehr mutig. Sowas kann man sich als Journalistin nur leisten, wenn man ganz sicher ist, in ein Feld der Propaganda eingebaut zu sein und von dieser aufgefangen zu werden.


Was die russische Propaganda mit eigenen Mitteln wie RT-Deutsch betrifft, sollte man einmal zur Kenntnis nehmen, dass nahezu jeder weiß, dass diese Öffentlichkeitsarbeit von Russland bezahlt ist, man sie deshalb einordnen kann. Von vielen früheren und heutigen Propagandainstrumenten des Westens und der USA wissen wir das nicht. Man kann davon ausgehen, dass zum Beispiel die Mehrheit der Deutschen die Rolle des gerade von Norman Birnbaum in seiner Kolumne zitierten „Monat“ nicht kannte. Die Mehrheit der Deutschen kennt auch nicht die Verflechtung einflussreicher Journalistinnen und Journalisten im ideologischen Netz des Westens.

Es gibt in der westlichen Berichterstattung so viele Lücken, unabsichtliche und absichtlich herbeigeführte Leerstellen der Information, dass man sich zusätzliche Quellen dringend wünschen muss. Wir bräuchten ein gutes und informatives RT-Deutsch oder etwas Ähnliches. Wir bräuchten auch ein gutes arabisches Medium in Europa und in Deutschland. Die bisherige Stigmatisierung der russischen Medien bis hin zu Erwägungen eines Verbots, wie sie im Tagesspiegel erwähnt (und – immerhin – zurückgewiesen) werden, zeugt von der einseitigen Einschätzung und Sicht hiesiger Informations-Bedürfnisse wie auch -Angebote. Und auch davon, dass die stigmatisierenden Stellen und Personen wie die Autorin des TSp-Beitrags sich eher als Teil des Propagandagewerbes denn als Informationsträger verstehen.

3sat KulturZeit
Feine-Maxe-Medienhetze vom Gröbsten

                                               31.3.2015 / zum besseren Verständnis redaktionell bearbeitet
   Die vom ARD-Programm so genannte kulturzeit, das werktägliche „Kultur-Magazin“ auf 3sat, ist wegen seiner Propagandahetze nicht nur bei Lesern des Blogs Propagandaschau einschlägig bekannt. Die intellektuell eher unterbe-lichteten, aber stramm transatlantisch ausgerichteten Moderatoren sind der Inbegriff halbgebildeter Bourgeoisie – ohne selbst erarbeitetes Wertesystem, Rückgrat, Reflexion und weithin auch ohne Kultur. Denn Medien-Kultur bedeutet: Etwas gestalten, das einen gesellschaftlichen Mehrwert darstellt,
eine Bereicherung, Inspiration oder einen Fortschritt. Davon sind bornierte
Kaffeehaushetzer wie Ernst Grandits oder Pussy-Riot-Groupies wie Tina Mendelsohn weit entfernt (die eben im Interview mit der ZEIT-Feuilletonistin Iris Radisch zum Tod von Fritz J. Raddatz die Behauptung aufstelle, dieser
sei vom Kulturwesten „in die DDR übergewechselt“ …). Nichtwissen und Ignoranz – hier wie dort.

    Wenn in der
kulturzeit über oder aus Russland berichtet wird, kann man
sicher sein, dass
Hetze im Mantel der “Kulturkritik” auf dem Spielplan steht. Wenn dann auch noch ein “Kulturexperte” wie Bernhard Lichte für den Beitrag verantwortlich ist, dann heißt es Nerven bewahren. Andererseits: Auch übel- riechender Müll kann immer noch als abschreckendes Beispiel dienen.
    Die gängigste Propagandamasche der öffentlich-rechtlichen Hetze gegen Russland – neben dem üblichen Lügen, Verschweigen oder Verzerren – ist das, was wir hier “Catch23″ genannt haben: Völlig gleich, was in Russland passiert, und was Putin tatsächlich oder vermeintlich gemacht hat, es muss ins Negative gedreht werden!
    Zum Beispiel so. Deutsche Propaganda behauptet: “In Russland gibt es
keine kritischen Medien!” ---
Das ist natürlich eine freche Lüge, die der Dämo-
nisierung Russlands als vermeintlich autokratischen oder gar totalitären Staates dient. Aber welcher Durchschnittsbürger in Deutschland kann das schon überprüfen?

    Wenn aber die Lüge einmal als solche offensichtlich wird, weil Redakteure
eines
kritischen TV-Senders auf einer Pressekonferenz Fragen stellen oder mit vermeintlich brisanten Papieren westliche Propaganda widerlegen, dann heißt es: “Na gut, es gibt sie, aber sie werden staatlich verfolgt!” Schaut man sich die vermeintliche “staatliche Verfolgung” an, stößt man auf profane finanzielle Probleme, mit denen der Staat nichts zu tun hat, oder sogar auf knallharte Oppositionssender, die von staatlichen Konzernen mitfinanziert werden. Nach und nach fällt dann das Kartenhaus der Propagandalügen zusammen, die Hetzer der Öffentlichrechtlichen stehen selbst als die staatlichen Propagandisten da,
die man Russland oder anderen souveränen Staaten gern andichten will. Dass
es in Deutschland nicht einen einzigen regierungs- bzw. bundestagskritischen TV-Sender gibt, ist dabei nur eine traurige, jedoch evidente Randnotiz.

    Laut westlicher Propaganda gibt es in Russland auch keine kritischen Kulturschaffenden. Wenn die, die es gar nicht gibt, dann doch einen Film produzieren, der – wegen seiner Kritik an Russland – im Westen mit Preisen überhäuft wird, ist man genötigt doch zu berichten. Natürlich steht in dieser “Berichterstattung” dann nicht der Film selbst, dessen Macher oder die Schau-spieler im Mittelpunkt der Betrachtung, sondern
eine künstlich aufgebauschte Kontroverse, die nur den einen Sinn hat, die westliche Propaganda vom repressiven Staat (der diesen Film in Wahrheit mitfinanziert hatte) aufrecht zu erhalten.
    Diese schmierige Propagandamasche servierte die
3sat kulturzeit am 30.3.2015 also zum x-ten Mal. Anlass ist eine modernistische Tannhäuser-Aufführung in Novosibirsk. Natürlich war nicht die Aufführung selbst Anlass, über eine Wagner-Oper in Russland zu berichten, sondern eine von ihr ausgelöste gesell-schaftliche Kontroverse. Hätte es diese Kontroverse nicht gegeben, wäre das Kulturereignis in Russland auch kein Thema für die mit Zwangsgebühren finanzierten 3sat-Hetzer.

Die Kontroverse selbst drehte sich um ein obszönes Werbeplakat und die Bühnengestaltung, bei der ein “Jesus” auf der Bühne umringt von leicht bekleideten Darstellerinnen präsentiert wird. Protest kommt natürlich gar nicht vom Staat, sondern von der Orthodoxen Kirche. Unter deren ‚Druck stellt sich der Staat nun rhetorisch an die Seite der lärmenden Popen und Gläubigen, deren religiöse Gefühle er nicht verletzt sehen möchte – und das ist sicher ein Stück politischer Opportunismus. Darüber darf man, muss man je nach Standort geteilter Meinung sein, denn natürlich kann man einen halbnackten Gekreuzigten an sich für eine obszöne Darstellung halten (auch und gerade wenn man kirchenunabhängig und/oder antireligiös ist, dann bloß aus anderer Sichtwarte). Aber die gezielt geplante Provokation des Regisseurs würde auch in Deutschland einen kaum weniger lauten Protest von Klerikern und Reaktionären hervorrufen. Plakate wie dieses würden auch hierzulande Anstoß erregen. Dafür garantiert schon die „große Volkszeitung“ BILD („Wir sind Papst / … unseren Benedikt“).

    Um diese Aspekte geht es aus propagandistischer Sicht allerdings nicht. Sondern einmal mehr darum aufzuzeigen, wie in deutschen Medien systematisch – und politisch intendiert – Hetze gegen Russland betrieben wird, indem Dinge skandalisiert werden, die auch hierzulande kaum anders ablaufen würden. Wir kennen das sattsam von der Pussy-Riot-Propaganda-Kampagne, die Parallelen zu Vorkommnissen – etwa im Kölner Dom – aufwies, die von derselben hiesigen Presse als unzulässig, geschmacklos, ja unzumutbar kommentiert wurden und werden.
    Den Hetzprofis der kulturzeit ist dabei jedes Mittel recht. Der Zuschauer
erfährt in diesem wochentäglichen Magazin nichts über die russische Kultur-szene, über bisherige Erfolge des Regisseurs und der internationalen Darsteller oder über die relevante Rechtslage hüben wie drüben. Stattdessen dürfen Korrespondenten- karikaturen wie Eigendorf oder Lichte, die schon mit aus- gewogener und wahr- haftiger politischer Berichterstattung überfordert sind, auch noch im Kulturbeutel der Öffentlichrechtlichen kommentierend herumrühren.

    Abschließend und exakt in diesem Zusammenhang darf man auf die Zensur beim Staatssender WDR hinweisen, der ein als „blasphemisch“ bewertetes Video der tollen Carolin Kebekus vor einer Sendung aus dem Programm absetzen ließ
– mit denselben religionsmotivierten, kirchengefälligen Begründungen und Rücksichten, die in dem aktuellen kulturzeit-Angriff auf die Anstoßnehmer in Russland mit scharfer Kritik überschüttet wurden. Womit sich neben der
notori- schen Propaganda-Motivation auch noch erbärmliche Doppelmoral enttarnte. Dass die für kulturzeit Programm-verantwortlichen über diese Zensur des WDR damals mit keinem Wort berichtet haben, versteht sich von selbst.

Leserbefragung des Blogs Propagandaschau
Von Lügen, Fälschungen, Agitation
                                                                                                          März 2015

Die Frage nach der Rolle der Propaganda in deutschen Medien zieht zwangs-läufig die Frage nach der Verantwortung der Täter nach sich. Die westlich orientierte Propaganda ist evident, massenhaft dokumentiert und schlüssig nachgewiesen. Schlüssig bedeutet, dass von der politischen Motivation bis zur realen Ausgestaltung der Propaganda eine geschlossene Beweiskette vorliegt. Damit stellt sich die Frage, ob die Täter – sich so nennende Journalisten – sich ihrer geopolitischen Rolle in der Vorbereitung, Rechtfertigung und Legitimation von Krieg, Massenmord, Folter, Misshandlungen, Vergewaltigung, Vertreibung, Flüchtlingselend, Zerstörung von Infrastruktur und Kulturgütern sowie der Traumatisierung und Radikalisierung von Millionen Menschen, Männern, Frauen und Kindern bewusst sind.

Wir haben unsere Leser befragt. Deren Einschätzung kennzeichnet das Ansehen und die Einschätzung von Journalisten der deutschen mainstream- = öffentlich-rechtlichen und Konzernmedien – und ihre Meinungsmacher.

Ihre Verteidigungslinie ist so sattsam bekannt, wie heuchlerisch, verlogen und objektiv falsch. “Responsibility to Protect” nennen sie es, Verteidigung westlicher Werte, Verbreitung von Demokratie und Freiheit. Hinter ihnen liegt eine knie- tiefe Blutspur quer über den Globus. Die Klebers, Buhrows, Atais, Eigendorfs und Lielischkies in den deutschen Medien haben ihren ganz persönlichen Anteil an Tod und Verheerung im Irak, Libyen, Syrien, und der Ukraine – um nur die aktuellsten und blutigsten Konflikte aufzuzählen, an deren politischer Rechtfertigung sie aktiv und aggressiv mitgewirkt haben.

Das Ergebnis der Umfrage, ob diese Täter bewusst und damit vorsätzlich handeln, ist differenziert und ziemlich eindeutig: Rund 70% der Leser halten die Kriegsvorbereiter für bewusst und damit reflektiert handelnde Täter. 39.33% gehen davon aus, dass diese Täter ihre geopolitische Rolle kennen und damit mögliche Opfer ganz bewusst in Kauf nehmen. Weitere 28.77% gestehen den Tätern zu, dass sie zwar bewusst handeln, ihre Verantwortung für die Opfer aber psychisch verdrängen. 22.59% der Leser meinen, dass die Täter tatsächlich ihre eigene Propaganda von der Verbreitung von Demokratie und Freiheit glauben. Rund 6% sehen bei den Tätern unterschiedliche Fähigkeiten zur Reflexion über die Eigenverantwortung. Und 4% sehen Journalisten, die von sich glauben, dass sie nur berichten – ihre eigene politische Bedeutung also nicht reflektieren können oder wollen.

Medienberichte in der Bürgerkritik

Die Nachrichtenagentur Sputnik und die britische Research Group ICM haben das Vertrauen der Bürger in Großbritannien, Deutschland, Griechenland und Frankreich in die führenden Medien ihrer Länder in Bezug auf die Berichterstattung über die Ukraine-Krise in einer Umfrage des Projekts „Sputnik. Meinungen“ untersucht.

Nach den Umfrageergebnissen vertrauen mehr als die Hälfte der Befragten in Deutschland und die meisten Befragten in Griechenland den Nachrichten der führenden Medien über die Ereignisse im Südosten der Ukraine nicht. Zudem zweifeln fast die Hälfte der Franzosen und etwa ein Drittel der Briten an der Objektivität der nationalen und transnationalen Medien.

Bei der Antwort auf die Frage „Inwieweit vertrauen Sie den führenden Medien in Ihrem Land in Bezug auf eine unvoreingenommene und glaubwürdige Berichterstattung über die Ukraine-Krise?“, stellte sich heraus, dass mehr als die Hälfte (54 Prozent) den führenden Medien in ihrem Land nicht vertrauen. Nur vier Prozent vertrauen ihren Medien völlig.

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Wie der Tagesspiegel berichtet, bestätigt nun auch eine Forsa-Umfrage im Auftrag der transatlantischen Zeitschrift “Internationale Politik” (DGAP), was schon seit Monaten als Folge skandalöser Zustände in den Staats- und Konzernmedien bekannt ist:

 

58 % der Bundesbürger kritisieren die vorherrschende Berichterstattung als nicht ausgewogen.

 

Das sollte der Chefredakteurin eben dieser Zeitschrift, Sylke Tempel, die selbst regelmäßig als “Expertin” in deutschen Medien auftritt, um NATO-Propaganda zu verbreiten,  zu denken geben.

 

Je jünger, desto spektischer

Die größte Skepsis zur Medien-Berichterstattung haben die 18- bis 29-Jährigen: 68 Prozent halten sie für nicht ausgewogen, nur 28 Prozent
für ausgewogen. Das Bild verschiebt sich mit zunehmenden Alter. Bei den Bundesbürgern von 45 und 59 Jahren sinkt der Rate der Unzufriedenen auf 51 Prozent, das ist der niedrigste Wert in den Alterskategorien. Insgesamt gibt es aber keine Altersgruppe, die nicht mit Mehrheit Kritik an der Berichterstattung übt. Nach der Befragung der Unzufriedenen (58 Prozent) nach Gründen für ihre Kritik, sind es vor allem drei Gründe, die zu dieser Einschätzung führen: 79 Prozent sagen, es werde unvollständig und nicht umfassend informiert. 44 Prozent meinen, es werde zu einseitig aus der Perspektive der Ukraine berichtet. Nur 14 Prozent sehen die Position 
Russlands zu stark betont.

Medien als Waffe

 

Der große amerikanische Intellektuelle
Noam Chomsky im Interview mit RT

 

“Propaganda-Bullhorn” – so pöbelte US-Außenminister John Kerry über den
TV-Sender RT. Er wurde damit fast schon zum Maskottchen des russischen Senders, der sich zum Ziel gesetzt hat, die einseitige anglo-amerikanische Propaganda und Desinformation in der Welt zu durchbrechen. Mit Fakten belegen konnte das US-State Departement die große Klappe des eigenen Chefs freilich nicht. Dennoch gehen die Angriffe auf den Sender RT weiter. “Die Vorstellung von Medien, die die US-Propaganda nicht nachplappern, ist für die US-Führung inakzeptabel”, so Noam Chomsky, 
der RT im April 2015 ein Interview gab, in dem er mit den US-Medien genauso abrechnete wie mit einer US-Politik, die sich notorisch über internationale Gesetze hinwegsetzt, während sie die Einhaltung dieser Regeln durch andere Staaten einfordert.

