http://www.sueddeutsche.de/panorama/reaktionen-auf-ruecktrittserklaerung-des-papstes-allerhoechsten-respekt-1.1596883


     Im Meer des Phrasen-Grauens!

Da haben wir sie wieder, die Schleim- und Blasensprache, vorgebracht als
Öffentliche Rede der deutschen Bundeskanzlerin bei Anlass des vorzeitigen Rückzugs des Papstes Ratzinger = Benedict XVI von seinem Amt:


                 " A l l e r h ö c h s t e n   R e s p e k t " .

Das scheint authentisch so von Merkel zu kommen, wird von Schreibprofis
zur Schlagzeile erhoben, die (jedenfalls, wenn es um den sog. Pontifex geht)
genauso wenig Gespür für den Vergriff im Superlativ haben.


          "Dann begaben sich die Allerhöchsten
            in den Dom, um dem Höchsten zu danken!"


Das berühmte Zitat kaiserlicher Überhebung aus der Verlautbarungsabteilung von weiland Wilhelm Zwo - es kommt unbewusst und darum so kenntlich auch in dieser Merkel-Wortwahl heraus. Sie will in gewohnter Kälte, Emotionslosig- keit, Unberührtheit, genannt: Professionalität, erneut verbalisieren, wie tief berührt sie sei, und das "höchst", also den Superlativ, nochmal steigern. Da das sprachlich wie logisch nicht geht, gelangt sie automatisch auf die Höhen jener Peinlichkeit, die sich als Sprachunfähigkeit enthüllt: "allerhöchst".

Die Head-Macher im SZ-Kirchenressort merken es wie gewohnt nicht, schaffen sich rein bzw. ran.


Wo doch auch der Kanzlerin bewusst sein sollte, dass mit dem "Allerhöchsten" doch allein jener legitim apostrophiert sein sollte-könnte-dürfte, als dessen Stellvertreter die berufsmäßige Käuflichkeit von BILD bis FAZ heute und morgen und noch ein paar Tage länger den Herrn Ratzinger, seines Zeichens Faschisten-Seligprecher, titulieren wird.

Wie sagt mein Hausgott No. 1:
"Der Parlamentarismus ist die Kasernierung der politischen Prostitution",

aber auch:
"Keinen Gedanken haben und ihn ausdrücken - das macht den Journalisten".

Jedenfalls jenen, der immer dann zu Hochform aufläuft, wenn die
Hienieden-Stellvertreter des Alldorten-Allerhöchsten auftreten oder
abtreten. Das ist ihnen ja stets eine allerhöchste Hatz.

 


 

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© Klaus Ulrich Spiegel