ARD und ZDF ziehen massive Kritk engagierter Zuschauer auf sich –
der  ständig einseitigen Berichterstattung wegen. Wieso denn, wenn deren
Redaktionen doch lt. Gesetzesauftrag und Staatsverträgen staatsfern in öffentlichem Interesse arbeiten?


Die Öffentlich-Rechtlichen: Staatsfernsehen?
 

Das Staats-TV ARD und ZDF wird von der Propaganda beschönigend als „öffentlich-rechtlich“ bezeichnet. Was eher seine Rechtsform bezeichnet, nicht jedoch seine Struktur und Funktion. Es wurde ursprünglich nach dem Vorbild der BBC geschaffen.

Was spricht für "Staatsfernsehen"? Ein paar Beispiele aus Hunderten.

1.
Zahllose Sendungen beweisen: Wie bei den Konzernmedien auch, verläuft die Darstellung der Weltlage in Subjektivität, Themen und Agenda Setting, Wort- wahl/Phraseologismus, Zielrichtung (und Nachrichtenunterdrückung) exakt entlang den Vorgaben der
NATO- und großbürgerlichen Partei-Leitlinien. Der leicht erregbare CDU-Polenz ist seit 2002 Vorsitzender des ZDF-Fernsehrats
und zugleich im Außenpolitik-Bundestagsausschuß.


2.
Eine echte demokratische Kontrolle findet (ähnlich wie bei Geheimdiensten)

nur auf dem Papier statt.

3.
Unabhängigkeit? Man schaue sich neben den direkten Parteivertretern (z. B. fünfmal CDU/CSU, einmal Linke) die
Vertreter - auch der Bundesländer und der Verbände - nach Parteizugehörigkeit und politischer Ausrichtung an.

4.
Präsenz und Einfluss der Parteien wie auch der von ihnen positionierten und getragenen leitenden Redakteure, die das imperialistisch-transatlantische System bejahen, ist entscheidend. (s. ZDF mit Roland Koch, Markus Söder, Laurenz Meyer, Peter Frey / ARD mit Dagmar Reim, Rainald Becker, Tom Burow, Thomas Baumann, Sigmund Gottlieb).


5.
Die alles dominierende Darstellung der USA -
bis hin zum Wetter - erreicht groteske, teilweise koloniale Züge.

6.
Die allgegenwärtige Anti-Russland-, Anti-Mittel-/Südamerika-Auftrags-Propaganda - belegt die gleiche Motivation und Praxis.


7.
Die zentrale und kritiklose Präsentation von Putschisten und Oligarchen wie
Jazenjuk und Poroschenko und deren kruden Thesen - exakt nach Wording
des Kanzleramtes.


8.
Die Dämonisierung der exakt gleichen Personen, die die NATO verteufelt.
(s. Auslassungen von Klaus Kleber, Anne Will, Günter Jauch, Rainald Becker oder Thomas
"mit den Scherenhänden" Roth).

9.
Ein weiterer Aspekt: Die Finanzierung erfolgt durch steuerähnliche Zwangs-abgaben, deren Nichtzahlung durch die Justiz verfolgt wird. Diese Nähe zum Staat kann man nicht leugnen. Der einzige Unterschied zu Steuern besteht darin, dass die Verwendung der Abgaben zweckgebunden ist. Daran - wie grund-sätzlich an einem demokratisch kontrollierten öffentlichem TV - wäre ja nichts auszusetzen. Im Gegenteil. Vorausgesetzt, die Sender verbreiteten objektive, ausgewogene Informationen.


10.
Die entscheidenden Positionen der Sender werden durch systemkonforme Parteigänger besetzt;
Journalisten auf der Linie der herrschenden transatlan-tischen Staatsdoktrin, können Schlüsselpositionen erreichen. (s. 8.). So der geradezu devot US-Interessen artikulierende Rainald Becker 2015 als neuer Chefredakteur der ARD und Nachfolger von Ulrich Deppendorf (der schon keine Leuchte profilierter Eigenständigkeit war, aber wenigstens nicht ein schamlos-kriecherischer Meinungsdienstleister wie Becker).

11.
Perspektivkader werden zur ideologischen Stählung und Bewährung in die
USA geschickt (Bestätigung ihrer Eignung). Wohin das führt zeigen dann die
Buhrow, Lielischkies, Kleber, Roth, Hassel, u. v. a.

12.
Peinliche
Hofberichterstattung wie von des BR Sigmund Gottlieb und Schleimerei von Udo van Kampen, der für die Bundeskanzlerin Merkel sogar sang (inzwischen bei der Bertelsmann-Stiftung Geld macht). Merkels US-Marionetten-Politik wird erst ausnahmsweise einmal kritisiert, wenn die Kritik einheitlich die ganze Öffentlichkeit und Politik auf den Plan ruft. Man erinnere sich an die Samthandschuhe in den Wahl-Duellen, selbst bei Merkels oder Steinbrücks hanebüchenstem Blödsinn. Mehr noch an das kollektive Stillhalten zur NSA-Abhöraffaire bis zu den akuten BND-enttarnungen (auch diese kritischen Ansätze bereits im Schwinden, von R. Becker am 18.5.2015 im Tagesthemen-Nachkommentar sogar bereits verurteilt).

13.
Der inzwischen übliche (!) Wechsel von Regierungssprechern (verantwortlich
für die Regierung-PR) zu „öffentlich-rechtlichen“ Intendanten (BR/
Wilhelm) oder Anchormen (Bölling, Ost, Stolze, Baumann) und umgekehrt (Parade-beispiele Seibert/ZDF-heute und Anda/BILD, dann wieder ARD) ), später zurück zur Merkel-treuen Konzern- und Hetz-Presse spricht Bände.

Die Aufzählung aller Fälle gezielter Desinformation, politisch angepasster Berichterstattung, Lügen, Diffamierung, Stimmungsmache, Aufwiegelung
("Putin ist Gegner von Freiheit und Demokratie“, „Die NSA ist wichtig für Deutschlands Sicherheit“, „Griechenland zerrüttet die EU“, „Streiks bedrohen unsere Gesellschaft“), Faschismus-Rechtfertigung und Hetze wäre endlos. Seit Jahren dokumentieren Blogs wie „Hinter der Fichte“, „Propagandaschau“, „Medienalltag“ die Sachverhalte, Beispiele und Belege.

Die Schere zwischen Theorie und Praxis
Gemessen an der staatlich und staatsparteipolitisch geprägten Wirkung auf die Bevölkerung, an der täglich und von jedermann erlebbaren Praxis der Sender,
ist deshalb weitaus eher von Staats-TV als von unabhängigem, objektivem oder Fernsehen im öffentlich-rechtlichen Interesse zu sprechen.


                                                                                              (Quelle: Hinter der Fichte)

 

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    Was den Provinzjournalismus angeht …
… habe ich beim Südkurier den letzten Schliff erhalten, eine Zeitung zu
‚machen“, wie sie von uns erwartet wird; moderat, griffig, süffig, knapp,  meinungsschonend – die eigene und die des Lesers:
Die Güter dieser Welt sind gerecht verteilt. Die Macht ist in den Händen der richtigen Leute. Der Feind steht links. Adenauer war der Retter Deutschlands. Die sowjetisch-besetzte-Zone ist das größte Konzentrationslager der Welt. Drei weiße Bihihirken in der Heimat stehn. Das tief verwurzelte Bürgertum. Die gerechtfertigten Belange von Handel und Wandel. Die Effekte der Altstadt-sanierungsmaßnahmen. Das rege Vereinsleben. Das deutsche Lied. Die nostal-gischen Reportagen über den Seiler, den Hufschmied, den Seifensieder, den Wagner, den Sattler und den aller-aller-allerletzten Korbmacher des Landkreises. Der trauliche Familienbetrieb. Die besinnliche SPD-Weihnachtsfeier. Die intakte Leser-Blatt-Beziehung. Die nette Samstagsglosse im Dialekt. Tote Nutte im Rinnstein. Von der Wiege bis zur Bahre – unsere Jubilare. Die Vogelfütterung im Winter. Der Nebenerwerbslandwirt und seine Bedeutung für die Infrastruktur. Das segensreiche Wirken der Caritas im Berichtsjahr. Die Machenschaften des DGB-Kreisvorsitzenden. Die erfolgreichen Herbstmanöver der Bundeswehr.
Die Hubertusjagd und der Herbstball des Reit- und ‚Fahrvereins. Wie es Ober- bürgermeister Stecher dem vorlauten Alternative-Stadtrat gegeben hat. Die Ehrung verdienter Vereinsmitglieder. Der folgenschwere Auffahrunfall. Das eingesandte Herbstgedicht. Das Gräberfoto zu Allerheiligen. Der versöhnliche kommunalpolitische Kommentar. Der pikante Gerichtsbericht. Der Langfinger, der Sittenstrolch, der kriminelle Ausländer. Das gelungene Laienspiel des Heimatvereins. Der Winter-Basar des German-American Womans Club. Der volle Tonkörper der Stadtkapelle. Die nachdenklichen Worte des Dekans. Das kraftvolle Beharren des Sprechers der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Der städtebauliche Akzent des Kreissparkassen-Neubaus. Der gesellige Ausflug des Jahrgang 1920. Die vorbildliche Renovierung des Liebfrauendoms. Die ehren-amtlichen Säuberer des Hochwaldes. Der noch rüstige Hundertjährige. Die Weihnachtsaktion Ihrer Heimatzeitung …
                                  (nach Peter Wuhrer / Eine ganz normale Zeitung / Drumlin 1986)

 

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Wie Lügen und Falschinformationen
von ARD & ZDF öffentliche Meinung
und Politik manipulieren

 

Würde man heute deutsche Bürger auf der Straße fragen, wieviele Milliarden
die deutsche Regierung, respektive der deutsche Steuerzahler, schon in “Rettungspaketen” für Griechenland “verloren” hat, dann würden wohl astronomische Summen genannt.


Geldhungrig und undankbar sind sie, die Griechen! Verplempern Milliarden und schimpfen uns noch Kriminelle und Terroristen – so die von ARD und ZDF mittels Desinformation und Propaganda aufgebauschte deutsche Stimmung. Die Tatsache, dass Deutschland bisher nur in erheblichem Umfang an den Griechen verdient hat, wüssten nur wenige zu erklären, die sich abseits von ARD und ZDF informieren. Dass diejenigen, die heute am lautesten gegen die Syriza krakeelen für das Fiasko im Falle eines Verlustes verantwortlich sind, versteht kein Mensch. Die öffentlich-rechtliche Lügenmaschine – kontrolliert von CDU, CSU und SPD – wird es der linken griechischen Regierung in die Schuhe schieben.

So wollte am 9. Juli 2015 bei “Maybrit Illner” im ZDF, der CSU-Politiker
Manfred Weber MdEP erneut den Unsinn vom angeblich angebotenen “35-Milliarden-Investitionsprogramm” für Griechenland verbreiten und die einzige Vertreterin der griechischen Position, Kaki Bali, mühte sich nach Kräften, diesen Unsinn zu widerlegen.


Am 5. Juli 2015 verbreitete auch CDU-MdB Wolfgang Bosbach bei Jauch  ressentimentbeladene Lügen vom griechischen Schlaraffenland, wo die Menschen mit durchschnittlich 56 Jahren in Rente gehen. WDR-Berufslügner Ralph Sina (heute Brüssel, zuvor Washington) schwadronierte am 29. Juni 2015
– direkt nach dem Abbruch der Verhandlungen durch Tsipras im WDR5- Morgenecho – von einem “ausgesprochen großzügigen”
Angebot, dass die Griechen abgelehnt hätten, lügt von weiterer “Gesprächsbereitschaft
” seitens der Euro-Gruppe und dass diese die griechischen Kleinstrentner nicht weiter belasten wolle:


Heiner Flassbeck, faktenfester Experte und Mahner im Dunkel der Propaganda, durfte in den vergangenen Tagen deutschen Medien das eine oder andere Interview geben und kommt zu einem vernichtenden Urteil:
…Ich habe in den letzten Tagen viele Interviews in Rundfunk und Fernsehen gegeben (Friederike Spiecker war gestern auch im Südwestfernsehen) und bin in fast allen Fällen schockiert darüber, wie wenig die Moderatoren solcher Sendungen über die Eurokrise, den Fall Griechenland und die internationale Diskussion dazu wissen. Einer der Moderatoren hat es auch ganz explizit zugegeben, dass er all das, was ich dazu zu sagen hatte, noch nie gehört hat, und hat sich (was die große Ausnahme ist) nach der Sendung quasi für sein Unwissen entschuldigt. Nur, man muss sich vorstellen, welche Fehlinformation die Kollegen dieser Moderatoren betreiben, wenn politisch interessierte Menschen (das unterstelle ich den Moderatoren einmal) von den entscheidenden Zusammenhängen noch nie gehört haben, sondern nur die üblichen Vorurteile kennen…
 

                                                                                                           (flassbeck-economics)

 

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      Süddeutsche Zeitung 1
   Die Angst des Berufslügners Julian Hans
Dem Redakteur Julian Hans im Ressort Außenpolitik der SZ  wurde in ver- schiedenen Blogs bereits mehrmals Propaganda und Desinformation nachge-wiesen. Im Winter 2014/15 log er sich eine lachhafte Geschichte über russische Trolle zusammen, die in der SZ angeblich verdeckt kommentieren. Julian Hans selbst entpuppte sich dabei als Schmierenjournalist und Troll, der seine aus den Fingern gesogenen Unterstellungen mit der Sorte diffamierender Photoshop-Bildchen aufpeppen muss, die seine ARD-Kollegin Atai als besonders typisch
für vermeintliche russische Trolle ansieht. Hans behauptete:

   “Hunderte bezahlte Manipulatoren versuchen, weltweit die Meinung in sozialen Netzwerken und in Kommentar-Bereichen wie auch bei Süddeutsche.de im Sinne des Kreml zu beeinflussen. Das bestätigen erstmals Strategiepapiere, die Hacker abgefangen haben.”

   Den Nachweis blieb der Schmierant schuldig. Selbst die FAZ musste ein- räumen, nicht den geringsten Hinweis für russische Trolle unter ihrer (mittler- weile weitgehend ausgesperrten) Leserschaft gefunden zu haben. Wenn es russische Trolle in deutsche Medien gibt, dann bestenfalls im Kopf des Julian Hans und einiger seiner nicht minder verlogenen Kollegen.

   Nun – 1. September 2015 - agitiert der Lügenhans erneut gegen Russland.
Er entlarvt dabei seine Angst vor seriösen Informationen russischer Medien,
die seine regelmäßigen Flunkereien in der SZ konterkarieren könnten. Dass dieser Troll den russischen Medien Propaganda unterstellt, verwundert nicht. Kaum mehr verwundert, dass er nicht den geringsten Nachweis dafür liefern kann – eben das macht ihn ja zum Troll.

   Dass der Begriff “Verschwörungstheorien” aus dem Propagandakoffer der
CIA kommt, weiß der Lügenhans vermutlich nicht. Er bedient sich primitiver Propagandamethoden (unbelegte Behauptungen, unbelegte Diffamierungen, Einseitigkeiten, falsche Darstellungen) um anderen Propaganda zu unterstellen. Wer regelmäßig RT-Deutsch anschaut, weiß, dass dort mehr links orientierte Gäste im Studio ein- und ausgehen, als eher rechte. Regelmäßig kommen Interviewpartner zu Wort, die primitive Propaganda – wie die des Julian Hans
– mit Fakten entlarven und konterkarieren. Genau das ist es, was diesen in Wahrheit beunruhigt.

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      Süddeutsche Zeitung 2
   Die Dienste des Kriegshetzer Stefan Kornelius

Dass Stefan Kornelius als Schreibtischtäter ein Kriegshetzer in Diensten der USA ist und kein seriöser Journalist, wissen wir nicht erst, seit seine transatlantischen Hintermänner durch Uwe Krügers Studie einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurden. Kornelius‘ Job ist es nicht, Leser zu informieren, sondern die deutsche Bevölkerung im Sinne der Besatz­ungs­macht USA durch Desinformation zu manipulieren und für massenmordende Kriegs- und Geopolitik gewogen zu halten.

   Zur Flüchtlingsdebatte er nun den höhnischen Euphemismus '"Fluchtsommer" beigetragen, dazu Geschichtsklitterung und Gewaltrechtfertigung geliefert, die wir nicht nur aus Syrien, sondern auch aus der Berichterstattung deutscher Lügenmedien über die Ukraine bestens kennen. Und zwar so:

    “Viereinhalb Jahre nach ersten zaghaften Freiheitsprotesten in Daraa hat sich der Bürgerkrieg zu einem schier unbezwingbaren Monster entwickelt. Der selbsternannte Islamische Staat ist aus seinem Schoß gekrochen.” (SZ)

    Zwei freche Lügen, die die Geschichte auf den Kopf stellen, bewaffnete und gewaltsame Demonstrationen legitimieren und den Islamischen Staat Assad in die Schuhe schieben sollen. Tatsächlich waren die Proteste in Daraa nicht zaghaft, dann wäre es nicht zur Eskalation gekommen. Schon am dritten Tag berichteten israelische Medien von bewaffneten Demonstranten, toten Polizisten, einem abgefackelten Gerichtsgebäude und dem ebenfalls angezündeten Hauptquartier der Baath-Partei: “Seven police officers and at least four demonstrators in Syria have been killed in continuing violent clashes that erupted in the southern town of Daraa last Thursday.” (Israelnationalnews)

    Genauso frech gelogen ist die Behauptung, der IS sei “aus diesem Schoß gekrochen”. Tatsächlich ist der IS ein Produkt des völkerrechtswidrigen Krieges der USA im Irak -- und Kornelius ein skrupelloser Komplize, der hier auf billigste Art und Weise Schuld von sich und seinen Mittätern auf andere schieben möchte. Man fragt sich, wie viele SZ-Leser noch so naiv sind und sich von Presse-Lügnern dieser Art komplett für dumm verkaufen lassen.

    Realitätsleugnend ist auch die Mär von der westlichen Zurückhaltung:
“Nach einem Jahrzehnt der Interventionen haben die westliche Welt und die USA an ihrer Spitze beschlossen, zu den Krisen und Kriegen auf dem Globus einen Sicherheits-abstand einzuhalten.”

   Abstand? Tatsächlich rüsten die USA nach wie vor Kämpfer und Terroristen
in Syrien mit Waffen aus, bombardieren den mit US-amerikanischen Waffen vorrückenden IS in Richtung Damaskus und eskalieren in Europa den Konflikt in der Ukraine durch Lieferung von Kriegsmaterial, immer neue Manöver, sowie Truppen- und Waffenaufstockung entlang der von ihnen festgelegten, neuen europäische Frontlinie.

   Flüchtlinge, die heute zu Tausenden aus Syrien in die EU strömen, sind Opfer geopolitischer Kriege der USA und der zu ihrer Durchführung notwendigen Propaganda, Hetze und Desinformation von Leuten wie Kornelius. Es ist jetzt schon absehbar, dass sich eher früher als später mehr und mehr Ukrainer auf die Flucht aus ihrem – ebenfalls dank EU- und US-Politik – bankrotten und zerrütteten Land machen werden. Der Schreibtischtäter Kornelius wird dann wahrscheinlich vom “Flüchtlingswinter” schwadronieren.
    Lt. Cahoots ist Kornelius MItglied bei: Atlantik-Brücke e.V., Deutsche Gesellschaft
für Auswärtige Politik, Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Beiratsmitglied Deutsch-Russisches Forum, Körber-Stiftung, Moderator SZ American Institute for Contemporary German Studies, Deutsche Atlantische Gesellschaft und ztws. Präsidiumsmitglied der sog. ‚Münchner Sicherheitskonferenz‘. Alles klar?


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            ARD-Kriegshetzerin Golineh Atai:

       “Kiew sichert seine Unabhängigkeit”


    Die Ukraine ist das Land im Osten Europas, das mit Hilfe von EU und USA gewaltsam eine demokratische Regierung weggeputscht hat und nun einen Krieg gegen den Teil der Bevölkerung führt, der diesen Putsch nicht akzeptieren will. Für den Krieg mit Tausenden Toten und Millionen Flüchtlingen bekommt die längst bankrotte Ukraine Waffen, Söldner, Material und Milliarden aus dem Westen. In Kiew arbeiten Hunderte US-Bürger, Militärs, Politikberater und PR-Experten. Kritische Medien wurden geschlossen, Journalisten ermordet, verjagt oder mit Einreiseverboten belegt.
   Kriegshetzer und Berufslügnerinnen wie die ARD-Reporterin Golineh Atai
sind in dieser Ukraine hoch willkommen, denn sie zeichnen ein groteskes Bild der Realität, wie es die westliche Propaganda jenen TV-Konsumnten eintrichtern möchte, die sich noch für dumm verkaufen lassen. Am 24.8.2015 “berichtete” Atai über die staatsoffiziellen Feiern zum “Unabhängigkeitstag” des Landes.
Und angesichts dessen totaler Verschuldung und Steuerung aus den USA ist
es ein frivoler Witz, das Land oder seine Junta, die alle paar Wochen in der EU
oder den USA Geld und Waffen anfordert, als “unabhängig” zu belobigen.

Wenn die nachweislich derzeit übelste Lügnerin, Geschichts- und Realitäts-fälscherin bei deutschen Medien in der ARD über dieses Ereignis “berichtet”, dann kann man sicher sein, dass dies wieder einmal kaum etwas mit Journa-lismus zu tun hat. Wenn diese für Gewalt und Krawall im Osten der Ukraine mitverantwortliche Täterin noch Ukrainer präsentiert, die mit Blick auf die Bürger der Ostukraine behaupten, diese seien vom russischen Fernsehen zu “Zombies” gemacht worden, dann trifft Propaganda auf Klappsmühle.

   Poroschenkos Kriegsreden werden selbstverständlich nicht hinterfragt. Die Machenschaften der USA in der Ukraine werden nicht thematisiert. Woher das Geld kommt, mit dem der ukrainische Kriegsfürst Mord und Totschlag im
Osten fortsetzen will, ist für Frau Atai uninteressant und geht die deutschen Steuerzahler aus ARD-Sicht offensichtlich nichts an.

    Andererseits setzt sich die intellektuell unterbemittelte Atai wieder in Szene mit Darlegungen dazu, "was der Kreml will”. Abgesehen davon, dass Atai viel zu ungebildet ist, sich eine Ferndiagnose gerade darüber anmaßen zu können, hat derlei Getön in einer Nachrichtensendung nichts verloren. Bestenfalls könnte die Korrespondentin erwiesene Fakten dazu präsentieren, wie Russland in der Ukraine politisch oder wirtschaftlich handelt. Aber genau das tut sie mit keinem Wort. Rein subjektive = faktenwidrige aggressive Unterstellungen sind in Nach- richten-Services wie der Tagesschau missbräuchlich, also gegen die gebühren-zahlenden Rezipienten gerichtet. Ein Beispiel:

    Atai “[zitiert Poroschenko] ‘Wir sind für den Frieden, aber wir sind keine Pazifisten. Deswegen werden wir die Ausgaben für unsere Streit­kräfte erhöhen. Die Gehälter unserer Scholdaten ebenscho…’ Seit der in Minsk vereinbarten Waffenruhe im Februar hat die Ukraine über 200 Soldaten verloren. Eine wirkliche Waffenruhe scheint entfernter denn je. Der Kreml will einen de facto Satellitenstaat innerhalb der Ukraine. Kiew wehrt sich gegen einen weiteren Verlust seiner Unabhängigkeit.”

   Dass die Junta die 200 Soldaten nicht “verloren” hätte, wenn sie den Krieg
gegen Bürger im Osten eingestellt und stattdessen mit ihnen über Autonomie verhandelt hätte, übersteigt entweder den Horizont oder ignoriert die Berufs-pflichten der  verlogenen Kriegshetzerin. Den auftraggebenden Programm-
verantwortlichen unter Gniffkes Supervising scheint sie es gerade recht zu machen.  
                                                                                      (Quelle: PS / 25.8.2015)

 

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      Gleichgeschaltete Mainstreampresse
      verschweigt die Erpressung Griechenlands

Manfred Weber, Fraktionsvorsitzender der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, machte sich am Montag Abend im ZIB-Interview des ORF gar nicht erst die Mühe, den Vorwurf einer Erpressung auszuräumen, sondern rechtfertigte diese mit angeblichen Erpressungen durch Griechenland.
Alexis Tsipras nahm im gestrigen Interview mit ERT kein Blatt vor den Mund und sprach ohne Umschweife von einer Erpressung und Erstickung durch die mächtigsten Leute Europas:
    Alexis Tsipras: “Let me tell you just the truth and allow me not to paint a beautiful picture; the night before the previous one was a bad night for Europe. We were made to go towards the wishes of the most powerful people in Europe, within circumstances of blackmail and suffocation.”
“Lassen Sie mich einfach die Wahrheit sagen und erlauben Sie mir kein geschöntes Bild zu malen. Die vorvergangene Nacht war eine schlechte Nacht für Europa. Wir wurden gezwungen, den Wünschen der mächtigsten Leute in Europa zu folgen, unter den Umständen von Erpressung und Erstickung.”
    Für die deutsche Tendenzpresse – allesamt Büchsenspanner des Neoliberalismus und willige Helfer von GroKo-Regierung und Finanzminister Schäuble – soll diese harte Wahrheit den deutschen Lesern nicht vermittelt werden. Über Tsipras’ Interview wird zwar überall berichtet, aber das Kernzitat, die wichtigste Aussage im Hinblick auf das Zustandekommen des neuen Pakets, wird durchgängig verschwiegen. Durchgängig totschweigen bedeutet aber nichts anderes, als dass wir es mit gleichgeschalteten Trendjournalisten zu tun haben. --- Eine Auswahl der Lügenartikel deutscher Medien, die alle das Wort von der “Erpressung” totschweigen: ARD-Tagesthemen, ZDF heute-Journal, FAZ, SZ, Die Welt, Der Spiegel, Die Zeit, Frankfurter Rundschau, Der Tagesspiegel.

                                                                                                      Quelle: PS / 15.7.2015

 

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         Lügenpresse:
Ein Akt der Selbsterhöhung
                                            Gero von Randow / DIE ZEIT / 19.8.2015
 So tönt es aus dem deutschen Bildungsblatt:
"Warum bloß hält sich so hartnäckig die Ansicht, die Presse sei gleichgeschaltet und voller Propaganda? Weil selbsternannte Durchblicker ihren Aha-Moment genießen wollen. „Einmal das Lügenblatt bitte“: Mit diesen Worten tauchte der Kabarettist Dietrich Kittner an mehreren Kiosken in Hannover auf und erhielt umstandslos die Bild-Zeitung ausgehändigt. Das war in den späten sechziger Jahren. Damals ging der Begriff des Meinungsmonopols um. Ich trug die
Losung „Enteignet Springer!“ an der Jacke. Wegen des Lügenblatts. Springer wurde indessen nicht enteignet, und anstelle des von mir einst favorisierten Staats-monopols entstand eine buntere Medienlandschaft als jemals zuvor.
Da war die Wirklichkeit mal wieder klüger als unsereiner. Diese vielfältige Medienwelt existiert bis heute in Deutschland. Trotzdem verbreitet sich von neuem die Ansicht, hierzulande bestimme eine Art Einheitspropaganda den Diskurs. Dieser Sichtweise zufolge schreiben und senden die Medien allesamt die nämlichen Propagandalügen über Russland, die Nato, die USA, die Banken, den Euro, den Neoliberalismus – suchen Sie sich etwas aus ... "
                                                                                                                 
Anmerkung Albrecht Müller (NDS): Es ist schon erstaunlich, dass Journalisten
wie der Zeit-Redakteur von Randow ein so selbstzufriedenes Bild der heutigen Medienlandschaft zeichnen. Der Redakteur glaubt wirklich, wir hätten eine „buntere Medienlandschaft als je zuvor“. Und es existiere eine „vielfältige Medien- welt“ bis heute in Deutschland. Offenbar ist ihm völlig entgangen, wie gleichgerichtet die deutschen Medien zum Beispiel für Griechenland „Reformen“ und Sparen empfahlen. Es ist ihm entgangen, wie gleichgerichtet hämisch die deutschen Medien über Tsipras und Varufakis hergefallen sind. Die Hetze der Bild-Zeitung gegen Griechenland vom Jahr 2010 bis heute – nicht bemerkt?
Vor allem verstehen diese Vertreter unserer Hauptmedien nicht, wie Meinungsbildung heute funktioniert und dass sie im Sinne jener funktioniert, die ihre Interessen durchsetzen wollen. Wo war denn Die Zeit, als wir davor warnten, die Altersvorsorge teilzuprivatisieren? Gleichgerichtet, ja gleichgeschaltet von der Versicherungswirtschaft und der Banken- welt haben sie mit der entscheidenden Mehrheit für Riester-Rente und Rürup-Rente plädiert. Und wer von ihnen hatte den wirtschaftlichen Sinn der betrieblichen Alters-vorsorge über die Entgeltumwandlung hinterfragt? Wo war denn Die Zeit, als mit dem Hinweis auf die System Relevanz die Spekulanten an den Börsen und Kapitalmärkten davor bewahrt worden sind, ihre Wettschulden selbst zu bezahlen. Die Erfindung eines Wortes, Systemrelevanz, und eine Einladung der Bundeskanzlerin und des Finanz-ministers an die Chefredakteure im Oktober 2008 hat ausgereicht, um diese Damen und Herren gleichgeschaltet stillzustellen.
Artikel wie jener von Herrn Randow sind möglich, weil diese Herren keine Ahnung von der Sache haben. Deshalb erkennen sie die Meinungsmache-Kampagnen der Lobbyisten nicht und werden in ihrer Not ausfällig gegen die verbliebenen kritischen Stimmen.

 

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      "Die SZ folgt dem technokratischen
      Herangehen der politischen Akteure"


Markus Glöckner befragte für heise.de Margarete Jäger & Regina Wamper vom DISS (dem Duisburger Institut für Sprach- und Sozialwissenschaft) über deren Forschungsarbeit zu Kommentaren der Süddeutschen Zeitung (SZ) über
die Krisensituation in Griechenland: Sechs Monate lang hatten die Wissenschaft-lerinnen die Kommentierung der SZ untersucht und dabei festgestellt: Die darin vertretenen Meinungen orientieren sich stark an den vorherrschenden Sichtweisen, wie sie von tonangebenden Amtsträgern aus der Politik in Deutschland vertreten werden. Die SZ-Kommentatoren bedienen sich einer bestimmten "Hintergrund-folie", wenn sie sich mit Griechenland befassen. Die Kommentare sind sämtlich von neoliberaler Ideologie geprägt. Dem Begriff Reformen kommt eine eigene Bedeutung zu.


Fr.:
Sie haben die Kommentare, die von Januar bis Juni in der Süddeutschen Zeitung zu Griechenland erschienen sind, analysiert. Was haben Sie herausgefunden?
A:
Im Ganzen haben wir durch die Analyse feststellen müssen, dass in der Süddeutschen Zeitung eine grundsätzliche Zustimmung zu der strikten Sparpolitik herrscht, die von Griechenland und seiner Bevölkerung durch Europa und hier insbesondere durch die deutsche Bundesregierung gefordert wird, formuliert wird. Insofern folgt die SZ dem technokratischen Herangehen der politischen Akteure. Zwar werden hin und wieder auch die damit verbundenen sozialen Verwerfungen angesprochen. Diese werden jedoch als bedauerliche, aber notwendige Konsequenz einer insgesamt als vernünftig angesehenen Politik bewertet. Die Lage wird als "griechische Krise" bewertet, die für den gesamten Euro-Raum gefährlich sei, weil etwa durch einen Grexit die restlichen Euro-Länder in einen Krisenstrudel hineingezogen werden können. Die Perspektive, die für die neue griechische Regierung gesehen wird, ist stark von patriarchalischen Zügen durchsetzt. Die Sprecherpositionen gleichen denen eines Vaters, der seinem unerfahrenen und teilweise ungehorsamen Kind sagt, was zu tun und zu lassen ist.

In Ihrer Analyse ist davon die Rede, dass in den SZ-Kommentare stark mit "Auf- und Abwertungen" gearbeitet wird. Wer wird auf- bzw. abgewertet?
Und: Wie sieht diese Auf- und Abwertung aus?

Bei der Problembeschreibung der Krise in der SZ ist uns aufgefallen, dass verschiedene Dichotomien bedient werden, mit denen die erwähnten Auf- und Abwertungen statt-finden. Zum Beispiel wird Griechenland den anderen Euro-Staaten suggeriert, dieses Land sei nicht selbst Teil der Euro-Staaten. Auch werden die konservativ und sozial-demokratisch geführten Regierungen der Euro-Länder der neuen griechischen Regierung gegenübergestellt. Das ist umso erstaunlicher, als die politischen und ökonomischen Positionen, die von Tsipras formuliert wurden, selbst als sozialdemokratische Urgesteine verstanden werden können. Dann wird eine weitere Dichotomie aufgerufen: Der Syriza-Regierung wird unterstellt, sie baue ihre Politik vor allem auf der Gefühlslage der griechischen Bevölkerung auf. Mitunter wird ihr auch Populismus vorgeworfen – während ihre Euro-Partner ein rationales Handeln und Vorgehen praktizierten. - Wir haben noch weitere Auf- und Abwertungen herausgefiltert. Die Euro-Partner-Länder, allen voran die deutsche Bundesregierung in Gestalt von Angela Merkel und Wolfgang Schäuble werden in den Kommentaren positiv beschrieben, wobei durchaus in einigen Fällen auch Kritik an ihnen geübt wird. Doch wird die Führungsrolle, die Deutschland
bei der Bewältigung der Krise eingenommen hat, als notwendig angesehen. In einem Kommentar vom 21.3.2015 mit dem Titel "Führung aus der Not" erschien, schreibt Daniel Brössler: "Die Kanzlerin hat die Verhandlungen nicht an sich gerissen, sondern sich der Verantwortung ergeben." Und weiter: "Die Frage, warum es die deutsche Kanzlerin sein muss, lässt sich daher mit der Gegenfrage beantworten: Wenn nicht sie, wer dann?"

 

Gehen wir Ihre Analyse der Reihe nach durch: Bereits bei der Beschreibung des Problems gibt die SZ eine bestimmte Richtung vor. Wie sieht diese aus?
Die SZ schließt sich in ihren Bewertungen der in Europa und Deutschland dominanten Auffassung an, nach der Austeritätspolitik alternativlos sei. Das bedeutet nicht, dass keine Kritik an den politischen Akteuren geäußert wird. Doch es ist eher eine Kritik am Detail. Man solle es halt mit dem Sparen auch nicht übertreiben. Oder: Die früheren griechischen Regierungen seien von den europäischen Institutionen nicht gründlich genug kontrolliert worden, weshalb ihnen für die derzeitige Situation auch (!) eine Mitverant-wortung zugeschrieben werden müsse. Im Fokus der Kritik steht jedoch die derzeitige linke griechische Regierung, deren Wahl nicht als "normales" Wahlereignis wahrge-
nommen wird, sondern als ein Resultat von Fehlern der Vergangenheit.

Außerdem vollzieht sich die Diskreditierung der Syriza-Regierung teilweise über extremismustheoretische Argumente, wenn die "bedrückende[n] Schnittmengen zwischen links und rechts" angesprochen werden – wie dies im Kommentar von Constanze von Bullion geschieht. Ironisierend konstatiert sie: "Der selbsternannte Robin Hood der Schuldenkrise, regiert jetzt mit der nationalistischen Anel." (30.1.2015) Eine ähnliche Argumentation vertritt auch Claus Hulverscheidt am 28.1.2015, der von der "zwielich- tigen Koalition aus Links- und Rechtspopulisten" schreibt. Eine weitere Diskursstrategie verortet Syriza in den Bereich der linken Ideologie, womit gleichfalls eine Abwertung verbunden ist. Die Rede ist dann etwa von "ideologischen Banner- und Bedenkenträgern". Syriza wird als eine Partei beschrieben, die "sich erst vor sehr kurzer Zeit von der politischen Sekte zur Volkspartei gemausert" habe. (30.4.2015) - Solche Bewertungen schließen nicht aus, dass die Wahl von Syriza auch als Chance für einen Neuanfang wahrgenommen wird.

Allerdings schwingt dann ein sehr patriarchaler Ton in der Kommentierung mit. So
wird die Regierung von Tsipras als eine "Truppe" bezeichnet, die von "Regierungsdingen nur wenig Ahnung" habe. Vor allem der damalige Finanz-minister Varoufakis wird als "unverschämt" und "unerfahren" disqualifiziert. Er sei kein erfahrener Politiker, doch "offenbar so an sich selbst orientiert, als wäre er einer". (16.3.2015). Anzumerken ist allerdings, dass trotz solcher persönlicher und politischer Diskreditierungen in der SZ
die "Ressentiments des Boulevards" (16.3.2015) kritisiert werden und sie sich tatsächlich an der Debatte um Varoufakis Mittelfinger nicht beteiligt.


Sie erwähnen die Formulierung "extremismustheoretische Argumenten".
Was genau meinen Sie damit?

Darunter verstehen wir Argumentationen, bei denen sogenannte "rechte" und "linke" Positionen, parallelisiert werden und als Extreme auf eine Stufe gestellt werden. Ausgehend davon kann dann die sogenannte politische "Mitte" als die richtige und vernünftige Position markiert werden, die frei sei von als extremistisch eingestuften Positionen, etwa Rassismus und Nationalismus. Dabei fällt völlig aus dem Blick, dass es sich bei alldem nur um symbolische Zuweisungen handelt, hinter denen unterschiedliche politische Konzepte stehen.

In Ihrer Analyse taucht immer wieder der Begriff Neoliberalismus auf.
Das neoliberale Konzept, nach dem vor allem die sogenannten marktwirtschaftlichen Kräfte das ökonomische und politische Leben in Gesellschaften regulieren und sich staatliche Institutionen weitgehend heraushalten sollten, kann als Hintergrundfolie der Bewertungen der Krise in und um Griechenland angesehen werden.

Dass so eine neoliberale Hintergrundfolie verwendet wird, erstaunt nicht wirklich.
Das mag nicht wirklich erstaunen, aber dennoch hat unsere Analyse herausgearbeitet, dass ein solches neoliberales Konzept in der SZ stillschweigend vorausgesetzt wird, was sich sehr gut nachverfolgen lässt, wenn man den Begriff der Reformen in der SZ semantisch entschlüsselt.

Wie verwendet die SZ den Begriff denn?
Wir müssen uns fragen: Was gilt in der SZ als Reform? Und was gilt der SZ als
der Reform abträglich? Als "Reformen" in Sachen Griechenland gelten sowohl die Bekämpfung von Korruption als auch strukturelle Veränderungen im Staatsapparat wie Privatisierungen und Sozialabbau. "Reformen" dienen dann zum einen dem "Ausmisten des klientelistischen Augiasstalles" (26.1.2015), zum anderen dem wirtschaftspolitischen Aufschwung, auch wenn dies zu Lasten der sozialen Situation geht: Gemeint sind für die Bevölkerung „schmerzhafte Reformen" – so formuliert es Guido Bohsem am 30.5.2015. Und Alexander Kritikos schreibt in einem Kommentar am 28.03.2015 "Es ist die private Wirtschaft in Griechenland, die Luft zum Atmen benötigt, damit dieser permanente Exodus der Top-Forscher und herausragenden Unternehmer aus Griechenland endet. Die griechische Regierung hat es selbst in der Hand, ihren privaten Kräften durch Wirtschaftsreformen die Luft zum Atmen zu geben." Nicht als "Reformen" gelten dagegen nach Alexander Hagelüken eine "Ausweitung des Streikrechts, Wiedereinstellung von Beamten, Neuauflage der
13. Rentenzahlung oder Stopp von Privatisierungen". (5.2.2015) - Die Vorstellungen davon, was aus der Sicht der SZ Reformen für Griechenland sind bzw. was sie nicht sind, bringt außerdem ein Kommentar von Marc Beise exemplarisch auf den Punkt: "Zentral verantwortlich für die Misere sind aber nicht die mit Reformauflagen versehenen Rettungsprogramme, sondern tiefer liegende wirtschaftspolitische Fehler. Man muss sie klar benennen: Ein starres Arbeitssystem mit hohem Kündigungsschutz hält die Alten im Job und lässt die Jungen nicht rein, Mindestlöhne verschärfen die Lage." (28.5.2015)


In Ihrer Analyse führen Sie noch einen anderen SZ-Kommentar an.
In ihm wird behauptet, dass "die Griechen die meisten ihrer Probleme selber verursacht" hätten. Außerdem sei es absurd "im Ernst [zu] behaupten, an den Problemen in Griechenland seien andere schuld als die Griechen. Etwa Merkel. Die Banken. Die böse Troika." Wird hier Komplexität reduziert?

Ja, dieser Kommentar findet sich auch in unserem Untersuchungsdossier. Hier werden in der Tat die Ursachen für die komplexe Situation, wie sie in Griechenland vorliegt, ausschließlich auf interne Gründe reduziert. Man kann auch sagen, dass Klientilismus und Staatsdirigismus so zur unhinterfragbaren Ursache der europäischen Krise stilisiert werden. Interessant ist, dass auf dieser Folie dann durchaus auch in der SZ Kritik am Sparkurs formuliert und die Frage aufgeworfen wird, ob "Angela Merkel in Griechenland zu viel in zu kurzer Zeit wollte und die sozialen Folgen ihres Kurses zu wenig bedacht hat". (20.4.2015). Kritik findet sich also schon in den Kommentaren – aber nur in einem sehr engen Rahmen. Die Kritik überschreitet nämlich nicht die Feststellung der Notwendigkeit von "Reformen" im Sinne der Sparpolitik und des Umbaus der griechischen Wirtschaft.

Was bedeutet das?
Das bedeutet, dass über den Kapitalismus hinausweisende Konzepte außerhalb der Grenze des Sagbaren liegen, ebenso wie sozialpolitische Maßnahmen. Sozialpolitik gilt als wirtschaftsschädigend. Insofern wird dann eine Kritik an dem Agieren der Troika auch als "absurd" bewertet. In den SZ-Kommentaren zu Griechenland fließt
an manchen Stellen auch das Thema Russland mit ein. Was ist Ihnen da aufgefallen?
- Das ist in der Tat sehr interessant. Die Rolle von Russland wird in Verbindung mit der Krise in Griechenland als besonders destruktiv wahrgenommen. Russland wird
als äußerer Feind begriffen, der insgesamt als weltpolitischer Akteur seinen Einfluss durch Bestechung, Gewalt und Krieg abzusichern suche. Damit wird Russland im Griechenland-Diskurs zu einer außenpolitischen Gefahr für Europa, sollte es zu einer Kooperation zwischen Tsipras und Putin kommen. Durch eine solche Positionierung wird Europa als eine Wirtschafts- und Wertegemeinschaft, die untereinander in einem produktiven Wettbewerb steht, abgegrenzt. Europa, so lautet der Umkehrschluss, vertrete seine Interessen eben nicht durch etwa Kriegspolitik.


Laut einer von der Wochenzeitung DIE ZEIT in Auftrag gegebenen Umfrage haben 52 Prozent der Befragten kein Vertrauen in die Berichterstattung der deutschen Medien in Sachen Russland und Ukraine. 46 Prozent der Befragten haben kein Vertrauen in die Griechenland-Berichterstattung. Können Sie
diesen Umfragewert im Hinblick auf ihre Analyse kommentieren?

Diese Zahlen sagen wenig darüber aus, aus welchen Gründen die Menschen kein Vertrauen in die Berichterstattung haben, also aus welcher Diskursposition sie ihr Unbehagen artikulieren. Grundsätzlich ist es aber zu begrüßen, wenn die Konsu-menten der Medien diese nicht als Produzenten von "Wahrheiten" ansehen und
ihnen mit einer gewissen Skepsis begegnet wird. Allerdings haben die auf den
Pegida-Demonstrationen artikulierten Vorbehalte gegenüber einer "Lügenpresse"
auch gezeigt, dass es vielfältige Gründe für eine Kritik und Distanz zu den Medien gibt, und diese Vorbehalte eben nicht immer progressiv oder kritisch sind sondern
hier vor allem Verschwörungskonstruktionen artikuliert werden.


                                                  Quelle: telepolis / 12. 8.2015 / gekürzt und redigiert

 

 

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     "Diesmal ist Berlin richtig zornig"

                                                  von Rudolf Stumberger / 6.7.2015 telepolis
                                                     
Rechtschreibung, Syntax & Redundanzen korrigiert

 

    Die Griechenland-Krise
    und die Gleichrichtung der Medien

 

Was ist mit unseren Medien los? Wer sich am Sonntagabend im Fernsehen
ein Bild vom Ausgang der Abstimmung in Griechenland über die Gläubiger-Forderungen machen wollte, war verloren. Jedenfalls, wenn er halbwegs objektiven Journalismus erwartet hatte. Stattdessen bot das ZDF in seinem "heute-journal" um 22 Uhr quasi einen einzigen Kommentar und die Richtung war klar: Mein Gott, was haben dieser Alexis Tsipras und sein finanzpolitischer Mephistopheles, der nach Schwefel riechende Janis Varoufakis, Europa angetan.

Längster Bestandteil der "Nachrichtensendung" war ein gefühlt zweistündiges Interview mit dem SPD-Politiker Martin Schulz, derzeit EU-Parlamentschef. Darin forderte er "humanitäre Hilfe" für Griechenland. Wäre das Land nicht in der Nato, man müsste bangen, ob er damit nicht wie in Libyen Luftschläge meint, um mit dem Wegbomben der "Syriza-Bande" eine "humanitäre Katastrophe" zu verhindern. Kurzum, man musste schon auf das österreichische Fernsehen umschalten, um sich selbst ein klein wenig belügen zu können, dies sei jetzt doch ein wenig objektiver.
 

Was bei dem Griechenland-Drama passierte, war das Gleiche wie zuvor beim Konflikt in der Ukraine, bei der Bombardierung Libyens, beim Einmarsch in
den Irak. Die Welt wird simpel aufgeteilt in Schwarz und Weiß, in Gut und Böse. Und wenn das Böse erst einmal durch Leitmedien wie die BILDzeitung definiert ist, dann folgen nahezu alle Medien diesen Mainstream, und dann ist es mit journalistischem Hopfen und Malz, mit Differenzierung und Darstellung auch der anderen Seite, mit der kompetenten Behandlung komplexer Probleme vorbei. Was dann folgt, ist mediale Hetzjagd, bis das Opfer gestellt ist. Er ist unver-kennbar, dieser Trend in deutschen Medien hin zur Personalisierung und Boulevardisierung.
 

Beim Ukraine-Konflikt konnte man bereits mit Erschrecken feststellen, dass
die Personalisierung einen Grad erreicht hatte, der nur noch mit Dämonisierung zu beschreiben ist. Mit dem griechischen Finanzminister Varoufakis war ein ähnliches Opfer ausgemacht. Wer das genannte heute-journal gesehen hatte, konnte glauben, der Mann werde innerhalb der nächsten 24 Stunden in das Irrenhaus eingewiesen. Unterstützt wird diese persönliche Denunziation in den Online-Auftritten der Medien durch die Auswahl entsprechender Fotos, die den Mann so unvorteilhaft wie nur möglich zeigen: mit rollenden Augen, mit Sturzhelm, ohne Sacco, in grotesken Verrenkungen. Für seinen Parteikollegen Tsipras fanden sich ähnliche Bilder: der Verschlagene, der Höhnische, der Verführer der Massen. Wie sehr sich diese Personalisierung in den Medien eingenistet hat, zeigt folgende Schlagzeile der "Süddeutschen" zur Griechenland-Krise, die man früher verbal jedem Volontär um die Ohren gehauen hätte: "Diesmal ist Berlin wirklich zornig." Mit individualpsychologischen Begriffen wie "Zorn" wird die politische Reaktion der Bundesregierung beschrieben – es
ist unglaublich. Demnächst werden wir wohl lesen können, dass "Berlin" gerade wegen "Blähungen" keine Verhandlungen führen will.
 

Ist so etwas noch eine Frage nicht vorhandenen Niveaus, so ist die fehlende Distanz der Medien zum Gegenstand ihrer Berichterstattung beunruhigend.
Der Bürger als Rezipient sieht sich einem nahezu geschlossenen neoliberalen Block aus Politik und Medien gegenüber, wobei vor allem eines vermittelt
werden soll: Es gibt keine Alternative.
 

Auch die öffentlich-rechtlichen Sender machen sich in geradezu peinlicher
Weise die Sichtweise der Regierungsparteien und Verfechter neoliberaler Parolen zu eigen. Auch hier wieder, ähnlich der Ukraine-Krise, die Unfähigkeit, einen Journalismus zu liefern, der sich nicht mit einer Sache gemein macht. Sicher ist die "Objektivität" der Medien ein Konstrukt, aber mehr Pluralität der Meinungen ist keine Unmöglichkeit. Man muss inzwischen die "New York Times" lesen, um kritische Anmerkungen zum europäischen Spardiktat (etwa vom Wirtschafts-nobelpreisträger Paul Krugmann) lesen zu können.
 

Was ist los mit unseren Medien? Warum brauchen die „ausgemachte Bösewichte“ wie Varoufakis? Und dann wieder das sogenannte Gute. Als
"gut" wurde zum Beispiel ein paar Wochen lang "Charlie Hebdo" dargestellt.
Wo bleibt der kritische Journalismus, der solche Schwarz-Weiß-Malerei aus- einander nimmt? Warum bringt niemand mehr die Sprechblasen der Politiker zum Platzen? Warum kann ein TV-Moderator immer wieder das Mantra von
den fälligen "Reformen" in Griechenland herunterbeten (ohne Erläuterung dessen, was damit konkret gemeint ist), ohne dass ihn jemand daran erinnert, dass es die konservative Politik vor Tsipras war, die Griechenland fünf Jahre
in den Abgrund "reformierte"?
 

Vielleicht liegt es am Kniefall und Niedergang der Sozialdemokratie, deren Mitläuferei mit neoliberalen Konzepten sich kaum mehr von denen der Kon-
servativen unterscheidet. Der Niedergang der sozialdemokratischen Parteien hinterlässt in der Mitte der Gesellschaft, ein ideologisches Loch, das fast gänzlich durch neoliberale Parolen aufgefüllt ist. Wo eine „große Koalition“ herrscht, bleibt wahrlich kein Platz für alternative Konzepte. In dieser Perspektive ist die alternativlose Gleichrichtung der bürgerlichen Medien wohl nichts anderes als ein Reflex auf die alternativlose Gleichrichtung der bürgerlichen Politik.

 

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ARD tagesthemen:

Merkels Staatsfunk

Es gehört zu den Irrtümern der Wahrnehmung, dass man sich etwa Nazis, die uns von Kindesbeinen als “Das Böse” schlechthin dargestellt  wurden, garnicht als normale, freundliche oder gar liebenswerte Familienmenschen vorstellen kann. Doch genau das war die Mehrheit. Auch KZ-Aufseherinnen, SS-Führer, Hitler oder Goebbels persönlich, waren eher eine Monster, sondern weitgehend normale, sozial eingebundene oder gar geliebte Menschen, die ihrerseits ihre Frauen, Männer, Kinder und Freunde liebten und mehrheitlich glaubten, für sich, ihr Land und die Welt das Richtige zu tun.

Umgekehrt fällt es schwer, wenn wir heute vermeintlich seriöse, aber um so gefährlichere Hetzer wie Kleber, Roth, Lielischkies, Eigendorf, Frankenberger, Kornelius, Diekmann, Joffe oder Miosga per TV-Monitor in unseren Lebens-bereich lassen, uns vorzustellen, dass diese Leute und ihre Propaganda ebenfalls Verbrechen den Boden bereiten, wie es die Propaganda früherer Zeiten getan hatt. Nicht so lautstark und primitiv, sondern unter dem Deckmantel von Menschenrechten oder dem Zivil- bzw. Völkerrecht schlechthin. Doch prinzipiell handelt es sich um Manipulation der öffentlichen Meinung, um geopolitische oder wirtschaftliche Interessen gegen den Willen der Bevölkerung durchzu-setzen.

Dabei gehen diese sogenannten Journalisten und deren Mainstreamkollegen über Berge von Leichen und Elend.

Hätte man die deutsche Bevölkerung vor 4 Jahren gefragt, ob man nach dem Irak auch noch Syrien durch politische und militärische Attacken in ein Chaos stürzen soll, hätte die große Mehrheit zweifellos entschieden NEIN gesagt. Also musste eine Propaganda-Kampagne her, die den Staatsführer Assad dämonisierte wie zuvor Iraks Sadam Hussein und das Scheinbild einer demokratischen Opposition malte, die das Land in eine goldene Zukunft führen werde.

Das Gleiche haben wir in Libyen und der Ukraine erlebt. Einseitige Hetze, Lügen, Verschweigen und Propaganda, um westliche Verbrechen vorzubereiten und zu rechtfertigen. Die Verantwortlichen in den Medien, die hierfür die öffentliche Meinung bereiteten, haben eine Blut- und Flüchtlingsspur auf dem Gewissen, die dem kaum nachsteht, was Goebbelspropaganda einst angerichtet hatte.

      Our ability to shape world opinion helped isolate Russia right away.
                                                                                                                  Barack Obama

Wenn also eine Schranze wie Caren Miosga in den ARD-Tagesthemen so scheinbar objektiv und neutral daherkommt, sollte man sich nicht täuschen lassen: Miosga hat allein durch Lügen, Diffamierungen und Desinformation mehr Krieg und Elend den Boden bereitet, als die Propaganda des IS – der ja selbst nur ein Produkt der vorhergegangenen Kriegsprogaganda gegen den
Irak und Syrien durch die ARD, ZDF und andere westliche Hetzmedien ist.

Nach den Verbrechen im Irak, Syrien, Libyen, der Ukraine und der Hetze gegen Russland, Putin oder auch die Gewerkschaft GdL, namentlich Claus Weselsky, hat die ARD- Maulhure Miosga nun Tsipras und Varoufakis auf dem Pflichten- buch. Diese gilt es derzeit als Spieler, Irre oder gefährliche Verantwortungslose zu diffamieren, um deutsche Austeritätspolitik in totgewirtschafteten Regionen der EU als alternativlos durchzusetzen.

Miosga: Das Hilfsprogramm für Griechenland wird nicht verlängert. Heute
Nacht läuft es aus. Doch die Griechen geben offenbar nicht auf…”


Scharkus: “…[Tsipras] fordert einen über 2 Jahre laufenden Kredit…”

Miosga: Da fragen wir nach bei Rolf-Dieter Krause in Brüssel. Griechenland
fordert also ein neues Hilfsprogramm….”


Krause: Das Interessante ist, dass die Griechen eine ganz andere Art Programm fordern…”

Miosga: “Um zu verstehen, warum diese Regierung gerade die gesamte Europäische Union gegen sich aufbringt, wollen wir uns Alexis Tsipras nochmal ein wenig mehr nähern. Hat er aus purer Not die Bremse gezogen und mitten in den Verhandlungen
den letzten Ausweg in einem Referendum gesehen – wenn es denn kommt. Oder ist diese Abstimmung Teil eines lang gehegten und vorbereiteten Plans, zu dem es ja dann auch gehören würde, die Euro-Partner – vorsichtig formuliert – bewusst zu überrumpeln und hinters Licht zu führen. Weil auch wir leider nicht in den Kopf des Alexis Tsipras gucken können, mit dem er offenbar durch die Wand will, hat Mike Lingenfelser unsere Kollegen vom griechischen Fernsehen befragt…”


Nach dem Bericht über Tsipras ist Minister Varoufakis an der Reihe:

Miosga: Ausgebufft und großkotzig, so ist Yanis Varoufakis in den Augen Vieler [genauso gut könnte man sagen, in den Augen Vieler ist Varoufakis, als scharfsinnig, informiert und überzeugend aufgetreten, aber Miosga will diffamieren und benutzt dazu vorgeschobene Ansichten unbenannter Personen] in den vergangenen Monaten immer wieder aufgetreten. Gerade deutsche Medien [allen voran die ARD die jetzt darüber lamentiert] wurden nicht müde, über den lässigsten Finanzminister der Geschichte zu berichten, der nach deren Semantik in Motorradkluft und meistens mit dickem Grinsen im Gesicht auftritt. [Diffamierung als zynischer Mensch, der angesichts des Fiaskos vermeindlich nur ein Grinsen übrig hat] Auch wenn diese Lederkutten-Chuzpe (sic!) sicher auch Teil seiner Strategie (sic!) ist, wurde uns oft vorgeworfen, dass wir uns blenden lassen, vom Bild eines politischen Punks, der nicht nach den Regeln der EU spielen will. Deshalb hören wir heute einmal (sic!) ganz besonders genau hin, was Varoufakis eigentlich zu sagen hat. Klaus Rainer Jackisch hat sich ein paar der typischen Varoufakis-Provokationen (sic!) vorgenommen und sie auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft.”

Es folgt ein Machwerk mit wahllosen Zitaten, dabei beispielsweise Varoufakis' Hinweis, dass die Mitgliedschaft Griechenlands in der Währungsunion nicht verhandelbar sei. Das soll also eine Provokation sein! Dazu meint Jackisch, dieser Austritt sei bislang ja auch gar nicht verlangt worden. Ja, warum verbreitet denn die ARD dann notorisch die Propagandalüge, am kommenden Sonntag stehe ein Referendum über den Euro an?

Dann ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat von Varoufakis, dass Griechenland derzeit die Steuern nicht eintreiben könne. Dazu präsentiert Jackisch den Experten Fratzscher vom DIW:

Fratzscher: “Wer trägt daran die Verantwortung, dass so wenig Menschen in Griechenland Steuern zahlen? Natürlich liegt das vor allem bei der Regierung, die
auch über die letzten 5 Jahre
(sic!) es nicht geschafft hat, das Steuersystem so zu reformieren….dass die Menschen mehr Steuern zahlen.”

Offensichtlich soll Varoufakis, der gerade etwas mehr als fünf Monate im
Amt ist, für das Versagen konservativer Regierungen der letzten fünf Jahre verantwortlich gemacht werden. Hat der Jakisch noch alle Tassen im Schrank? Für wie bescheuert hält die ARD die Zuschauer?

Jackisch: “Doch für Yanis Varoufakis scheint das kein Problem zu sein. Wenn seine Taktik am Ende nicht aufgeht, will er die Brocken hinschmeissen und wird mit seinem Motorrad wieder davon fahren.”

Auch dieser Schlusssatz des kruden Propaganda-Machwerks, dient nur der Denunzierung des Yanis Varoufakis als vermeindlich gewissenlosen Spielers.

     ARD: Hetze, Desinformation und Drecksjournaille auf BILD-Niveau.

                                                                                                 (Quelle: PS / 2.7.2015 / redigiert)
 

 

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Medienkritik
Deutsche haben wenig Vertrauen
in die herrschenden Medien

Fehlinformation, Einseitigkeit, schlechte Recherche – das sind lt. einer Umfrage der ZEIT einige Kritikpunkte an der politischen Berichterstattung. Das Vertrauen sinkt.
 

Das Misstrauen gegenüber Medien in Deutschland ist groß – und es wächst.
Das ist das Ergebnis einer Studie zum Medienvertrauen, die infratest dimap im Auftrag der ZEIT durchgeführt hat. Die Mehrheit der Befragten, insgesamt
60 Prozent, hat wenig (53 Prozent) oder gar kein (7 Prozent) Vertrauen in die Medien. Nur vier von zehn Deutschen haben "sehr großes" oder "großes" Vertrauen in die politische Berichterstattung der Medien. Etwa ein Viertel der Befragten sagte, ihr Zutrauen in die Berichterstattung der Medien sei in den vergangenen Jahren gesunken.


Die klassischen Medien haben ihren Status als bevorzugte Informationsquelle aber trotzdem nicht verloren. Laut der Umfrage beziehen die Deutschen ihre politischen Informationen nach wie vor hauptsächlich aus dem Fernsehen, und zwar mit weitem Abstand vor allem von ARD und ZDF. An zweiter Stelle stehen Printprodukte wie Zeitungen und Zeitschriften, gefolgt vom Radio und schließlich dem Internet. 
 

Die Kritikpunkte derjenigen, die der Berichterstattung der Medien misstrauen, sind vielseitig: Vor allem geht es um bewusste Fehlinformation und dauernde Manipulation (27 Prozent), aber auch um Einseitigkeit (20 Prozent) und hand- werkliche Fehlleistungen wie etwa schlechte Recherchen (15 Prozent). Rd. jeder zehnte Befragte bemängelte außerdem eine vermeintlich fehlende Unabhängigkeit der Medien.

 

Nicht einmal 26% der Bevölkerung vertrauen Journalisten

Das Vertrauen in die Medienschaffenden ist damit noch einmal deutlich niedriger als in "die Medien" generell. Vor zehn Jahren genossen Berichterstatter nicht mal das Vertrauen eines jedem zweiten Befragten. Seither sank das Ansehen innerhalb von fünf Jahren um 14 Prozent.    

                                                                                                (Quelle: DIE ZEIT – 24.6.2015)

Noam Chomsky:

Zuerst muss man sagen: Kerry spricht von russischen Medien. Aber wenn er nur annähernd ehrlich wäre, müsste er von den amerikanischen Medien sprechen, und dann würde es stimmen. Schauen sie sich die New York Times an – die größte Zeitung auf der Welt. Ein Beispiel: Der heutige Anlassgeber ist das wacklige Nuklearabkommen mit dem Iran. Und einer der oberen Analysten der New York Times schreibt ein Nachdenkstück. Er behandelt darin die Haupt-gründe für das Misstrauen gegen den Iran = „die Verbrechen des Iran“. Das ist sehr interessant zu lesen.

Der wichtigste Vorwurf lautet: Der Iran destabilisiert den Nahen Osten, weil er Milizen unterstützt, die amerikanische Soldaten im Irak getötet haben. Das ist das Gleiche, wie wenn 1943 die Nazipresse Engländer beschuldigt hätte, dass sie Europa destabilisieren, indem sie Partisanen unterstützen, die deutsche Soldaten töteten. Anders gesagt: Wenn die USA irgendwo einmarschieren, dabei Hundert-tausende töten, ein Land samt Infrastrukturen zerstören, Glaubenskonflikte entzünden, wie sie jetzt den Irak und die ganze Region zerreißen, dann nennt man das „Stabilisierung“. Wenn jemand gegen diese Angriffe aufbegehrt, dann nennt man es „Destabilisierung“.

Das ist charakteristisch. In Panama findet gerade der Amerika-Gipfel statt. Schauen Sie sich die Kommentare dazu bei uns [in Amerika] an. Die große Frage ist, wie viel Verdienst Obama daran hat, dass Kuba aus seiner Isolation gebracht wird – in dieser Hemisphäre. Doch es ist genau umgekehrt: Die USA sind isoliert in dieser Hemisphäre. Betrachten Sie das letzte Gipfeltreffen in Kolumbien, einem Verbündetem der USA. Die USA waren komplett isoliert. Es gab zwei große Themen. Eines davon war Kuba und das Ende der Isolation. Jeder wollte es. Die USA weigerten sich, gemeinsam mit Kanada. Das andere Thema war der Drogenkrieg, auf dem die USA bestehen, durch den aber Lateinamerikanische Länder geschädigt werden. Diese wollten andere Vorgehensweisen, Dekriminalisierung und so weiter. Und auch hier waren die USA total isoliert.

Was nun Fortschritte im Verhältnis mit Kuba angeht: Die werden in allen US-Medien als noble Gesten beschrieben. Man vertieft den Eindruck, dass  die USA seit 50 Jahren Freiheit und Menschenrechte verbreiten. Obama hat es genauso gesagt: „Seit 50 Jahren versuchen wir nun, Kuba Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie zu bringen, aber unsere Methoden haben versagt.“ Also pro- bieren wir halt andere Methoden, um unser edles Ziel zu erreichen. Die Tat- sachen liegen auf dem Tisch: Dies ist eine freie und offene Gesellschaft; daher haben wir erstaunlich guten Zugang zu internen Dokumenten. Keiner kann sagen, er wusste von nichts. Es ist nicht wie in einem totalitären Staat wo es
keine Aufzeichnungen gibt. Wir wissen was passiert ist.


Die Kennedy-Regierung begann einen sehr ernsthaften Terrorkrieg gegen Kuba. Das war einer der Gründe, der zur Raketenkrise führte. Dieser Krieg sollte im Oktober 1962 zu einer Invasion führen. Kuba und Russland wussten vermutlich Bescheid. Die Lehrmeinung nimmt heute an, dass dies erst der Auslöser für die Stationierung von Raketen war. Dieser Krieg dauerte viele Jahre lang. Aber man darf es nicht erwähnen. Das einzige was man nicht mehr leugnen kann, ist: Es gab einige Attentate auf Fidel Castro.  Und die werden als lächerliche Stümpe- reien der CIA abgetan. Aber der Terrorkrieg selbst – der war echt ernst.

Der andere Faktor war das erdrückende Embargo. Wir kennen auch die Gründe, denn sie sind in den internen Dokumenten ausdrücklich erwähnt. Zurück in die frühen 1960er, als das US-Außenministerium erklärte, das Problem mit Castro sei, dass er sich erfolgreich der US-Politik gemäß der Monroe-Doktrin (1823) widersetze. Die Doktrin besagte, dass die USA das Recht besitzen, unbeschränkt ihre Hemisphäre zu kontrollieren. Sie konnten das diesmal nicht mehr umsetzen, aber es war ihre Doktrin. Doch Kuba widersetzte sich erfolgreich dieser Doktrin. Aus diesem Grund begannen wir einen Terrorkrieg und errichteten ein nieder-schmetterndes Embargo, das nichts mit Freiheit und Gerechtigkeit für die Kubaner zu tun hatte. Es handelt sich also jetzt um gar keine noble Geste, höchstens um Obamas Eingeständnis, dass die Vereinigten Staaten nunmehr in ihrer Hälfte der Welt praktisch allein stehen und in dieser Frage isoliert sind.

Aber darüber kann man in den USA nicht debattieren. Alles sind zwar öffentliche Informationen, keine Geheimnisse, alles in öffentlichen Dokumenten zugänglich – aber nicht diskutierbar. Wie der Gedanke, den man nicht einmal in Betracht ziehen kann: Wenn die USA andere Länder überfallen und diese sich wehren, dann ist nicht derjenige, der sich wehrt, der Verbrecher, sondern die Eindringlinge sind es. Sich selbst bei Aggressionshandlungen, Übergriffen, Landnahmen zum Freiheits- und Friedensbringer verklären: Unsere Öffent-lichkeit erklärt das genau wie die Administration für gut, richtig und normal. Alle Meinungsmache unterstützt das, verkündet das, repetiert das. Wenn man die Militarisierung der Medien studieren will, dann braucht man nur auf die erste Seite unserer Zeitungen zu blicken, da kriegen wir das Tag für Tag.

 

Karl Binding, Verhaltensökonom, auf Feynsinn

NS-Medienmarktwirtschaft *)

Ha! Heute war Fernsehen für Halbgebildete, direkt aus dem Bundesbildungssystem. "Wer wird Millionär?". Na wer wohl?
Der Jauch.


Es gab ein "Spezial", in dem je ein Lehrer und ein Schüler antraten. Ziel der Circenses: Vom Gewinn dürfen die Schulen die maroden Kästen reparieren, in denen sie ihren Unterricht abhalten. Jaaa, so mögen wir das! Der Plebs gibt sich den Ellenbogen in die Rippen, damit er sich das Atmen leisten kann, und spielt Lotto, um seine demokratischen Rechte wahrzunehmen.

Jeder kann es schaffen! Die ausgebluteten Schulen, jene Kostenfaktoren, die Neue Soziale Marktwirtschaftler unter "Staat" (zu teuer, ineffizient, enteignet dauernd die Leistungsträger®) verbuchen, die sind jetzt auch dabei. Jede Schule kann sich einen Musikraum leisten oder eine Bühne, womöglich gar eine echte Bibliothek. Wenn ein paar Abgesandte Mehrwert beim Privatsender erzeugen. Alles völlig ohne Steuerlast. So lieben wir Deutschland. Mach mit! Sei dabei! Auch du bist ein Neuer Sozialer®!

Einen hab ich noch. Wer Rechtdenken lernen will, muss zuallererst verinnerlichen, dass alles Gute vom Unternehmer kommt, wahlweise vom „Arbeitgeber“ oder auch einfach vom Chef. Macht jemand einen Fehler, findet sich als Schuldiger ein kleiner Angestellter. Alles, was unter Erfolg verbucht wird, war der Chef.

Beispiel, und zwar nicht nur für das Prinzip, sondern vor allem dafür, dass die geneigte Journaille das ganz prima macht: SPIEGEL-online (SpOn) hat dieser Tage festgestellt, dass den VW-Aufsichtsratschef Piech keiner mehr unterstützt, u.a.: "Die Arbeitnehmer nicht, die ihn jahrzehntelang unterstützten, weil er nicht 30.000 Mitarbeiter entließ, als er an die Spitze des Volkswagen-Konzerns kam, sondern mit der Vier-Tage-Woche ihre Jobs rettete." - ER.

Das hat der ganz alleine gemacht! Sein Recht als Patriarch wäre es gewesen, Zigtausende zu verbannen, die Jahrzehnte lang seinen Reichtum vergrößert haben. Die Alternative - ja sicher war das seine Idee! - bestand in der Veränderung tausender Verträge. Dies immerhin bedeutete, dass die Betroffenen auf ein Fünftel ihres Einkommens verzichten mussten. Merke: Der Profit des „Arbeitgebers“ ist in der Natur alternativlos. Verhandelbar hingegen ist das Leben der Abhängigen.

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*) Initiative NEUE SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT – vor allem sozial.
     Kuratorium: Vorsitzender Wolfgang Clement, MdB, MdL, MP, BuM a.D.
    --- und in Auswahl: Arnulf Baring, Roland Berger, Randolph Rodenstock,
    Dagmar Schipanski, Lothar Späth, Klaus von Dohnanyi, Hans Dieter Barbier,
    Arend Oetker, Michael Hüther, Martin Kannegießer, Hans Tietmeyer,
    Michael Glos, Paul Kirchhof, Christine Scheel, Edmund Stoiber, Friedrich Merz,
    Oswald Metzger, Florian Gerster, Silvana Koch-Mehrin ….

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Medienkampagne gegen die
Gewerkschaft der Lokführer in der
selbst-gleichgeschalteten Fälscherpresse

 

Mai 2015: Die Kampagne, wieder einmal mit persönlichen Angriffen auf den Chef der Gewerkschaft GdL, Claus Weselsky, basierend, spricht dem Begriff Berichterstattung Hohn. Tatsächlich geht es ausschließlich darum, im Sinne von Staat und Wirtschafts-bossen, öffentlichen Druck gegen die organisierten Arbeitnehmer zu erzeugen. In Wahrheit entscheidet, wie die Agitatoren genau wissen, natürlich nicht Weselsky
über Streik oder nicht Streik, sondern Gewerkschaftsmitglieder und Gremien.


In gleichem Maße, wie die Angriffe der Lügenmedien gegen Weselsky betrieben werden, wird die Bahnführung erneut komplett aus der Schusslinie genommen und Personalchef Weber als Opfer präsentiert, das ja allzu gern einen Tarifabschluss realisieren würde.

War die Berichterstattung in der ARD-Tagesschau trotz Lügen noch halbwegs am Thema, so redete Caren Miosga sich in den Tagesthemen tatsächlich in die “Fahrt”, die ihre Kollegin dem Verkehrsminister zwei Stunden zuvor angedichtet hatte. Miosga an Weselsky: “Wollen Sie jetzt mit dem Kopf durch die Wand und demnächst sogar unbefristet streiken?”

Mit sachlichem Journalismus hat sowas kaum zu tun. Hier wird unverfroren im Sinne von Regierung und Wirtschaft Stimmung gegen Arbeitnehmer gemacht, die von ihrem Streikrecht Gebrauch machen und dies im Interesse von Nachhol-Forderungen angesichts unakzeptabler sozialer und vor allem materieller Einkommensverhältnisse tun. Dazu passt die Fehlinformation im ARD-Teletext und in nahezu allen Leitmedien, die GdL habe ein Schlichtungsangebot abgelehnt. Richtig ist: die GdL hat Forderungen der Bahn nach einem Schlichtungsverfahren zurückgewiesen. Die uninformierte Rezipienten-/Leser-/Zuschauer-Öffentlichkeit sachbezogen über die Fakten, also auch über die Sach-Unterschiede, aufzuklären, wäre nicht nur angemessen, sondern auch gesetzliche Verpflichtung gewesen. Doch solche Verpflichtungen öffentlich-rechtlicher Medien sind längst zu agitatorischer Beliebigkeit verkommen.

Im ZDF heute-journal ging es keineswegs sauberer zu. Auch der notorische „Desinformations-Klaus“ Kleber beginnt die Berichterstattung über den Streik mit der Skandalisierung des “längsten Streik in der Geschichte der Bahn AG”. Die 34.000 Mitglieder zählende GdL wird – wie schon gewohnt –  erst einmal “klein” gemacht. Die Propaganda-Botschaft: So ein paar größenwahnsinnige Bahner dürfen doch nicht die ganze Wirtschaft lahmlegen. Das Narrativ von “der kleinen Gewerkschaft”  soll darüber hinaus den Bestrebungen der Regierung den Boden bereiten, ein Tarifeinheitsgesetz durchzusetzen. Dieses Gesetz soll “die große Macht kleiner Gewerkschaften brechen”, weiß das ZDF.

Angefüttert wird die Stimmungsmache dann mit der sattsam bekannten immer gleichen, tages- und sendungsüblichen Masche der ausgewählten Bürger auf der Straße, die genau das ins Mikro sagen, was die Agitatoren hören und verbreiten wollen. Stimmen, die das Recht der Gewerkschafter auf Streik und vor allem auf deren Forderungen unterstützen, werden übungsgemäß nicht gesendet.

Als nächstes wird mit dem DGB-Vorsitzenden Reiner Hofmann ein GdL-Gegner aus dem eigenen Gewerkschaftslager präsentiert, von dem bekannt ist, dass er gegen die Ziele der GdL agitiert. Nachdem Kleber seinen Zuschauern erklärt hat, dass die Väter und Mütter des Grundgesetzes, das Recht auf Streik in der Verfassung festgeschrieben haben und wie die Gesetzespläne der Regierung aussehen, wird Hoffmann, der in den Tarifkonflikt gar nicht involviert ist, erneut und ausführlich von Kleber interviewt, um die Positionen der GdL zu untergraben und die verfassungsrechtlich fragwürdigen Regierungspläne zu befürworten.

Am Ende der Meinungsmache stellt Kleber immerhin klar, dass eben nicht der längste Streik in der Geschichte der Bahn stattfindet, sondern lediglich der längste Streik in der Geschichte der gerade etwas mehr als 20 Jahre alten “Deutsche Bahn AG”. 1992 zum Beispiel gab es einen Streik, der 11 Tage dauerte und damals zu einem Verkaufsboom für Fahrräder führte. Man kann davon ausgehen, dass das ZDF zur Klarstellung durch Proteste von Zuschauern gezwungen werden musste, denn schon im November 2014 hatte das heute-journal – wie viele andere Lügenmedien auch - behauptet, bei dem damals gerade einmal 4-tägigen Streik, habe es sich um den “längsten Bahnstreik aller Zeiten” gehandelt.

Weitere Beispiele einer personalisierten Journaille-Hetze auf die GdL und vor allem auf deren Vorsitzenden Claus Weselsky finden sich so kontinuierlich wie aufdringlich auf der Meinungs-seite 4 der Süddeutschen Zeitung – en suite vom stellvertretenden Ressortchef Innenpolitik: Detlef Esslinger, neuerdings auch vom Ressortchef Kultur, Andrian Kreye, der seine Denunziationen gegen Weselsky sogar auf dessen Herkunft aus der DDR ausdehnt, ihm so nahezu SED/Stasi-Anmutungen zu-insinuiert. Hier wie in zahllosen anderen Presse-Ausgüssen wird immer nur vom größenwahnsinnigen, berauschten, maßlosen, frechen, nicht mehr diskussionswürdigen Weselsky getönt – so als gäbe es in dessen Gewerkschaft keine verbandsrechtlichen demokratischen Strukturen, keine Vorstände, Tarifkommission, Urabstimmungen. Was die SZ angeht: Trauernd vom Niedergang eines ehemals bedeutenden bürgerlich-liberalen Weltblattes mag man nicht mehr reden. Wie in den Fällen NATO/Kosovo-Krieg, Russland-Putin/Ukraine, Griechenland/EU ist der Niedergang bereits zum Vollbad in der Agitationskloake weiter gesunken.

Zum Zustand unserer Medien

Wie die Vermachtung der veröffentlichten Meinung aufzubrechen wäre

Wolfgang Lieb vor der Auslandsgesellschaft Dortmund / 22. Juni 2015

Zunächst spricht Lieb von seiner Studentenzeit im geteilten Berlin. Der spätere Regierende Bürgermeister Diepgen war ASTA-Chef und der langjährige Berliner CDU-Anführer Landowski schon damals sein Zuträger. Die beiden liefen auf dem Campus mit Schaffnermützen herum. Lieb erlebte Sit-Ins, erste Studenten-proteste, machte die Erfahrung: Selbst schwer verknöcherte Zustände können sich schnell ändern: „Daraus ziehe ich eigentlich meine Zuversicht, dass obwohl man meint, es sei alles festgebacken und festgefahren – wenn der richtige Zeitpunkt kommt und der richtige Funken schlägt, sich etwas sehr rasch zum Besseren ändern kann.“ Hoffentlich zum Besseren, ergänzt er: ins Fortschrittliche oder Emanzipatorische oder (wie ebenfalls vielfältig beobachtbar) ins rechts-extreme, rechtspopulistische Lager. „Warum ich die NachDenkSeiten nach wie vor als Fulltimejob betreibe: Um ein Stückchen beizutragen, dass mögliche Veränderungen in eine vernünftigere politische Richtung gehen bzw. gelenkt werden können.

 

Die gegenwärtige Lage
    „Statt Vielfalt als Voraussetzung vernünftiger politischer Entscheidungs-prozesse, ist Einfalt zur Durchsetzung einseitiger wirtschaftlicher Interessen in den Status herrschender Meinung gelangt. Die Einseitigkeit der Agitation hat sich zuletzt etwa in der Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt gezeigt. Ob es um die Darstellung der Finanz- und Wirtschaftskrise, die Situation auf dem Arbeitsmarkt, um Rentenpolitik oder Schuldenbremse geht: Selbst sog. Qualitätsmedien erfüllen oft nicht die Mindeststandards journalistischer Arbeit. Auch der Wissenschafts-journalismus wird mehr und mehr abgelöst durch Wissenschafts-PR.

Einigen meinungsführenden Journalisten ist es gelungen, eine Deutungshoheit der gesellschaftlichen und ökonomischen Wirklichkeit zu erringen, denen ein Fußvolk schlecht bezahlter und überforderter Redakteure und Autoren in kkaputtgesparten Medien nachplappert. Statt kritische Aufklärung bestimmt Kampagnen-Journalismus mehr und mehr das MedienBILD. Gibt es Möglich-keiten die „Vermachtung“ der veröffentlichten Meinung aufzubrechen? Welche Chancen bietet das Internet?“

 

Lügenpresse“?
   Lieb
kommt auf den Begriff „Lügenpresse“ – sog. Unwort des Jahres
2014 – zu sprechen. Ende des Jahres – auf dem Höhepunkt der PEGIDA-Demonstrationen – spricht ein Freund Lieb so an: „Na, da haben die NachDenkSeiten wohl endlich ihre Gegenöffentlichkeit gefunden?! Ihr hackt doch auch ständig auf der Lügenpresse rum.“ Lieb ist geschockt und sprachlos. Es stellt sich heraus, dass die NDS Thinktanks oder Politikern durchaus Lügen vorgeworfen haben: „Aber nur dann, wenn wir das im konkreten Fall belegen konnten.“ Wenn bewusst gelogen wurde, ideologische Scheuklappen oder borniertes und Interessen bezogenes Handeln zu Lügen führte. Ein Fall: Umdefinieren der Finanzkrise in eine „Staatsschuldenkrise“. Oder Verfälschen und Uminterpretieren von Statistiken im ideologischem Interesse u.s.w.
Lieb in Dortmund: „Es ist auch Ihnen bekannt, dass halbe Wahrheiten schlimmer sein können als ganze Lügen.“ Die NDS wollten aber Gegen-öffentlichkeit sein gegen Mainstream und Meinungsmache. Schließlich sei klar: Wenn die Meinungsvielfalt stirbt, stirbt ein Stück weit auch die Demokratie.

 

 

Die NDS haben täglich 75000 bis 80000 Zugriffe
    Gewiss: Die NDS sind ein David gegen die Goliaths der Medienwelt. Immerhin, wirft Lieb ein: Die NDS haben täglich 75000 bis 80000 Zugriffe und ungefähr zehn Millionen Seitenaufrufe. „Wenn man das dann mit Auflage der taz vergleicht, isses ganz nett.“ Das Wort „Lügenpresse“ hält  Lieb „für falsch und sogar für gefährlich.“ Gefährlich deshalb, weil man sich mit dem historisch negativ belasteten Begriff in rechtspopulistische Ecken begebe und es „den etablierten Medien viel zu einfach macht, berechtigte Kritik abzuwehren.“ Vielmehr müsse ganz klar am Einzelfall nachgewiesen werden, wann und wie Medien im Sinne der Kontrolle von Politik und der Demokratie versagen.

 

Einfalt statt Vielfalt am Beispiel Ukraine-Krise und Griechenland
   Lieb zur Ukraine-Krise: „Putin sei die Inkarnation des Bösen. Er ist an Allem schuld. ´Stoppt Putin’, so titelte nicht nur die BILD-Zeitung, sondern auch DER SPIEGEL und zwar mit gleichem Titelbild (den Opfern des Flugzeugabsturzes von MH17). Vom deutschen Presserat gerügt.“ Einseitigkeit müsse man hier nicht aus sich selbst heraus unterstellen, sondern nur den Programmbeirat der ARD (via Heise) zitieren. Auch zur Berichterstattung über die Griechenland- Krise und der Finanzkrise übt Lieb Kritik an den Medien. Er benennt dabei besonders üble Vorfälle der Meinungsmache und Einseitigkeit, wie die BILD
und die ‚Bildzeitung für Intellektuelle, den SPIEGEL‘ mit ihrem Kampagnen-Journalismus“. Zur BeBILDerung hat der Referent zwei BILD-Exemplare mit widerlichster Hetze gegen Griechenland nach der Abstimmung über das zweite sog. Rettungspaket) mitgebracht. Lieb: „Ich lese die BILD jeden Tag – sie erspart mir zwei Tassen Kaffee.“ Zu sehen sind u.a. zwei Seiten, auf denen alle Mit- glieder des Deutschen Bundestages namentlich angeprangert sind, die für das Rettungspaket gestimmt haben, dazu ihr Wahlkreis plus Internetadresse. „Man könnte so etwas auch als Nötigung bezeichnen“, sagt Wolfgang Lieb
. Und er weist darauf hin, dass auch die anderen Zeitungen nicht viel besser seien – sie hetzten nur etwas verdeckter – bis in die sogenannten Qualitätsmedien hinein der gleiche (einseitige) Tenor zu Russland und gegenüber Athen. BILD gehe jedoch stets brutal agitatorisch zur Sache. 


Lieb kommt da auch auf die Jauch-Sendung vom 14. Juni zurück. Da habe der CDU-Politiker Bosbach nahezu unwidersprochen behaupten können, die Griechen gingen 56 in Rente. Bei Eurosat könne man jedoch nachlesen, dass die Griechen durchschnittlich 61,4 Jahren und die Deutschen mit 61,7 Jahren in Rente gehen. Doch die einmal in die Welt gesetzte Unwahrheit wird per Multiplikation in den Medien von Millionen geglaubt. Lieb wünschte, so mancher würde jetzt einmal nach Griechenland fahren und sich sie Zustände dort anschauen. Er selbst hat es getan. Ist mit der Straßenbahn durch Athen gefahren. „Wer meint, man könne die Menschen dort noch mehr ausquetschen, sollte darüber nachdenken was in Deutschland passieren würde, wenn das Brutto-sozialprodukt um 30 Prozent sinkt, die Löhne um 20 Prozent, die Arbeitslosigkeit 25 Prozent über- schreitet und extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit herrscht …“ In Deutschland habe es Zeiten gegeben, da aus solchen Situationen Führer entstanden. „Wer meint, er könne noch mehr auf diese Menschen draufpacken, der hat meines Erachtens jeden Realitätsbezug verloren“, so Lieb.

 

Sturmgeschütz der Demokratie“ – das war einmal
   Der Referent resümiert, in puncto kritischer Medien sei da schon einiges weggebrochen in Deutschland. Man solle doch einmal an das vom Herausgeber einst als „Sturmgeschütz der Demokratie“ bezeichnete Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL, an Panorama-Sendungen, an Henry Nannens Magazin stern und die inzwischen eingestellte Financial Times Deutschland denken. Heute dagegen überall neoliberal geprägte Medien und entsprechende Meinungsmache. Und
allenthalben eingebetteter Journalismus. Von der Mitgliedschaft in Thinktanks zur Verbreitung sogenannter „westlicher Werte und transatlantischer Interes-senträger“ wie der Atlantikbrücke, der Trilateralen Kommission, der Akademie für Sicherheitspolitik u.s.w. –  von diesen inspirierte oder tatsächlich überzeugte Journalisten wie z.B. Claus Kleber und Co. Lieb verweist dazu auf die Studie
von Uwe Krüger („Meinungsmacht“). Die verweise auf eine intellektuelle oder mentale Vereinnahmung von Journalisten und sogenannten Eliten. Denn oft bekommt man „als elitekompatibler Journalist“ nur auf diese Weise Zugang zu den mächtigen Kreisen, könne aber so auch Karriere machen. Im Medienbereich könne eine kolossale Konzentration konstatiert werden: Stichtag 31.12.2013 –
59 Prozent der verkauften Auflagen in Deutschland werden von zehn (!) Verlags-gruppen herausgeben.

 

Medienvielfalt ade.
Stattdessen monopolartige Zeitungsstrukturen

   Vielerorts gebe es gar keine Medienvielfalt mehr. Stattdessen monopolartige Zeitungsstrukturen im Verbund mit Fernseh- und Radiostationen. Viele Jour- nalisten schreiben für gleich mehrere Medien, höchstens um einen Halbsatz mehr oder weniger textverändert. „Für den Verlust an Vielfalt“, sagt Wolfgang Lieb, sind am Wenigsten die Journalisten verantwortlich, meint Lieb. Im letzten Herbst seien etwa 5000 Journalisten bei der Bundesarbeitsagentur arbeitslos gemeldet gewesen. Als arbeitssuchend waren 9000 Journalisten vermerkt. Der Arbeitsdruck ist enorm. Genaue Recherchen sind weithin kaum noch möglich. Vielfach schreibe ein Journalist nur noch beim anderen ab. Herauskomme das, was Kurt Tucholsky „Papageienjournalismus“ genannt hat. Realen 30- 50000 PR-Mitarbeitern stünden hierzulande 48000 hauptamtliche Journalistinnen und Journalisten gegenüber. Die Einkommen sinken. Da ziehe es manche Journalisten zum PR-Beruf.

 

Konform, uniform, chloroform“ –
 
Heribert Prantl
beklagte es schon vor Jahren


Wolfgang Lieb beklagt, dass in den Talkshows ständig, beinahe ausschließlich die gleichen Vertreter einer bestimmten (neoliberalen) Richtung zu finden sind. Oft welche, die mit dem PR-Pool „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ verbunden sind. Obwohl es hierzulande an die 30000 Wirtschaftswissenschaftler gebe, säßen regelmäßig im Wechsel nur ein Dutzend von ihnen in TV-Shows. Selten werde kritisch hinterfragt, allein schon weil ein Gegenpart fehlt. Oft würden in den Medien nur noch Presseerklärungen verlautbart, Studien wohl kaum vollständig gelesen und analysiert. Lieb weist auf ein frühes Buch von Heribert Prantl mit dem Titel
„Kein schöner Land“ hin. Der Publizist  kommen-tierte den Einzug des Neoliberalismus in Deutschland und wie die neoklassische Ökonomie zur alleinherrschenden Lehre wurde: „Konform, uniform, chloroform (“Die neue Scholastik in Wissenschaft und Medien”). Ein Trend, der sich seit Jahren auch tief im deutschen Mainstream-Journalismus niederschlägt.

 

Die Macht der Finanzmärkte

   Die Finanzmärkte hätten doch „in eklatanter Weise versagt“. Der Politik ging es nur darum das Vertrauen der Märkte wiederherzustellen. Die Medien tönten entsprechend. Lieb: „Was den Parlamenten nicht gelang, den Märkten gelang es: Sie zwingen Regierungen aus ihren Ämtern, sie setzen drastische Sparmaß-nahmen durch, die von der Bevölkerungs-mehrheit nicht goutiert werden, weil sie zur Verarmung führen. Wie z.B. in Griechenland. „Angela Merkel spricht ganz offen von marktkonformer Demokratie und meint damit nichts anderes, dass die Politik das zu exekutieren hat, was die Finanzmärkte angeblich verlangen.“ Lieb nennt ein weiteres Beispiel für „gelungene Gehirnwäsche“:
Die „Finanzkrise in eine Staatsschuldenkrise umzudrehen.“
Er spricht dann
noch einige Beispiele
an, die unter „Neusprech“ zu rubrizieren sind: Sogenannte „Lohnnebenkosten“. Deren Absenkung, angeregt durch die INSM und gebets-mühlenartig in den Medien gefordert, dann von der Politik umgesetzt. „Kein Arbeitgeber, sagt Lieb, „unterscheidet zwischen Lohn- und Lohnnebenkosten. Sondern nur zwischen dem Kapital und dem „Faktor Arbeit.“ Es heißt, bei der Senkung von Lohnnebenkosten würden nur die Kostenlasten der Unternehmen gesenkt.

Allerdings: Die Kosten für Gesundheit und Rente werden dabei komplett auf
die Arbeitnehmer verlagert. Die Krankenkassenbeiträge für Arbeitgeber wurden gedeckelt. Für alles was zusätzlich anfällt, zahlen die Arbeit
-nehmer. Das war bereits eine Tat der sog. Rot-Grün-Koalition: „Agenda 2010“, „Personalservice-agenturen“ und „Umbau des Sozialstaates“ – all das höre man nun auch bezogen auf Griechenland: das Land soll „fit gemacht werden für die Zukunft“. Dazu skandalöses Gerede von der „Überalterung der Gesellschaft“ …. All das seien tagtäglich ventilierte Begriffe = „alles Falschwörter“, so Lieb. Die Ideologie dahinter müsse aufgedeckt werden. Genau das versuchten die NachDenkSeiten täglich zu leisten.

 

Der Arbeitsmarkt ist kein Kartoffelmarkt 


Die Ideologie der „angebotsorientierten Wirtschaftstheorie“. Alles, was die Investitionsbedingungen der Unternehmen erleichtert, schaffe auch Wachstum und damit Wohlstand. „Der Arbeitsmarkt wird betrachtet wie ein Kartoffel-markt. Das heißt, wenn der Markt gegen zwei Uhr zu Ende geht, dann gibt es die Kartoffeln, die es vorher für drei Euro gab, nun für einen Euro. Und wenn der Kartoffelpreis tief genug gesunken ist, wird der Markt geräumt. So stellen sich die angebotsorientierten Ökonomen den Arbeitsmarkt vor. Dass der Arbeits- markt über die Löhne auch eine Nachfragekomponente hat und die Nachfrage in einer Volkswirtschaft immer noch den größten Anteil am Wirtschafswachstum ausmacht, das wird völlig venachlässigt.“

 

Links der Union darf es keine linke Alternative geben

   In Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Wissenschaft – überall, also vor allem in der gesellschaftlichen Kommunikation über Medien, werde alles daran gesetzt, jede politische Alternative links der Union zu verhindern, stellt Wolfgang Lieb fest. So werde auch immer gegen Linke gearbeitet. Gegen den „Warmduscher“ Brandt wurde Helmut Schmidt hochgelobt, bei den Grünen Stimmung gegen die „Fundis“ gemacht. So ergeht es derzeit auch der Linkspartei: Man lobt man die vernünftigen, regierungsfähigen Reformer aus dem Osten“ und macht die „Radikalos aus dem Westen“ nieder. Und die SPD habe durch folgsame „Abgrenzeritis“ bis heute nicht begriffen, dass für sie damit jede Regierungs-option obsolet wird.

 

Welche Möglichkeiten gibt es, die Vermachtung der veröffentlichten
Meinung aufzubrechen – kann das Internet da eine Rolle spielen?  

   Sicherlich könnten Blogs und Social Media wie Facebook und Twitter überhaupt und auch Kleinverlage (pad, jW, ossietzky, PappyRossa) oder das Mittel der Demonstration Chancen darstellen, mit denen die Einzelnen ohne viel Kapital der Vermachtung entgegentreten könnten. Allerdings, macht Wolfgang Lieb klar, könne man mit alldem kaum eine politische Bewegung mit konkreten Forderungen oder Zielen aufbauen. Zwar könne die Occupy-Initiative zu einer politischen Massenbewegung werden, wenn es ihr gelinge, genau zu vermitteln, wohin die Bewegung gehen solle. „Offene Bewegungen sind gut, Aktivismus ist gut, soziale Bewegungen sind gut. Aber irgendwann muss die Diskussion zu einer Meinungsfindung kommen, irgendwann muss man wissen, was die Aktivisten konkret wollen.“ Alternativen müssten erkennbar werden.

 

Blogs leisten einen beachtlichen Beitrag zur Meinungsvielfalt,
können am nur „eine wenig Sand im Getriebe der Maschinerie
einer gelenkten Demokratie sein.

 

Blogs seien momentan allenfalls in der Lage „ein wenig Sand ins Getriebe der Maschinerie einer gelenkten Demokratie zu streuen“. Politische Blogs, gibt Lieb zu bedenken, hätten es in Deutschland nicht einfach. „Unter den ersten zwanzig Blogs sind es gerade einmal vier weitere neben den NachDenkSeiten.“ Man brauche da noch einen ziemlich langen Atem, viel Kraft und Fleiß, konstatierte der Referent. Dazu kommt: „Nur jeder Fünfte Deutsche liest überhaupt Blogs.“

„Der Vorteil des Internets, dass darin jeder seine Stimme erheben kann, ist gleichzeitig auch sein Nachteil“, sagt Lieb. Es gibt 500.000 Blogs in Deutschland. Aufgrund dieser Unübersichtlichkeit ist es ungeheuer schwierig, mit einem einzelnen Blog durchzudringen.“ Immerhin leisteten die Blogs beachtliche Beiträge zur Meinungsvielfalt. Dennoch seien sie „eher ein Rauschen im Hintergrund“.

 

Nach wohin wird sich die Unzufriedenheit
mit der Demokratie ihr Ventil verschaffen?

   Längst sei „ein hoher Prozentsatz der Menschen in Deutschland mit der Funktionsweise der Demokratie weniger oder gar nicht zufrieden“. Es gebe Alarmzeichen für die etablierte Demokratie. Wolfgang Lieb mahnt jedoch zur Aufmerksamkeit: Es sei bei weitem nicht klar, wo sich diese allgemeine Unzufriedenheit mit der Demokratie ein Ventil verschafft: „Ob es eher eine rechtspopulistische Wendung nimmt oder eine fortschrittliche, emanzipatorische Entwicklung“. Man müsse sich ja nur bei unseren europäischen Nachbarn umschauen, wo rechtspopulistische Parteien bei Wahlen erhebliche Zugewinne erreichen. „Fortschrittliche Kräfte sollten alles in ihrer Kraft Stehende tun, um zu helfen, dass die Unzufriedenheit ihren Ausweg in eine fortschrittliche, eine friedliche, eine soziale Politik findet. Und nicht in eine Praxis der einfachen Rezepte und einfachen Sündenböcke

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Wolfgang Lieb

*1944 Stuttgart. Als promovierter Jurist, Publizist, ehemaliger NRW-Politiker (SPD) schaut auf ein erfülltes Arbeitsleben zurück. Seit Gründung der NachDenkSeiten (NDS) ist Lieb, zusammen mit Albrecht Müller, deren Herausgeber. Seine beruflichen und politischen Erfahrungen möchte er gerne weitergeben. Das hat er abermals am 22. Juni 2015 in Dortmund getan. Er war in die Auslandsgesellschaft NRW zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung gekommen – organisiert vom NachDenktreff, der Regionalgruppe attac Dortmund und des DGB-Stadtverbandes. Das Thema seines Vortrages: „Wie & Wo die Medien versagen und ihre Wächterrolle in der Demokratie nicht mehr erfüllen “. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Publikum: Attacies, Gewerkschafter, engagierte Bürger, vermutlich viele Leserinnen und Leser der NachDenkSeiten. An das Referat von Wolfgang Lieb schloss sich eine lebhafte Diskussion an. Im Verlauf des Abends ergaben sich aus den Wortmel-dungen auch Fragen, die der Referent geduldig beantwortete.

Sind linke Regierungen jederzeit erpressbar?
Thematisiert wurde etwa das neoliberale Wüten in Großbritannien seit Margareth Thatcher, wo der produktive Sektor zugunsten der Finanz-wirtschaft stark geschrumpft worden war. Dass linke Regierungen ja wohl jederzeit zu Kurswechseln erpresst werden könnten, vermutete eine Teilnehmerin. Oder sie zu desavouieren, um sie schlussendlich zu stürzen. Man hatte man da direkt den Militärputsch gegen die Regierung Allende in Chile vor Augen. Oder ein Szenarium, dass wir alle ganz aktuell verfolgen können: Die Diskreditierung der SYRIZA-geführten Regierung von Griechenland. Mit dem Ziel, diese am Ende aus dem Amt zu fegen. Darauf läuft das Athen Am-langen-Arm-verhungern-lassen seitens der Institutionen letztlich hinaus.  Eine Alternative zum neoliberalen Europa soll offenbar nicht zu Nachahmungen animieren.

Deregulierung, die Diktatur der Finanzmärkte
und Merkels „marktkonforme Demokratie“

Wolfgang Lieb erinnerte zum des Thatcherismus in Großbritannien und dessen schweren Folgen für die dortige Gesellschaft daran, dass – wenngleich erst später und weniger industriezerstörerisch – auch Deutschland in der Schröder-Ära aufs Deregulieren setzte, wobei man die Finanzmärkte hatte groß werden lassen und diese auch nach der Finanzkrise „frei gelassen“ habe. Die Folge: Finanzspekula-tionen sind weiterhin möglich. Auch der Umgang mit Griechenland bereite Sorge. Nicht wegen wirtschaftlicher Größe und Bedeutung des Landes – die ist für Europa beinahe zu vernachlässigen. Vielmehr gelte es für einen Ausfall Griechenlands aus dem europäischen Projekt, mindestens aber aus dem Euro, zu verhindern, dass „die Märkte“ in gleicher Manier gegen die nächsten Kandidaten Italien und Spanien spekulieren.
    Stets verlaute von den Regierungen, „das Vertrauen der Märkte“ müsse zurückgewonnen werden. Dieses Narrativ wird tatsächlich – vornweg von Bundeskanzlerin Merkel – postuliert und in der europäischen Politik wie eine Monstranz vorangetragen. In Wirklichkeit herrschen die Märkte und bestimmen, wo es lang zu gehen hat. Nicht demokratisch  gewählte Regierungen. Und auch da wieder an erster Stelle (so rede ja die Merkel unverblümt): eine marktkon- forme Demokratie. Die dann letztlich keine Demokratie mehr ist. Demokratie
in „marktkonformer“ Gestalt muss der Diktatur der Finanzmärkte weichen. Ähnlich hatte es Stéphane Hessel in „Empört euch!“ thematisiert.

Zum Zustand der Medien
Eine anwesende Lehrerin kritisierte den immer mehr um sich greifenden Kampagnen-Journalismus. Selbst die FAZ habe in der Vergangenheit immer auch Lichtblicke enthalten. Vorbei. Wie es 2014 Eckart Spoo in der Dortmunder Auslandsgesellschaft herausgearbeitet hatte, wies nun die Zuhörerin auf gravierende sprachliche Unterschiede der Medien in der Beschreibung gleicher Situationen aufmerksam.

    Nach dem Muster: Der Westen warntPutin jedoch droht. Eckart Spoo seinerzeit: „So wie diese Worte stimmig geblieben sind, wird in weiten Teilen der Presse auf alte Muster zurückgegriffen. Mit Blick auf den Ukraine-Konflikt heißt das: Was etwa die westlichen Medien tun, werde unter dem Stempel „Aufklärung“ verkauft, was die „Gegenseite, die anderen, die Bösen betreiben – ist Propaganda.“ Soll heißen: „Man darf Putin keinesfalls glauben. Wer der einen Seite als Freiheitskämpfer gilt, gilt der anderen als Terrorist. So schafft man vor allem durch ständige Wiederholung ein tief-sitzendes Freund- bzw. Feindbild.“ Das gelänge auch und gerade mit den Alltagsworten „drohen“ und „warnen“. „Putin droht. Obama warnt. Das wird uns täglich mindestens zwei bis dreimal wiederholt.“

    Wolfgang Lieb stimmte der gut informierten Lehrerin zu. So werde stets gleich-  lautend deutlich: Wir, der Westen, sind die Guten, Putin und Russland aber immer die Bösen. Ein gefährliches Schwarz-Weiß-Denken. Ausgewogene Berichterstattung war einmal. Auch viele Journalisten stehen unter großem Druck. Weil sie abhängig beschäftigt sind – oder als nur befristet oder als Freie arbeiteten. Die Diskutantin sprach von einem „journalistischen Proletariat“:  Über ihnen der mächtige Chefredakteur, die Herausgeber. Ebenso verhalte es sich an den Universitäten: Nahezu allmächtige Professoren, ganz oben in der Hierarchie: Unter ihnen lohnabhängige Dozenten. Wissenschaftliches Proletariat. Nach oben gelangen oft Nachplapperer und Schönredner. Kritische Köpfe blieben außen vor. Der Mittelbau dünne aus.

    Lieb gibt diesen Feststellungen weitgehend Recht. In den USA sei es nicht
viel besser um die Medien bestellt.  Im Gegenteil: „Versuchen Sie einmal in der amerikanischen Provinz eine „New York Times“ oder die „Washington Post“
zu bekommen!“ Allenfalls ein so gut wie nichtssagendes Tagblatt bekomme
man da. Nur die „New York Times und die „Washington Post“ seien noch recht plurale Medien. Und das Fernsehen? Lieb: „Beim Sehen von Sendern wie Fox stehen Ihnen die Haare zu Berge! Die machen extreme Agitation!“ In Deutsch- land sei die „Financial Times Deutschland“ eine veritable und plurale Wirt- schaftszeitung gewesen. Sie wurde eingestellt. Heute sei das „Handelsblatt“ pluraler als der Wirtschaftsteil der Süddeutschen Zeitung. Und ja, die FAZ:
Bis in die Ära Schirrmacher hinein habe für die journalistischen Inhalte in der FAZ ein Dreiklang gegolten: Schwarz (Wirtschaft) Rosarot (Feuilleton), Gold (blau-gelb, FDP-Nähe). Diesen Dreiklang finde man kaum noch.

Wenn die Upperclass ihre Sprösslinge auf Privatschulen schickt
Und zu den Unis? Im Ruhrgebiet, wo es einst keine Universitäten gab, habe
man gleich mehrere Hochschulen gebaut. Kinder aus anderen – so gesagt: bildungsfernen – Schichten, aus Arbeiterhaushalten erhielten damals Chance und Möglichkeit zu studieren. Wie sieht es dagegen heute aus? Hochschullehrer stammten eigentlich fast ausschließlich noch aus Akademikerhaushalten, Mediziner aus Medizinerhaushalten. Die Ausstattung der Schulen bezeichnet Lieb als zunehmend schlecht. Englische Verhältnisse kehrten auch hierzulande ein:  die Upperclass schicke ihre Sprösslinge in private Schulen. Die Aufstiegs-möglichkeiten seien heute als miserabel zu bezeichnen. Schlimmer: Bestimmte Schichten glitten regelrecht ab. Die OECD bescheinige Deutschland, dieser Umstand sei hier ausgeprägter als in vergleichbaren Ländern.

Das neue Säbelrasseln und das Schwarz-Weiß-Denken
Dann das Säbelrasseln der Nato-Staaten gegenüber Russland. Jemand erinnerte daran,  es sei geplant, 5000 Panzer in den baltischen Staaten zu stationieren - erstmals nach Ende des Kalten Krieges! Der Westen rücke immer näher an die russische Grenze heran. 5000 US-Panzer in den baltischen Staaten! Man solle sich einmal vorstellen, Russland stationierte in Mittelamerika an den Grenzen der den USA massiert Kriegsgerät! Das Schwarz-Weiß-Denken des Westens sei unerträglich. Angeblich schalteten russische Militärmaschinen bei Flügen außerhalb ihres Territoriums die Transponder aus. Nun erfahre man: Nato- Kriegsflugzeuge täten genau dies. Lieb: „Beides ist schlecht!“ Aufgabe der Medien sei, auf beides hinzuweisen.

US-Einfluss auf Politik und Medien:
legitim, aber er sollte kenntlich gemacht werden

Eine frühere dpa-Mitarbeiterin fragte, ob sich die hier verbreiteten Nachrichten stark aus US-Nachrichten speisten, somit 1 : 1 transportiert würden. Dazu Lieb: „Die USA setzen weltweit viel Geld ein, um in ihrem Sinne zu informieren. Was legitim ist.  Es wäre jedoch besser, es würde auch kenntlich gemacht. Die USA wendeten über Jahre hinweg fünf Milliarden Dollar p.a. auf, um die Ukraine-Politik in ihrem Sinne zu beeinflussen. Auch in Deutschland hat die CIA Medien finanziert, so u.a. den 1948 gegründeten Monat. Die USA gingen halt clever vor. Aber auch heute kann man beobachten, dass deutsche Wochenjournale wie DER SPIEGEL zuweilen bis hin zum Deckblatt Beiträge von „Time“ und „Newsweek“ übernehmen. Bei diesen Informations-Bios geht es stets vorrangig um  die ‚Verteidigung westlicher Werte‘. Wie immer man das auch bewertet, es ist nicht illegitim. Das Schlimme daran ist, dass in der Regel keine Aufklärung darüber erfolgt. Der Rezipient die Beiträge kann also viele Hintergründe nicht kritisch bewerten.

Militärisch-industrieller Komplex. Interessengeleitete Geopolitik
Für Lieb ist ein  erstaunlicher, wie empörender,  Vorgang, dass angesichts der Funktionsprobleme mit der Schusswaffe G 3 vom Hersteller versucht wurde,  mithilfe des Militärisches Abwehrdienstes (MAD) kritisch berichtende Journalisten überwachen zu lassen. Auch der seit 1990 wachsende Stellenwert sog. Geopolitik muss kritisch betrachtet werden.  Dies sei nichts Neues, man denke an die Containment-Politik oder Eindämmungspolitik der USA ab 1947 gegen die UdSSR. Nicht grundlos unterhielten die USA Militärstützpunkte überall, weltweit um die 800. Zum Vergleich: Russland unterhalte einen einzigen in Tartus (Syrien). „Die USA sehen sich in der Rolle des Weltpolizisten. Sie begreifen sich als auserwählte Nation.“ Militärisches Eingreifen stelle Washington stets „Kampf für Menschenrechte und Demokratie in der Welt“. In Wahrheit steckten massive ökonomische Interessen dahinter. Wenn die USA doch nur einen Bruchteil des Geldes, dass sie seit vierzehn Jahren für den sogenannten Krieg gegen den Terror ausgeben, in Entwicklungshilfe steckten, könnte die Welt friedlicher aussehen.

 

………………..

Man lebt nicht einfach, wenn man von der „Mehrheitsmeinung abweicht“, sagt Lieb. „Über Fußball streiten tut nicht so weh“. Wenn wir aber an Merkel Kritik wegen deren Griechenland-Politik üben und uns der Erzählung entgegenstellten, die da heißt „Noch mehr bezahlen? Wir haben doch schon viel bezahlt!“, muss man den Druck schon aushalten. Und der sei gewiss, wenn man abweichend vom Mainstream sage: Die Banken haben das meiste Geld aus der sogenannten Griechenland-Rettung erhalten. Die griechische Bevölkerung nicht. Sie leidet extrem unter EU-/EZB-/IWF-Diktaten. Gegenöffentlichkeit herzustellen, kostet Kraft. Am Beispiel einer Blogger-Recherche zum Ukraine-Konflikt: „Ein Wochen- ende ist dabei draufgegangen. Dreißig Quellen zu studieren, dass kostete einen Haufen Arbeit.“

Sich zusammen mit Anderen engagieren
Till Strucksberg von Attac Dortmund warb ausdrücklich dafür, sich zu engagieren und kein Einzelkämpfer zu bleiben. Änderungen seien möglich. Getreu dem Attac-Motto: “Eine andere Welt ist möglich.” Nicht solistisch Probleme erforschen müssen, vielmehr im Verbund zu kommunizieren und zu argumentieren, mache stark, könne Zuversicht und Kraft zum Weitermachen geben. Als Möglichkeiten, sich für Demokratie und gegen Demokratieabbau
zu engagieren, nannte Strucksberg die Themen TTIP, CETA, TiSA und die Problematik der geplanten Schiedsgerichtsbarkeit. Wider den Mainstream:
zum Thema Griechenland z.B. die Zeitung
FaktencheckHELLAS.

Damit die Menschen nicht auf Rattenfänger hereinfallen
Zum Abschluss berichtete Wolfgang Lieb von kleinen Fortschritten, die er in seinem Umfeld erreichen konnte. Menschen zum Umdenken zu bewegen, sei oft nicht einfach. Besonders wenn sie gewissermaßen in einer „anderen Welt oder besser: in einem anderen Bewusstsein leben“. Wichtig sei stets, sich gegen die einfachen Rezepte stellen. Wir sollten reflektieren: Ist die momentane Entwick- lung eine richtige? Welche Alternativen sind möglich? Vor allem: Wem nützt die Darstellung angeblicher Fakten in den Medien? Wer hat ein Interesse an den laufenden Kampagnen?
                                                               Quelle: Klaus Stilles Zeugenbericht vom 23.6.2015 /
                                                                                               korrigiert, redigiert, leicht gekürzt

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